L’Université Claude Bernard Lyon 1 ändert Name und Logo
Die L’Université Claude Bernard Lyon 1, eine der größten Hochschulen Frankreichs, ändert ihren Namen in „Lyon 1 Université“. Damit verbunden ist die Umstellung auf ein neues Corporate Design.
Mit über 47.000 Studierenden gehört die L’Université Claude Bernard Lyon 1 zu den größten Hochschulen Frankreichs. Sie ist Teil der Université de Lyon. Bis Ende der 1960er Jahre gab es in Lyon nur eine einzige große staatliche Universität (l’Université de Lyon). Infolge der Studentenproteste vom Mai 1968 wurde durch das sogenannte Loi Edgar Faure (1968) beschlossen, die riesigen, zentralisierten Universitäten Frankreichs in kleinere, autonomere Einheiten aufzuteilen. Die Verwendung der Ziffer „1“ geht auf eine tiefgreifende Reform des französischen Hochschulsystems im Jahr 1970 zurück.
In Lyon führte dies im Dezember 1970 zur Gründung von zunächst zwei (später drei) eigenständigen Universitäten, die zur Unterscheidung schlicht durchnummeriert wurden: Lyon 1 – (Claude Bernard): Zusammenschluss der ehemaligen Fakultäten für Naturwissenschaften und Medizin. Lyon 2 – (Lumière): Fokus auf Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften (später folgte eine weitere Abspaltung). Lyon 3 – (Jean Moulin): Entstand 1973 durch eine Abspaltung von der Lyon 2 (Schwerpunkte: Rechtswissenschaften, Sprachen und Betriebswirtschaft). Die „1“ im Namen ist also das Erbe der Dezentralisierung von 1970, durch die die spezialisierten Teiluniversitäten in Lyon entstanden sind.

Vor wenigen Tagen hat die Universität eine Umbenennung und ein damit einhergehendes Rebranding angekündigt. Künftig tritt die Universität unter dem Namen „Lyon 1 Université“ auf. Die Ziffer „1“ wird auf diese Weise von einer rein administrativen Nummer zu einem zentralen Bestandteil des Eigennamens. In gewisser Weise unterstreicht die Uni damit ihren Führungsanspruch als wissenschaftliche Institution der Stadt.
Premiere feierte das mit einem rot-magentafarbenen Verlauf ausgestattete Universitätslogo im Rahmen der Zeremonie zum Gelübde von Bruno Lina, seit 12. Januar Präsident der Uni. Das neu geschaffene Logo löst das im Jahr 2007 eingeführte Logo mit Farbringen und eingebetteter UCLB-Wortmarke ab.
Wie die Uni mitteilt, wurde das Logo / Corporate Design in einem mehrmonatigen Prozesses unter Einbindung von fast 1.000 Mitarbeitern und Studenten entwickelt. Entsprechende Workshops zur Neugestaltung der Marke wurden durchgeführt, Umfragen durchgeführt und ausgewertet. „Wir wollten ein lesbares und modernes Logo“, so die Uni. Das Design sei das Ergebnis einer kollektiven Reflexion und eines partizipativen Prozesses. „Für die Schaffung des neuen Lyon 1 University-Logos haben wir nach einem zeitgenössischen Zeichen gesucht, das in der Lage ist, die aktuellen Ambitionen unserer Universität zu verkörpern, in der sich jeder gegenseitig erkennen und ein kollektives Stolzmuster finden kann“, wie es in der von der Uni veröffentlichten Meldung zum Rebranding heißt.
Die Umstellung auf das neue Design solle schrittweise ab dem ersten Quartal 2026 erfolgen.
Mediengalerie
- Lyon 1 Université Design, Bildquelle: Lyon 1 Université, Bildmontage: dt
- Lyon 1 Université Logo, Quelle: Lyon 1 Université
- Lyon 1 Université Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Lyon 1 Université, Bildmontage: dt
Weiterführende Links









Die Beschriftung ansich haut mich wenig vom Hocker. Sie alleine hat schonmal keinen Wiedererkennungswert. Das sogenannte “Logo” ist eine generische Form, deren Herleitung scheinbar offen ist (oder habe ich etwas übersehen?).
Natürlich kann sich diese Form mit der Zeit einprägen. Schwierig ist aber meiner Meinung nach, dass dadurch die CI stark eingeschränkt bleibt und bei einem zukünftigen Designupdate wieder alles über den Haufen geworfen werden muss und sich so keine dauerhafte/wertige Marke der Universität in die Zukunft überträgt. Hierzu wäre eine Neufassung des “Monogramms” vielleicht besser geeignet gewesen. Ein solches “echtes” Logo könnte dann immer wieder mit neuen (trend-aktuellen) Elemeten kombiniert werden.
Im Video ist die Herleitung in animierter Form dargestellt: ein dreidimensionales, isometrisches U. Inwiefern ist die daraus gewonnene Form, der Korpus, generisch? Hast Du diese Form andernorts schon einmal gesehen?
Ah okay, ich dachte ich komme ohne das Video aus… Die Tatsache, dass nicht jeder die Herleitung ohne Animation durchschaut, zeigt, dass es nicht selbsterklärend ist. Es wurde also aus einem U generiert, daher finde ich “generisch” passend, sorry falls das im Fachjargon falsch ist. Für mich ist es daher erst einmal eine beliebige Form. Meinen eigentlichen Kritikpunkt daran, also dass dies gewissermaßen “nicht Zeitlos” ist, habe ich bereits genannt. Für mich ist die U-Form, ob nun als Rahmen oder als Fläche mehr ein sekundäres CI-Element, welches das “eigentliche Logo”, z.B. ein Monogramm oder eine Wortmarke mit Eigencharakter ergänzt und ohne Änderung der Marke auch nach überschaubarer Zeit durch andere Elemente ersetzt werden kann. Zumindest in dieser Umsetzung empfinde ich dies so.
Eine renommierte Agentur (komme jetzt nicht auf den Namen) aus UK verzichtet bei ihren Brandings mehr oder weniger komplett auf eigenständiges Logokreationen und fängt das dann mit intelligenten Key Visuals auf. Mit etwas Good Will könnte man diesen Ansatz auch hier reindeuten. 😅
Ich persönlich stehe eher mit dem »Markennamen« auf »Kriegsfuß«. Noch sperriger und technokratischer geht es ja kaum. Wäre das nicht DIE Gelegenheit gewesen, daran mal etwas zu ändern?
Die „1“ im Namen einer Uni/Hochschule ist schon ungewöhnlich und a-typisch. Wir kennen Markennamen wie Sat.1 oder Bett1 – doch bei einer staatlichen Universität wirkt dies, womöglich auch nur mit deutscher Brille betrachtet(?), etwas befremdlich. Doch wie geschrieben, ist die Ziffer nicht bloß eine administrative Nummer. Es wird hierdurch Führungsanspruch formuliert. Wir kennen das auch in anderen Zusammenhängen, etwa wie bei der Air Force One (Rufzeichen für das Flugzeug des US-Präsidenten), der Formel 1 oder der First Class.
Denn man bedenke: Paris hat 15 staatliche Universitäten, zusätzlich kommen zahlreiche Grandes Écoles und weitere Hochschulen hinzu, je nach Zählweise deutlich über 40 Einrichtungen der Hochschulbildung. „… Lyon 1“ ist also als Statement zu verstehen.
@Achim
Ja, aber in Kombination mit dem Namen »Claude Bernard« wird es schon zu einem ziemlichen »Text-Monster«. 😬 Vielleicht hätte man sich dann zumindest für eine »Primärversion« auf eine reduziertere Lösung festlegen können. Die gab es beim Vorgänger ja auch.
Sehr gelungen, mir gefällt’s. Gute Schrift, gut gesetzt, spannende Form, coole Farbigkeit. Anwendungen finde ich ebenfalls überzeugend. Sehr sympathische Arbeit.
Finde es auf den ersten Blick ganz interessant. Das “U” habe ich sofort erkannt, war mir aber am Anfang nicht sicher, ob das auch so gemeint war ;-) Bin gespannt, ob und in welchen Varianten es das Logo geben wird, gerade in sehr kleinen Abbildungsgrößen.
Sorry, aber für mein persönliches Empfinden ist diese Form nicht gut zu vertragen – ich weiß nicht, ob ich da allein stehe.
Ich bin Laie, und will mir daher gar kein generelles Urteil anmaßen, und daher einfach die Frage stellen, ob es noch andere gibt, die so empfinden: Aufgrund einer Kontur, die – wenn man sich nicht auf die animierte Herleitung besinnt – vielleicht eine gewisse Willkür an Ecken, Radien und Kanten aufweist. Mein Auge will eine gewisse Ausgewogenheit, eine gute / dem Auge schmeichelnde Form entdecken, aber es will mir persönlich nicht gelingen. Wo finde ich in der Form eine Ordnung, ein System, eine Ausgewogenheit?
Immer, wenn diese Form durch einen Formatverlust o.ä. durchbrochen wird, finde ich das wohltuend, weil die Kontur dann verschwimmt. Es hilft natürlich auch, wenn eine Schrift implementiert wird, die irgendwie auf die Ecken, Kanten und Radien Bezug nimmt – und das ist ja glücklicherweise beim Logo gegeben und auch sicherlich gut gemacht … aber irgendwie greift mir das persönlich zu kurz.
Ist das totaler Quatsch und diese Kritik verwerflich, oder ist das für den ein oder anderen ansatzweise nachvollziehbar?
Das geht mir tatsächlich auch so. Die Figur ist für mich völlig undefiniert und unausgegoren. Das perspektivische U habe ich erst nach Erklärung gesehen und muss mich jedes Mal wieder wie bei einem Vexierbild darauf konzentrieren, um es wiederzufinden, was vermutlich auch an dem Farbverlauf liegt, der gerade dieser perspektivischen Wirkung entgegensteht (anders funktioniert das z.B. bei Badenova beim Beitrag zuvor). Insofern kann ich diese eigenartige, unmotivierte Form nur als das nehmen, was ich sehe: irgendwie eine Verschränkung aus Oval und Quadrat oder so, irgendwie überlagert durch diesen giftigen Farbverlauf. Im positiven Sinn würde ich interpretieren, dass da eine Uni unangepasst daherkommt, keine fertigen Denkmuster bedient, sondern das Unbekannte, Unerklärliche zum Thema macht. Von mir aus kann man das dann so machen, aber es haut mich nicht vom Hocker.
Mir gefällt es. Das U hab ich sofort verstanden und mir gefallen die Anwendungen. Ich kann aber verstehen, dass die Form irritieren kann, wenn diese Idee nicht sieht oder sie nicht besonders toll findet, auch wenn man sie sieht (eben weil die Typografie sich so zurückhält und “nur” diese Form stützt, statt zu konkurrieren).
Danke @eckart und @Andreas, dann sind wir hier ja schonmal drei, denen diese U-Form nicht schlüssig genug ist. Aber warum darf man sich “als Laie” kein Urteil anmaßen? Schließlich sind 99% aller Betrachter von Designs oder Konsumenten von Marken keine studierten Designer. Gestaltung ist dann gut, wenn sie Jeden anspricht, nicht wenn oder weil man sie fachkundig entschlüsseln muss. ;-)