Logo zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023 vorgestellt

FIFA Women's World Cup 2023 Logo

Die FIFA hat Ende Oktober im Rahmen einer TV-Präsentation das offizielle Emblem und den Slogan der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland 2023 vorgestellt. Das Logo und die damit verbundene Markenidentität symbolisiere nicht nur das Zusammentreffen der besten Mannschaften der Welt, sondern auch den Geist und die Werte der beiden Gastgeberländer, die in die Welt hinausstrahlen, so die FIFA.

Im Juni letzten Jahres gab die FIFA bekannt, dass die Frauen-Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland stattfinden wird. Zum ersten Mal wird damit die Frauen-WM auf der Südhalbkugel ausgetragen. Die Anzahl an teilnehmenden Nationen wurde ebenso verdoppelt wie das Preisgeld – 32 Teams werden bei der WM erstmals an den Start gehen. Nun wurde das offizielle Emblem sowie der Slogan des Turniers präsentiert: „Beyond Greatness“ lautet der Slogan.

Auszug der Pressemeldung

Die Markenidentität zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in Australien & Neuseeland 2023™ beinhaltet einen aufregenden und mutigen neuen visuellen Ansatz, der darauf abzielt, Menschen auf der ganzen Welt durch die Kraft der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ zu vereinen und zu inspirieren. Die Markenidentität und das Emblem beinhalten die lebendigen lokalen Landschaften und satten Farben der beiden Gastgeber und bilden eine Palette, die auf den Regenwäldern, der Erde, den Bergen, den Städten und dem Wasser der beiden Länder basiert. Ein strahlenförmiges Motiv mit 32 bunten Quadraten, welches die neue Expansion auf 32 teilnehmende Nationen feiert und ein Element, das in den indigenen Kulturen Australiens und Neuseelands häufig zu sehen ist – ist ein prominenter Teil des Designs.

FIFA Women's World Cup Logos

FIFA Women’s World Cup Logos, Bildquelle: FIFA, Bildmontage: dt

Kommentar

In der Tat ein neuer visueller Ansatz, den die FIFA nun bei dem vorgestellten Emblem verfolgt: statt die Trophäe illustrativ in den Mittelpunkt zu stellen – dieses Konzept verfolgte die FIFA seit 2013 (dt berichtete) –, ist die Trophäe im neuen Emblem lediglich ein dezentes, kaum wahrnehmbares Schmuckelement.

Der Vorteil: Auf diese Weise kann die Frauen-WM 2023 als Marke deutlich eigenständiger in Szene gesetzt werden. Mit der vollzogenen Konzeptänderung ist zu erwarten, dass zukünftige WM-Logos, auch die der Männer, sich wieder deutlisch stärker von einander unterscheiden. Denn anhand der letzten WM-Turniere wird deutlich, dass ein Gestaltungkonzept, bei dem im Logo die jeweilige Trophäe lediglich neuinterpretiert wird, sich sehr schnell erschöpft. Auch die UEFA verfolgt derzeit (noch?) diesen Ansatz, was dazu führt, dass sich die EM-Logos stark ähneln, siehe Logo für UEFA EURO 2024. Die Loslösung von dieser doch recht starren Vorgabe ermöglicht mehr Varianz, Eigenständigkeit und damit mehr Wiedererkennbarkeit des jeweiligen Turniers.

Die Erweiterung auf 32 Nationen, und dies ist meine persönliche Meinung, trägt nicht zur Steigerung der Attraktivität des WM-Turniers bei. Ähnlich wie bei den Männern sorgt diese rein auf maximalen Profit ausgerichtete Strategie lediglich dafür, dass die Bedeutung der einzelnen Spiele sinkt. Der Reiz der Marken Fußball-WM und Fußball-EM basiert darauf, dass die Turniere lediglich alle vier Jahre stattfinden. Nur wenn die Qualifikation eine echte Hürde darstellt, sodass an Turnieren wirklich nur die allerbesten Nationen teilnehmen, lässt sich der Wert eines Turniersieges steigern -> Wertsteigerung durch Verknappung. Wenn hingegen nun 32, 64, 128 … Nationen teilnehmen, sinkt der Wert automatisch, da die Teilnahme an sich keine (besondere) Leistung darstellt. Wenn nun auch noch Turniere im Zweijahres-Rhythmus ausgetragen werden würden, wäre dies gewissermaßen der Ausverkauf der Marke. Ein WM-Titel hätte nicht mehr die Bedeutung und den Wert wie zuvor.

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11 Kommentare zu “Logo zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023 vorgestellt

  1. Ich muss sagen, dass ich es bedaure, dass man sich von dem Pokal als zentrales Element löst. Die Idee, die Trophäe immer neu zu interpretieren und sie in den Mittelpunkt zu stellen, zog sich, gerade bei der Fifa, durch die einzelnen Reihen und bildete so eine Art übergreifendes System einer Dachmarke. Gerade Einschränkungen führen ja oft zu Kreativität.

    Hier kämpfen für mich zu viele Elemente miteinander. Das Hauptemblem, was für mich partout mittelamerikanisch wirkt und nicht pazifisch. Darin die zwar ikonische Form des Fußballs, die so aber gerade einmal bei zwei Weltmeisterschaften vor einem halben Jahrhundert eingesetzt wurden. Seitdem hat sich der Fußball buchstäblich und sinnbildlich weiterentwickelt.

    Gerade der Frauenfußball.

    Die Trophäe ist nun als Strichzeichnung irgendwie reingequetscht worden. Der Pokal, nach dem alle streben, als kleines Ding in die Ecke verbannt. Bestimmt gut darstellbar auf kleinen Screens.

    Als letztes die Kacheln »AUNZ« und »2023«. Hier kommt plötzlich das allumfassende Design System zum Tragen mit seinen lebhaften Farben und Formen. Dagegen das fast schon biedere Schwarz des Hauptelements. In seiner Gesamtanordnung fast schon an München 72 erinnernd und eher deutsch als jetzt typisch australisch und neuseeländisch.

    Für mich bleibt am Ende der Eindruck, dass viele Köchinnen und Köche daran herumgewerkelt haben und man sich am Ende nicht einig werden konnte, in welche konzeptuelle Richtung man am Ende gehen wollte.

    Was allerdings die Turnierqualität aufgrund von Nationenzahl und Austragungsintervall mit der Gestaltungsqualität zu tun hat, erschließt sich mir im Kommentar nicht.

  2. Leider nein, verfehlt das Auge. Gemischte, nicht zueinander passende Elemente, die sich im „Mischmasch“ der Stile darum streiten, „wer denn nun der Schönste sei“ und dabei mehr sagen wollen, als nötig wäre.

    Die Wirkung ein wenig wie aus einer Stock-Datenbank, ohne Ziel, ohne Struktur, ohne Orientierung.

    Der größte Störfaktor dabei der schwarze „Brocken“, der einfach beim Kampf um die Aufmerksamkeit den Platz nicht räumen möchte.

  3. Für mich zu viele Rahmen, zu viele Abgrenzungen und Flächen. Hätte man nicht auf den gesamten Kasten verzichten wollen, denn dieses Kreislogo ist eigentlich recht gelungen.

    Ich schließe mich aber Benedict an, ich fande die immer wieder stattfindende Neuinterpretation des Pokals eigentlich ganz toll. Vielleicht sogar noch strenger immer wie das Frankreich-Logo und pro Land wird nur das Kreiselement und die “Banderole” farblich zum Land passend neu interpretiert. So hätte der Wettbewerb über Jahre ein und das selbe Logo und trotzdem jedes Turnier sein Aushängeschild.

  4. Dieser ganze breite Bereich von Logo über Titel bis hin zu Ausrichter und Jahreszahl erinnert mich an die Aufkleber, die gerne in den Ecken von TV und Notebooks kleben und die ganzen Kompatibilitäten und Vorteile der jeweiligen Maschinen pflegen.

  5. Im großen Bild schon sehr überladen, in der kleinen Version aber auf jeden Fall gefälliger als die immer gleich aussehenden Logos, bei denen die FIFA 80% der Gestaltung vorschreibt.

  6. Ich finde den Auftritt sehr gelungen. Endlich einmal etwas erfrischend anderes und modernes, in der leider oft öden visuellen Fußballlandschaft, die seit jeher auf die selbe Symbolik und Bildsprache setzt.

    Das der Pokal nicht so im Fordergrund steht finde ich ebenfalls sehr gelungen, obwohl ich die Einwände auch nachvollziehen kann, dass der Pokal als übergreifende Symbolik in den Corporate Designs einen visuellen Stellenwert und Wiedererkennungswert hatte. Jetzt werden aber der Sport selbst und die Gemeinschaft in den Vordergrund gebracht. Was für mich, nach all den Skandalen, die rund um die Fifa aufgedeckt wurden, gar nicht so verkehrt ist. Das es sich um einen Wettbewerb handelt ist ja sowieso allen klar.

    In einer Meisterschaft geht es auch um so viel mehr als nur den Pokal: Es geht um das Gemeinschaftsgefühl, tolle Spiele und besondere Momente, eingebettet in einen Rahmen, der hier mit der schwarzen Farbe das Logo noch mehr betont und in den Vordergrund bringt. Außerdem ist das Schwarz in dem bunten Farbspiel ein starker visueller Anker, der das Auge gut führt und für Stabilität sorgt.

    Insgesamt finde ich das visuelle Konzept sehr passend, das “Pazifische” kommt durch die Farbgebung und die Struktur subtil zum tragen. Am Ende ist es aber auch eine visuelle Gewöhnungs -und Geschmacksfrage. Jemand, der viele Farben nicht mag, wird das Design eher ablehnen…von daher…

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