Linktipp: Markenlogos großer Unternehmen aus der Erinnerung gezeichnet

Wie exakt können wir uns an die Farb- und Formgebung berühmter Markenlogos erinnern? 156 US-Amerikaner wurden gebeten, die Logos zehn berühmter Marken aus dem Kopf zu zeichnen. IKEA dürfte sich über das Ergebnis freuen, Starbucks weniger.

Große Unternehmen investieren Millionen in Werbekampagnen, damit sich ihre Logos und Markenzeichen bei den Menschen einbrennen. Wie genau sieht das aber eigentlich aus, was sich da bei uns einbrennt? Die Macher des Werbemittelportals signs.com sind dieser Frage nachgegangen und haben insgesamt 156 US-Amerikaner gebeten, die Logos von Apple, Adidas, Burger King, Starbucks, Ikea, Foot Locker, Domino’s, 7 Eleven, Walmart und Target aus der Erinnerung zu zeichnen.

Apple-Logo aus der Erinnerung gezeichnet

Apple-Logo aus der Erinnerung gezeichnet, Quelle: signs.com

Das Ergebnis ist zwar weniger wissenschaftlich tiefgründig, dafür aber unterhaltsam. Immerhin einige konkrete Aussagen erlaubt die sehr schön aufbereitete Studie:

  • Jüngere Menschen können die Logos der zehn aufgeführten Marken/Unternehmen exakter wiedergeben als ältere.
  • Das Logo von IKEA konnte mit der größten Genauigkeit nachgezeichnet werden. Ein Indiz also für die Prägnanz und Einfachheit der Forgebung.
  • Das Logo von Starbucks ließ sich hingegen nur von sehr wenigen Menschen exakt nachzeichnen. Angesichts der Komplexität der Bildmarke, die zuletzt 2011 redesignt wurde, ist dies wenig überraschend.

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27 Kommentare zu “Linktipp: Markenlogos großer Unternehmen aus der Erinnerung gezeichnet

  1. Die aufgelisteten häufigsten Fehler finde ich sehr interessant. Und lustig.

    Und jetzt als Selbsttest einmal die beiden Aldi-Logos (Nord und Süd) malen! ;-)

    • Interessant find ich, dass bei Apple einer dabei war, der den Farbverlauf des Logos aus den 70ern komplett korrekt nachgezeichnet hat. ^^

  2. Habe jetzt schon öfter davon gelesen und verstehe nicht, was daraus für Schlüsse gezogen werden. Die Produkte oder Dienstleistungen der Unternehmen sind wichtig. „Who cares about the logo“. Die Leute wissen schon, wo sie ihr süßes Kaffee-Gesöff bekommen – ob sie jetzt das Logo danach zeichnen können oder nicht. Ich google auch jeden Tag und bin zufrieden mit der Dienstleistung könnte die Google Farben nicht exakt wiedergeben.

    Ich finde diesen ganzen Logo-Hype immer etwas überdreht.

    • Habe jetzt schon öfter davon gelesen und verstehe nicht, was daraus für Schlüsse gezogen werden.

      Siehe hierzu die drei Punkte am Ende des Beitrags.
      Neu ist die Erkenntnis, dass sich einfache Formen besser memorieren (und nachzeichnen) lassen, freilich nicht.

      • Das stimmt. Ich frage mich nur, ist ein komplexes – und demnach schlecht zu memorierendes Logo dann ein schlechtes? Soll ich mich z.B. bei Starbucks nicht an den Kaffee und den netten Verkäufer und die Tatsache, dass ich den ganzen Tag da drin hocken darf, erinnern?

    • Die Wirkung eines Logos auf einen Menschen ist die Kurzzusammenfassung des Erfahrungsschatzes, die ein Mensch mit dem Unternehmen gemacht hat und macht. Hat jemand keine Beziehung zu dem jeweiligen Unternehmen, ist es für den Menschen irrelevant. Hat jemand eine Beziehung, ist es der Umschlag der Kiste, in der diese Erfahrungen stecken. Ob der Inhalt gut oder schlecht ist, ist die Kunst der Marken- und Unternehmensführung.

    • „Who cares about the logo“ … Ich finde diesen ganzen Logo-Hype immer etwas überdreht.

      Und das eine Aussage von einem dt-Besucher? Hier gehts zwar nicht immer nur um Logos, aber zu einem großen Teil. Wer dafür nichts übrig hat, hat sich vermutlich verklickt…

      Finde jede Neuerscheinung oder Änderung eines Logos sehr spannend, außerdem finde ich sehr wohl, dass sich ein Unternehmen durch sein Logo darstellt. Man prägt sich auch das Logo, die Marke schneller ein, die man gut findet (egal ob einfache oder komplizierte Form)… Daher ist diese Aktion sehr interessant und ich fands zudem sehr lustig. Sollte man auch mal mit mehr lokalen Marken hierzulande machen.

      • Klar stellst sich ein Unternehmen durch sein Logo da. Das habe ich nie bezweifelt. Ich finde einfach nur, dass es andere Dinge sein müssen die sich bei den Leuten „einbrennen“ sollten. Nicht die Logos.

    • Man denke an den Stolz z. B. von „Autoverrückten“, die auf eigene Kosten die Herstellerlogos auf ihre Kleidung drucken, gar Fanclubs gründen und quasi auf eigene Kosten lauter Merchandising mit dem Emblem des Autoherstellers herstellen und mit Stolz und Identifikation tragen, als Multiplikatoren wirken und nicht zuletzt dem Produkt treu bleiben und dieses als mehr aufladen, als es eigentlich ist (eben nur ein Kraftfahrzeug), fast schon zum Fetisch machen. Das ist doch der feuchte Traum aller Werber.

      Und einen gehörigen Anteil an Produkterfolgen hat das Design. Bestes Beispiel ist dafür nicht zuletzt Apple – nicht ohne Grund wird gerade das Apple Design besonders nah am „Original“ aus dem Gedächtnis der Probanden gezeichnet. Denn unter dem Apple Design steckt auch keine fundamental andere Technik als bei anderen Smartphones der selben Preisklasse. Aber das Design (auch der Software, genannt Benutzeroberfläche) macht den Unterschied und rechtfertigt die enormen Preise, bringt die enormen Profite – und lässt Leute nach wie vor am Apple Store in Manhattan übernachten, wenn wieder ein neues iPhone herausgekommen ist, weil sie die ersten Kunden sein möchten, die das Stück Industriedesign in Händen halten kann.

      Das Logo ist quasi das Schlagobers des Produktdesigns, wobei die Probanden sicherlich auch das Design von Apple Produkten recht treffsicher nachzeichnen könnten, da bin ich mir sicher. Und ja, natürlich ist es hier aus Designsicht ein Prädikat, wenn das bei den Konsumenten dermaßen in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass die das aus dem Gedächtnis nachzeichnen können. So wie wir auch einen Baum, irgend einen, spontan und für jeden Betrachter wiedererkennbar, aus dem Gedächtnis zeichnen können, ohne eine explizite Vorlage zu brauchen. Wenn das bei einem Logo passiert, gar relativ akkurat im Vergleich mit dem gedruckten „Original“, dann hat sich das sozusagen tief in das „Weltwissen“ und Bewusstsein der entsprechenden Personen eingegraben. Wie ein Baum oder ein Apfel, von dem wir auch spontan wissen, wie er in etwa auszusehen hat.

  3. Da ist denen aber ein gewaltiger Fehler unterlaufen…
    In der Apple-Sektion ist das Logo in Dunkelgrau vorgegeben und so sollte es auch gezeichnet werden, bzw. die Farbe war ein Bewertungskriterium. Unter „Actual colors and ratio“ steht lediglich dunkelgrau eingetragen.
    In ihren eigenen späteren Grafiken ist das „current logo“ dann plötzlich in schwarz und auch im Vergleich, wenn das Logo durch die gezeichneten ausgetauscht werden würde, ist das Apple Logo in schwarz dargestellt. Ziemlich heftiger Fehler für Marketing-Experten..

  4. Habe jetzt schon öfter davon gelesen und verstehe nicht, was daraus für Schlüsse gezogen werden.

    Das habe ich mich beim Aufkommen der Studie auch gefragt, allerdings aus einem anderen Grund:
    Natürlich sind komplexere Logos schwerer zu memorieren bzw. schwerer aus dem Gedächtnis zu zeichnen (allein schon, weil nicht jeder ein As im Zeichnen ist).
    Was folgt daraus aber wirklich für die Firmen? Im Alltag kommt der Nutzer doch aus der anderen Richtung und muss das Logo wiedererkennen und sofort zuordnen können und dabei kann ein zu einfach gehaltenes Logo auch schnell zur Verwechslung führen.

    Ich würde zumindest dem Starbucks-Logo eine höhere Wiedererkennbarkeit attestieren als die Studie hier nahezulegen scheint.

    Aber auch mein Empfinden basiert auf persönlicher Wahrnehmung. Gibt es hierzu wirklich fundierte Studien?

    • „Ich würde zumindest dem Starbucks-Logo eine höhere Wiedererkennbarkeit attestieren als die Studie hier nahezulegen scheint.“

      Sicher? Für mich als nicht-Starbuckskunde war das früher ein grüner Kreis mit Starbucks-Text oben und unten und irgendwas undefinierbares in der Mitte. Und genau das haben sie beim aktuellen Logo gelassen und stattdessen den Text weggenommen.

      Was ich interessanter finde ist, wie Leute in den USA anders ticken als hier. Sieht man immer gut, wenn man Reaktionen bei dt mit denen auf Brandnew vergleicht und da teils komplett gegensätzliche Sachen rauskommen. Hier kam das Starbucks-Redesign glaub ich nicht so gut an, dahinten fanden das alle toll und da war die Meerjungfrau DAS Element, auf das es ankommt und das jeder kennt.

      • Mal abgesehen von kulturell geprägter Wahrnehmung, hängt das damit zusammen das die meisten Menschen nicht in der Lage sind objektiv zu beurteilen. Leider sind die meisten Menschen der Meinung das ihre subjektive Meinung, automatisch eine fachlich relevante Meinung ist.

      • @wonz:
        Wie gesagt, das ist meine persönliche Wahrnehmung. Also ja, da bin ich mir sicher ;)

        Ich möchte auch gar nicht abstreiten, dass die Kausalität gegeben sein könnte.
        So ist mir das aber etwas zu dürftig. Wie schon oben geschrieben: Ich denke, dass die Erinnerung aus dem Stegreif nicht derart relevant ist, wie die Wiedererkennbarkeit unter Alternativen – und genau da sehe ich (wenn wir mal beim Starbucks-Beispiel bleiben) den Knackpunkt der hier implizierten Kausalität und der Einordnung in „gutes Logo / schlechtes Logo“, überspitzt ausgedrückt.

        Daher auch meine erst gemeinte Frage, ob es hierzu relevante Daten gibt, die eine fachliche Meinung dazu rechtfertigen können.

        Das mit der Meerjungfrau ist vielleicht auch eine Frage des Hintergundwissens. Wenn man weiß, dass sie da ist, erkennt man sie auch wieder, so meine Erfahrung.

  5. Bewahrheitet sich der oft zitierte Spruch von Kurt Weidemann ein weiteres Mal:
    „…ein Zeichen ist gut, wenn man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann!“

  6. Wie zum Teufel kommt man bei Apple auf die Farbe rot?? Für mich ist die einzig logische Erklärung, dass Probanden verstanden haben, sie sollen einen Apfel zeichnen und nicht das Firmenlogo von Apple.

      • Hängen vielleicht noch in den 90ern, wo das Apple Logo blau war?

        Ich meine auch noch ein (offizielles) Apple Logo in rot zu erinnern, war aber vielleicht auch nur auf einem der alten bunten iMacs.

  7. Es gab auch mal eine Studie „Lass Leute aus dem Gedächtnis heraus ein Fahrrad zeichnen“ – auf das, was dabei teilweise herauskam, würde sich niemand setzen wollen.
    Auch nach meiner Erfahrung sind die Menschen SEHR verschieden, wenn es um das Einprägen und zeichnerische Wiedergeben von Formen, Objekten und Logos geht.

    Ich finde nicht, dass sich diese (in der Tat sehr hübsch aufbereitete) Studie dafür eignet, die Logos in ihrer Funktion zu bewerten. Entscheidend ist doch nicht die Wiedergabe-Fähigkeit der Logos, sondern ihr Wiedererkennungswert. Und dazu sagt die Studie wenig aus. Ebenso denke ich nicht, dass einfache Logos einen höheren Wiedererkennungswert als komplexe Logos haben – auch wenn man bei einem 10-Eck nicht die Ecken einzeln zählt und nachträglich genau benennen kann, kann man es trotzdem (auch im Gedächtnis) deutlich von einem 5-Eck unterscheiden.

    Manche der aufbereiteten Zeichenversuche finde ich hübscher als die Originale!

    • Die Studie sagt eher das aus, was man sich eh denken konnte, nur halt schön umgesetzt. Nämlich dass komplizierte Logos schwerer zu merken sind, als einfache Logos. Und dass Bilder besser gemerkt werden als Texte. Das Target-Logo hatten fast alle eigentlich richtig, aber die haben fast alle immer den Text weggelassen, wodurch sie dann doch durchgefallen sind. Auch sieht man gut, dass neue Logos nicht sofort im Kopf sind, sondern teils Jahrzehnte brauchen, bis sie gelernt werden, siehe Burger King, wo die meisten das Logo aus den 60-90ern gemalt haben.

      • Aber genau hier stellt sich doch die Frage, was man unter „merken“ versteht: Wie Worn auch schon schrieb, muss ein Logo ja nicht aus dem Nichts aufgemalt (aktiv) werden können, sondern vielmehr wiedererkannt (passiv) werden.
        Klar, einfache Formen lassen sich leichter merken und wiedergeben. Wenn man aber eine solche Studie anhand von Logos aufbaut, schwingt zumindest eine implizierte Bewertung derselben mit.

        Dass die Leute aber mitunter tatsächlich die Logos aus vergangenen Jahrzehnten zeichnen hat mich allerdings auch amüsiert. Überrascht hat mich, dass diese alten Logos häufig vergleichsweise originalgetreu bleiben.

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