Le Tour de Farce

Was für ein unglaublicher Image-Schaden! Spontan dachte ich an das Tankerunglück der Exxon Valdez Ende der Achtziger. Die Krise bei Vattenfall erscheint dagegen wie eine Bagatelle, um ein französisches Wort zu verwenden. In der Tat braucht das Unternehmen Tour de France eine Revolution, wie es ihr Chef Christian Prudhomme ausgedrückt hat. Nachdem die öffentlich rechtlichen Sender hierzulande aus der Übertragung ausgestiegen sind und die Teams Astana und Cofidis das Weite suchten, wurde nun auch der bislang führende der Gesamtwertung Michael Rasmussen vom eigenen Rabobank-Team ausgeschlossen. Ich frage mich, welcher Sportler einen Sieg unter solchen Umständen will? Er hat keinen Wert.
Es ist mir ein Rätsel, wie Unternehmen z.B. T-Mobile, Gerolsteiner und viele andere weiterhin Millionen Euro in Sponsorengelder stecken, die alles andere als einen positiven Image-Transfer bewirken. Liebe Unternehmen, steckt das Geld doch bitte lieber in die Erhaltung oder Ausbau Eurer Arbeitsplätze. Der dadurch erzielte Image-Gewinn ist ungleich höher. Welch eine Farce!






Was gibt es am Logo auszusetzen? Ich finde es sehr passend und mittlerweile DAS Erscheinungsbild der Tour…
Tja, irgendwann mußte es mal kaputtgehen. Jahrelang hüpfte Miguel Indurain die Berge hoch, dann Rjis, danach Ullrich, Armstrong (!) und keiner hat’s wirklich wissen wollen. Aber nachdem unsere deutschen Helden flennend vor die Kamera gerannt sind, sickert es doch so langsam ins Bewußtsein ein. Seltsam, wie sehr man es davor ausgeklammert hat, obwohl Pantani erwischt wurde, obwohl der ein Franzose (weiß jetzt den Namen nicht), seines Zeichens Bergfahrkönig, eine ganze Wagenladung Pillen und Impullen im Schminkkoffer seiner Frau mit dabei hatte. Tourhelden wird es nicht mehr geben. Wer jetzt gewinnt, muß Blutprotokolle veröffentlichen, und dann glaubt es sowieso keiner mehr, weil es keiner mehr hören kann.