45 Kommentare zu “Lacoste – mit 80 Zeichen in die X-Beliebigkeit

  1. Mir scheint viele haben hier, anscheinend genau wie der Autor, nicht ganz verstanden worum es bei der Lacoste-Aktion wirklich geht:

    Nämlich um eine Sonderkollektion von Poloshirts. Hier zu zu begutachten:
    http://shop-de.lacoste.com/peter-saville

    Auf der Brust eines Poloshirts kann man tatsächlich auch die abstraktesten Formen noch mit der Marke Lacoste in Verbindung bringen.
    Deshalb zeigt Saville hier meiner Meinung nach die große ikonische Kraft des Lacoste-Emblems – allerdings tatsächlich nur im Kontext mit dem Poloshirt!

    Poloshirt + grünes Etwas auf der Brust = Lacoste

    Die Darstellung hier als Vektorgrafiken macht also kaum Sinn. Sie lässt diese Kontextbildung nicht zu und führt dazu, Machart der der Variationen bemängelt wird. Die mag etwas uninspiriert wirken, aber auch hier sollte bedacht werden, dass das ganze gestickt wird.

  2. Poloshirt + grünes Etwas auf der Brust = Lacoste

    Die Gleichung geht aufgrund der bis zur Unkenntlichkeit fragmentierten Form eben nicht auf. Erst die Form des grünes Etwas stellt sicher, dass Lacoste als Marke identifiziert wird und nicht etwa Benetton. Das Beispiel zeigt, dass die Elastizität des Lacoste-Markenzeichens ihre Grenzen hat und die unterstellte „ikonische Kraft“ mit der Erkennbarkeit des Zeichens als Krokodil steht und fällt.

  3. “Über Stärken und Schwächen des Konzepts können Sie daher viel diskutieren, aber gemessen am Ranking (innerhalb des Kunstmarkts etc.) des “Künstlers” ist dies im Rahmen des Marketings zweitrangig.”

    Oha! Was für ein erhabenes Statement.
    Zweitrangig.
    Ich bin alles, du nix. Interessant.
    Nachträglich arg froh, nichts mit dem Kunstmarkt zu tun zu haben.Da sind ja noch krausere Geier unterwegs als im Design. Da schon schlimm.

  4. Poloshirt + grünes Etwas auf der Brust = Gras? Babys Spinatbrei?

    Ach so, Lakotze.
    ;-)
    Grüße an die Golffraktion. immer fleißig am Einputten, gelle?

  5. Poloshirt + grünes Etwas auf der Brust = Gras? Babys Spinatbrei?

    Das Spinatbrei-Krokodil hat Potential zum Sammlerstück – nicht so schlecht!

    Könnte ein Mitgedanke des ganzen sein?

    Ach und zum Thema: Definiere gute Arbeit.
    Antwort: Deine Arbeit (ich gehe jedenfalls davon aus).

    Die eigene Branche schlechtmachen: schlechte Arbeit.

  6. Ich sehe es leider etwas “differenzierter”:
    Es geht nicht um Kunst und nicht um Design, sondern einzig und allein darum,
    Begehrlichkeiten zu wecken (Limitiert! Kunst! Oha!) und die 100-Euro-Polos für 150 Euro an den Mann (die Frau) zu bringen. Jedem seine persönliche Rarität.

    Im Kunstmarkt findet dementsprechend auch die berühmte “Offsetlithographie”, gern in der 10.000er-Auflage, ihren Platz – selbstverständlich unter “Originalgraphik” …

  7. Gottseidank. Weil das ein Blog ist mit kontroversen Ansätzen (gut so).
    Und kein Branchen-PR-Wägelchen.

    Ich bin unsicher, ob meine Kritik abgekommen ist. Grundsätzlich teile ich die obenstehende Aussage. Speziell die Branche an sich als lachhaft darzustellen halte ich jedoch für überzogen und sorgt nicht gerade für Vertrauen. Hier lesen vermutlich nicht nur Auftragnehmer …

  8. Genau. Darum.
    Dass Auftraggeber mal den Unfug auch mitkriegen.
    Wenn er lachhaft ist, dann ist er halt lachhaft.
    Wenn die ganze Branche langsam in lachhaftem Hipster-Blödsinn ohne jede minimale Branding Grundregel versinkt, dann muss man das thematisieren dürfen.

    Zu Lacoste nochmal:
    Die hatten mal ein Popper-Problem.
    (“In den neunziger Jahren war Lacoste plötzlich out, Poloshirts waren plötzlich spießig. Der frühere MTV-Moderator Markus Kavka beschrieb die Trendwende so: Das Label sei damals für ihn eine “Arschgeigen-Marke” geworden, tragbar nur noch für “die Söhne von Ingolstädter Audi-Ingenieuren”.

    Ein neuer Chefdesigner befreite Lacoste um die Jahrtausendwende vom Popper-Image.”

    Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/familie-lacoste-streitet-ueber-verkauf-der-modemarke-a-864288.html )

    Jetzt müssen sie aufpassen, dass sie nicht ein Kunsthipster-Problem kriegen. 2011 war ein gutes Jahr, aber das ist kein Grund, die Marke zu verömmeln. Dieser Saville behauptet anbiederisch, dass Lacoste unsterblich, quasi unzerstörbar sei. Welcher Kunde hört das nicht zu gerne und ist zu allen Branding-Schandtaten bereit. Wenn sich Saville aber mal nicht täuscht. Zuerst zerstören sie genau diese Lobhudel-Schickimickis mit ihrem “O wie schick, endlich mal was anderes!”. Wie bei Des Kaisers neue Kleider.

    Hatte so eine Erfahrung mal mit dem Marketing einer Firma. Die garantiert bescheuertste Idee, ein echter Krampf mit dem Branding (eine zum Abschießen, haha) wurde against all odds plötzlich deren Liebling und sie waren kaum davon wegzubringen. Seit diesem Schock mache ich keine Ideen zum Abschießen mehr. Todgefährlich.

  9. Was richtig beschämend für die Branche ist, sind die Kommentare. Genauer gesagt die Kommentare, die keine sind – nämlich die – welche kritisieren ohne genau zu sagen weshalb.

    Ein weiterer Punkt ist die Diskussion um Kunst und Design. Leute schon mal was von Kommunikation gehört. Aus dieser Sicht ist das Beispiel ein gelungenes, weil es Aufmerksamkeit erzeugt. Ein Grund dafür ist, es traut sich jemand – für einen kurzen Zeitraum – sein Signet anzutasten. Bei diesem Punkt darf man nicht vergessen das Poloshirt ist das Medium das Lacoste mit einigen wenigen weiteren Labels, wohl am meisten geprägt hat. Ein weiterer Punkt sind die sogenannten Touchingpoints – pfui ich mag das Wort nicht. Dort wo ein potenzieller Käufer mit der Limited Edition in Berührung kommt, ist das Lacoste Logo zu sehen. Demnach ist das Argument die Marke ist nicht mehr erkennbar, widerlegt.

    Dass es ein Designer wie Saville das Projekt begleitet hat, sorgt zusätzlich für Aufmerksamkeit.

    Das er es im Illustrator gemacht hat ist erstens egal, wieso sollte er die Mittel, die er zur Verfügung hat, nicht nutzen – außerdem ist aus dem Video ersichtlich, dass es er es doch von Hand gemacht.

    Ich bin sonst auch kein Freund des Marketings, in dem Fall muss man jedoch sagen die Jungs/Mädels und der Designer haben alles richtig gemacht.

  10. Ed

    Oder die Kommentare, welche alles supi finden, ohne zu sagen weshalb.
    Außer natürlich die unvermeidliche Aufmerksamkeitskeule.

    Ich bleibe dabei: Die Idee der Aktion an sich kann man sich durch den Kopf gehen lassen, umgesetzt ist sie jedoch schlecht. Das Lacoste-Krokodil zur Unkenntlichkeit mit Blindenpunkt, oder einmal zick und einmal zack ist dann eben doch nicht mehr Lacoste, sondern irgendwas aufm Hemd. Und das war die Kritik und sonst nix.

    Wenn engagierte Afficionados das moralisch beleidigt zu einem Shitsorm aufblähen wollen, kann man machen.

    Aber dann bitte genau begründen, warum das Krokodil auch dann noch Lacoste-“Meaning” sein soll, wenn es zum Heuhaufen dekonstruiert ähm degeneriert ist. Und nicht beleidigt rumtun.

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