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Kreative Chemnitzer

Chemnitz zieht weg

Im Osten der Republik haben es ein paar Kreative geschafft den Blick der Öffentlichkeit auf ihre Sache zu lenken. Ihre Sache ist das Engagement für ihre Heimatstadt. In ihrem Blog schreiben sie: “Es gibt viele Menschen, die sich für Chemnitz engagieren, um hier etwas zu bewegen und zum Positiven zu verändern. Es ist schade, dass diesen Leuten durch erstarrte Verwaltungsabläufe und utopische Auflagen der Wind aus den Segeln genommen wird.”


Imagekampagne der Stadt Chemnitz

Anfang Mai wurde die neue Imagekampagne der Stadt vorgestellt. Eben diese Kampagnenidee nahmen die bislang unbekannten* Betreiber der Domain chemnitz-zieht-weg.de auf, um daraus eigene Plakatmotive abzuleiten, in denen die Politik der Stadtverwaltung kritisiert wird.

Die Plakate wurden nach kurzer Verweildauer im öffentlichen Raum wieder entfernt. Der MDR vermutet hinter der Aktion: “Mit den Plakaten machen sich die Initiatoren über die Image-Kampagne “Chemnitz – Stadt der Moderne” lustig”, was natürlich vollkommener Unsinn ist. Die kreativen Köpfe nutzen lediglich die neue, durchaus gelungene Kampagne, um darauf aufspringend die eigene Sichtweise zu bekunden. Öffentliche Diskussionen anzuregen ist ausdrücklicher Wunsch der chemnitz-zieht-weg-Macher. Im Netz hat das schon einmal geklappt.

Noch eine Notiz am Rande. Leser Kai fiel bei der Imagekampagne der Einsatz des ß als Großbuchstabe auf: “SPAßBAD, KAßBERGVIERTEL…” Würde das ß dabei optisch nicht ganz so zurückfallen, wäre der Ansatz aus meiner Sicht tatsächlich “modern”.

* Linh Wang, eingetragener Domaininhaber, steckt nach Bekunden der Betreiber nicht hinter der Aktion.

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 18 Kommentare

  1. Ich schauere immer noch beim Anblick des angeschnittenen Stadtlogos. aber vielleicht sollte ich froh sein, daß es nicht 3d und glossy geworden ist.

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