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Klosterfrau Group modifiziert visuelles Erscheinungsbild

Klosterfrau Group Logo / Bildmarke, Quelle: Klosterfrau Group
Klosterfrau Group Logo / Bildmarke, Quelle: Klosterfrau Group

Das visuelle Erscheinungsbild des Pharmaunternehmens Klosterfrau Group wurde modifiziert. Vor dem Hintergrund des 200-jährigen Firmenjubiläums wurde das Erscheinungsbild einschließlich des bekannten Klosterfrau-Markenzeichens aktualisiert und modernisiert.

Die Klosterfrau Group ist aus dem 1826 von Maria Clementine Martin in Köln gegründeten Unternehmen entstanden und bildet das gemeinsame Dach für spezialisierte Unternehmen in vier strategischen Geschäftsbereichen (Consumer Healthcar, Medical, Contract Manufacturing, Cosmetics). Standort der operativen Zentrale ist Köln, rechtlicher Firmensitz des Pharmaunternehmens seit 1997 Zürich. Bekanntestes Produkt der Marke ist Klosterfrau Melissengeist. Heute umfasst das Produktsortiment über 220 Produkte. Das Unternehmen beschäftigt heute 1.500 Mitarbeiter an 17 Standorten.

Der Relaunch, der aus Anlass des 200-jährigen Bestehens erfolgt, betrifft das Unternehmen, die Klosterfrau Group. Im Fokus der Neuausrichtung stand dabei die behutsame Modernisierung des ikonischen Klosterfrau-Logos, das seit rund 100 Jahren das Erscheinungsbild des Unternehmens prägt.

Klosterfrau Bildmarke Details, Quelle: Radikant
Klosterfrau Bildmarke Details, Quelle: Radikant

Das ikonische Logo, das drei Karmeliter-Nonnen zeigt, bleibt auch im neuen Erscheinungsbild das zentrale Markenelement. Es wurde visuell präzisiert und in der Form reduziert: vereinfachte Kopfform, Angleichung / Optimierung von Linienstärken, freundlicher und selbstbewusster Gesichtsausdruck, breiterer Rahmen, u.a..

Das überarbeitete Markenzeichen sei klarer, und die Form dahingehend optimiert, dass es in allen Kontaktpunkten prägnant und funktional einsetzbar ist, digital wie analog, so die Erklärung. Laut Unternehmen hat das Markenzeichen mit den drei Nonnen im gotischen Spitzbogen einen Bekannt­heitsgrad von 96 Prozent in Deutschland.

Neben der bekannten Bildmarke wurde auch die Wortmarke neu gestaltet.

Klosterfrau Group Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Radikant, Bildmontage: dt
Klosterfrau Group Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Radikant, Bildmontage: dt

Die Wortmarke ist nunmehr in Gemischtschreibweise statt in Versalien gesetzt. Auf den Farbverlauf wird künftig verzichtet – die neue Wortmarke ist einfarbig blau. Auch die Schriftart selbst ist eine andere. Im Vergleich zur bisherigen Typo ist der Strichstärkenkontrast deutlich weniger stark ausgeprägt. Der Anfangsbuchstabe „K“ greift den Spitzbogen der Bildmarke auf und bildet so eine visuelle und inhaltliche Verbindung zum Drei-Nonnen-Markenzeichen. Das bisher der Wortmarke vorgestellte blau-grüne Spitzbogen-Bildelement entfällt.

Ein Redesign, das eine Brücke von der Tradition hin zur Moderne schlägt, wie Dr. Stefan Koch, CEO der Klosterfrau Group, erklärt: „Tradition und Vertrauen sind seit jeher zentrale Werte der Klosterfrau Group und unser Anspruch war es, diese Werte in eine zukunftsfähige Unternehmenskommunikation zu übersetzen. Der neue Corporate-Auftritt schafft genau diese Verbindung aus Tradition und Moderne und stärkt unsere Marke für die kommenden Jahre.“

Entstanden ist das Redesign in Zusammenarbeit mit der Agentur Radikant (Köln).

Kommentar

Eine gelungene Überarbeitung und Weiterentwicklung, wie ich finde. Mit sinnvollen grafischen Anpassungen und Feinjustierungen. Die drei Figuren wurden in eine zeitgemäße Formensprache überführt, ohne dass dabei die Wiedererkennbarkeit verloren gegangen wäre. Das neue Zeichen ist unverkennbar Klosterfrau.

Anmerkung: Die Frage, ab wann das überarbeitete Drei-Nonnen-Markenzeichen auch an Produkten zu sehen sein wird, habe ich an die Pressestelle gerichtet. Sobald mir eine Antwort vorliegt, reiche ich diese an dieser Stelle ´nach.

Mediengalerie

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 16 Kommentare

  1. Ich frage mich, warum die Nonne links- unten nicht mehr nach vorne schauen darf? Das fand ich vorher ausgewogener. Eine schaut nach rechts, eine nach links, eine nach Vorne. Jetzt schauen zwei nach links und eine nach rechts.

    Außerdem finde ich es seltsam dass sie bewusst mehr Oberweite bekommen haben.

    Das intensive Blau ist für mich mittlerweile abgegriffen. Da war das alte, etwas mattere, hübscher.

    1. Ja, den »direkten Augenkontakt« vermisse ich auch. Ich denke sie wollten sich von der weißen Outline trennen um die Illustration noch mehr zu vereinfachen. Dazu war dann wohl auch die neue Oberweite nötig. Irgendeinen Preis bezahlt man immer.

      Das neue Blau hin zu Nivea sorgt für härtere Kontraste. Vielleicht hätte man stattdessen über ein heilsam-sanfteres Melissengrün nachdenken können. 😌😉😅

      Aber formal-ästhetisch aus meiner Sicht ein klarer Schritt nach vorn, insbesondere wenn man das nun gekonnte Zusammenspiel mit der neuen Wortmarke betrachtet. Fein gemacht!

  2. Das ist das neue Unternehmenslogo – und da war im Vorgängerlogo gar keine Nonne zu sehen, sondern nur der stilisierte Spitzbogen; die Nonnen selbst waren beim vorletzten Relaunch aus dem Unternehmenslogo geflogen und blieben nur im Produktlogo. Von daher hinkt der vorher-nachher-Vergleich ein wenig. Das nun eingeführte Konzept der Zweiteilung des Logos in getrennte Bild- und Wortmarke erinnert ein bisschen an das Mercedes-Markenkonzept von 2007 (das längst wieder eingeholt worden ist). Wobei das bei Mercedes damals eleganter gelöst wurde hier scheinen Wort- und Bildmarke gar nichts miteinander zu tun zu haben.

    Wenn ein Unternehmen ein Produktlogo in stilisierter Form zum Unternehmenslogo macht, gibt es immer ein bisschen Aufruhr. Ich erinnere mich zum Beispiel, als die News Corporation sich 2013 aufspaltete und der Unterhaltungsbereich “21st Century Fox” genannt wurde, nach dem zum Konzern gehörenden Filmstudio “20th Century Fox”, gab es auch Wehklagen, wie das alte Fox-Logo verschandelt worden sei – weil nicht verstanden wurde, dass es hier um ein neu eingeführtes Unternehmenslogo ging, nicht um das Produktlogo.

    1. Dank Dir freiwild.
      Die Vorher-nachher-Gegenüberstellung bezieht sich gewissermaßen, und deshalb hinkt der Vergleich keinesfalls, auf die Zeit vor 2006, als es die Klosterfrau Healthcare Group noch nicht gab. Zu Zeiten als das Unternehmen noch als „Klosterfrau Gruppe“ auftrat wurde als visueller Absender das Drei-Nonnen-Markenzeichen verwendet, sowohl als Absender der Marke als auch als Absender des Unternehmens. Beispielsweise befindet sich das Markenzeichen auch auf dem Dach des Stammsitzes in Köln.
      Die Differenzierung zwischen Unternehmen/Corporate (B2B) und Marke (B2C) war vor 20 Jahren generell weniger stark ausgeprägt als heute (siehe Volkswagen, Lufthansa, Deutsche Bank, u.a.). Heute wird stärker zwischen Unternehmenskommunikation und Markenkommunikation differenziert. Kommunikation ist spezifischer, passgenauer. Insofern mag der Schritt in diesem Fall zunächst überraschen. Im Hinblick auf den Trend zur Revitalisierung / Reaktivierung von Markendesigns ist der Schritt allerdings dann doch nicht so ungewöhnlich. Das Drei-Nonnen-Markenzeichen wird mit diesem Schritt nicht vom „Produktlogo zum Unternehmenslogo gemacht“, gewissermaßen erstmalig, es war vor 2006 bereits beides, Markenlogo und Unternehmenslogo.

      Ich würde von einer Rekultivierung sprechen. Offenbar verspricht man sich im Unternehmen von der Maßnahme, dass der hohe Bekanntheitsgrad des Drei-Nonnen-Markenzeichens und das mit dem Zeichen verbundene Vertrauen positiv auch auf das Unternehmen abfärben/abstrahlen mögen, Stichwort Dachmarke. Auf Produkt-Websites wie nasic.de, neo-angin.de, u.a. wird das Unternehmenslogo fortan samt Drei-Nonnen-Markenzeichen als übergeordnete Dachmarke verwendet, und zwar in der Darstellung als kombinierte Wortbildmarke.

      1. Bezeichnen es die Macher/Verantwortlichen tatsächlich als Logo? Ich würde die immer noch recht komplexe Nonnen-Illustration eher als Key-Visual betrachten. In Kombination mit der Wortmarke bräuchte es aus meiner Sicht dringend eine deutlich reduziertere „optische Größe“ davon, welche dann eher das Potenzial hätte, ein Logo im Sinne einer Bildmarke zu sein.

  3. Eine sehr gelungene Überarbeitung wie ich finde. Gerade die Modernisierung der Bildmarke ist sehr gut umgesetzt und ein tolles Beispiel für eine Überarbeitung ohne Traditionsverlust.
    Der neue Blauton ist in meinen Augen auch sehr gut, da er vor allem online eine bessere Präsenz haben wird als das vorige mattere Blau.
    Das Group-Logo wirkt auch stimmig – vor allem mit Blick auf das K, das jetzt scheinbar den Bogen aufgreift.

  4. Die Vereinfachung finde ich gut. Für mich sieht es aber jetzt so aus, als ob 3 Köpfe an einem Baum hingen. Dafür gefällt mir die Wortbildmarke gut, weil das K den Spitzbogen bildet.

  5. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Frage: Geht das Klosterfrau Group Design in die Produktpalette Klosterfrau über – die derzeitige Homepage trennt noch die Designs. Für mich ist und bleibt der grüne Melissengeist (bis 2006 in grün designt) als ikonisches Heilmittel in Erinnerung. Die Klosterfrau Group hätte sich meines Erachtens vom Logo lösen können und nur der Melissengeist erhält die Nonnen – die weiteren Produkte sind eh Nahrungsergänzungsmittel, die sicherlich nicht von Nonnen erfunden wurden.

  6. auf die Gefahr, dass das jetzt ein bisschen nerdig wird: so ganz kann der historische Überblick über die Logos nicht stimmen. Bei verschiedenen Online-Buchhändlern findet man das “Klosterfrau-Gesundheitsbuch” von 2003, auf dem klar bereits das Logo zu sehen ist, das laut der Übersicht erst 2006 eingeführt worden ist. Auf Youtube wiederum findet man einen Werbespot (laut Uploader von 2000), auf dem das 1960er-Logo zu sehen ist. Dazu fallen mir nun zwei Möglichkeiten ein:

    – das “2006”er-Logo wurde tatsächlich schon zwischen 2000 und 2003 eingeführt (und möglicherweise ein Minimal-Redesign 2006)
    – es waren eine Zeitlang zwei unterschiedliche Klosterfrauen-Logos im Einsatz. (Das veraltete Logos verwendet werden, kommt zwar oft vor; aber “verfrühte” Logos, zumal um drei Jahre, sind doch eher selten.)

    1. Richtig. Die in der Zeitleiste unter 2006 aufgeführte Darstellung war, wie das von Dir erwähnte Buch zeigt, bereits 2003 im Einsatz, vielleicht schon früher. Guter Blick!
      Bei der Zeitleisten-Darstellung wie auch der Vorher-Nachher-Gegenüberstellung der Markenzeichen handelt es sich um Bilder, die von der beteiligten Agentur aufbereitet und bereitgestellt wurden, und die durch das Unternehmen selbst abgesegnet worden sind. Derlei Logo-Zeitleisten-Darstellungen sind, sofern die Historie viele Jahrzehnte zurückreicht, oftmals Annäherungen. Teils waren, wie Du richtigerweise anmerkst, mehrere Logos / Absender gleichzeitig im Einsatz, etwa wie bei AEG zu Zeiten Peter Behrens, siehe Logohistorie.

  7. Aus Sicht eines Illustrators:
    Die Abrundung der Köpfe kann ich grafisch gut nachvollziehen. Damit sieht es aber mehr nach Haaren aus als bislang. Es gibt nun nur noch die kleine Andeutung eines „Schirms“, die da differenzieren könnte. Aber auch als Stirnband gelesen werden könnte. Und für mich sind die Damen nun unter der Kutte nackt, da die Differenzierung durch einen Strich, der das Bündchen einer Oberbekleidung darstellte, in der neuen Version entfallen ist.
    Zudem geht nun der Schwung zum Busen direkt vom Kinn ab, wodurch den Damen (besonders im Vergleich zu den Vorversionen) der größte Teil des Halses fehlt.
    Daher mein Fazit: ein auf den ersten Blick gelungenes Streamlining der bisherigen Version, das im Detail Schwächen zeigt oder zumindest noch Raum für Optimierung bietet.

  8. Wow! Ich komme gerade gar nicht aus dem Schwärmen raus, wie unfassbar gut ich die neue Bildmarke (Nonnenbogen) umgesetzt finde. Es ist für mich in jedem Detail besser und unfassbar harmonisch in seiner Gesamterscheinung. Selbst, dass nun alle drei Nonnen im Profil zu sehen sind, also zur Seite blicken, wirkt in meinen Augen im Gesamtbild ausgeglichener. Der Abstraktionsgrad gefällt mir sehr gut (Gesicht vs. Rest) und die Linien wirken jetzt wunderbar fliessend und einheitlich. Alles in allem macht die Modifikation das Klostergeist-Logo endgültig und vollkommen ikonisch.

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