Keyvisual der AMI 2012

Keyvisual AMI Leipzig 2012

Die von der Leipziger Messe durchgeführte „Auto Mobil International“ (AMI) wird zukünftig in einem neuen Erscheinungsbild auftreten. „Als Nummer 1 der deutschen Automessen und führender mitteleuropäischer Branchentreffpunkt in den geraden Jahren geht die AMI 2012 mit einem modifizierten Erscheinungsbild ins Rennen. Die selbstbewusste Optik zeigt sich auch auf der AMI-Website unter www.ami-leipzig.de“, so ein Auszug aus der offiziellen Pressemeldung.

Logo AMI Leipzig

Neben dem reichlich überladenen Keyvisual wird die Messe zukünftig von einem neuerdings chromefarbenen Logo repräsentiert werden. Im direkten Vergleich mit dem kürzlich vorgestellten Keyvisual zur IAA 2011 wird erst recht deutlich, welche Klasse das IAA-Plakat besitzt und wie zusammengewürfelt das neue Erscheinungsbild der AMI dagegen erscheint. Die oben gezeigte Collage ist dermaßen überfrachtet, dass die Idee, die Ziffer 1 in den Namenszug zu integrieren, um damit den eigenen Anspruch zu formulieren, gnadenlos untergeht.

Verantwortlich für die Kreation ist MinneMedia aus Leipzig.

88 Kommentare zu “Keyvisual der AMI 2012

  1. Die Aufgabe: “Vermitteln Sie, dass es auf der AMI um Autos geht, um kleine, große, um Außenformen, um Innenräume und um die Menschen, die damit fahren”.

    Na gute Nacht auch! Mit anderen Worten: Packen Sie mir bitte alles in ein Motiv, was nur geht. Am besten wäre es, wenn man all dies noch im Logo erkennt.

    Es handelt sich um eine Automesse. Die Leute hier sind nicht dumm. Man muss ihnen nicht erklären, was man auf einer Automesse findet. JAAAAAAA: Autos! Und die sind nun mal groß und klein. Die haben auch einen Innenraum und eine Karosserie. Und ja, Menschen fahren diese Autos. Hurra! Für uns in Leipzig ist das keine neue Erkenntnis. Also muss man es uns auch nicht in einem einzigen Bild erklären. Man muss es uns gar nicht erklären.

    Und wenn es die Zuständigen von der Messe nicht begriffen haben, dann sollte man es ihnen als Agentur erklären. Dazu sind wir schließlich da. Wir haben die Erfahrung und sollen den Kunden deshlab beraten. Er engagiert uns nicht, weil wir nur das umsetzen sollen, was er will. Dann kann er sich auch irgend jemanden nehmen, der sich mit Grafik auskennt. Die Agenturen sollten genau das tun: beraten, empfehlen, überzeugen! Das sieht mir hier nicht so aus.

    Schön übrigens, dass ich genau die Anforderungen, die der kunde gestellt hat, nicht finde und nicht sehen kann. Sie sind unstriitig in diesem Bild vereint. Aber genau das ist es ja: Dadurch sieht man gar nichts und nimmt nichts war.

    WIRF EINEM TENNISSPIELER EINEN TENNISBALL ZU. ER WIRD IHN FANGEN. WIRF IHM FÜNF BÄLLE ZU UND ER FÄNGT KEINEN EINZIGEN.

  2. Naja jetzt muss ich schon lachen wie sich die “Macher von Minnemartin” hier versuchen zu erklären, die Erklärung ist genauso schlecht wie das Design. Leute Ihr habt doch eine Verantwortung eurem Kunden gegenüber! Ihr habt eurem Kunden damit absolut geschadet.

    Das ist schlicht weg einfach nur schlecht gemacht. Zudem schrecklichen Design kommt als Ergänzung auch eine dementsprechende Programmierung, mit 20 HTML Fehlern, 94 Spaghetti-Elemente und als Krönung werden auch noch Frames genützt. Und das aller Beste kommt wenn man auf Impressum geht, da öffnet sich tatsachlich eine externe Seite die komplett leer ohne Grafik ist mit dem Impressum :), das müsst Ihr euch anschauen das ist so schlecht das es schon wieder cool ist :)

    Aber absolute Hochachtung! Ihr habt es tatsächlich geschafft es dem Kunden trotzdem zu verkaufen und das ist alle Ehren wert.
    Ihr macht echt gutes Printdesign aber das Webdesign ist keine Stärke von euch aber das muss nicht schlimm sein, nimmt euch doch bei eurem nächsten Projekt einen Freelancer der es für euch macht.

  3. Naja die “Verantwortlichen” müssen ja irgendetwas sagen, so etwas würde ich auch nicht auf mir sitzen lassen. Fakt ist aber, dass das aus Designersicht,
    >DESIGNERsicht< nichts ist.

    Minne: Das Meeting ist egal, am schluss seid ihr dafür verantwortlich was dabei herauskommt. Dieser "Fan"-Gemeinde gefällt das verständlicherweise nicht. Wenn es einem Tuning-Junge besser gefällt (die Betonung liegt auf einem), dann muss ich mir nur sein Auto ansehen. Leute, das ist einfach nix!

  4. @ MinneMartin

    Erstmal find es sehr gut das Ihr an dieser Diskussion teilnehmt. Egal ob ich eure Argumente verstehe, ist es auf jeden Fall mal interessant wie Ihr zu eurem Ergebnis gekommen seid.

    Allerdings glaube ich einfach nicht daran das beim betrachten und nicht verstehen irgendjemand ins grübeln kommt. Also zumindest geht es mir so. Vor Plakaten sitz man ja in der Regel nicht stundenlang, sondern fährt eher mit 50 km/h vorbei. Wenn die Stadt nicht gerade total zu gepflaster ist, mach ich mir ganz sicher nicht die Mühe das ganze Zeugs zu entschlüsseln. Ich glaube deswegen einfach grundsätzlich nicht daran das es gut ist ein Plakat auf diese Art und Weise komplex zu gestalten.

  5. Ganz ganz ganz schlimm…
    Freunde, sowas macht mich echt stinkig, da fühle ich mich fast schon persönlich beleidigt…

    1. Viel zu viel, keine Chance irgendwas aufzunehmen. Wie soll die Marke AMI gepusht werden, wenn man nicht mal weiß, ob es AMI, oder AM1 oder wie auch immer heißt…

    2. Auf einer Automesse geht es um neue, innovative Fahrzeugdesigns – entschuldigt die drastische Ausdrucksweise, aber jeder Automotive-Designer wird euch die Photoshop-Vergewaltigung die sich in der Mitte abspielt dermaßen um die Ohren hauen. Das hat weder was mit Design, noch mit richtiger Perspektive oder sonst was zu tun. No Way…

    3. Was macht die Frau aus den Sexy Sport Clips da?

    4. Warum schaut der Sunnyboy (der für mich ebenso wenig Berechtigung hat), in die Vergangenheit? Mal ganz abgesehen davon, dass bei den zwei Gesichtern alleine vom Bildstil überhaupt nichts zusammen passt… Das schreit nach wahlloser Stockphoto-Auswahl.

    5. Mit welcher Berechtigung ist der völlig beliebige Innnenraum da drin?

    6. Warum ist nur die 1 und das halbe M nicht aber das A mit irgendwelchen Sachen gefüllt? Wenn dann konsequent… Richtig komisch sieht dass auf der Webseite aus, wenn der Schriftzug nicht vor irgendwas anderem steht. Zumal dann noch mehr auffällt, dass die Füllung aber mal gar nichts mit dem Thema zu tun hat.

    7. Das LOGO! Chrome, meinetwegen – machen mittlerweile alle, passt auch. OK. Aber von welchem Gefährt oder was auch immer soll das sie Silhouette sein? Das ist zum einen, eine viel zu komplizierte Form, zum Anderen ùberhaupt nicht archetypisch… Und es fährt wieder in die Vergangenheit (glaube ich, man erkennt es ja nicht richtig)

    Man!

  6. Seit einiger Zeit habe ich den Eindruck, dass sich hier immer mehr Leute zu Wort melden, denen es Spaß macht, einfach mal kräftig mit “draufzuhauen”. Vor allem wenn man mal die Diskrepanz zwischen dem hier Geschriebenem und der Qualität der eigenen Arbeiten betrachtet. Sorry, aber hier großspurig zu schreiben “Webdesign ist keine Stärke von euch aber das muss nicht schlimm sein, nimmt euch doch bei eurem nächsten Projekt einen Freelancer der es für euch macht” und dann selbst auf der eigenen Website das hier als Logo-Design zu präsentieren finde ich schon grotesk. Wirklich konstruktive Kommentare kommen anscheinend auch nur von Leuten, die ihr Handwerk offensichtlich verstehen, wie z.B. von Wolle (vgl. Referenzen). Er macht zwar auch deutlich, dass ihm das Design nicht wirklich gefällt, begründet es aber nachvollziehbar und äußert sich auch dahingehend, was er verändern würde.

    Über Kommentare wie “Pixelkotze” brauchen wir nicht ernsthaft zu sprechen. Schließlich handelt es sich immer noch um Kollegen, die in ein Projekt viel Zeit und vielleicht auch Herzblut investiert haben und nun hier kritisiert werden. Eine sachlichere Diskussion mit konstruktiver Kritik würde zumindest mir sehr viel besser gefallen als die bloßen Versuche, sich gegenseitig in Form und Härte der Beleidigung zu übertreffen… dieser Wunsch steht ja auch schon in den Richtlinien: “Floskeln wie sieht aus, als wärs vom Praktikanten oder Griff ins Klo sollten allerdings im Sinne einer sachlich geführten Diskussion vermieden werden”.

    Zum AMI Keyvisual:
    Mein erster (flüchtiger) Eindruck war durchaus positiv. Insbesondere Farbgebung und Typo (AMI / AM1) finde ich gelungen und passend zum Thema.
    Auch mir hätte es besser gefallen, wenn der Hintergrund nur aus einem einzigen Auto bestehen würde, dieses aber noch dezenter in Erscheinung tritt und man so versucht das Problem zu umgehen, eine bestimmte Marke zu bevorteilen. Interessant finde ich den Ansatz, im Hintergrund die Karosserie abzubilden und innerhalb der Schrift das Interieur. Leider wurde dieser Ansatz nur halbherzig verfolgt und verliert durch zu viele Details an Wirkung.
    Problematisch wird es natürlich auch, wenn der Betrachter dem Plakat Informationen entnehmen soll. Der in der Eurostyle gesetzte Text geht leider komplett unter und kann mit der Schwere des Composings nicht mithalten.

  7. @ MinneMartin

    sobald jemand anfängt sein produkt zu erklären oder noch schlimmer zu verteidigen,…
    … der hat etwas falsch gemacht.

    ich finde nicht gut was Ihr geleistet habt, es ist einfach grauenvoll, vor allem für mich,
    da ich oft mit ami leipzig beschäftigt bin.

    möge der nächste redesign so schnell wie möglich kommen!

  8. hallo, schaut man sich den blog zu dieser automesse an “http://www.ami-blog.de/”, wird doch ganz schnell klar welche zielgruppe hier angesprochen wird. auch ich finde das design so nicht ansprechend. allerdings scheint es die zielgruppe zu treffen. so wie es sich hier liest, sind wir offensichtlich alle profis und können es viel besser, ob es dann noch die zielgruppe anlockt ist leider fraglich.

    ich meine, dass hier ein ganz anderes problem vorliegt. ohne der werbeagentur zu nahe zu treten, möchte ich meinen, dass sich das designtagebuch hier mit einem design befasst, welche nicht vergleichbar mit den anderen ist. es spielt in einer anderen, etwas “regionaleren” liga, und ich möchte meinen, dass es fast schon unfair ist, wenn man sich auf so einer plattform über ein design einer automesse in leipzig unterhält.

    seid ein bisschen einsichtiger, wenn ich mir hier zum teil die websites mancher kommentatoren anschaue, wundern mich die schnell gebildeten meinungen umso mehr.

  9. Ich pflichte meinen Vorrednern bei, das Rumhacken auf der Agentur ist nicht professionell und auch nicht in Ordnung. Ich finde es klasse, dass die Agentur sich zu Wort gemeldet hat, es hat die Freunde der “pixelkotze”-Fraktion offensichtlich ganz gut ausgebremst.

    Es wurde auch schon fast alles gesagt, eine Sache muss ich aber noch aufnehmen von MinneMartin: Es soll also um Autos gehen und “um die Menschen, die damit fahren”? Das habt ihr so nicht umgesetzt. Bei euch geht um die Männer, die damit fahren, und das Klischee, das zu scharfen Autos dümmliche Miezen mit Finger im Mund gehören.
    War das Absicht? Dann sagt das doch, wenn ihr schon dabei seid, das Konzept zu erklären. Z.B.: Der Kunde wollte auch, dass Sex dabei ist, denn die Hälfte der Besucher kommt wegen der Messemiezen (oder sowas). Das ist einfach ehrlicher. Mit sinnlos eingesetztem Sex sollte man in der Werbung nämlich vorsichtig sein, da er im allgemeinen das Niveau senkt und auch kontraproduktiv sein kann. (Ist die Messe auch für Familien gedacht? Fühlen die sich noch angesprochen? Etc…)

  10. Servus an alle,

    hier meldet sich einer zu Wort, der als Partner (meist im Bereich Text) an der AMI mitwirkt. Ich freue mich, dass die Diskussion weitestgehend das Stammtischniveau verlassen und das Agenturtischniveau erreicht hat. Es ist einiges gesagt worden, und so langsam pendelt es sich ein in den Bereichen “Geschmack oder Objektivität eines Designers” und “Zielgruppenaffinität und Kundenwunsch”. Das sind immer 2 Bereiche, bei denen es Reibungen geben kann, das wissen wir alle.

    Mir ist das zeitweise ausufernde “Kollegenbashing” in diesem Thread aufgestoßen, da ein Forum immer dazu verleitet, anonym die Keule auszupacken und man zugleich oftmals nicht den Mut hat, via Angabe der eigenen Website o.ä. die eigene Identität preiszugeben. Denn damit kann man entweder sein Qualitätsurteil untermauern – oder eher nicht. (siehe Michaels Posting #47). Anonymes Bashing hat immer ein “G’schmäckle”, wie der Schwabe gern sagt.

    Ich frage mich (wäre auch eine interessante Diskussion), ob es auf “nationaler Ebene” einen bestimmten Design-Codex gibt, den es zu erfüllen gilt, der von anerkannten Hochschulen als State of the Art verstanden wird, und der als Maßstab an alle Arbeiten angelegt wird. Möglicherweise ist das ja ein Codex aus dem Elfenbeinturm, mit dem sich die Macher gefallen, mit dem man den Verbraucher “erziehen” will (da sag ich nur: Obacht!), der aber dem Endverbraucher eines bestimmten Angebots gar nicht unbedingt mundet. In diesem Spannungsfeld bewegt man sich als Agentur täglich, das gibt auch immer Stoff für – möglichst fair gehaltene – Diskussionen.

    Weshalb ich diese Kategorie “nationale Ebene” aufmache? Aus Sarkasmus. Weil es ich es ein wenig anmaßend finde, von “regionaler Liga” zu sprechen – auch wenn Martin in #48 da nicht zu nahe treten möchte. In dem Pitch traten mehrere Agenturen gegeneinander an, meines Wissens waren außer MinneMedia alle anderen aus der Kategorie “Westagentur” bzw. “nationale Kunden im Portfolio.” Wenn sich dann ein 20-köpfiges Gremium – unter anderem bestehend aus Marketingleitern international relevanter Automarken – für eine Leipziger Agentur entscheidet, hat das mit “Regionalität” eigentlich wenig zu tun. Eher damit, welche Agentur sich am besten auf den Auftraggeber, den avisierten Endkunden und die Aufgabe einstellen konnte (=wichtigste Aufgabe einer Agentur).

    Ich denke, man lernt aus diesem Thread auch etwas. Ich frage mich bei mancher konstruktiver Kritik, ob da etwas dran ist (–> Lerneffekt für mich). Außenstehende können sich aber auch fragen: Warum hat dieses Design gewonnen und kein anderes? (—> Lerneffekt für andere).

    Und bitte – man kann jetzt wieder nörgeln und sagen “Von solch einem Ansatz WILL ich gar nichts lernen!” Es gibt auch in meinem Posting Punkte, die man zurechtstutzen könnte, klar. Ich diskutiere gerne über solche Themen, aber bitte bewusst auf Augenhöhe und mit Stil – den mancher für sich im Design beansprucht, ansonsten aber vermissen lässt.

    Grüße aus der Texterkolonie

  11. @Michael: nicht aus dem Bauch heraus kommentieren, sondern ehrlich bei der Sache bleiben. Das Keyvisual ist einfach nicht gut, die WebSite schon zwei mal nicht. Es ist klar, dass bei so einer Arbeit natürlich “draufgehauen” wird, wie du es sagst. Das muss man einfach aushalten.

  12. ich find es mutig! echt!
    eine carambolage als visual key für “nummer 1 der deutschen automessen” zu darstellen,
    da gehört echt viel mut dazu!

  13. @ ‘Noch ein Martin’:

    Ganz richtig ist deine Vermutung nicht. Die AMI ist nun nicht gerade eine Dorfmesse. Sie ist sicher kein Genfer Autosalon und auch keine IAA. Aber auch die AMI ist eine internationale Automobilmesse. Auch hier gibt es Deutschland- und Weltpremieren. Und auch hier werden hochklassige Autos an hochklassigen Ständen in einem hochmodernen Messekomplex präsentiert. Leipzig ist nicht umsonst eine Messestadt.

    Und auch wenn hier das Publikum (wie aber sicher bei jeder Automesse) teilweise regional ist und teilweise auch aus dem Umland kommt, muss man eine internationale Messe nicht so präsentieren. Auch diese Besucher kennen die Werbung der jeweiligen Automobilhersteller. Auch diese Besucher kennen die hochwertigen Präsentationen auf der Messe selbst. Und das passt einfach Null mit der AMI-Werbung selbst zusammen. Wer Messemiezen sehen will, der weiß auch so, dass es diese dort gibt.

    Die Werbung wird sicher wenige Leute stören, die sich nicht mit Werbung befassen. Aber diese Werbung trägt dazu bei, dass Leipzig von internationalen Betrachtern oder Besuchern belächelt wird. Selbst hier sieht man das ja. Da taucht plötzlich die Meinung auf, dass hier alles so aussieht und dass man das hier so sehen möchte.

    Aber dem ist nicht so. :)

  14. Hallo MinneMartin,

    Danke für die Replik, deine Argumente überzeugen mich allerdings nicht, ganz im Gegenteil:

    1. Zur Marke:
    Du schreibst: “Natürlich heißt sie AMI” warum steht dann im Key-Visual was anders? Ich denke diese Messe ist nicht wirklich bekannt genug um mit dem Namen herumzualbern. Über die Tatsache, das Betrachter angesichts der verschiedenen Schreibweisen verwirrt sind würde ich mich nicht wirklich freuen – es bleibt dabei das das keinesfalls gute Markenkommunikation ist. (und übrigens: ein kleines “i” ohne Punkt ist ein großes “I”…)

    2.
    Das große Stutzen , die Rätsel, das Stirnrunzeln ist also alles beabsichtigt? Tut mir leid, das ist ein erbärmliche Rechtfertigung. Die Not mit dem neutralen, nicht erkennbaren Autotyp kann ich nachvollziehen, aber selbst das ist nicht wirklich gelungen, da dort ein paar Elemente verwendet wurde die selbst nicht Autoaffine Menschen erkennen (Mazda Rücklicht). Aber du sagt es selbst: Die Collage sollte eine eierlegende Wollmilchsau werden, und wir alle wissen das das mit 99%er Wahrscheinlichkeit zu wenig schönen Ergebnissen führt – so leider auch hier.

    3.
    Wenn du als Gestalter in die Verlegenheit kommst andere erst aufklären zu müssen,dass ihr Eindruck ein falscher ist hast du schon verloren. Ich (und andere) hatten spontan die Assoziation mit der Tuner-Ecke – da hilft es wenig wenn du fest überzeugt bist das die in Wirklichkeit ganz anders aussieht.
    Letztlich ist es egal wo die Unterschiede in den Zielgruppen liegen: Der Anspruch steht ja im Key-Visual: Die Nr. 1 zu sein. Diese vollmundige, übertriebene, und zum fremd-schämen-peinliche Aussage zementiert in Meinen Augen, besonders in Verbindung mit der amateurhaften Optik des Ganzen, das genaue Gegenteil: Das es sich hier um eine provinzielle Mini Veranstaltung handelt, die zu unwichtig ist als das sich jemand über die Angeberei mit der Nr.1 aufregen könnte.

    4.
    Egal wieviele Vertreter diesen Entwurf gut fanden. In diesem Gestalterforum dürfen wir mal die Zwänge des Alltags aussen vor lassen und so tun als gäbe es sie nicht.
    Letztlich diskutieren wir hier Wolkenkuckucksheime – wenn euer Kunde zufrieden ist und ihr dafür euer Geld bekommen habt, dann ist ja alles grundsätzliche erstmal in Ordnung. Aber in jedem noch so kleinen Job schlummerte das Potential die Welt ein klein wenig schöner zu machen – und das wurde hier leider verpasst! (Aber Kopf hoch, das geht uns ja allen so, ständig!)

    Nix für Ungut!
    Jürgen

  15. Ich bin wirklich kein Motzer. Aber dieser Entwurf ist einfach nur schlecht. Ob Minnemedia was dafür kann, sei mal dahingestellt. Ich hatte keinen Bock mir die Rechtfertigungen oben durchzulesen. Allerdings hilft dieser Auftritt garantiert nicht, die eh schon gebeutelte ostdeutsche Agenturszene dem Verdacht der Kompetenz auszusetzen. Es ist einfach nur krud. Schleche Photoshop-Arbeit mit handwerklich versautem Brandbuilding der optischen Natur. Der Verzicht auf jegliche Positionierung tut das Übrige. Null Wiedererkennung. Null Alleinstellung. Null alles.

  16. Auch von mir eine Antwort, ich hab mich mit Kritik ja auch nicht gerade zurück gehalten.

    Aber ich bleibe bei meiner Meinung und – nicht persönlich gemeint – bei meinen harschen Worten. Was Du/Ihr als Begründung anbringst, sehe ich genau als das Problem und ungenügend. Erst verteidigst Du den Entwurf, dass er der Testzielgruppe gefallen hat. Die Zielgruppe hat recht. Soweit die allgemeine Zustimmung. Nur hast Du kein weiteres Wort über den Field-Test verloren, geschweige denn, wer die Zielgruppe überhaupt war. Weiter unten lese ich dann, was ich – und mit Sicherheit viele andere hier – dann auch schon vermutet haben:
    »Das Entscheider-Gremium, welches dieses Motiv ausgewählt hat, umfasste ca. 20 Personen, Messevertreter, Autoverbandsvertreter, mehrere Automarken, die sich einstimmig für diesen Entwurf entschieden hatten. Und die wissen sehr genau, was ihre Zielgruppen mögen.«.

    Und das ist genau das Ding. Das ist nicht die Zielgruppe. Und bei den Leuten, die zwar zur Zielgruppe gehören, heißt das noch lange nicht, dass man denen Entscheidungsgewalt einräumen darf. Das ist genauso, als wenn ein Autohersteller der Zielgruppe erlaubt, ihr Traumauto zu entwerfen.

    Es verhält sich doch ähnlich wie mit dem Chef im Mittelständischen Betrieb, der alles weiß und überall mitmischt – und vorallem mit äußerst kompetenten Feedback daherkommt. Und was dabei rauskommt, wenn der Chef bei der Werbung mitreden darf, haben wir hier schon öfters durchgekaut. Ich glaube jüngstes Beispiel hier im Designtagebuch war irgendeine Solarpanel Firma contra RWE.
    Diese Leute haben ein gutes Händchen für Geschäfte und können gut mit Zahlen umherschubsen, aber genau diese Leute leiden oft unter verblüffend fataler Geschmacksverirrung, die sie geschickt unter den Tisch kehren in dem sie mit ihrer extrovertierten Art einfach laut genug behaupten, sie wissen, was gut und richtig ist.

    Und wenn ich mir vor Augen halte, dass ein Gremium aus Handelsvertretern die Entscheidungskraft hat, ergibt es für mich traurigen Sinn, dass die Anzeige die angesprochenen Makel aufweist. Das deformierte Auto, Erotik, einen sehr anmaßenden Slogan, 90er Jahre Logo … vom erhabenen Understatement, was wir von Automobilkonzernen gewohnt sind, keine Spur. Nur AM1 statt AMI ohne den Slogan wäre für mich eine dezente Neckerei, die ich charmant gefunden hätte.

    Auch bei Deiner Verteidigung der Collage kann ich nur mit den Schultern zucken. Tut mir leid, aber das stetige »wir finden das irgendwie ganz ausgefallen, flippig und man kann so viel reininterpretieren« höre ich immer genau dann, wenn etwas ganz arg schief gelaufen ist.

  17. Ich kann mich Jürgen und lolwut und so manch anderem Vorschreiber nur anschließen: Was MinneMartin da von sich gegeben hat klingt eher wie eine lahme Ausrede, argumentativ ausgebreitet auf dem breiten Rücken der “Zielgruppe”, auf dem man sich ja immer hervorragend ausruhen kann.

    Hier entlarvt sich die Agentur jedoch komplett: Indem man der “Zielgruppe” (wobei dieser Begriff an sich schon eine dumme Unterstellung in sich birgt) nach dem Mund gestaltet, erweist man seinem Kunden in jedem Falle einen Bärendienst. Dass der Kunde von so etwas keine Ahnung hat und es toll findet, wenn sich die “Zielgruppe” damit total gut identifizieren kann, liegt auf der Hand. Hier ist es die Aufgabe der Agentur, nicht nur ausführend, sondern auch beratend zur Seite zu stehen. Das hat MinneMedia ganz offensichtlich sträflich vernachlässigt und darf sich nicht wundern, wenn sie für diese Verantwortungslosigkeit kritisiert wird.

    Ein gutes Stück weiter ins Aus stellt sie sich dann noch mit Aussagen à la “Subjektiv finden wir das Motiv natürlich sehr genial”. Wieso nicht objektiv? Und wieso eigentlich “natürlich”? Und dass man dann zwecks Rechtfertigung auch noch die Marktforschung herzitieren muss, die, wenn man sich mal ein bisschen mit dem Thema befasst hat, nun wirklich alles und nichts beweisen kann, ist ziemlich schwachbrüstig.

    Die Redewendung mit dem Wurm und dem Fisch geht komplett übrigens so: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Nachtigall, ich hör dir trapsen!

  18. Hatte ich überlesen gehabt.

    MinneMartin schreibt: “Und so sehr ich auch das Frankfurter Motiv 2011 gelungen finde: Eine derart brutale Reduzierung auf das Wasserstoff-Auto (O2-Look), das kann sich die IAA vielleicht erlauben, die AMI aber nicht.”

    Aha. Die AMI kann sich jedes Photoshopmassaker leisten – alle Achtung. Stimmt, die IAA bbenötigt da ein wenig mehr Qualität, vielleicht deshalb, weil die IAA die einzig wahre Nummer 1 ist.

    Der O2-Look kommt um Milliarden Lichtjahre besser.

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