Jaguar präsentiert mit „Type 00“ zukünftige automobile Designsprache
Nachdem vor zwei Wochen die neue Markenidentität von Jaguar vorgestellt wurde – von den Medien und der Presse wurde das Redesign/Rebranding vielbeachtet und kontrovers diskutiert – , hat der Automobilhersteller gestern Abend im Rahmen der Miami Art Week mit der Studie namens „Type 00“ die zukünftige automobile Designsprache von Jaguar präsentiert.
Angesichts der großen Medienaufmerksamkeit, die das angekündigte Rebranding von Jaguar auch außerhalb der Designszene und der Automobilbranche erfahren hat, ist die Präsentation der neuen Fahrzeugstudie in Miami nicht nur von Marktbeobachtern erwartet worden.
Mit der Vorstellung der als „Type 00“ (ausgesprochen: Type Zero Zero) bezeichneten Fahrzeugstudie geht der Automobilhersteller nun den nächsten Schritt auf dem Weg der Transformation. Ein Wandel, der über die Produkte hinausgeht und eine Neuausrichtung der Marke Jaguar insgesamt beschreibt, so das Unternehmen.
Auszug der Pressemeldung
Jaguar enthüllt eine unverwechselbare, unerwartete und dramatische Manifestation, mit der die Marke seine Transformation fortsetzt. Der Type 00 (ausgesprochen: Type Zero Zero) verkörpert Jaguars kreative Philosophie des opulenten Modernismus kurz nach dem Debüt der neuen Markenidentität. „Die Magie von Jaguar liegt mir sehr am Herzen – eine einzigartige britische Luxusmarke, die in ihrem Erbe, ihrer Kunstfertigkeit und ihrer emotionalen Anziehungskraft unübertroffen ist. Das ist Jaguar, wie wir es wieder aufleben lassen. Wir werden das gleiche Gefühl der Ehrfurcht erzeugen, welches die ikonischen Modelle wie der E‑Type umgab. Unsere Reise ist bereits in vollem Gange – geleitet von unserem ursprünglichen Ethos „Copy Nothing“ und das Ergebnis wird nicht weniger als spektakulär sein.“ – Adrian Mardell, CEO von JLR
Im Zentrum der Neuausrichtung der Marke Jaguar steht eine von der Leitidee „opulenter Modernismus“ getragene Philosophie. Opulenter Modernismus (Exuberant Modernisme) basiert auf drei grundlegenden Merkmalen, die in jedem Teil der Marke und überall, wo sie in Erscheinung tritt, zum Ausdruck kommen – sowohl in einer neuen künstlerischen visuellen Identität als auch in der Art und Weise, wie sie Kundenbeziehungen aufbaut.
Opulent: Lebendig, ungehemmt und furchtlos – in den Fahrzeugen, die die Marke kreiert und in den Momenten, die sie schafft.
Modernistisch: Zukunftsorientiert, neugierig und inspiriert von der Welt – respektvoll gegenüber der Vergangenheit, nicht von ihr diktiert.
Fesselnd: Ganzheitlich, sinnlich und außergewöhnlich – sinnvolle Verbindungen mit Kunden schaffend.
Type 00 ist laut Jaguar „die physische Manifestation der neuen kreativen Philosophie“: Die Vorsilbe „Type“ verweist auf die Herkunft der Marke, auf Modelle wie den E‑Type. Die erste Null steht für null lokale Emissionen, die zweite für seinen Status als Auto Null der zukünftigen Modellfamilie.
Im Rahmen der Präsentation wird das neue Design des Konzeptfahrzeugs als visionär bezeichnet, die Silhouette der Studie als raffiniert. Die Formensprache, mit modernistischen Oberflächen, einer langen Motorhaube, einer geschwungenen Dachlinie, 23‑Zoll‑Leichtmetallrädern, einem Fließheckprofil und einem vom Bootsbau inspirierten Heckabschluss, widersetze sich den Konventionen von Elektrofahrzeugen, so der offizielle Pressetext.
„Wir haben einen furchtlos kreativen neuen Charakter für Jaguar geschaffen, welcher der DNA der Marke folgt – aber zugleich zukunftsorientiert und relevant ist und wirklich aus der Masse heraussticht“.
Als Mitte November die neue Markenidentität von Jaguar vorgestellt wurde, sorgte dies für einen regelrechten Medienwirbel. Insbesondere Jaguar-Markenchef Santino Pietrosanti stand dabei, befördert durch die Berichterstattung britischer Medien, in der Kritik.
Der US-Amerikaner Pietrosanti bekleidet die Position als UK Brand Director bei Jaguar seit März 2024. Im Umfeld von Social Media wurde Pietrosanti persönlich angefeindet. Vielfach ging es dabei gar nicht um das Design und die Sache als solche, als vielmehr um dessen LGBTQ-Hintergrund und sein Engagement diesbezüglich.
Ein Rebranding / Redesign ist fast immer, so auch in diesem Fall, das Ergebnis von Teamwork. Im digitalen Kosmos spitzt sich die Aufmerksamkeit sehr oft auf eine einzelne Person zu, doch die Verantwortung ruht in aller Regel auf vielen Schultern. Für das Rebranding der Marke Jaguar verantwortlich ist, laut creativereview.co.uk, ein Inhouse-Design-Team bei Jaguar Land Rover (JLR). JLR ist die Muttergesellschaft von Jaguar.
Die zukünftige Designsprache der Jaguar-Modelle wurde unter der Führung von Constantino Segui Gilabert entwickelt, Leiter Exterieurdesign bei Jaguar. Darüber hinaus sind folgende Personen in leitender Funktion direkt oder indirekt involviert: Adrian Mardell, CEO von JLR. Rawdon Glover, Chef von Jaguar / Senior Executive Director. Gerry McGovern, Jaguar Design-Chef / Chief Creative Officer. Eine maßgebliche Rolle nimmt zudem der frühere Jaguar-Land-Rover-Chef Thierry Bolloré ein. Bereits 2021 hatte Bolloré einen als „Reimagine“ bezeichneten Zukunftsplan vorgestellt. Drei Jahre später erfolgt die Umsetzung der darin beschriebenen Eckpunkte und die Neuausrichtung der Marke Jaguar.
Mediengalerie
- Jaguar Design Concept Type 00, Quelle: Jaguar
- Jaguar Design Concept Type 00, Quelle: Jaguar
- Jaguar Design Concept Type 00, Quelle: Jaguar
- Jaguar Design Concept Type 00, Quelle: Jaguar
- Jaguar Design Concept Type 00, Quelle: Jaguar
- Jaguar Design Concept Type 00, Quelle: Jaguar
- Jaguar Type 00 Design Concept, Quelle: Jaguar
- Jaguar Type 00 Design Concept, Quelle: Jaguar
- Jaguar Type 00 Design Concept, Quelle: Jaguar
- Jaguar Type 00 Design Concept, Quelle: Jaguar
- Jaguar Type 00 Design Concept, Quelle: Jaguar
- Jaguar Type 00 Design Concept, Quelle: Jaguar
- Jaguar Type 00 Design Concept, Quelle: Jaguar
- Jaguar Type 00 Design Concept, Quelle: Jaguar
Weiterführende Links


































Mit der Karre, die aussieht als wäre sie aus Cosmo und Wanda entsprungen, zerkratze ich mir den Unterboden ja schon, wenn ich nur über eine Spaghetti fahre.
Aber ehrlich, ich verstehe es immer noch nicht. Neue Identität aufbauen hin oder her, aber soll so das Auto der Zukunft aussehen?
Nice take on this topic from MKBHD:
https://youtu.be/tbcAOqpE3g8?si=hwVq6-MRTtNrcVlA
Dank Dir Roger.
Was Marques in Bezug auf Kia und Hyundai sagt – dem kann ich nur zustimmen. Die Transformation der beiden südkoreanischen Autohersteller, insbesondere von Kia, wurde im dt ausführlich thematisiert und diskutiert. Mehr als zehn Jahre liegt das Interview mittlerweile zurück, das ich am Rande der IAA mit Peter Schreyer geführt hatte, dem Chef-Designer. Schon damals, noch vor dem Dieselskandal bei VW und vor der weltweiten Umstellung auf E-Antrieb, hatte sich der Image-Wechsel angedeutet.
Und na klar. Was Jaguar ohne jeden Zweifel geschafft hat, ist, dass man über diese Marke spricht. Wie so oft gilt: um Erfolg zu haben, braucht es mehr als Aufmerksamkeit. Ob das gestiegene Interesse dazu führt, dass im gewünschten Maße Kunden generiert werden, wird sich zeigen. Selbst Kenner der Autobranche können kaum sagen, wo die Reise hingehen wird.
Was den angesprochenen Cybertruck betrifft, muss ich gestehen, dass ich den Erfolg so nicht erwartet hätte. Auch da die Nagativkritik in der Presse und in Social Media überwogen hatte. Anvisiert wurden für 2024 48.500 Verkäufe, laut Tesla wurden 2024 85,133 Fahrzeuge des Modells Cybertruck ausgeliefert.