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Interview: Weshalb die Tucher Privatbrauerei das Aussehen ihres „Mohren“ geändert hat

Tucher Mohr (2022)
Tucher Mohr (2022), Quelle: Tucher Bräu

Seit gut einem Jahr ist auf den Flaschenetiketten der Biermarke Tucher Bräu anstelle eines Kopfes, der eine männliche, schwarze Person zeigt, ein neutrales, im Scherenschnitt-Stil angelegtes Kopf-Signet enthalten. Auf die veränderte Darstellung wurde in einem kürzlich im dt veröffentlichten Beitrag im Detail eingegangen. Exklusiv im dt erklärt die fränkische Tucher Privatbrauerei nun, was es mit der Neugestaltung auf sich hat.

Die Debatte über Rassismus im Kontext von Kommunikationsdesign, das zeigen Beispiele wie Washington Football Team, Ben’s Original oder Mohrenbräu, wird derzeit so intensiv geführt wie noch nie. Das ist gut, denn Diskriminierung findet nicht bloß auf den Straßen oder in Social Media statt. Auch von in der Werbung/Marketing verwendeten Bildern, Zeichen und Symbolen können, unabhängig von ihrer Intention, rassistisch konnotierte Botschaften ausgehen. Gut gemeint bedeutet nicht automatisch, gut gemacht. Darüber gilt es zu sprechen, und zwar miteinander, nicht bloß übereinander. Denn das Thema dürfte die Kreativbranche noch länger beschäftigen.

Die Hintergründe rund um die Neugestaltung des „Tucher-Mohr…

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 11 Kommentare

  1. Danke fürs Nachhaken – sehr interessant, ich bin wirklich (positiv) überrascht, dass die 2 Silhouetten das Konzept waren. Der formalen Kritik an der Lösung muss ich mich aber anschließen: Bei der Gestaltung des schwarzen Kopfs sind eindeutig formale Abstriche zugunsten der Gesamtwirkung auszumachen – die bereits angesprochene Lippenpartie, die runde Nase, auch die seltsame Delle der Frisur am Scheitelpunkt. Natürlich könnte ein realer Mensch auch wirklich exakt diese Silhouette haben. Das als starkes Pro-Argument für die Details dieser Lösung ins Treffen zu führen, erscheint mir allerdings nicht mehr neutral analysierend.
    Bei aller Kritik an den Design-Details, gefällt mir das Redesign jedenfalls mit diesem Wissen insgesamt besser, als ich “auf den ersten Blick” vermutet hätte. Ob derart offene Interpretationmöglichkeiten des Gestaltungskonzeptes sinnvoll sind, weiss ich nicht – es handelt sich ja hier um kein Kunstprojekt, sondern um eine kommerzielle Marke – jedenfalls ein unkonventioneller Ansatz.

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