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Honda ändert auch Markenschriftzug

Honda Logo Wortmarke, Quelle: Honda

Nachdem Honda letzte Woche die Umstellung auf das neue H-Signet bekannt gegeben hatte (dt berichtete), vollzieht der japanische Autobauer wenige Tage später auch beim Honda-Markenschriftzug ein Redesign.

Rund um die Präsentation des neuen Honda-Signets vor gut einer Woche dürften sich viele Menschen gefragt haben, was mit dem markanten Honda-Schriftzug geschehen wird. Denn präsentiert hatte Honda einzig das Signet, ohne Markenschriftzug/Wortmarke. Wie das gestrige Launch-Event in Tokio zeigt, hat der Honda-Schriftzug in fetten Slab-Serifen-Lettern, im Kontext der Automobilsparte, nun ausgedient.

Anlässlich der offiziellen Bekanntgabe der Partnerschaft zwischen Honda und dem Aston Martin Aramco Formel-1-Team präsentiert (YouTube) sich der Autobauer erstmals mit neu geschaffener kombinierter Wortbildmarke. Honda wird ab der Saison 2026 als Motorenlieferant im Rahmen einer Werkspartnerschaft mit dem Aston Martin Aramco Formel-1- Team an der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft (F1) teilnehmen. Im Zuge der Rückkehr in die Formel 1 nach kurzer Abstinenz setzt Honda künftig auf ein neues Markendesign.

Honda Cars Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Honda, Bildmontage: dt
Honda Cars Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Honda, Bildmontage: dt

Erstmals zu sehen war das modifizierte H-Signet wie auch der nunmehr in Gemischtschreibweise gesetzte neue Honda-Markenschriftzug bereits 2024 auf der Consumer Electronics Show (CES) als Honda seine „Honda 0 Series“-Konzeptfahrzeuge vorgestellt hatte. Nun wird aus dem einstigen Konzeptdesign der auf Elektrifizierung ausgerichteten Marke Honda das offizielle Markendesign der Honda Autosparte.

Ähnlich wie andere Automobilhersteller verfolgt auch Honda mit dem Engagement in der Formel 1 vor allem strategische Marketing- und Imageziele. Die Formel 1 dient als globale Plattform, um die Markenwahrnehmung weg vom reinen Fortbewegungsmittel hin zu einem High-Tech-Produkt zu verschieben. Unter anderem ein für die kommende Formel-1-Saison geltendes Motoren-Reglement – ab 2026 nutzen F1-Boliden zu 100 % nachhaltige Kraftstoffe; die Systemleistung von etwa 1000 PS wird hälftig durch Verbrennungs- und Elektromotoren (350 kW) erzeugt – hat Honda offenbar zur Fortsetzung des Engagements bewegt. Denn wie der Autobauer zuletzt anlässlich der Vorstellung seines neuen H-Logos erklärte, verfolge man bei der Marke Honda die konsequente Ausrichtung auf Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie.

Honda Cars Logo Wortmarke – vorher und nachher, Bildquelle: Honda
Honda Cars Logo Wortmarke – vorher und nachher, Bildquelle: Honda

Die neu geschaffene, serifenlose Wortmarke bricht mit dem vertrauten, klassischen Look, wie ihn auch andere japanische Technik-/Technologiemarken wie Sony, Onkyo oder Technics aufweisen. Derlei Wortmarken mit fetten Lettern und betont breitfüßigen Serifen vermitteln Solidität, Verlässlichkeit, Wertbeständigkeit.

Die in Gemischtschreibweise angelegte neue Wortmarke vermittelt hingegen Technologie-Affinität, und Progressivität. Die Linienführung ist klar und schlicht. Die Buchstaben wirken wie geschliffen, auch etwas grob in ihrer Machart, als seien sie aus Metall gefräst oder in Carbon gelasert. In dieser Stilistik stehen sie im starken Kontrast zu kalligrafischen Schriftzeichen und Lettern mit humanistischen Anleihen.

Seitens des Unternehmens Honda wurde die Umstellung des Markenschriftzugs bislang nicht explizit kommuniziert. Bei einigen von Honda genutzten Kanälen in Social Media, wo bisher der alte Markenschriftzug als Absender verwendet wurde (z.B. facebook.com/HondaRacingF1) kommt bereits das neue Logo respektive die neue Wortbildmarke zum Einsatz.

Da der neue Markenschriftzug wie auch das H-Signet ursprünglich für die „Honda 0 Series“-Konzeptreihe geschaffen wurden, und somit nicht in unmittelbaren Bezug zum Motorrennsport stehen, ist davon auszugehen, dass auch der neue Honda-Markenschriftzug, ebenso wie das neue H-Signet, die Automobilmarke Honda als Ganzes repräsentiert, und nicht bloß als Absender der Automobilsportsparte fungiert.

Beispielsweise ziert der neue Markenschriftzug auch ein kürzlich vorgestelltes Wohnwagen-Konzept („Base Station with Modular Design“), wenngleich der Schriftzug hier in einer für Automobile nicht untypischen gestreckten Version dargestellt ist, ähnlich wie bei der Marke Volvo. Auch das Logo der jüngst gegründeten Honda’s Europe Energy Division basiert auf der Typographie des neuen Honda-Markenschriftzugs. Bis zur vollständigen Implementierung des neuen Markendesigns dürfte es noch Monate, wenn nicht Jahre dauern.

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Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 11 Kommentare

  1. Gefällt mir an sich gut, aber vielleicht hat man sogar Potential für noch mehr Charakter liegen gelassen: Ich vermisse die kleinen dezenten Radien und vielleicht auch die Schrägen Der H-Bildmarke.

  2. Es ist schick, aber ich finde, sehr modisch. Es geht in die von Jaguar mit dem Type OO und Audi mit dem neuen TT-Konzept neue schlichte Formensprache mit geraden, beinahe “roh” wirkenden, kantigen Elementen und abgerundeten Kurven.

    Es ist auch ein ziemlicher Abgang vom bisherigen Logo (anders als das H-Markenzeichen).

    Für mich sieht es aber so aus, als wäre das ein klassischer Fall für ein Logo, das dann nach 10, 15 Jahren wieder zurückgenommen wird. So wie bei Warner Brothers, Subway, Burger King etc., wo die modischen Neuerungen irgendwann wieder in klassisch angelehnte Signets zurückdesigned wurden.

    Was meint Achim hier? Ist so ein Logo ein Fall von “Wird irgendwann altern?” sein? Der HONDA-Schriftzug, wie er auch bei Motorrädern verwendet wird, ist ja sehr alteingesesssen.

    1. Um auf Deine Frage zu antworten Florian.

      Der in Slab-Serifen gesetzte „HONDA“-Schriftzug bleibt als Absender sowohl des Konzerns wie auch vieler zu Honda gehörenden Marken (Motorcycles, Marine, PowerProducts, u.a.) erhalten, zumindest habe ich bis dato seitens Honda kein gegenteiliges Statement wahrgenommen. Im Zuge der Transformation hin zur Elektrifizierung haben im Grunde fast alle Automobilhersteller eine Neupositionierung ihrer Marke vorgenommen, und die Kommunikation der Marke dahingehend angepasst. Die markenverantwortlichen Personen haben für sich entschieden, dass die bisherige Kommunikation nicht mehr passend ist. Es besteht in dieser Hinsicht kein Automatismus – wie der Coca-Cola-Schriftzug oder die über 300 Jahre alten gekreuzten Schwerter von Meissen zeigen.

      Menschen, Tiere und Pflanzen altern aufgrund biologischer Prozesse. Maschinen altern aufgrund von Verschleiß. Markenkommunikation altert nicht automatisch, nicht zwangsläufig mit der Zeit, sondern weil Menschen entscheiden, auch im Hinblick auf Veränderungen innerhalb von Gesellschaften, dass z.B. ein Logo nicht mehr repräsentiert, wofür eine Marke steht. Die Neugestaltung fußt also auf einer subjektiven Entscheidung – teils sind diese nachvollziehbar, teils nicht.

      Im Kontext des von Honda Robotics entwickelten Roboters Asimo formuliert die Marke Honda technologischen Führungsanspruch. Asimo ist ein bedeutender, wenn nicht der bedeutendste Image-Förderer in dieser Hinsicht. Und der rote „HONDA“-Schriftzug, gut sichtbar auf der Frontseite von Asimo platziert, erfährt auf diese Weise, obschon über vierzig Jahr alt, eine enorme, ungemein wertvolle Aufwertung. Die eigentlich klassisch anmutende Wortmarke kumuliert und bindet die mit Asimo verbundene Wahrnehmung in Sachen Technologie-Kompetenz.

      Man könnte also auch argumentieren, dass gar keine Notwendigkeit besteht, das Markenlogo zu ändern, da auch mit dem vergleichsweise alten Schriftzug der gewünschte Effekt erreicht werden kann. Zumindest in diesem Zusammenhang. Die Frage ist also nicht, ob oder wann ein Logo zu alt ist, sondern vielmehr, ob die Markenkommunikation insgesamt, ganzheitlich betrachtet, passend und zeitgemäß ist.

      1. Hmm, für mich ist es sehr ungewohnt. Das alte Logo hat viel Jahrzehnte funktioniert, aus meiner Sicht auch auf Elektroautos. Der Honda E würde mit dem neuen Logo auch nicht wirklich besser aussehen. Als langjähriger F1 Fan habe ich mit dem Honda Logo eine gewisse Verbindung aufgebaut. Ob Max Verstappen die letzten Jahre oder Jenson Button vor 20 Jahren. Aber über das neue F1 Logo habe ich am Anfang auch gestöhnt und mich inzwischen damit angefreundet, obwohl das alte immer einen nostalgischen Platz in meinem Herzen haben wird.

  3. SCHLUCK… Jetzt also auch HONDA! Weg mit der Versalie, den Serifen, her mit der Gemischtschreibweise. Die Buchstaben passen nicht zu dem (auch überarbeiteten) Logo. Das ist fett und hängt schwer und immobil über dem Schriftzug. Da der jetzt “hinten” niedriger ist, wird es da auch runterrutschen. SUPER! TOLL GEMACHT!
    Wer denkt sich so einen unprofessionellen Dreck aus? Und bekommt auch noch Geld dafür?

    1. Wer denkt sich so polemische Kommentare aus? Im Ernst: Dein Kommentar ist wesentlich “unprofessioneller” als das Honda-Rebranding es jemals sein könnte.

  4. Sieht stark nach einer Modifikation der URW Aggie™ aus. Ecken in den Punzen teilweise abgerundet und die Länge der Schulter des Minuskel-a verkürzt. Haben sie die Schrift bei der vor kurzem von Monotype aufgekauften Foundry namens URW++ anfertigen lassen?

  5. Ich merke beim neuen Honda-Lockup einen kleinen Stilbruch: Die Bildmarke wirkt weich und skulptural (weiche Radien, etwas „friendly“), die Wortmarke dagegen eher kantig/technokratisch. Beides für sich okay, aber zusammen fühlt es sich nicht ganz aus einem Guss an.

  6. Obwohl Honda nichts mit eisenbahn zu tun hat, sehe ich eisenbahnbezüge sowohl in der bildmarke (da hat jemand ein schienenprofile in der mitte zersägt, die unterteile zusammengeschweißt, legt das ergebnis auf den boden und guckt es schräg von oben an) als auch in der wortmarke: die SBB CFF FFS hat schon 1937 ihre initialen in so einer geometrischen breitschrift auf den ersten Leichtstahlwagen gesetzt und diesen stil bis 1981 beibehalten (im großen stil bei neubaufahrzeugen der 1950er bis 1970er jahre verwendet, eine seite SBB CFF, die andere SBB FFS mit schweizerkreuzwappen in der mitte). Lokomotiven hatten eine noch breitere variante (an einigen bis heute in chromlettern zu sehen). Anfangs nur in versalien, auch bei beschriftungen wie RESTAURANT und BUFFET. Später haben sich andere bahnen beteiligt, so die Rhätische Bahn mit den initialen RhB (also ein kleines h). Ich habe ein komplettes alphabet draus gemacht (allerdings noch nicht veröffentlicht, da ich noch mit dem kerning kämpfe). Wenn ich nun Honda in der von mir so genannten schrift “Zug” setze, wirkt es dem nun vorgestellten textlogo sehr ähnlich (soll mir aber bitte niemand vorhalten, ich hätte bei Honda abgekupfert!)

    Wenn ich dazu komme, mache ich eine schriftfamilie in 3 bis 4 breiten draus.

  7. Ich kann den Schritt zu Sans-Serif verstehen, aber ich frage mich, ob der neue Schritzug nicht eine serifenlose Variante des alten hätte sein können? Den kompletten Verlust des Strichstärkenkontrasts finde ich schade. Serifen “absäbeln” und O und D etwas in Richtung des neuen O biegen hätte in meinen Augen eventuell auch eine gute Lösung ergeben, in der die Grundzüge erhalten bleiben.

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