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Hitler, Stalin und Hussein “werben” für Safer Sex

AIDS ist ein Massenmörder – Kampagne, Motiv Adolf Hitler
AIDS ist ein Massenmörder – Kampagne, Motiv Adolf Hitler, Quelle: Regenbogen e.V.

Unter dem Motto „AIDS ist ein Massenmörder” startet Regenbogen e.V. anlässlich des Weltaidstags 2009, der am 01. Dezember begangen wird, eine Kampagne, die für Aufsehen sorgt. Hitler, Stalin und Hussein “werben” auf Plakaten und in Videos für Safer Sex.

Die letzte Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung”Gib AIDS keine Chance” ist im direkten Vergleich leise und subtil. Sie kommt ohne Protagonisten aus und zeigt Orte an denen Menschen Sex haben, etwa ein Schlafzimmer mit aufgewühlter Bettwäsche. Ein Motiv aus dem Jahr 2007, das Jung von Matt im Auftrag der Michael Stich Stiftung entwarf („Zwischen Leben und Tod liegen nur 0,003 mm Latex“), wirkt schon deutlich verstörender auf den Betrachter.

Die Massenmörder-Motive irritieren und wühlen auf. Angst und Schrecken soll sich breit machen. Die Kampagne ist bewusst laut, denn die Zahl der Infektionen steigt weltweit, so dass „die Strategie der bisherigen AIDS-Präventionskampagnen überdacht und völlig überarbeitet werden musste“, sagt Jan Schwertner, 1. Vorsitzender von Regenbogen e.V..

AIDS ist ein Massenmörder – Kampagne, Motiv Adolf Hitler
AIDS ist ein Massenmörder – Kampagne, Motiv Adolf Hitler, Quelle: Regenbogen e.V.

Ich muss eingestehen, ich weiß nicht so recht was ich von der Kampagne, den Plakatmotiven und dem Spot halten soll. Die Kampagne geht unter die Haut aber irgendwie bekomme ich den Bogen nicht hin, dass der Schutz beim Sex durch Kondome eine gute Sache ist. Anders als etwa die witzigen Obst- und Gemüsemotive (Gurke mit Kondom) der (BZgA) bieten mir die Plakate keine Lösung an. Sie produzieren lediglich ein Gefühl der Angst und des Angewidertseins. Ich bin neugierig, wie es den dt-Lesern dabei geht.

AIDS ist ein Massenmörder – Kampagne
AIDS ist ein Massenmörder – Kampagne, Quelle: Regenbogen e.V.

Das Konzept für „AIDS ist ein Massenmörder“ entwickelte die Hamburger Werbeagentur das comitee. An der
Umsetzung beteiligten sich ehrenamtlich verschiedene Akteure: Die Printmotive fotografierte Uwe Düttmann, der Film entstand unter der Regie von Ivo Wejgaard und ist eine Produktion von Doppelgänger-Film. Hastings Audio Network realisierte den Radiospot. Das Musikvideo wurde von das comitee in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Janette Wölwer und dem Rapper BIG Danny umgesetzt, der den Song komponierte.

  • www.aids-ist-ein-massenmoerder.de

Wie findest Du die Kampagnenidee und ihre Ausarbeitung?

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Dieser Beitrag hat 70 Kommentare

  1. ich denke man sieht ein gutes beispiel für “über das ziel hinausgeschossen”.
    die kampagne bietet keine lösung, sie transportiert ein eh schon schwieriges so negativ, dass es eher Abgrenzung und Ausschluss von HIV-Patienten fördert anstatt sie ins soziale Leben zu integrieren.

  2. Nur ein Fallbeispiel: Wie kommt ein(e) 16 jährige(r) Hauptschüler(in) bei den beiden motiven mit Hussein und Stalin auf den Trichter? Da würd ich denken “Aha, Aids ist also ne Alte-Männer Krankheit?” Ich musste selbst zugegebenermaßen kurz überlegen, wer wer ist. Zumal die Gesichter auch noch fast im dunklen Hintergrund verschwinden.

    m.E. reichlich undurchdacht und niveaulos. Wäre in einem Brainstorming vielleicht als erster Einwurf in die Runde okay, dass aber dann direkt auszuarbeiten finde ich flach. Kann mir schon denken wie das abgelaufen ist…

    Einen positiven Punkt möchte ich der Kampagne aber bei aller Kritik lassen:
    Sie ist zum Glück nicht von der BZgA, über versetzte (Steuer-)Gelder kann sich also keiner direkt beschweren!

  3. ach ja: Haben Adolf und Co. jetzt eigentlich ein Gummi drüber, oder nicht? Sieht man garnicht! Die Nummer auf dem Plakat wäre Ihnen dann ja nichtmals zu verübeln…

  4. Ich habe für “mies” gestimmt: Einerseits finde ich die Retuscherarbeit eher schlecht – es wurde versucht Realität abzubilden, und das ist gründlich daneben gegangen. Eine von vorneherein als Collage erkennbare Optik hätte m.M.n. en überzeugenderes Ergebnis versprochen.

    Viel mehr aber stört mich das zugrundeliegende Konzept.
    Die Abbildung macht einen der zwei Beteiligten zum “Massenmörder”, nicht die Krankheit. Beide Partner haben die gleiche Verantwortung sich zu schützen, es gibt hier keinen Aggressor oder Täter, im Falle des Falles eigentlich nur Opfer. Diese Plakate zeigen den HIV-Träger als “Massenmörder”, die “Schöne” wird vom “Biest” infiziert – das ist m.E.n. völlig daneben, eben “richtig mies”!

    Wie schon angesprochen reduziert sich das Plakat auf den Schockeffekt und ignoriert die Schutzmöglichkeiten – in dem Kontext empfinde ich aber gerade diese Information als zu wichtig.

    Und ein ganz anderer Aspekt: Ich habe so meine Schwierigkeiten diese Personen der Zeitgeschichte zu “Ikonen des Massenmords” zu stilisieren. Dies reduziert die stattgefundenen Greuel auf die jeweils verantwortlichen Führer und verzerrt die Rolle der Gesellschaften die es unter tatkräftiger Mithilfe diesen Personen erst möglich machten diese Rollen einzunehmen. Zugegeben vielleicht etwas spitzfindig, aber ich sehe auch nicht ein warum man “ohne Not” komplexe geschichtliche Fakten derart simplifizieren muss…

  5. Ich finde die Umsetzung gut. Schockwirkung braucht es manchmal. Diese altbackenen Kampagnen von “Gib AIDS keine Chance” erzielen doch bei weitem nicht die Wirkung, die sie eigentlich sollten.
    Wofür sollte diese Kampagne auch eine Lösung bieten? Sie spricht eine Warnung aus. Und es geht auch nicht um HIV-Erkrankte, sondern darum, Erkrankungen zu verhindern.
    AIDS wird nicht mehr ernstgenommen, Verhütung ist heutzutage wieder auf Verhinderung einer Schwangerschaft verengt. Daher finde ich es richtig, dass so das Thema wieder in die Öffentlichkeit gelangt.
    Schlecht finde ich Saddam Husseins Abbild, der ist schwer zu erkennen.

  6. Was ich in der Situation als schlecht empfinde, ist der empfundene Zusammenhang zwischen AIDS-Patienten und Massmördern. Ja, daß wird so gezielt nicht kommuniziert, die beiden Begrifflichkeiten werden aber verwoben, daß finde ich unglücklich gelöst. Zumal ich vor kurzem das US TV-Video dazu gesehen habe und ich weiss nicht, ob ein vor Lust röchelnder Adolf mir tatsächlich die Ersthaftigkeit des Themas vor Augen führt. Für mich war es eher tragisch komisch und die erste Frage war: Hat Adolf AIDS oder hat AIDS den Adolf.

    Natürlich kann man argumentieren, daß dieser Spot in den Köpfen hängen bleibt und als Thema verankert wird. Aber vermutlich im völlig falschen Zusammenhang. AIDS ist nicht lustig. Sterben ist nicht lustig. Und daher sollte “tragisch Komisch” die letzte Metapher sein, bei der man an AIDS denkt.

  7. Ich finde die Idee gar nicht so schlecht.
    AIDS ist ein gesamt-gesellschaftliches Problem und nicht das 16-jähriger Hauptschüler.
    Es geht auch in der Kampagne sicher nicht darum, direkt Leute zu überzeugen, sondern generell wieder mehr auf das Thema AIDS aufmerksam zu machen, das ja wirklich in der Öffentlichkeit stark zurückgegangen ist.
    Die Botschaft lautet nicht: »Leute, nehmt Kondome!«, sondern: »Leute, AIDS ist immer noch tödlich!«

    Allerdings hätte die Umsetzung wirklich besser sein können. Stalin und Hussein hätte ich ohne Hitler vermutlich nicht erkannt, zumindest nicht direkt. Mehr Fotorealismus wäre prägnanter und klarer gewesen, mehr Helligkeit hätte auch nicht geschadet.

  8. Ich kann mich für derlei Kampagnen nie begeistern. Diese Effekthascherei und der unbedingte Wille zum Polarisieren und “Schockieren”. Es gibt einige gute Beispiele – man denke an Benetton -, doch das hier ist weder originell, noch erfüllt es seinen Zweck. Ich fürchte fast, Jugendliche, die damit angesprochen werden sollen, kennen die Protagonisten nicht bzw. können den Zusammenhang nicht herstellen. Man hätte Bushidos Kopf nehmen und von dem “Massenmörder”-Thema abstand halten sollen.

  9. man versteht die intention der kreativen voll, das will ich gar nicht bestreiten. meinen ersten gedanken beim betrachten lag allerdings nur ein ausdruck zu grunde: geschmacklos. provozieren ja. aufrütteln ja. hitler, stalin und hussein auf einem city light nein! man will es sich nicht vorstellen. man will es nicht sehen. keiner von diesen »persönlichkeiten« hat nur annähernd verdient in dieser art und weise bühne zu bekommen. wo ist der link? wo ist die brücke? das die schönste nebensache der welt unter umständen zur gefährlichsten werden kann ist meiner meinung nach nicht durch ekel und abstoß zu erklären. und schon gleich gar nicht durch kontroversen die durch das auseinandersetzen mit den 3 größten unmenschen der weltgeschichte entstehen.

  10. Das Problem ist doch auch, dass Aids nicht mehr neu, sondern mittlerweile langweilig ist. Welche Werbeagentur kann mit dem Problem fertig werden, dass viele Jugendliche – und da lässt sich eindeutig ein Bezug zu den sozialen Verhältnissen und der Herkunft herstellen – keinen Wert auf Safer-Sex legen? Mich spricht die Kampagne an, auf eine unterhaltende Art und Weise. Doch sollte man nicht den Grund und die Zielgruppe im Auge behalten?

  11. In erster Linie impliziert die Kampagne: Pass gut auf, mit WEM Du in die Kiste steigst. Nur erkennt man HIV-Infektionen aber nicht am äußeren Erscheinungsbild. Einfach gestrikte Menschen werden denken: Bloß Finger weg von alten Menschen …

    Daneben! Und auch nocht taktlos gegenüber Betroffenen!

  12. Absolut daneben die Kampagne. Schockwirkung ja gerne, aber nicht auf dem Niveau.
    Meiner Meinung nach hat Hitler in keiner Kampagne was zu suchen und schon gar nicht im Zusammenhang mit Sex. Vielleicht sollte man das Plakat mal in Israel puplizieren dort wird wohl die erste Assoziation schwere Folter, KZ. ,millionenfacher Massenmord ausgeführt durch Menschen und nicht durch eine Krankheit sein.Abgesehen davon waren es die Menschen wie Du und ich die millionenfach gemordet und gefoltert haben, Hitler selbst mit Sicherheit nicht. Was auch daneben und völlig unrealistisch ist, alter greiser Opa poppt Frau die seine Enkelin sein könnte – die Aussage ist auch ein Griff ins Klo und ist völlig unrealistisch.
    Die meisten jüngeren Menschen werden die gezeigten Personen kaum oder gar nicht kennen, es wird wie Tobias schon treffend feststellte eher eine Altmännerkrankheit vermutet.
    Das einzige wenn auch nur sehr bedingt positive wäre, dass ein unwohles Gefühl zurück bleibt und so mit in Erinnerung. Aber ob das einen Erwachsenen oder Jugendlichen im richtigen Moment daran erinnert ein Kondom zu benutzen wage ich zu bezweifeln.

  13. Für meine Begriffe geht diese Kampagne ganz klar am Ziel vorbei. Das Problem (neben der erwähnten schlechten Retusche): Sie ist zu sexy. Von Ekel und Schock ist da bei mir überhaupt keine Spur.

    Die Gesichtszüge der Diktatoren werden bis zur Unkenntlichkeit “verschönert”, dazu halten die Herren äußerst knackige junge Damen im Arm, die die Begegnung mit den sogenannten Massenmördern sehr zu genießen scheinen. Die Botschaft? Vielleicht “Sex mit alten Männern – na und?” Ich finde es auch unfreiwillig komisch, ausgerechnet diese Männer als “Stecher” darzustellen – Hitler hatte da bekanntlich ein kleines Manko.

    Davon abgesehen schließe ich mich den bereits genannten Argumenten an. Es ist keine gute Idee, solche Charaktere zu “Ikonen des Massenmords” zu erheben; es fällt schwer, bei den geschönten Gesichtern sofort die Verbindung zu Leichenbergen und Massenmorden und schließlich zu AIDS herzustellen; hier wird nicht der HI-Virus zum Feind erklärt, sondern der Infizierte selber.

    Vielleicht haben sich die alten Gemüsekampagnen mittlerweile überholt, und vielleicht müssen heutzutage wirklich stärkere Geschütze aufgefahren werden. Diese Kampagne jedoch hat für mich ihr Ziel verfehlt.

  14. HIV infizierte sind wohl kaum die Massenmörder, die allerwenigsten werden wohl gezielt Menschen anstecken wollen unter Millionen kranken. Die Menschen die mit einer fremden Person ins Bett steigen haben sich selbst zu schützen mit Kondom, wer das nicht tut ist selbst Schuld. Die Kampagne ist total am Ziel vorbei geschossen. Hier denke ich an Altmännersex, daran das Aidskranke Massenmörder sein sollen die sie nicht sind, das Hitler Sex hatte(ähm hatte der überhaupt jemals) die anderen beiden erkennt man kaum bzw kennt kaum jemand. Abgesehen davon war nicht Hitler der Massenmörder sondern gemordet haben die Deutschen hier in Deutschland, die wegsehende Bevölkerung und Millionenfachen Handlanger.

    Was soll ein Jugendlicher nun denken, kein Sex mehr haben wo die Hormone verrückt spielen? Haha darauf können die Werbeleute lange warten. Hormone sind stärker als jedes Plakat. Die Lösung fehlt.

  15. Den Bogen bekommt man nicht so richtig, da muss ich dem Redakteur Recht geben. Irgendwie ist es nicht so ganz erkennbar, dass hier auf die Verhütung geachtet werden soll – das Bild prangert nur AIDS als Krankheit an.
    Nichtsdestotrotz ist die Umsetzung so gut, dass der Betrachter aufmerksam wird und sofort weiß, was dargestellt wird. Dann ist es auch weniger schlimm, dass keine Lösung für das problem geboten wird, denn wir leben in einer recht aufgeklärten Gesellschaft und hier braucht es nur ab und an die Erinnerung daran, dass auch etwas getan werden kann.

  16. Ich sehe in der Kampagne Vor- und Nachteile. Einerseits ist es höchst erfreulich das auf Grund der Kampagne das Thema AIDS in den Medien wieder einmal richtig aufgewühlt wird und zur Sprache kommt. Allerorten werden die Plakate, und damit das Thema, heftig diskutiert, oder zumindest angesprochen. Auch visuell finde ich die Kampagne sehr gut umgesetzt. Nun aber zu den Nachteilen. Betrachtet man sich die (vorallem) Jugendlichen die offensichtlich angesprochen werden sollen, so steht die Frage im Raum, ob diese duech die Diskussion in den Medien überhaupt erreicht werden. Ich möchte nicht pauschalisieren, aber wieviele der Zielgruppe konsumieren tagesaktuelle Printmedien, Nachrichtenportale oder Nachrichten im TV? Ich würde schätzen die wenigsten (selbst in meinem Bekanntenkreis aus Studenten und Abiturienten im Alter zwischen 20-25 Jahren tritt dies höchst selten auf). Und diejenigen die sich täglich mit Nachrichten versorgen sind meist auch hinreichend über das Thema HIV informiert und wissen sich zu schützen, und noch wichtiger, sie tun es auch.

    Aber daran krankt ja nichtnur diese Kampagne, sondern auch viele andere mit einer ähnlichen Zielgruppe und einem schwierigen Thema wie diesem. Wie erreicht man die Jugend heutzutage um sie über solche unbequemen Themen aufzuklären?

    Im übrigen erinnert mich die Idee an die Werbung von Dacia für den Logan. Nur eben mit den komplett politisch gegensätzlichen Persönlichkeiten.

  17. Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili der zärtlich eine Frau umarmt. Hallo? Erde an Gestalter! Außerdem ist er kaum zu erkennen, Stalin hatte auf Bildern nur einen Gesichtsausdruck und der war eiskalt.

    Mein erster Gedanke “Hä? Was soll das jetzt? AIDS bringen ja hier die Männer – Koba, Wölfchen, Sadam*, die Frauen sind unschuldig. Sprich: ein Mann der AIDS hat und noch sexuell aktiv ist, ist also ein potentieller Massenmörder? Ach laßt mich doch in Ruhe mit eurem billigen Provosch***.”

    Bei den Spots oder den Plakaten fühle ich keinen Ekel etc., mich ekeln die Leute an die sich so etwas unreflektiertes ausdenken.

    *Sadam? Wie passt der Schmalspurganove hier rein? Warum nicht Pinochet, Ratko Mladić oder Slobo?

  18. Das ist eigentlich Porno …

    nicht nur, dass sicher viele die Botschaft nicht verstehen, geschweige denn, dass unter 20-jährige noch alle Gesichter zuordnen können …

    … vor allem trifft mich das Frauenbild, dass da transportiert wird! Wie sie sich extatisch, nackt und naß geschwitzt einer scheinbar überstarken Männerfigur hingeben, was soll mir das sagen? Sie scheinen zusagen: “Ja fick mich richtig durch, von vorne, von hinten” ?! … das ist Porno pur!

    Kann sein, dass die Initiatoren der Plakate nix anderes im Kopf haben, und Ich bin bei Gott nicht prüde, aber im öffentlichen Raum ist es eine Zumutung!

    Werberat, bitte einschreiten!!!

  19. Sorry, ich muss gleich mal sagen dass ich mir die Beiträge wegen Zeitmangel nicht durchgelesen haben, ABER..

    .. PRINZIPIELL finde ich die Idee gut. Man spricht darüber. Problem ist nur, man spricht nicht über AIDS sondern über die DARSTELLER!! .. wie auch in diesem Beitrag deutlich zu sehen ist.

  20. SEX!
    SEX!
    SEX!
    jetzt habe ich ja eure Aufmerksamkeit ;)

    Ich habe mir nun mal die Mühe gemacht und mir alle Kommentare durchgelesen.
    Ich selbst würde mich zu den Jugendlichen zählen (18 jahre alt) und meine erste Reaktion war… krass, die Menschehit stumpf immer mehr ab, und deswegen diese drastische Werbung.
    In meinem Freundeskreis haben mich nur sehr sehr wenige auf die Kampagne angesproche, schlicht und einfach: weil die meisten sich nicht für Nachrichten, News, oder Ähnlichem interessieren.
    Ich finde diese Kampagne aber gut, weil endlich auch mal wieder über AIDS gesprochen wird.
    Schwachsinnig finde ich allerdings, die negativen Kommentare der Aidshilfe etc. pp.
    Wieso kann man nicht einfach mal gemeinsam für etwas kämpfen…!!
    Die Kampagne und die Aidshilfe haben doch eig. die gleiche Intention.

    Leider haben es die Medien verpasst, jetzt Aids zum Thema zu machen… die Kampagne ist das Thema. Mittlerweile überall.
    Nur, wer spricht über Afrika (Aidswaisen) und wer über die Kinder, die nichts dafür können, weil sie den Virus von Geburt an in sich tragen?
    Man sollte über die Risiken aufklären. Und da hat die Kampagne einen ersten Schritt gemacht.

    Was die Kampagne schlecht macht, sind meiner Meinung nach die Medien (Berichterstattung/Senstationsgeilheit) und nicht die Kampagne an sich.
    Hätten verschiedenste Hilfsorganisationen kooperativ reagiert (“seht das HI-Virus ist ein Killer, und wir liefern euch jetzt die Lösung…”) würde anderst darüber gedacht werden…?!

    Ich weiß nciht ob man hier Links posten darf, deshalb unterlasse ich das erstmal. Aber am liebsten würde ich in knallneongrünen Buchstaben den Link zu Hilfsorganisationen posten. Denn darum geht es eigentlich:
    Vor AIDS ZU WARNEN.

    edit: sorry, wenn das gerade alles sehr verwirrend rüberkommt…ich bin auf Arbeit und lies einfach meinen Gedanken freien Lauf ;)

    LOVE, PEACE & HARMONY
    Patrick

  21. Ich habe mir nun mal die Mühe gemacht und mir alle Kommentare durchgelesen.
    Ich selbst würde mich zu den Jugendlichen zählen (18 jahre alt) und meine erste Reaktion war… krass, die Menschehit stumpf immer mehr ab, und deswegen diese drastische Werbung.
    In meinem Freundeskreis haben mich nur sehr sehr wenige auf die Kampagne angesproche, schlicht und einfach: weil die meisten sich nicht für Nachrichten, News, oder Ähnlichem interessieren.
    Ich finde diese Kampagne aber gut, weil endlich auch mal wieder über AIDS gesprochen wird.
    Schwachsinnig finde ich allerdings, die negativen Kommentare der Aidshilfe etc. pp.
    Wieso kann man nicht einfach mal gemeinsam für etwas kämpfen…!!
    Die Kampagne und die Aidshilfe haben doch eig. die gleiche Intention.

    Leider haben es die Medien verpasst, jetzt Aids zum Thema zu machen… die Kampagne ist das Thema. Mittlerweile überall.
    Nur, wer spricht über Afrika (Aidswaisen) und wer über die Kinder, die nichts dafür können, weil sie den Virus von Geburt an in sich tragen?
    Man sollte über die Risiken aufklären. Und da hat die Kampagne einen ersten Schritt gemacht.

    Was die Kampagne schlecht macht, sind meiner Meinung nach die Medien (Berichterstattung/Senstationsgeilheit) und nicht die Kampagne an sich.
    Hätten verschiedenste Hilfsorganisationen kooperativ reagiert (“seht das HI-Virus ist ein Killer, und wir liefern euch jetzt die Lösung…”) würde anderst darüber gedacht werden…?!

    Ich weiß nciht ob man hier Links posten darf, deshalb unterlasse ich das erstmal. Aber am liebsten würde ich in knallneongrünen Buchstaben den Link zu Hilfsorganisationen posten. Denn darum geht es eigentlich:
    Vor AIDS ZU WARNEN.

    edit: sorry, wenn das gerade alles sehr verwirrend rüberkommt…ich bin auf Arbeit und lies einfach meinen Gedanken freien Lauf ;)

    LOVE, PEACE & HARMONY
    Patrick

  22. Mit kondomtragenden Gurken bekommt man halt keine Aufmerksamkeit, da guckt man vielleicht einmal hin und denkt sich “hm, toll…”
    Denke mal dass das hier schon Absicht ist, damit alle Welt darüber diskutieren soll.
    Die Botschaft ist dennoch komisch, da könnte man zudem ja auch sagen dass das männerfeindlich ist, weil Aids ja scheinbar nur von Männern übertragen wird. ;)

  23. Bisher waren die Kampagnen – obwohl thematisch ja ein ernstes Thema – immer mit etwas mehr Witz ausgestattet. Hier ist man meiner Meinung nach etwas zu weit gegangen. So bekommt man nur schwer den Sprung zum Thema. Mir persönlich auch zu pornografisch und nicht ansprechend.

  24. Wenn das jetzt die Mittel sind, mit denen Aufmerksamkeit erregt werden soll… was kommt dann als nächstes? Und danach? Wirkt irgendwie ziemlich hilflos auf mich, die Kampagne.

  25. Sorry – diese Kampagne geht gar nicht. Die letzte fand ich unterhaltsam – man konnte auf den Bildern viel entdecken – hat nachgedacht. Sehr gut gefallen hat mir der Spruch – “Nicht alle tödlichen Unfälle im Verkehr haben was mit Autos zu tun gehabt” oder so ähnlich… Aber die Plakate sehen aus wie typische B-Movie-Poster und vermitteln eher die Angst vor Sex im Alter oder wirken wie “nimm dich vor alten Männern mit Bärten” in acht… Komplett danaben…

  26. solche Werbekampagnen sind durchaus recht wirksam. Allein schon, weil sie sehr diskussionsbedürftig sind. Ich hab aber meine Bedenken ob es so schön ist, die größten Menschenrechtsverbrecher der Geschichte so darzustellen. Letztlich bewirken solche Kampagnen meiner Auffassung nach so und so recht wenig.

  27. Geschmacklosester Werbetrash. Ich könnte kotzen.

    In diesem Fall ist jeder, der Ahnung hat (Aidsstiftung, Aidshilfe, Robert-Koch-Institut, BZga) dagegen.

    Da hilft es auch nichts, wenn ein paar Schockfetischisten sich an Krawallwerbung einen runterholen.

  28. Zu den Plakaten wurde schon viel gesagt, aber zwei Sachen stören mich sofort an der Website, die mich zum direkten Wegklicken brachten: 1. Javascript-Fullscreen und 2. Kein Sound-Off-Button. Sowas muss doch heutzutage nicht mehr sein.

  29. Ich halte die Kampagne durchaus für gelungen.

    Es stimmt zwar, dass der Bogen zum Kondom nicht erreicht wird, aber das Kondome vor Aids schützen, weiß glaube ich jeder. Das Thema Kondome und Schutz ist seit Jahren in den Medien und wird auch durch die jetzige Kampagne weiter voran getrieben werden. Natürlich ist die Aufklärung in Schulen wichtiger und sollte aufgrund der steigenden Ansteckungsrate wieder verstärkt stattfinden.

    Das aktuelle Problem mit HIV liegt eher darin, dass viele Jugendliche dachten HIV wäre mittlerweile heilbar und nicht mehr so gefährlich bzw. tödlich. Durch die verbesserten Behandlungsmethoden stimmt es ja auch, dass ein Mensch der sich mit bspw. 30 Jahren mit HIV infiziert durchaus eine normale Lebenserwartung hat – gemessen am Alter. Das die Lebensqualität stark eingeschränkt ist, da der Infizierte jeden Tag und unbedingt regelmäßig eine Masse an Medikamenten schlucken muss und über die Jahre schwere Folgeerkrankungen aufgrund der starken Nebenwirkungen entwickelt, wird leider meist verschwiegen.

    Schlimmer ist aber das Risiko, Andere im Laufe der Jahre unabsichtlich zu infizieren, sei es dass man selber gar nichts von der eigenen Erkrankung weiß. Und genau da setzt die Kampagne an. Sie schafft Angst, will zeigen wie Gefährlich AIDS immer noch ist, erzeugt enorme Aufmerksamkeit und ermutigt grade dazu sich mit dem Thema eingehender zu beschäftigen.

    Wieso ist AIDS so gefährlich, ich denke das kann man heilen?
    ,könnte doch die erste Frage sein, die sich der unaufgeklärte Betrachter stellt. Aus diesem Grund halte ich Kampagne für erfolgversprechend, sei es, dass das Thema wieder verstärkt in die Medien rückt. Die Gefährlichkeit der Krankheit an erste Stelle zu setzen halte ich für aktuell wichtiger, als die reine Aussage das Kondome schützen. Beides macht Sinn, aber diese Kampagne zielt eher auf den vernachlässigten Punkt. Der Kampagne ist zu wünschen, dass sie in der Praxis funktioniert wie gedacht – das wäre doch mal was.

    Viele Grüße
    Till

  30. An Kölner Werbeagenturen und sonstige “Experten”. Warum gibt es niemand zu denken, dass alle (!) anerkannten Präventionsautoritäten sich z.T. sogar per Pressemitteilung distanzieren aus dem Grund, dass die Diktatorenvariante schlichtweg keine Präventionswirkung hat.

    Da frage ich mich, was das soll wenn mir hier eine Kölner Werbeagentur erklären will, was wirklich das Problem an Aids ist.

    Bei großen Agenturen gibt’s ab und zu ein Planning Department. Das sorgt sich (wenn man Glück hat) darum, dass die lustigen Werbeideen auch was bewirken. D.h. soviel wir alle darüber quatschen … wenn die Aidshilfe, Aidstiftung und die BZga – die übrigens alle wissenschaftlich evaluierte Präventionskampagnen fahren – sagen, dass Schockwerbung nicht funktioniert, dann gehe ich mal davon aus, dass die ihren Job besser kennen als ich.

    Niemand käme auf die Ideen zu behaupten, dass er hätte eine dezidierte Meinung zu Quantenmechanik oder Krebstherapien. Nur bei Werbung scheint jeder irgendwie Ahnung zu haben. Da disqualifiziert nebenbei die ganze Kommunikationsbranche als geschmäcklerische Quasselpfeifen.

  31. Einige Kommentare sind primitiver als die Kampagne. Ich weiss nicht, ob das so ein Misgunst-unter-Agenturen Ding ist, aber die Benneton Kampagne mit den blutigen Klamotten oder die Levis Kampagne mit dem nackten Arsch sind sicher nicht dümmer oder klüger, als die AIDS Kampagne und jeder weiss 20 Jahre später noch, wovon die Rede ist.
    Kein Mensch hat mehr über AIDS geredet, ausser den Berufsbetroffenen und Kerzenanzündefreunden – der DAH und BzGA haben das Ziel doch deutlicher verfehlt: Vögelndes Gemüse ist genauso ein Quatsch wie die “Ausweitung der Geschäftsfelder des DAH auf Hepatitis”.
    Wenn nur ein Bruchteil der Kohle die der Staat (respektive BzGA) für “notleidende Banken” ausgibt einer zielorientierten Anti-AIDS Organisation zur Verfügung stünden, hätte es so eine Kampagne nie geben müssen.
    DAH&BzGA sollen mal ihre Ausgaben offenlegen!
    Wieviel aus den Spendengeldern fließt in Löhne und Gehälter des DAH?
    Wieviel Geld des BzGA ist nicht in direkte Aufklärung geflossen?
    Sind externe Berater durch Ausschreibungen ausgewählt worden?
    usw… halt diese typischen Helmut_Kohl_Fragen.

  32. … ich finde das ganze extrem oberflächlich. Ich nehme mal einen anderen Blickwinkel ein: … alte Männer können länger? Werbung für blaue Pillen! Austauschbare Belanglosigkeit. Die Agentur ist im Gespräch, sonst Ödnis.

  33. Warum reagiert ihr alle so empört? Noch nie was von Hitler und Sex gehört?
    Glaubt mir, diese Kampagne hat sich jetzt schon besser in den Köpfen der Kids eingebrannt wie alle anderen Kampagnen zuvor.

    Wenn diese Kampagne nur 1 Menschenleben rettet so hat es sich gelohnt!!!!

  34. Im Prinzip wurde es hier schon oft genug gesagt, aber ich schließe mich trotzdem an:
    Das eigentliche Problem der Kampagne ist, dass Aidskranke gewissermaßen mit stigmatisiert werden. Dadurch, dass hier Menschen – seien es jetzt Massenmörder, Diktatoren, oder sonstwer – als Sinnbild für eine Krankheit verwendet werden, drängt sich dieser Rückschluss viel deutlicher auf als vielleicht bei anderen Bildern.
    Die Schockwirkung hat mich an eine andere Kampagne erinnert, die vor einer Weile glaube ich in Frankreich gestartet wurde, hier wurde ebenfalls mit dem Schockmoment in eindeutigen Szenen gespielt, allerdings das Ganze sehr abstrakt:


    Hier funktioniert die Schockrichtung, das “angewidert-werden” eher, sei es wegen der höheren Abstraktion der Erkrankung auf offensichtlich eklige Tiere, mit denen nie jemand Sex haben würde, oder der technisch besseren Umsetzung als die zugegebenermaßen künstlich wirkende Collage von das commitee. Ich will das nicht ausführlicher begründen, ich kann nur sagen, was ich wahrnehme.

  35. @Nico
    Erstmal den Beitrag lesen – es geht in diesem Fall um Aufmerksamkeit und nicht um Prävention. Prävention kann Werbung ohnehin nicht leisten, im guten Fall einen ersten Schritt dazu bewirken und darum gehts hier. Aufmerksamkeit hat die Kampagne erreicht, ob mit Geschmack oder ohne und das finde ich bei diesem Thema wichtiger.

    Greetz
    Till

  36. Werbung will Aufmerksamkeit. Voilà.
    Ob die Idee dahinter originell oder nichtssagend ist oder das Konzept klug oder sturzdämlich ist zweitrangig. Erfolg ist, wenn alle drüber reden.

    Warum reden alle drüber?
    Frauen als Sexobjekte zusammen mit finsteren alten Männern, das wirkt. Irgendwie düster, bedrohlich und schmuddelig. Ach so, irgendwas mit AIDS.
    (Den Herrn mit dem komischen Bärtchen hätte ich übrigens gerade noch erkannt, die beiden anderen Graubärte nicht).

  37. Zitat BfgA
    “Wichtiges Ziel der Arbeit unserer Institution ist die Festigung eines gesellschaftlichen Klimas gegen Diskriminierung und Ausgrenzung Betroffener und Gefährdeter. Die Gleichsetzung von Menschen mit “Massenmördern” oder ähnlich negativ besetzten Bildern ist nach unserer festen Überzeugung auch und besonders unter diesem Blickwinkel unzulässig und menschenverachtend.”

    …das sagt doch alles! Diese Kampagne ist für Betroffene ein Tritt ins Gesicht!

  38. Aufmerksamkeit = fart

    Viele meinen mit Aumerksamkeit sei alles erreicht.
    Ein großer Irrtum!

    Aufmerksamkeit allein bringt außer ein bißchen Aufregung garnix.
    In den Köpfen ändert sich dadurch nicht ein bißchen.

    Jedes billige Promiluder arbeitet mit der Ressource Aufmerksamkeit.
    Das ist wie eine Droge. Wenn die Wirkung nachlässt, bleibt nichts mehr außer ein fader Nachgeschmack.

    Mehr als ein (Gedanken-) Furz ist diese Kampagne nicht wert.

  39. gähn.

    letztendlich gehts der agentur um aufmerksamkeit – aber eher im sinne von, “wir wollen auch ma ne richtig krasse kampagne machen, über die alle sprechen”.

    ansonsten wenig zielführende idee.

  40. Ich muss in diesem Fall CL zustimmen. Für alle betroffenen der Krankheit ist es bestimmt nicht schön als Massenmörder deklariert zu werden. Ich finde das ist es, was die Kampagne am meisten runterzieht.
    Das Hitler abgebildet wird finde ich weniger schlimm. Ob es nun passt oder nicht.
    Es hätte aber bestimmt eine bessere Lösung geben können.

    Grüße
    Nils

  41. Ich finde es nicht nur dispektierlich den AIDS- resp. den HIV-Erkrankten gegenüber, sondern auch den Opfern dieser Diktatoren. Mit den Abgebildeten verbindet man (und ich hoffe auch, die hier so oft herangezognen 16-jährigen) die Verbrechen die sie begangenhaben und ihre Gesichter sollten auch nur damit verbunden werden und nicht für andere Themen (so tragisch sie für die Betroffenen auch sind) genutzt werden.
    Hier wird mit Verzweifelung laut geschrien, das Problem ist, dass sich die Empfänger auf die neue Lautstärke einstellen und man somit immer lauter schreien muss, um noch gehört zu werden. Wie kann man hier noch etwas draufsetzen? Zum Anderen kann ich mir vorstellen, dass durch diese Grenzüberschreitung irgenwann Hitler-(Stalin-, Hussein-, Mao-, yni-) Gesichter auf allem kleben was nicht so knorke in der Welt ist, sie eine Art Piktogramm für Schlimmes werden und somit die Opfer dieser Diktatoren keine eigene geschichtliche Opferidentität mehr haben werden. Meiner Meinung nach ein Tabubruch den man sich hätte schenken können.

  42. die kampagne hat jetzt schon das erreicht, was sie wollte: die ganze (deutschsprachige) welt wird auf ein etwas untergegangenes thema wieder aufmerksam gemacht. das thema aids ist nicht mehr so aktuell wie vor ein paar jahren. vermutlich, weil jahrelang die gleiche aids-kampagne gelaufen ist.

    wenn wir um das “wie” der neuen kampagne uns unterhalten sollen, dann ein klares: abartig!!!

  43. Es gibt auch einen Spot dazu, sollte man erwähnen. Da wird mehr “transportiert” und schockiert mit dem Mann, der eigentlich in dieser Hinsicht als limitiert gilt.

    Die Kampagne ist erst mal ein einziges peinliches Blendwerk. Schlimm das manche verirrte Seelen sich sogar so angesprochen fühlen können. Ob der Bildungshorizont da hilft? Ich glaube wer Gesicht samt Lebenslauf der Penetratoren kennt, weiß auch über den HI-Virus bestens bescheid. Aber Wissen allein schützt bekanntermaßen nicht.

    Aids ist nicht gut, das würde es erst mal als Aussage treffender formulieren.
    Mir tut jeder Infizierte leid generell und besonders die, die sich jetzt auch noch als potentielle “Massenmörder” noch weiter ausgegliedert fühlen müssen.

    Das ist halt der schmale Grat auf dem man wandelt bei den AIDS Kampagnen. Entweder warnt man vor der Infizierung wie vor dem “Bösen” oder erzeugt Mitleid für und gleichzeitig Angst vor den Infizierten.

  44. An alle, die sagen, diese Kampagne hätte ich primeräres Ziel schon erreicht: Aufmerksamkeit!
    Ja, aber worüber wird geredet?

    Wird jetzt ernsthaft und informativ über das Thema AIDS geredet?
    Oder nicht vielmehr über die moralischen Entgleitungen dieser Kampagne?

    Um nun einen Nutzen aus dieser Kampagne zu ziehen, müsste die BZgA nun diese “Aufmerksamkeit” nutzen und eine informative Kampagne hinterherwerfen. Damit würden Sie sich aber hinter diese Kampagne stellen, und dass sie das nicht gerne machen, kann ich gut verstehen!

    Das ist einfache eine sehr unschöne Vermischung von Themen!
    Werbung für ein gesellschaftliches Thema sollte sich nicht an Werbung für Klamotten, Schuhe oder Burger messen!

  45. Da jede Werbung eine Antithese inhärent trägt, sei somit von mir erklärt, daß die Werbung komplett verpufft, denn: Hussein, Stalin und Hitler sind zwar Massenmörder, aber nicht AIDS. Zweitens tut das Stilmittel der Modephotographie mit ihrer plastisch-künstlichen Weltverzerrung als Darstellungsvehikel ihr übriges. Sie nimmt der Sache ihren Ernst. Insofern ist diese Kampagne in Ihrer Antithese eine Hommage an die drei Diktatoren und degradiert das Ganze in ihrer Darstellung die Viruserkrankung zu einer Modewerbung a la Benetton. Anstatt dem Thema Ernsthaftigkeit und Tiefe zu verleihen, wird es banalisiert und komplett an den Fakten vorbeigeführt. Denn es ist jemand ganz anderes von hoher Position verantwortlich für die heutige AIDS-Epidemie (in Afrika) und nicht drei tote Diktatoren, die soviel mit AIDS zu tun haben, wie die Katholische Kirche mit Menschenliebe und Gleichberechtigung von Hetero- und Homosexuellen.

  46. Der Vergleich hinkt. Diese Massenmörder mögen vielleicht so gefährlich wie AIDS sein, AIDS ist aber im Gegensatz zu diesen Kameraden nicht so offensichtlich. Das ist doch die Gefahr von AIDS wenn ich mich nicht irre. Das jeder gefährlich sein könnte. Eben nicht nur ein Adolf von dem man es annimmt.

  47. Also ich muss sagen, ich war rein filmisch ja schon vom Werbespot beeindruckt. Als diese verzerrte Fratze von Hitler aufgetaucht ist, das war ein wenig wie in einem Film von David Lynch und hat für ein wohliges Grausen gesorgt.
    Allerdings finde ich die Kampagne völlig untragbar. Zum einen transportiert sie den Inhalt durch die überzogene und viel zu abstrakte Form nicht genügend und zum anderen trägt sie eher dazu bei, Angst vor Sex im Allgemeinen zu machen.
    Mich erinnert diese ganze Kampagne in ihrer stumpfen Überzogenheit eher an Propaganda aus dystopischen Filmen, die Tendenz von Werbung im Allgemeinen geht seit einigen Jahren leider in diese Richtung :/

  48. Hohohoooo,

    jede Menge Aufmerksamkeit, alle reden darüber, Ziel erreicht… gähn.
    So klappt das nicht, Leute. Das ist nicht das Ziel.

    Die Idee hat keinen Witz, keine Relevanz – und selbst die Botschaft ist nicht neu…
    Dazu mangelt es an Respekt den Betroffenen gegenüber.
    Und damit meine ich eher die Opfer der Diktatoren als die AIDS-Kranken.

    Werdet erwachsen und hört auf, Reklame zu machen.

  49. Hä? AIDS ist eine Krankheit, kein Massenmörder. Um ein Mörder zu sein, muss man ein Bewusstsein haben. Das Wortspiel hinkt gewaltig.
    Und dieses “Aufmerksamkeit um jeden Preis” Motto ist doch auch daneben. Klar wird über die Kampagne geredet. Aber eben über die Kampagne, nicht über das Thema!

  50. Wenn es nur um Aufmerksamkeit ginge bräuchte man dazu keine Werbeagentur… pappen wir einfach überall blanke Brüste drauf oder halt den Hitler… das sind Schlüsselreize und wirken auf die deutsche Seel wie ein pawlowscher reflex… zunge raus und sturm laufen was das zeig hält. ziel erreicht. (Rammstein macht das gerade wieder erfolgreich vor)

    Das beleidigt aber nicht nur meine Intelligenz sondern in diesem Falle auch die Betroffenen. Ich bezweifel sogar das Kids die heute mit 13 oder 14 Gangbang Partys veranstalten den Bezug zu den Protagonisten herstellen können und um die geht es nun mal nicht minder.

    Die Frankreich Kampagne oder die Durex Geschichtchen zeigen das man sich diesem Thema durchaus auch anders nähern kann… Muss man aber nicht wenn man Hitler nehmen kann, klappt immer und es bleibt mehr Zeit für die Koksline auf dem Agenturklo. Dort passt die Kampagne vom Niveau her auch hin.

    cheers

  51. werbung kann nicht jedes thema lösen.
    bei sozialen problemen wirds für auch für werbung problematisch.
    seis kinder kriegen, aids etc.
    es gibt dinge die durch die massenmedien enstehen.
    dieses feld wird dann versucht wieder über medien (werbung)
    in den griff zu kriegen. das führt zu nichts, außer zu zur radikalität,
    weil man merkt das das was man getan hat nicht wirklich viel
    gebracht hat, ausser aufmerksamkeit.

  52. Da keine weiblichen Massenmörder derart in die Geschichte eingegangen sind, ist die Kampagne nicht anders möglich.
    Sie impliziert damit auch, dass ausschließlich (alte) Männer die Krankheit verbreiten und ihre weiblichen Partner damit anstecken. Und das ist sicher nicht richtig.

    Die Schwierigkeit in der Kampagne sehe ich in der Abstrahierung des Sachverhaltes.

    Aids kommt nicht als Adolf Hitler vorbei, sondern ist eine Krankheit die nicht nur den Körper angreift sondern auch das gesamte Umfeld der Betroffenen verändert. Die Gefährlichkeit einer Krankheit kann ich nur mit verstörenden Bildern zeigen, die auch mit dem Thema zu tun haben.
    Das sollte meiner Meinung nach die Grundlage dieser Kampagne sein.

    Zwischen Adolf Hitler und Aids besteht für mich einfach kein Zusammenhang.
    Abgesehen davon, sind die Personen teilweise nur schwer zuzuordnen, was mich zunächst dazu führte mich mit den Personen zu beschäftigen, als mit der Gefährlichkeit von Aids.

  53. Außerdem stehen die Personen mit ihrem Konterfei als Sinnbild ihrer Verbrechen. Hier werden die Personen aber zum Sinnbild für Aids. Diese Neupositionierung muss verwirren.

  54. wie ist das eigentlich markenrechtlich….darf man das bild von hitler einfach so benutzen bzw damit werbung machen? würde mich mal interessieren.

  55. Einfach gar nichts gedacht.
    Das schiesst schwer ins Blaue und an den Personen die man damit ansprechen will kilometerweit vorbei. Was erkennt wohl ein Teenager? Opas, einen vielleicht noch aus dem Geschichtsunterricht, Stalin erkennt höchstens noch eine 80 jährige Babushka aber dann war’s das schon. Der Anspruch irritieren und provozieren zu wollen genügt einfach nicht. Wenn ich mit Stahlhelm und Badehose in die Kirche laufe provoziert das auch, ist aber einfach nur Scheisse. Diese Kampagne rutscht ab in eine gefährliche Trivialität in dem die Krankheit als ein nur von grimmig dreinschauenden Großvätern verbreitetes Übel dargestellt wird.

  56. Was ich am peinlichsten finde ist, dass die Agentur sich mit dieser Idee selbst beklaut hat.
    »das comitee« hat nämlich zuvor mal eine Anti-Pelz-Kampagne mit dem selben Konzept entwickelt.
    Hitler, Stalin und Hussein tragen Pelzmäntel.
    Kann man leider auf der Homepage der Agentur nicht mehr finden, weil die nach dem Aids-Eklat sämtliche Belegseiten gelöscht haben…

  57. AIDS ist lt. Wikipedia: “Acquired Immune Deficiency Syndrome, auch Acquired immunodeficiency syndrome (englisch für „erworbenes Immundefektsyndrom“), zumeist abgekürzt als AIDS oder Aids benannt, bezeichnet eine spezifische Kombination von Symptomen, die beim Menschen in Folge der durch Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus induzierten Zerstörung des Immunsystems auftreten.”

    Damit kann AIDS definitiv kein Mensch sein und also auch kein Massenmörder (nur ein Mensch kann Mörder sein).

    Die Aktion ist damit nichts weiter als Schwachsinnn!! Jedes weitere Wort ist zuviel.

  58. Oh Mann – hab es als richtig mies eingestuft… Was haben sich die Macher dieser Werbung denn dabei wohl gedacht? Schocken um jeden Preis sollte wohl nicht das Prinzip sein. Sicherlich, AIDS ist ein ernst zu nehmendes Problem und auf dieses sollte hingewiesen werden. Welchen Faktor aber bringt diese Werbung denn mit in Punkto Aufklärung, besonders bei Jugendlichen? Hinzu kommt das Geschmacklose, diese drei Diktatoren als Werbemittel zu nehmen – schließlich heben diese Leute Verbrechen an der Menschheit begangen, die nicht in einem Tenor mit einer Krankheit, so schlimm sie auch sein mag, genannt werden sollten. Ich finde, für eine solche Einschätzung muss man auch kein Hardcore-Linker sein, ein bißchen gesunder Menschenverstand tuts auch…

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