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GRÜNE Schweiz mit neuem Erscheinungsbild

Grüne Schweiz Logo

In diesem Jahr werden die Schweizer Bürgerinnen und Bürger ein neues Parlament wählen. Für die am 18. Oktober 2015 stattfindenden Parlamentswahlen haben sich die GRÜNEN (Schweiz) schon jetzt herausgeputzt. Seit kurzem tritt die Partei mit einem neuen Erscheinungsbild auf.

Dass politische Farben sich nicht immer eindeutig einer Partei zuordnen lassen, ist bekannt, und so ist der neuerdings von den Schweizer GRÜNEN verwendete magentafarbene Balken kein Alleinstellungsmerkmal. Schuld daran sind die Freien Demokraten in Deutschland, die seit Anfang des Jahres selbigen verwenden, unter anderem im Parteilogo. Bevor nun jemand „Plagiat!“ ruft, sei gesagt, dass die GRÜNEN seit vielen Jahren Magenta als Akzentfarbe nutzen, übrigens auch die Parteikollegen in Deutschland.

„Abgeguckt“ haben sich die Schweizer das Design dennoch. Vorlage für das neue Erscheinungsbild ist nämlich der seit Anfang 2012 in Österreich gültige Markenauftritt der dortigen GRÜNEN. Ein für die Parteienlandschaft ungewöhnlicher Vorgang, der ein länderübergreifendes Corporate Design zur Folge hat. Miriam Behrens, Generalsekretärin der GRÜNEN Schweiz beschreibt diesen Schritt wie folgt: „Europaweit ergibt sich die selbe Ausgangslage: Die GRÜNEN Parteien haben eine enorme Vielfalt an Designs. Dadurch wird die Wiedererkennung massiv beeinträchtigt. Wir haben daher beschlossen einen Schritt weiter zu gehen und über die Landesgrenzen hinaus zu denken.“

Den Auslöser, sich mit den Nachbarn in Österreich optisch zu verbinden beschreibt Behrens wie folgt: „Das Corporate Design der GRÜNEN Österreich hat uns beim Blick nach Europa am meisten überzeugt: es hebt sich klar von der gängigen Politwerbung ab, ist frisch, setzt einen farblichen Akzent und ist professionell aufgebaut und durchgezogen. Wie haben uns daher mit den GRÜNEN Österreich und ihrem Designer an den Tisch gesetzt und beschlossen zusammenzuarbeiten. Wir hoffen natürlich, dass auch weitere GRÜNE Parteien in Europa diesen Schritt machen, damit die GRÜNEN bei den nächsten Europawahlen landein und landaus wiedererkennbar als eine große Partei erkannt werden können. Die GRÜNEN Luxemburg haben bereits auf das selbe Design umgestellt.“

Die GRÜNEN in den drei genannten Ländern eint also neben politischen Positionen nunmehr auch noch ihr gemeinsames Erscheinungsbild. Farb-, Schrift- und Gestaltungskonzept basieren auf den gleichen Regeln, das Parteilogo ist allerdings unterschiedlich: in Österreich wird ein zum Pfeil stilisierter Großbuchstabe „G“ als Logo verwendet, in der Schweiz weiterhin das „Blatt & Blume“-Signet, das nun im Rahmen des Redesigns eine Drehung um 5 Grad vollzogen hat. Die Drehung symbolisiere – so ist es im CD-Handbuch nachzulesen –, „Aufstieg, Dynamik, Aufbruch und Aktionismus“. Als Hausschrift kommt weiterhin, und im Gegensatz zu den Österreichischen GRÜNEN, wo die Gotham verwendet wird, die FF Sanuk in den vier Schriftschnitten Light, Regular, Bold und Fat zum Einsatz. Die Sanuk wurde im Zuge des vorherigen Redesigns eingeführt, das 2008 von id-k Kommunikationsdesign vorgenommen wurde. Für das nun eingeführte Gestaltungskonzept, sowohl der Österreichischen wie auch Schweizer GRÜNEN, zeichnet Einmolig verantwortlich.

Als erste Anwendungen im neuen Design wurde eine Wahlplakatserie veröffentlicht (siehe Mediengalerie), ebenso eine Informationsbroschüre. Weitere Medien sind in Arbeit, auch der Relaunch von gruene.ch ist in Planung. Die Umstellung auf das neue Corporate Design soll bis zum Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Anwendungsbeispiel „Greenfo“ Informationsbroschüre

GRÜNE Schweiz Greenfo

Corporate Farben – Grüne Partei Schweiz

GRÜNE Schweiz Corporate Farben

Parteilogo Grüne Partei Schweiz – vorher und nachher

Grüne Schweiz Logo – vorher und nachher

Mediengalerie

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13 Kommentare

  1. sehr schön, dass hier über den nationalen Tellerrand geschaut wurde, ich bin gespannt ob das auch bei den deutschen Grünen ankommt.

    btw: Ist mit dem dritten Alpenland vielleicht Liechtenstein statt Luxemburg gemeint?

  2. Die länderübergreifende Harmonisierung des Auftritts der Parteien ist ein sehr interessanter Ansatz, der den Wähler vielleicht auch auf inhaltliche Zusammenarbeit hoffen lässt.

    Die Frage ist nur, wieviel davon überhaupt wahrgenommen wird. Als (Süd-)Bayer sehe ich mich unseren alpenländischen Nachbarn zwar recht nahe, habe mich bis heute aber noch nie mit dem Corporate Design der dortigen Parteien beschäftigt.
    Uns selbst wenn der Schweizer Wähler erkennt, dass es nun Gemeinsamkeiten mit anderen Ländern gibt, ist für mich fraglich, ob das in einem Land wirklich hilfreich ist, das in ständigem Bangen um seine Eigenständigkeit und Unabhängigkeit liegt.

    Nichtsdestotrotz macht das neue Erscheinungsbild einen frischen und sympathischen Eindruck auf mich.

  3. was hat sich denn geändert? ich finde das logo nach wie vor ziemlich plump und schlecht gestaltet. da wäre mehr drin gewesen, zuerst hätt man die blume köpfen müssen, skribbel-logos brauch doch keiner mehr heute, oder? dieses design wird einer modernen, auf nachhaltigkeit und fortschritt fixierten partei nicht gerecht. da helfen auch frischere farbtöne nichts. weniger wäre hier mehr gewesen. evntl. wäre ein rein typografischer ansatz besser gelungen.

  4. Gefällt mir sehr gut, insbesondere das Layout vom Greenfo! Das gewählte Grün ist, anders als das in dieser Sparte oft verwendete Gras-Grün, frischer und moderner.

    Dass die Parteien wohl planen, mit Blick auf die EU und deren Wahlen, eine länderübergreifende, einheitliche Außendarstellung zu entwickeln, ist ein guter und erfolgsversprechender Ansatz (sofern sich die Parteien trotz unterschiedlicher Nationalitäten wirklich inhaltlich sehr ähneln). Es bleibt abzuwarten, ob andere Parteien ebenso verfahren werden… Nur wieso kommt diese Idee und die Fokusierung auf Europawahlen gerade aus der Schweiz???

    Muss auch erwähnen, dass das Pfeil-G der Österreicher genial und als Logo einprägsam wie auch aussagekräftig ist – als ich gelesen habe „zum Pfeil stilisiertes G“ konnte ich mir erst überhaupt nichts Vernünftiges darunter vorstellen.

    Nur die Wahlplakate, in denen ein ausgeschnittenes Objekt vor einen penetrant grünen Hintergrund gesetzt wird (wie auch bei den Plakaten der Grünen zur HH-Wahl), sind grauenhaft!

  5. Ich finde den Ansatz der Vereinheitlichung grundsätzlich gut. Nichtsdesdotrotz wirkt die „verjüngung“ durch die Akzentfarbe irgendwie zu aufgesetzt. Das Logo ist mir ebenfalls etwas zu klobig…

  6. So außergewöhnlich ist das abkupfern beim politischen Freund im Ausland nicht. Zumindest versucht die SPÖ stets sich dem Aussehen der SPD anzunähern.

    1. Abgesehen davon, dass die SPÖ und die SPD das Rot und ein quadratisches Logo gemeinsam haben – wo „kupfert“ die SPÖ denn bei der SPD ab? Das seit einigen Jahren von der SPD verwendete Purpur als Farbakzent findet sich bei der SPÖ jedenfalls nicht.
      Unabhängig davon: zwischen einer einvernehmlichen, von beiden/allen Seiten verfolgten Harmonisierung, wie es die GRÜNEN praktizieren, und einem Abkupfern, wie es beispielsweise auch in hiesigen Breiten zur Hochzeit der Obamania vorkam, besteht ein gehöriger Unterschied. Abkupfern ist nicht ungewöhnlich – die hier vorgestellten Maßnahmen zur Vereinheitlichung sind hingegen außergewöhnlich.

  7. Ich verstehe nicht, was an der Farbmarke der Deutschen Telekom so beliebt ist. Jeder Zweite denkt bei der Farbe doch tatsächlich an die omnipräsente Deutche Telekom, bei der es sich um ein langweiliges konservatives Unternehmen handelt, das versucht hat, mit der Farbe Magenta etwas frischer auszusehen.

  8. Die neuen Farben und die Aufmachung vom Infoblatt und den Plakaten gefallen mir sehr gut. Frisch und modern. Eine klare Verbesserung meiner Meinung nach.
    Über das Wort GREENFO kann man streiten. Ich finde es auch eher unpassend. Irgendwie unglücklich.
    Meiner meinung nach hätte aber auch die Bildmarke ruhig mal etwas aufgepeppt werden können. Die wirkt im Vergleich zu den Farben und allem anderen nun doch etwas altbacken finde ich.

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