Globetrotter verpasst sich abermals ein neues Erscheinungsbild

Globetrotter Visual, Quelle: Globetrotter

Globetrotter Ausrüstung, seit 2015 eine 100%ige Tochter der schwedischen Fenix Outdoor International AG, verpasst sich erneut ein neues Erscheinungsbild. Vor dem Hintergrund veränderter Strukturen und einem noch größeren Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit tritt Globetrotter zukünftig als grüner Bär in Erscheinung.

Gerade einmal drei Jahre ist es her, dass sich der, nach eigenen Angaben, führende Outdoor-Händler Deutschlands ein neues Logo und ein neues Corporate Design zugelegt hatte (dt berichtete). Nach wirtschaftlich schwierigen Jahren ist Globetrotter, dank starkem Mutterkonzern im Rücken, hierzulande wieder auf Expansionskurs.

Mit veränderter Strategie und neuem Store-Konzept – Community statt Kältekammer – will man die Marktführerschaft behaupten. „Wir wollen ganz klar Best in Travel, Trekking, Hiking und Everday Outdoor sein. Das Thema Nachhaltigkeit steht ebenfalls ganz oben auf der Agenda“, wie Unternehmenschef Johannes Jurecka kürzlich in einem Interview erklärte. In diesem Jahr sind Filialeröffnungen in fünf Städten geplant, Leipzig, Regensburg, Hannover, Karlsruhe und Nürnberg (Leipzig und Regensburg wurden bereits eröffnet).

Ein Schwerpunkt der neujustierten Unternehmensstrategie ist das Thema Nachhaltigkeit. Jede Globetrotter-Filiale soll zukünftig über eine Reparatur-Werkstatt verfügen, in der Bekleidung und Ausrüstungsgegenstände repariert, genäht, gewaschen und imprägniert werden können. Auch in den fünf neuen Filialen sind entsprechende Werkstätten vorgesehen. Seit dem Frühjahr 2018 werden bei Globetrotter zudem Produkte mit dem Siegel „Eine Grünere Wahl“ ausgezeichnet, die über eine überdurchschnittliche Nachhaltigkeitsleistung verfügen.

Unter der im November 2014 gegründeten Gruppe „Frilufts Retail Europe“ bündelt der Konzern Fenix Outdoor International seine Aktivitäten auf dem europäischen Markt. Zur Gruppe gehören Globetrotter (Deutschland), Naturkompaniet (Schweden), Friluftsland (Dänemark) und Partioaitta (Finnland). Da die Farbe Grün und der Bär unverzichtbarer Bestandteil dieser Gruppe sind, folgt nun auch die Marke Globetrotter der gemeinsamen Gestaltungslinie.

Globetrotter Logo – vorher und nachher

Globetrotter Logo – vorher und nachher

Bei dem nunmehr in Großbuchstaben gesetzten Schriftzug kommt die Adobe Minion Pro zum Einsatz. Das neue Erkennungszeichen von Globetrotter ist nun ein Bär, der standardmäßig als Negativform vor grünem Hintergrund abgebildet wird und sowohl zentrisch über wie auch seitlich neben dem Schriftzug positioniert werden kann.

Kommentar

Mit dem im Mai 2016 eingeführten Erscheinungsbild ging ein signifikanter Identitätsverlust einher. Ein über mehrere Jahrzehnte gewachsener Markenauftritt wurde gewissermaßen von heute auf morgen von links auf rechts gedreht. Ein Wechsel, der nur schwer nachvollziehbar gewesen ist. Nun verändert sich das Erscheinungsbild der Marke Globetrotter abermals. Wenn sich bei Marken/Unternehmen in kurzer Zeit mehrere Redesigns vollziehen, ist dies niemals ein gutes Zeichen. Oftmals sind derlei rasche Wechsel ein Indikator für eine wirtschaftliche Schieflage, siehe Schlecker, Beate Uhse, u.a..

Globetrotter wird nun also grün. Im Themenkontext Outdoor, zumal vor dem Hintergrund der neuen Ausrichtung mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit, ist die Farbwahl sooo unüblich nicht, siehe MEC, MountainWarehouse, Rei, etc.. Auch die Entscheidung, einen Bären als neues Markenzeichen einzuführen, ist nachvollziehbar. Die Formgebung des Bären wirkt im Detail betrachtet allerdings eher wie eine Skizze, denn wie eine präzise ausgearbeitete, finale Bildmarke. Die Outline vollzieht zahlreiche merkwürdige Sprünge und Wendungen, die sich vermeiden ließen. Die Linie, auf dem der Bär steht, hätte es zudem weder aus funktionaler noch aus formal-ästhetischer Sicht gebraucht, zumal diese ein Bild von einem gemütlich dahinschlendernden „Flachlandtriroler“ zeichnet.

Beim neuen Schriftzug auf die Adobe Garamond Pro zusetzen, ist so überraschend wie unverständlich. Typographie und Globetrotter – aus irgendwelchen Gründen will das von je her einfach nicht zusammengehen. Als Globetrotter, der ich bin, wünsche ich dem Unternehmen beim Umsetzen der neuen Strategie mehr Geschick und Erfolg als bei der Auswahl der Schriften.

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36 Kommentare zu “Globetrotter verpasst sich abermals ein neues Erscheinungsbild

  1. Greenwashing.
    Dünn.
    Einfallslos.
    Schwach auf der Brust.
    _
    Das „alte“ CD hatte seine auch seine schwächen und seinen Graus (Kerning der Headlines), aber dieses „neue“ CD … Aua. Da ist das „neuere“ CD in 2 Jahren dann schon vorhersehbar.

    • Meine Anfrage diesbezüglich wurde von der Pressestelle mit dem Hinweis beantwortet, dass aufgrund der Filialeröffnungen derzeit alle Kapazitäten gebunden seien.

      Meine Einschätzung ist, dass die Kreation direkt über Fenix lief – ob inhouse oder in Kooperation mit einer Agentur, darüber konnte ich keine Infos finden. Ich tippe allerdings auf eine Inhouse-Produktion.

  2. Inhaltliche Ergänzung:
    Wie im Text erwähnt gehört zur Fenix-Gruppe auch die schwedische Marke „Naturkompaniet“. Es scheint, als wenn hier Globetrotter komplett das Erscheinungsbild von Naturkompaniet übernommen hat – genau wie die anderen Marken der Gruppe. Das vereinfacht die Adaption einzelner Werbemittel für die verschiedenen Marken und Märkte. Insofern meiner Meinung nach ein nachvollziehbarer, konsequenter und richtiger Schritt – wenn man die Betrachtung der technischen und gestalterischen Qualität zunächst außen vor lässt.

  3. Setzt mich auf einen elektrischen Stuhl und straft mich, aber beim Storedesign muss ich beim schnellen Blick darauf an die Aufmachung von Starbucks denken.

    • Mit der Aufmachung verfolgt Fenix einen Plan. Denn wie viele andere Händler, Buchläden, Kaufhäuser und Galerien geht es auch bei Globetrotter darum, die Verweildauer des Kunden zu erhöhen. Einladendes Design, das in Kombination mit InStore-Cafés Anwendung findet, soll dazu beitragen.

  4. Das alte Redesign hatte einige Schwächen. Die fürchterlichen Großbuchstaben-Texte konnte man kaum lesen. Ich habe besonders mit dem Logo gefremdelt, ich hab immer nur eine Art Etagere gesehen und hab nicht verstanden, was das soll.
    Daher finde ich den Bären prima ;-)
    Nein, im Ernst: Ganz schön einfallslos. Da ist gar nix mehr prägnant und die Individualität ist dahin.
    Schade.

  5. Bärig gut wie ich finde! Absolut gelungen – denn Bären kommen ja schließlich in der Natur relativ häufig vor – passt zum Outdoor-Thema. Note: 1-2

    • Dein Kommentar ist genauso generisch und substanzlos wie das Redesign dieses Erscheinungsbildes.
      Schwaches Ergebnis, das aus meiner Sicht aussieht wie ein Erstsemester-Projekt: Handwerklich schwach, generisch, altbacken und strategisch nicht fundiert.

      • „…aussieht wie ein Erstsemester-Projekt: Handwerklich schwach, generisch, altbacken…“
        Die Aussage macht doch nur wenig Sinn, wenn wir mal ehrlich sind.
        Die Verknüpfung zwischen einem Erstsemester-Projekt und deiner wertenden Aufzählung im Nachgang ist äußert schwammig. Nicht fundiert würde ich sagen.

    • Der Bär topt die Ameise schon arg: ; -) Welche natürlich superoft vorkommt ;-)

      Deswegen gleich Ameise oder Biene nehmen .. ;-) ?
      Verglichen mit ihr ist er ein weiter Wanderer. Die Passgänger gehen täglich relativ weit, hängt vom Nahrungsangebot ab. In Alaska haben sie einen Revierradius von bis zu 800 km. Der Tiger ist natürlich überragend: Der Sibirische Tiger (der Kater) hat eine Reviergröße bis 1600 km² und wandern täglich bis über 100 km.

      Für mich sind das schon gute „Globetrotter“-Markentiere.
      Sie werden wohl, was das Herumwandern betrifft, nur noch von einigen großen Wal-Arten übertroffen.

  6. Also irgendwie komme ich mit der Illustration des Bären nicht klar. Das sieht für mich eher aus wie eine Mischung aus Steiff-Bär, tapsigem Hund und Winnie Pu. Wenn ich nach „Bär“ und „Silhouette“ google, erhalte ich zig Beispiele dafür, wie man es hätte besser machen können. Besonders die Ohren und die seltsame Halspartie mir den „Einkerbungen“ lassen mich daran zweifeln, dass sich hier jemand besonders viel Mühe gegeben hätte. Im Grunde genommen sieht es aus, als hätte ein Programm aus einem Tiff eine Vektorgrafik gemacht.

    • Wenn ich nach „Bär“ und „Silhouette“ google, erhalte ich zig Beispiele dafür, wie man es hätte besser machen können.

      Habs mir mal angesehen. Einspruch, euer Ehren.
      1. Den typischen Passgang von Bären findet man fast nirgends.
      2. Meist haben diese Bären auch den Kopf gesenkt, wirkt negativ.
      3. Die Bären haben alle zotteliges ungepflegtes Fell oder haben optisch „Flöhe“.

      Jaaa, der verwendete Bär wird irgendein Clipart gewesen sein. Mit ein paar Eingriffen würde man ihn hinkriegen, seine Grund-Figur ist gut.
      Doch es stimmt einfach nicht, dass auf den ersten Google-Klick jetzt sofort super bessere Bären kommen würden. Ne.

      • Mit Verlaub, Hochwürden, ich denke schon das man da besseres findet. Aber verbuchen wir das mal unter Geschmacksache. Wenn wir aber sagen, okay, ein Bär geht wirklich so, dann ist das irgendwie immer noch ziemlich schludrig gemacht.

      • Es geht immer noch ein wenig besser.

        Mein Widerspruch bezieht sich NUR auf die dahingeworfene Behauptung, man würde auf dem ersten Blick in der Google Bildersuche mit einem besseren Bären fündig. Stimmt nicht. Sie sind alle schlecht, meist noch schlechter.

  7. I beg to differ.

    So schlimm finde ich den Bären nun nicht. Das Bildsymbol vorher war uneindeutiger und schwer zu merken. Der Bär ist merkfähiger.
    Gut, der Raum zwischen den Vorder- und HInterpfoten läuft zu. Ein paar Dinge. Aber so richtig prügeln und meckern möchte ich nicht.

    Die gerade Linie unter dem Bären: sagt mir, er geht weite Strecken. Nix Flachlandtiroler, Langstreckenläufer!
    Das würde doch zum Thema Globetrotter passen.

    Typo:
    Die etwas zuzgeschmiert wirkende Typo des Vorgängers und seine seltsame Farbe … da ziehe ich allemal diese Garamond vor. Was liegt vor gegen Garamond. Da habe ich schon wesentlich scheußlichere und unpassendere Schriftauswahl gesehen.

    Greenwashing nur wegen der Farbe Grün jetzt: kann man dem Unternehmen vorwerfen. Muss man aber nicht. Ist auch schon ein recht verbrauchtes Argument. Kann man gefühlt ziemlich vielen Unternehmen vorwerfen heutzutage.

    Wenn sich bei Marken/Unternehmen in kurzer Zeit mehrere Redesigns vollziehen, ist dies niemals ein gutes Zeichen.

    Dem allerdings stimme ich in vollem Umfang zu.

  8. Warum ist denn um Himmels Willen das Verhältnis der Bildmarke (Bär) zur Wortmarke (Globetrotter) bei allen vier Ländervarianten unterschiedlich? Welches Gestaltungsprinzip soll denn das sein?

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