FSC-Siegel bekommt einen Knacks

FSC-Siegel

Keine gute Nachricht für Kreative, die bei der Wahl nach geeigneten Papieren bislang gezielt nach Varianten Ausschau gehalten haben, die mit dem FSC-Siegel versehen sind, in der Hoffnung damit, „umweltfreundliche, sozialförderliche und ökonomisch tragfähige Bewirtschaftung von Wäldern“ zu unterstützen, wie der FSC Deutschland das FSC-Zertifikat umschreibt.

Bereits im November 2006 meldete Spiegel Online in einem kurzen Artikel Zweifel am Ökoholz an. Nun berichten Manfred Ladwig und Thomas Reutter im Auftrag des SWR über die Abholzung von FSC-zertifiziertem Wald in Schweden. Sie fanden heraus, dass der finnisch-schwedische Papierhersteller Stora Enso systematisch und flächendeckend jahrhundertealte Wälder abholzt. Stora Enso zählt zu den weltgrößten Papierherstellern und beliefert auch den deutschen Markt mit Papier, aus dem Zeitungen oder Verpackungsmaterial hergestellt wird.

Auf SWR.de heißt es: „Schwedische Umweltschützer und Waldexperten kritisieren das großflächige Abholzen und verweisen zudem auf einen Interessenskonflikt. Der Zertifizierer werde von den Auftraggebern bezahlt; dies gehe zu Lasten der Unabhängigkeit im Zertifizierungsprozess. Die Kritiker fordern, dass es für solche Produkte kein Umweltschutzsiegel geben dürfe.“

Wie glaubwürdig kann das FSC-Siegel noch sein, wenn trotz Schutzbestimmungen Papierhersteller jahrhundertealte Wälder rücksichtslos abholzen und damit das gesamte Ökosystem zerstören? Uwe Sayer, Geschäftsführer von FSC-Deutschland, scheitert jedenfalls kläglich dabei, die Kritik der beiden Autoren zu zerstreuen, wie der folgende Beitrag zeigt.

Der SWR-Bericht im „Report Mainz“

Wikipedia weiß über das FSC-System: „Das FSC-System zur Zertifizierung von Forstwirtschaft wurde gegründet zur Sicherung der nachhaltigen Waldnutzung; diese beinhaltet die Wahrung und auch Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen der Forstbetriebe. Hierzu entwickelte der FSC einen allgemeinen und länderübergreifend einheitlichen Standard, der aus zehn Prinzipien und Kriterien besteht und den man nur anwenden kann, wenn man diese zehn für eine nationale Ebene konkretisiert.“

Wie ist Deine Haltung? Ändert der SWR-Bericht etwas bei Dir in Bezug auf die Papierauswahl?

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36 Kommentare zu “FSC-Siegel bekommt einen Knacks

  1. @stefan
    sorry, die Dinge ändern sich beim FSC leider sehr schnell, Wirtschaftskammer lässt grüßen, immer mehr Richtung Tiefpunkt, -und es geht immer noch schlechter……..Und die Koordination der Websites der Arbeitsgruppen und der FSC.org ist grottig. Die Website des FSC A.C ist genauso schlampig geführt wie das ganze System. Hier ist wohl angebracht: das wurde von einem Praktikanten gemacht (ist wohl tatsächlich so…..) Und auch ich, der ich mich sehr intensiv mit Forstzertifizierung beschäftige, weiß nicht immer alles sofort an Quellen. Manchmal vertue ich mich eben auch, sorry…
    Nun denn: Ein eigenes System kann ich nicht und werde ich niemals haben. Ich habe aber eine Forderung, die ich schon in der Enquete Kommission des deutschen Bundestages 1988 eingebracht habe: Eine Volldeklaration des Holzes (siehe Flyer 1 auf meine Blog (das ist gleichzeitig der, gegen den der FSC geklagt und verloren hat). Der FSC lehnt sie strikt ab; ein Schelm der da nichts Böses denkt.
    Sie isst praktikabel, wäre als Verordnung auch auf EU Ebene! mit Leichtigkeit einzuführen (sie wird sogar von etlichen Politikern mittlerweile mitgetragen), und sie wäre bei Verstößen Strafrelevant. Aber eben: Der FSC und seine Vasallen scheuen das wie der teufel das berühmte Weihwasser, was man auch direkt übertragen kann.
    Aber die Frage ist eben vornehmlich: was will „man“. Ein Miniatürchen besser (was der FSC nicht ist, der PEFC oder ein anderes system auch nicht!) als „der Standard“ den es ebenso nicht gibt.
    Oder will man, dass Primärwälder in Ruhe gelassen werden? Der FSC hat ja noch einen ganz anderen schwer Nachteiligen Synergieeffekt: Dank ihm wird Papierverschwendung wieder hoffähig, es stehen ja die großen NGOs hinter ihm, also kann das nicht schlecht sein. Es lässt sich mit Leichtigkeit unendlich viel Papier einsparen (ich habe eine Papierloses Büro)….. dann kann auch ein Graphiker ein bisschen was davon verwenden. Und dank ihm braucht sich auch kein Politiker weitere Gedanken zu machen: Industrie und NGO sind in einem System gefangen, also hat man von diesen beiden Kontrahenten nichts mehr zu befürchten.
    Solange es den FSC gibt, braucht sich die Politik über Waldschutz International keine weiteren Gedanken zu machen
    Aber: Es gibt auch einen kleinen Trick: Papierwerke, die relativ weit von den Küsten entfernt liegen, verwenden meist keine Importierten Fasern, zu teuer. Versuche es mal bei den Österreichischen Papierwerken. Auf Fragen antworten die meistens und sind teilweise auch recht sauer auf den FSC, der ihnen vorgaukelt, Fasern aus Russischen Primärwäldern oder Brasilianischen Eukalyptusgenwüsten sind besser als einheimische….
    Zurück zu der Volldeklaration: Wenn diese da ist (sie wird so oder so kommen, da bin ich sicher) kann ein Wiki aufgebaut werden; dann kann sich jeder Verbraucher selber entscheiden, was er will…..

    es gibt also viel zu tun: Vernichten wir mit Argumenten die Gelddruck und Waldvernischtungs maschine FSC! (um die Frage vorwegzunehmen: Nein der FSC ist weder inhaltlich noch systemisch reformierbar, im System gelegen!)
    gruss
    gerriet

  2. vergessen zu sagen: Steinbeiss als Papieranbieter ist sicher in seiner Firmenphilosophie sehr konsequent….. Im Gegensatz z.B. zu Neusiedler, die zwar von GP und WWF hoch gelobt werden, gehört Neusiedler aber eben auch zu Mondi, einem der grossen Waldvernichter in Russland (WWF erhielt 1 Mio “Spende” von Mondi für seine Höchstumstrittenen Weatland Projekte in S Afrika) und viele andere Dingen mehr, (sehr billig) erkauftes Schweigen?…..gabs doch noch nen anderes Wort für, oder?
    gruss
    gerriet

  3. Liebe Leser dieses Blogs,

    ich habe bislang nicht geantwortet, weil der FSC zum Vorfall bereits eine öffentliche Stellungnahme abgegeben hat, die im Internet verfügbar ist:
    http://www.fsc-deutschland.de/images/stories/Document-Exchange/pressecenter/stellungnahmen/2011/2011-02-18_stellungnahme_fsc_report%20mainz.pdf

    Darüber hinaus arbeiten wir beim FSC intensiv an der Verbesserung des FSC-Systems. Ich halte es allerdings für problematisch, aus polemischen Vorwürfen einzelner Personen ohne eigene Lösungsansätze eine Hetzkampagne gegen den FSC zu befeuern, die den FSC und viele andere ernste Ansätze diskreditiert. Leider ist es Gerrit Harms gelungen den SWR von seinem Anliegen zu überzeugen. Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass hier eine objektive Darstellung der Sachlage und eine ernste Auseinandersetzung mit den Fragen einer verantwortungsvollen Waldnutzung stattgefunden hätte.

    Nach meiner Kenntnis stellt der FSC weltweit das einzige Zertifizierunssystem dar, bei dem global Zertifizierungsberichte aller (!) zertifizierten Betriebe öffentlich zur Verfügung stehen und Konflikte ebenfalls öffentlich und dokumentiert aufgearbeitet werden. Neben den eigentlichen Standards und deren konsequenter Überprüfung ist dies der Grund, warum alle namhaften Umweltverbände weltweit, Verbraucherschutzorganisationen, Interessensvertretungen sozialer Belange und auch viele Politiker und Unternehmen den FSC unterstützen – trotz kontroverser Themen. Diese Gruppen suchen gemeinsam mit dem FSC nach klugen Lösungen und werden diese trotz Gerriet Harms auch weiterhin tun.

    Unsere Welt ist einfach kompliziert und Lösungen sind meist nicht so trivial wie viele dies gerne hätte. Dies bedeutet nicht, dass wir uns nicht mit aller Ernsthaftigkeit des FSC selbst und der unterstützenden Organisatioen und Personen die dort arbeiten für Lösungen der Herausforderung “Nachhaltigkeit” einsetzen würden.

    Ich habe mich bislang nicht geäußert, weil wir davon ausgehen, dass Herr Harms dies erneut zum Anlass nehmen wird, erneut seitenlang den FSC zu diskreditieren. Herr Harms hat uns in der Vergangenheit mehrfach angesprochen und umfangreiche Antworten auf seine Fragen erhalten. Dies hat allerdings nicht zu einem Dialog und zu Lösungsansätzen geführt, sondern zu einer Verschärfung eines destruktiven Privatkonfliktes an dessen Fortführung wir kein Interesse haben. Daher haben wir die Kommunikation mit Herrn Harms eingestellt.

    Für mein Empfinden war der Bericht von Report Mainz gezielte Meinungsmache mit einem vorgefertigten Ergebnis. Sicherlich kein angemessener Umgang mit dem Thema oder mit den Personen, die sich für mehr Nachhaltigkeit in der Welt einsetzen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Uwe Sayer – Geschäftsführer FSC Deutschland

  4. Mit welchem Engagement gerriet gegen den FSC schießt ist schon erstaunlich. Die erwähnte Arbeit von Frau Förste muss man sich wirklich mal genau anschauen. Ich betreue selbst immer wieder Diplomarbeiten und dieses Werk verdient den Titel einer wissenschaftlichen Arbeit nicht. Zentral sind “Einleitung” und “Schluss” und die Einleitung endet mit dem Satz:

    “Diese Arbeit soll möglichst ohne Meinungsbildung die Hintergründe aufzeigen, die Verstrickungen und Ungereimtheiten in diesem System und in der Forstzertifizierung allgemein. Es soll eine Chance bieten, durchzublicken. – Ich freue mich bereits auf die Stellungnahme des FSC.”

    Sprachlich unterirdisch, inhaltlich tendenziös und das Ergebnis vorweg nehmend.

    Bezüglich des Papierkonsums möchte ich auf eine Vereinbarung der Initiative Pro Recycling, des Bundesumweltministeriums und FSC Deutschland hinweisen. Hier wird ganz klar von allen konstatiert: Erst vermeiden, dann recyclen und dann FSC.

    http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/erklaerung_fsc.pdf

    Es gibt noch so viele Punkte, wo gerriet einfach irrt. Aus meiner Sicht hat er keine Ahnung von der internationalen Dimension des Themas Raubbau und von Entwicklungshilfezusammenarbeit.

    Er hetzt erst eine Diplomantin auf den FSC (die Arbeit von Frau Förste), dann die Tendenzjournalisten von Report Mainz und jetzt strebt er auch noch eine Klage an. Lasst uns nur hoffen, dass sein Kampf der Kampf eines einzelnen ist. Wir anderen sollten versuchen, das System kritisch zu begleiten und zu verbessern. Wenn wir Papier nutzen ohne ein glaubwürdiges Zertifikat, dann machen wir uns wirklich schuldig am Raubbau und der Zerrstörung von tropischen Wäldern.

  5. Wirklich interessante Neuigkeiten….
    Lieber Herr Sayer,
    bitte lassen sie doch dieses ewigen Gutmenschgesayere. Es ist schwer erträglich. Ich weiss es ja, Sie der Gute, ich der Böse von einem ewig gestrigen Kritikvirus infiziert, oder nein, sanfter: ich der Kritiker, der mit seiner Kritik über alle Tore wegschisst, nicht in der Lage, die Realität zu sehen…….
    Das Sie bisher auf diesem Blog nicht „geantwortet“ haben, hat mich auch gewundert, haben Sie doch immer wieder die gleichen Textbausteine schnell parat. Nur leider sind Sie immer wieder inhaltsleer und absolut sinnfrei. Es gibt de fakto deswegen nichts, was ich dem entgegnen könnte, da einfach fach/sachlich nichts in Ihrem Kommentar drin steht.
    Nur einige Kleinigkeiten, scheinbare Nebenkriegschauplätzte:
    Meine Beschwerden sind definitiv nicht vom FSC (vom PEFC sehr wohl!) bearbeitet worden. vielleicht hätte ich dazu erst Ihre Bröschüre lesen müssen, wie man eine FSC korrekte Beschwerde einreicht? (was aber hoffentlich vom FSC nicht ernst gemeint ist, denn sonst macht er sich auch rechtlich völlig lächerlich)
    Nicht ich mache polemische Vorwürfe, sondern Ich bitte den FSC (im übrigen den FSC A.C, der aber dazu völlig außerstande ist) endlich einmal inhaltlich Stellung zu nehmen, zu Kahlschlägen, zu sogenannten „HCVF“ Totalräumungen, schlicht zu allem, nur leider bleiben diese strikt aus, auch der Anfang unserer Auseinandersetzung war leider nicht eine Diskussion, sondern „Antworten“ auf niedrigsten Inhaltlichen Niveau.
    Seinen sie doch mal ehrlich: Die Grundlage jeder Zertifizierung, den zwingenden Herkunfstsnachweis, lehnen sie noch immer strikt ab, warum nur ? (Ihre bisherige Antwort: „Nicht zielführend“, aber das war es auch schon an ausführlicher Antwort).
    Nicht ich habe eine Alternative zu bringen, da sitzen sie einem mentalen Irtum auf. Sie müssen, was sie nicht können, ich weiss es ja, Ihr System so umbauen, das es Wald tatsächlich schütz.

    Auf mehrere Angebote, im großen Kreis (z.B. TV) eine Podiumsdiskussion mit dem FSC, einigen Ökologen/Biologen Politikern, mir und anderen zu führen, ging der FSC bisher mit keinem Wort ein.. Ich denke mir dabei meinen Teil und überlasse die Bewertung dessen dem geneigten Betrachter.
    Der FSC hat die Markenrechtsklage Klage gegen mich auch in zweiter Instanz verloren, den Inhalt des strittigen Flyers hat er nichts entgegengesetzt, trotz Aufforderung des Gerichtes. Der Inhalt des Flyers ist damit vom FSC! unstrittig gestellt. Nicht einmal das ficht den FSC an! Blindheit?
    Ich habe in diesem Blog mehr als genügend Streitpunkte angeführt, auf keines geht der FSC ein, warum nur wohl?
    Wenn man denn mal auf die ASI GmbH Webseite geht, eine Tochterfirma des FSC A.C. wird man tatsächlich mittlerweile einige Berichte finden. Allerdings bei weitem nicht alle, und teilweise in einer Qualität, das es mir graust. Und man findet eine Menge Widersprüchlichkeiten zu den offiziellen Aussagen zu FSC, die vermutlich auch unter dem Bezeichnung „Verbrauchertäuschung“ vom Gericht geklärt werden müssen.
    Aber Moment einmal: Report Mainz: Definitiv FSC zertifizierte Flächen, definitiv Totalräumung auf großer Fläche.(schon bei den Aufnahmen mehr als 10 Hektar) laut allen Definitionen des WWF zu HCVF als dieses eingestuft. Erwartete Reaktion eines seriösen Zertifikatanbieters: sofortige Investigation und Aussetzten des Zertifikates bis der Vorwurf geklärt ist; -…..- aber nein, geschehene Reaktion: Eine sinnfreie „Stellungnahme“, das war`s. Ihre Behauptungen: Unsinn bzw. völlig nebensächlich, Papierformatfüllend, nichts weiter (siehe dazu auch weiter oben). Das schafft Vertrauen! Und der Aufforderung des Gesamtverband Deutscher Holzhandel haben sie auch nicht nötig zu antworten. Devise: unter den teppisch kehren.
    Scheinbar hat der FSC schlicht keine Argumente, sonst würde er statt dem versteckten Hohn andersdenkenden gegenüber einmal inhaltlich etwas entgegensetzten. Auch hier rate ich dem geneigten Leser einmal den FSC (AC bzw. GgmbH) in Bonn kritische Fragen zu stellen, in der Regel bekommt man keine oder sinnfreie Antworten. Daher habe ich mich entschlossen, diese Antworten zu erzwingen, anders scheint es mit diesem (warum nur gemeinnützigen?) Verein nicht zu gehen. Weil ich viele unbequeme Fragen stelle, braucht man mir ja nicht zu antworten. IM Übrigen: alle meine Vorwürfe sind rechtsicher recherchiert!
    Von FSC Mixed Verbraucherbetrug, zu Nachhaltigen Großkahlschlägen in Schweden, Kanada Russland… Die Liste ist lang, nicht eine Stellungnahme, die den Namen wert ist, hat es dazu bisher gegeben. Nicht einmal nach einer Rechtskräftigen verurteilung wegen LAndraub auf erheblichen Flächen kam eine Reaktion. Solche Systeme, die unbequeme Fragen nicht beantworten, weil sie sie als lästig empfinden, da sie sich in Sicherheit einer starken Lobby aus NGO, Politik und Industrie wähnen, gehören eingestampft. Wenn sie denn statt der eigenen Vorgabe, den Wald zu schützen, diesen direkt und indirekt der Vernichtung durch die Holzmafia preisgeben, erst recht. Und wenn sie dann noch so lächerliche „Eigenzitatsplagiate“ entwerfen wie die guten Beispiele in Guatemala, wissenschaftlicher Hohn, dann fehlen mir die Worte.

    Und, lieber Herr Sayer, der FSC hat mich verklagt, auf Plumpdämliche Art und Weise, und hat dieses vom Gericht „um die Ohren“ gehauen bekommen, oder meinen sie, ich haben die Richter bestochen? Haben sie oder Herr “Theo” denn gelesen, was das Gericht geschrieben hat? Scheinbar nicht. Trotzdem, es ist auf meinem Blog nachzulesen. Wie lange wollen sie sich noch vor mir „verstecken“. Wann stellen sie sich endlich den Argumenten?
    Auch der letzte Satz von Herrn Sayers Beitrag wieder typisch, rhetorisch sauber in das Herz des Leser gehend, aber leider am Fakt vorbei. Die Welt des Waldes ist eine andere, als sie sie sehen, Herr Sayer.
    Sicher: Ein Großkahlschlag in Totalräumung ist sicherlich perfekte Nachhaltigkeit……Eine solche „Diskussionsebene“ aalglatt wischiweich macht einfach sauer.
    Und nun zu „Theo“
    Wenn sie immer wieder Diplomarbeiten betreuen wie ich auch, wissen sie wohl, das sie mental unterstützern sollen, aber sprachlich und inhaltlich nicht beeinflussen sollen und dürfen. Mehr habe ich diesem wirren Teil nicht hinzuzufügen. Ich werde mich hüten, inhaltlich oder sprachlich in eine Diplomarbeit einzugreifen. Lesen sie im Übrigen einmal nach, wie diese Arbeit von der FH bewertet wurde. Die Stellungnahme des FSC, wie erstaunlich-, ist leider, sicher ausversehen, ausgeblieben. Die Diplomarbeit wurde sehr gelobt. Dabei wurde auch explizit die schwierige und sehr widersprüchliche Beschaffung der Informationen über den FSC hervorgehoben. Und nebenbei, ich habe sie nicht auf den FSC gehetzt, Frau Förste hat sich des Themas freiwillig angenommen und kam dann auf mich zu. Und Frau Förste wurde während der Rechereche auch nicht unbedingt mehr ein Freund des FSCs.
    Mein Gott. Wenn das alles nur Schmierenjournalisten sind, die nicht in Ihr Weltbild passen, dann verdammt noch mal, belegen sie doch, das das nicht wahr ist, was dieses Beispiel aufzeigt, statt so einen Schmarren zu schreiben. Wahrscheinlich ist auch der Wissenschaftler nur von mir gekauft, oder?
    Das sie mir bescheinigen, keine Ahnung von Raubbau und „Entwicklungshilfe““Zusammenarbeit“ zu haben, ehrt mich aus Ihrem Munde. Und ich kann mir die Herkunft dieses Kommentars erdenken. Wahrscheinlich saß ich auch wegen meinem tiefen Unverständnis der Welt in der Enquetekommission des deutschen Bundestages…..
    Kennen sie das Lied von den Fehlfarben: „Einkaufsbummel im Erdnussland, was übrig bleibt, wird Entwicklungshilfe genannt“?
    Wenn sie sich auch nur ein bisschen mal im Netz umschauen würden, würden sie sehr schnell erkennen, dass ich eben nicht genau einer alleine bin. Vielleicht setzte ich mehr Kraft ein als andere, da ich selber ein Teil der Holzindustrie bin. Aber das Netzt ist mittlerweile voll von Kritik am System FSC, harscher, und vor allem seitens des FSC durch die Bank unwidersprochener! Augen auf. (Allerdings ein Großteil auf Englisch)
    So einen Nonsens, das ist ja schlimmer als Herr Sayers Darbietungen……

    Dies war mein letzter Kommentar auf diesem Blog, es kostet mich leider zu viel Zeit, mehr oder minder immer wieder das gleiche zu wiederholen.
    Nochmals kann ich daher auf meine Blog verweisen: http://www.fragen-an-den-fsc.de/
    Sorry, das der Kommentar so lang geworden ist….
    Gerriet
    achso: Frage an herrn Sayer: Gehen sie eigentlich auch gerichtlich gegen die AMrkenrechtsverletzung vor?

  6. Gerriet, ich begrüße Deinen kritischen Ansatz und Dein Engagement ungemein. Die Forderung nach einem Herkunftsnachweis des Holzes würde ich jederzeit unterschreiben. Ich bin Dir sehr dankbar für Deine Kommentare.

    Der Artikel auf dieser Seite ist eine Chance, viele Leser (im Schnitt gut 3.000 pro Tag) für ein richtiges und wichtiges Anliegen zu gewinnen. Ich kann verstehen, dass man auf denjenigen, der einen verklagt hat, nicht mehr all zu gut zu sprechen ist. Ich kenne hier nicht die Details, deswegen kann ich zu dem Fall nichts sagen. Was meiner Ansicht nach nicht geschehen darf, ist, dass der Eindruck einer Privatfehde entsteht. Das wäre kontraproduktiv, jedenfalls, wenn man Menschen dazu motivieren möchte, die Zertifizierungsverfahren des FSC zu hinterfragen. Die Website http://www.fragen-an-den-fsc.de/ verfolgt das gleiche Ziel wie der im dt veröffentlichte Artikel: Bewusstsein schaffen, sensibilisieren, Dialog fördern. Schön, dass dies ein Stück weit auch an dieser Stelle geschieht.

    Der Handlungsdruck auf Seiten des FSC wird allerdings nicht dadurch größer, indem einige wenige Stimmen sich besonders vehement artikulieren, sondern in dem möglichst viele Menschen informiert und dazu bewegt werden, sich zu Wort zu melden. Gerne wiederhole ich noch einmal theos Kommentar, in dem die Aussagen des BMU auf den Punkt gebracht sind: „Erst vermeiden, dann recyceln und dann FSC“.

  7. Achim
    …. Nur der FSC lehnt diesen Herkunftsnachweis als “Nicht zielführend“ strikt immer wieder ab. Das Problem ist in der Holzindustrie eben genau, das die Herkunft, und damit Handelswege strikt! verschleiert werden sollen. Hier hat sich der FSC völlig verrannt, und durch das de fakto Veto der Wirtschaftskammern kann er dieses Manko auch Systemisch nicht abschaffen. Es werden fadenscheinige Argumente gebracht, wenn denn überhaupt. Dazu siehe aber eben auch den –sinnlosen-, im wahrsten Sinne des Wortes, Kommentar des Herr Sayer. Und die immerwährende Verquickung zwischen Arbeitsgruppen und dem FSC A.C, tut da sein übriges.
    Aber : Ich bin heilfroh und bedanke mich ausdrücklich beim FSC, das er mich verklagt hat und damit sich mit mir in den Wettbewerb (Unter dem Gesichtspunkt Wettbewerbsrecht) gestellt hat. Nun habe ich die Möglichkeit, ihn eben rechtlich als Wettbewerber wahrzunehmen. Nein, ich bin nicht wegen der Klage schlecht auf ihn zu sprechen; Ich bin wegen seiner Lügen, Falschaussagen, Gutmenschgehabe und Verschleierungstaktiken schlecht auf Ihn zu sprechen. Nur wenige andere außerhalb des FSC haben sich so tief in den Dschungel von Wiedersprüchen, Systemfehlern und Auswirkungen eingearbeitet. Ich habe dies getan, weil es Teil meiner Aufgabe als kritischer Holzhändler ist, andere Wege aufzuzeigen, „Fehler“ der Holzindustrie anzuprangern….
    Das ganz große Finale für den FSC steht aber ja kurz bevor: Durch REDD+ http://www.un-redd.org/AboutREDD/tabid/582/Default.aspx wird die Waldvernichtung durch sogenannte „Nachhaltige Nutzung“ (unter anderen danke an FSC und WWF) letztendlich massiv vorangetrieben, und es wird auch noch doppelt damit superschnelles Geld verdient (Durch das Holz und durch den Verkauf der Verschmutzungsrechten). Aber siehe dort. Es ist alles hochkomplex, und die NGOs, wie GP WWF und BUND (FoE) haben leider zu 100% in diesem Thema versagt…
    Ich arbeite intensiv daran (habe aber eben auch noch einen anderen Job), die „kriminellen“ Machenschaften des FSC aufzudecken, zu informieren und eben auch zu klagen wo es nicht anders geht. Das Problem wird allerdings sein, sollte der FSC an Bedeutung verlieren, werden andere Zertifizierungsprogramme entstehen, nachdem der WWF eine schiere Zertifizierungspest angetreten hat (ich denke, dieser Komplex und alles, was damit verbunden ist („Gutachten“ etc) ist eine wesentlicher Einnahmequelle), wie eine Hydra…. Die Geister die ich rief……
    Zum BMU et al und dem Papier:. Sicher, das sind schöne Worte, aber selbst das BMU verbraucht immer mehr Papier, größtenteils Frischfaser, soviel ich weiß. Also nichts von wegen realem vermeiden.
    Das BfN http://bfn.de/ unterstützt mit großen Geldsummen jeden Unsinn des FSCs.- Seilschaften? Der zumindest geschriebene Wunsch ist das eine, die tatsächlichen Werke etwas anderes, Und es werden am Ende die Werke gemessen, oder? Leider ist der FSC nicht in der Lage bzw. vor allem nicht gewillt, zu reflektieren, was durch sein WaldvernichtungsZertifikat alles passiert. Mag gut sein, dass er das nicht beabsichtigt hat, was passiert, aber er unternimmt auch, bis auch viel bedrucktes Papier, nichts dagegen.Unwissenheit schütz vor Strafe nicht! Genau deshalb ist diese gesamte Waldzertifizierung unakzeptabel und bestenfalls! als Mogelpackung zu bezeichnen.
    Noch ein Satz, und wieder habe ich einen längeren Kommentar geschrieben, obwohl ich das nicht wollte:
    Was hat eigentlich der FSC mit Recycling(Papier) zu schaffen? (außer natürlich Marktdurchdringung, Geld verdienen?) Er ist ein „Waldzertifikat““. Auch da denkt er über die Folgen seines Handelns leider nicht nach….Will er allgegenwärtig sein? Ja!!!! Er muss es, um Marktmacht zu haben, koste es ideell, was es wolle.
    Und im Übrigen. Die besprochenen Forderungen aus dem o.g. Papier sind nach 5 Jahren immer noch nicht in Ansätzen in irgendein offizielles PApier des FSC (a.C.) aufgenommen, En schönen Beispiel von vielen leeren Worten.
    Dieses Zertifikat muss „vom Markt“ verschwinden. Es ist auf der ganzen Linie Kontraproduktiv.
    Gerriet

  8. Im Nachgang: Natürlich keine Meldung vom FSC, totes Schweigen…. wie nicht anders zu erwarten, Schwanz einziehen, wie ein kranker Hund…. nur das mittlerweile der FSC, auch wieder ohne jede Begründung, die Diplomarbeit von Frau Förste öffentlich als “nicht wissenschaflich” agkanzelt. Ob er sie wohl gelesen hat? Warum nur dann gibt er nicht eine Begründung warum sie nicht wissenschaflich ist? Man kann es nur erraten. Erst grosse Klappe, dann sinnfreie Leere…
    gruss
    gerriet

  9. Für mich st der verlogene FSC gestorben! Vielen vielen Dank für die vielen & und genauen Erläuterungen Gerriet Harms. Wieviele Jahre besteht der FSC bereits. Hat der verlogene Herr Uwe Sayer nicht schon lange genügend Zeit gehabt um intensiv an der Verbesserung des FSC-System zu arbeiten und dies nicht erst wenn seine verlogenen Machenschaften ans Tageslicht kommen? Gruss Susann

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