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Fressnapf vollzieht Rebranding

Fressnapf Logo (Bildmarke), Quelle: Fressnapf
Fressnapf Logo (Bildmarke), Quelle: Fressnapf

Die Fressnapf-Gruppe, eigenen Angaben zufolge europäischer Marktführer für Heimtierbedarf, tritt seit Mai mit neuem Markenauftritt auf. Die Implementierung des neuen Markendesigns samt Logo vollzieht sich bereits sei gut einem Jahr – nun wurde das neue Markendesign von Fressnapf samt Petmoji ganz offiziell vorgestellt.

Der erste „Freßnapf“-Fachmarkt wurde 1990 in Erkelenz (NRW) von Gründer Torsten Toeller eröffnet. Heute ist die Fressnapf-Gruppe, zu der mehr als 2.100 Fressnapf- bzw. Maxi Zoo Märkte sowie über 18.000 Beschäftigte aus über 50 Nationen gehören, in 14 Ländern aktiv. In Deutschland wird die überwiegende Anzahl der Märkte von selbstständigen Franchisepartnern betrieben, im europäischen Ausland als eigene Filialen.

Vor dem Hintergrund einer strategischen Neupositionierung, weg vom produktfokussierten Versorger, hin zum Omnichannel-Anbieter und Umsorger fürs Miteinander von Mensch und Tier, hat die Fressnapf-Gruppe ihren Markenauftritt modifiziert und weiterentwickelt. Das bislang seit Gründung des Unternehmens verwendete Logo macht Platz für ein lächelnden Tiergesicht.

Auszug der Pressemeldung

Matthias Bauer, Senior Vice President Customer Experience bei Fressnapf: „Das Rebranding mit neuem Unternehmenslogo übersetzt unser Markenversprechen ‚Happier Pets. Happier People‘ in ein zeitgemäßes Design. Es ist vielseitig einsetzbar und in physischer sowie digitaler Umgebung schnell zu erfassen. Für mich ist das sogenannte ‚Petmoji‘ eine disruptive Veränderung des bisherigen Markenauftritts, die unsere Neupositionierung unterstreicht und somit der konsequente nächste Schritt unserer Transformation vom Versorger zum Umsorger ist.“

Fressnapf Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Fressnapf, Bildmontage: dt
Fressnapf Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Fressnapf, Bildmontage: dt

34 Jahre lang ist das Fressnapf-Logo in nahezu unveränderter Form im Einsatz gewesen. Gründer und Inhaber Torsten Toeller persönlich hatte es entworfen. Auf die illustrative Hund-Katze-Darstellung samt rotem Fressnapf mit eingebettetem Fressnapf-Schriftzug folgt ein Logo mit einem simplifizierten Tiergesicht als Bildelement.

Angelegt ist das neue Logo klassisch als Wortbildmarke. Die Bildmarke, ein Tiergesicht mit Emoji-Anleihen, ist der nunmehr rein in Kleinbuchstaben gesetzten Wortmarke vorgestellt. Das neue Markenlogo transportiert „genau die richtige Mischung aus Nähe, Vertrauen und Leichtigkeit, die wir beim Einkaufserlebnis erzeugen wollen“, so Fressnapf-CEO Dr. Johannes Steegmann.

Entstanden ist der neue Markenauftritt und die begleitende Kampagne („Glücklich, wenn ihr es seid“) in Zusammenarbeit mit Serviceplan, bereits seit 2016 Lead-Agentur der Fressnapf-Unternehmensgruppe.

Kommentar

Punkt, Punkt, Schnauzenstrich – fertig ist das Tiergesicht. So einfach kanns gehn. Trotz minimalistischer Gestaltung ein Zeichen, das in Verbindung mit der Farbe Grün Identität stiftet. Gerade die Einfachheit macht das Fressnapf-Petmoji einprägsam. Eine gekonnte Weiterentwicklung und gelungene Modernisierung des Ursprungslogos, das von jeher zu kleinteilig geraten ist. Auch der starre Aufbau mit eingebetteter Wortmarke stellt hinsichtlich heutiger multimodaler Markenkommunikation ein Hindernis dar. Schön wie im neuen Markenlogo das Belecken der Schnauze als Kernaussage, als zentrale visuelle Botschaft herausgearbeitet und die Redundanz (Fressnapf im Namen und in der Grafik) aufgelöst wurde.

Die Emojitisierung ist weiterhin in vollem Gange (siehe gleichnamige Buchvorstellung Anfang des Jahres im dt). Auch das kürzlich vollzogene Redesign beim Hannoverschen Nahverkehr Üstra verdeutlicht: der Trend hin zum Smiley im Logo ist ungebrochen. Unternehmen und Hersteller versprechen sich von dieser Maßnahme eine emotionale Aufwertung der Marke. Emotionalisierung. Passend zur strategischen Ausrichtung, also weg vom Produkt, hin zum Konsumenten und dessen Bedürfnisse und Erwartungen, ja mehr noch zu den Lebenswelten der Kunden.

Eine Marke möchte heutzutage Teil der Lebenswelten der Menschen sein – als Freundin, die mit Rat und Tat zur Seite steht. Und die freilich, sofern sich die Gelegenheit bietet, mit passenden Produktlösungen um die Ecke kommt. Branding ist heute mehr denn je eine vertrauensbildende Maßnahme (Stichwort „Umsorger“ innerhalb der PM). Es gilt ein persönliches Verhältnis aufzubauen. Auch deshalb werden wir als Konsument von immer mehr Marken und Unternehmen geduzt. Was nicht jedem/jeder gefällt. Und wir werden von immer mehr Marken- und Unternehmenslogos angelächelt (siehe Abb. unten). Beides, lächeln und duzen bzw. die persönliche Ansprache, kann helfen Barrieren abzubauen. Obendrein bekommen wir, die wir angelächelt werden, gute Laune. Dank Resonanz-System in unserem Gehirn, den Spiegelneuronen, können wir meist gar nicht anders. Ein Phänomen, das sich auch Unternehmen im Zusammenhang mit Branding und Werbung zunutze machen.

Weitere Logos mit Smiley:

Logos mit Smiley

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Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 25 Kommentare

  1. schade, dass man sich primär für die
    negativ variante entschied – hat so etwas
    von einer katze, die ihr gesicht in mehl
    tauchte… und wirkt eher befürchtend.

    ansonsten scheint mir das redesign
    zeitgemäß, eigenständig und gelungen.
    wobei die animation sicher stimmiger
    ist als das 80er jahre stockart jingle.

  2. Bei den Mediendateien ist eine reale Storefront mit neuer Gestaltung abgebildet: Da wiederum bekommt das „smiley“Logo mit dem dünnen roten Rand des Leuchtkastens etwas mehr „Körper“ – auch wenn die Anordnung im quadratischen Kasten zentriert sehr / zu simple gelöst ist.
    Irgendwie ist es eher die B-Lösung: Billig, aber bragmatisch. Braktisch halt. Grün geht gut. 😌

  3. Hund oder Katze?
    Fressnapf will hier vermutlich einen Ersatz für beide Tiere des alten Logos schaffen und erzeugt so (zumindest für meine Wahrnehmung) einen Zwitter der gruselig aussieht.
    In Kombination mit dem grünen Background und der Zunge funktioniert das nicht – obgleich die Grundidee des Logos nicht falsch ist.

  4. Ich finde es leider nicht gelungen. Als ich das Bild im Newsletter sah war meine erste Assoziation, dass es sich um ein schlechtes Kindergekritzel in Microsoft Paint handelt.

    Das Signet ohne Schriftzug funktioniert aus meiner Sicht gar nicht. Ich finde die Form furchtbar und dilettantisch. Es wurde außerdem über die Zunge von den Anderen schon genug gesagt: man braucht mind. 5 Sekunden, um diese einzuordnen. Ich weiß jetzt nicht, ob es an der Position oder an der Größe oder an was anderes liegt.

    Das alte Logo ist auch kindisch, aber sympathischer. Es hat dieses “alt und eingesessen” Look, das ich manchmal mit bodenständigen Unternehmen verbinde. Die Botschaft: “wir waren schon hier, als das modern aussah”. Angesichts ihrer Unternehmensgröße ist es aber nicht mehr zeitgemäß oder zu entschuldigen.

    Die neue Farbe und den Schriftzug finde ich andersrum im Vergleich zu den alten eher aufwertend.

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