ffn untersagt gemeinnützigem Verein die Verwendung seines Logos
Der private Hörfunksender radio ffn (Niedersachsen) ließ durch einen Anwalt dem Freifeld e.V., einem gemeinnützigen Verein zur Förderung von Kunst und Kultur, eine Unterlassungserklärung zukommen. Nach Ansicht des Senders bestünde eine Verwechslungsgefahr, seien die Ähnlichkeiten zwischen dem Senderlogo (Abb. rechts) und dem Festival-Logo (Abb. links) zu groß.
Der Streitwert wurde von ffn auf 50.000 Euro festgelegt. Angesichts dieser Summe sah man sich im Verein gezwungen, die Unterlassungserklärung zu unterschreiben, die Freifeld e.V. ein Tag vor Beginn des Festivals zugestellt worden ist.
Im Vergleich zu den Logodubletten aus der Reihe „Logo von Geburt an getrennt“ halten sich in diesem Fall die Ähnlichkeiten in Grenzen. Nicht nur die unterschiedliche Farbgebung sorgt für Differenzierung, auch aufgrund des Aufbaus ist eine Verwechslung eigentlich ausgeschlossen. Im Festival-Logo gehen Wortmarke und der offene Rahmen eine Verbindung ein, im ffn-Logo sind diese beiden Elemente klar von einander getrennt, zudem ist der Rahmen geschlossen.
Im Aufbau sind die Unterschiede signifikant, gleiches lässt sich auch über die reine formal-ästhetische Qualität sagen. Während sich das Festival-Logo durch seine Einfachheit auszeichnet und dadurch modern wirkt, ist das ffn-Logo eher überladen und wirkt vergleichsweise bieder. Im Grunde genommen ist die einzige Gemeinsamkeit der Einsatz der beiden Minuskeln „ff“.
Weiterführende Links:
- Shitstorm über Radio ffn | oldenburger-onlinezeitung.de
- Alexandre Jasionowski, Gestalter des Freifeld-Logos, äußert sich auf Facebook
Update 05. Mai 2014
Mit der Vorstellung eines neuen Logos ist die Geschichte nun zu Ende gegangen.







@ margit
Ich behaupte allen Ernstes, dass das Sender-Logo eine nahezu quadratische Form hat, denn ein echtes Quadrat würde vom gewöhnlichen Betrachter aufgrund einer optischen Illusion – nach der der Mensch Vertikale besser und bevorzugter erkennt als Horizontale – falsch (!) als hochkant stehendes Rechteck wahrgenommen! Erst ein Quadrat, das leicht “zusammengequetscht” wurde, bei dem also die Höhe geringfügig kürzer als die Breite ist, wird optisch als perfektes Quadrat gesehen, obwohl es eigentlich ein querformatiges Rechteck ist! Probieren Sie’s aus, Sie werden staaaaaunen …… (Expertenwissen, übrigens, nicht meine Privatansicht!!!)
So viel Nachhilfe bitte schön zu Ihrer vorlauten “Belehrung” »Quadrat vs. Rechteck«! Noch Fragen?
Worin ich Ihnen aber gern zustimme, ist der durchaus wahrzunehmende leichte Unterschied, wonach das ffn-Logo eher querformatig und das Freifeld-Logo eher hochkantig wirkt, mehr aber auch nicht!
Ich nehme also Ihre kleine Störung sportlich und komme wieder zurück auf meine unterstellte magische Wirkung des Quadrats an sich, die beiden Logos eine signifikante, unverwechselbar verwechselbare und ……………………. naja, noch mal wiederhole ich mich jetzt nicht, keine Lust.
@ Andere_Ansicht
Es tut mir ja sehr leid, aber ich muß sie wieder einmal belehren. Ihr Zitat:
Erst ein Quadrat, das leicht “zusammengequetscht“ wurde, bei dem also die Höhe geringfügig kürzer als die Breite ist, wird optisch als perfektes Quadrat gesehen
Ein optisches Quadrat ist aber nicht in der Höhe geringfügig kürzer sondern höher. Es ist also umgekehrt als beim ffn Logo das in die Breite gezogen wurde.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Abbildung_optisches_quadrat.gif
>@Andere_Ansicht Deine Ansicht scheint Dir ja selbst nicht geheuer zu sein,
>denn sonst hättest Du dich nicht hinter der Anonymität versteck
Ein Argument steht für sich ganz unabhängig von wem es kommt. Anonymitätsvorwürfe werden erfahrungsgemäß immer dann eingesetzt wenn die eigenen Sachargumente knapp werden.
Ich bin jedenfalls etwas verwundert daß hier die Offensichtlichkeiten geleugnet werden. Der Radiosender hat berechtigten Anlaß: In beiden Fällen Musik und man kann es als Redesign mißverstehen.
Da kann man bis ins Unendliche über Farben und Minuskel philosophieren, das ändert alles nichts.
Am bezeichnendsten eigentlich die Reaktion des Vereins. Selbstverständlich war der sich dieser Ähnlichkeit und des Interessenkonfliktes genauestens bewußt. Die Leute sind ja schließlich nicht blöd.
Klaus, selbstverständlich steht ein Argument, ein Kommentar nicht bezugslos im Raum. Wenn wir sachlich und fair miteinander diskutieren wollen, denn dafür setze ich mich ein, dann spielt natürlich auch eine Rolle, WER etwas sagt und WIE er es sagt. Stichwort Augenhöhe. Wer von Anfang an sich lieber in der Polemik verstrickt („…der pöse pöse Dudelfunk…“) statt ECHTE Argumente vorzubringen – denn, wie ich schon sagte, konnte ich bei dem entsprechenden Absender kein solches erkennen, wie übrignes auch die jüngsten Beiträge zeigen (Quadrat/Rechteck), zudem pauschal den hier Kommentierenden eine „politisch motivierte Parteiigkeit“ unterstellt, wird nicht umhin kommen, dass ich ihn eben auch auf das WER und WIE hinweise. Der Ton macht umso mehr die Musik, wenn die Anonymität, für die es sehr wohl auch gut Gründe gibt, als Deckmantel dafür missbraucht wird, sich mehr auf andere Diskutanten einzuschießen, anstatt sachlich seine Argumente vorzubringen.
Nochmals, um zu verdeutlichen, worum es geht: Nur weil Ähnlichkeiten in der Schreibweise vorliegen – in der Gestaltung selbst gibt es mehr Unterschiede, denn Gemeinsamkeiten –, die im EINZELFALL die Möglichkeit der Misinterpretation ermöglichen, sollte man nicht als ERSTE aller möglichen Optionen den Weg über ein Anwaltsbüro gehen.
Nicht die Reaktion des Vereins ist das Bezeichnende, sondern, dass diejenigen, die das Vorgehen von ffn gutieren, nicht erkennen, wie UNWICHTIG Markenschutz in diesem Fall eigentlich ist. Hier geht es doch um weit mehr als um den Schutz eines Logos! Wer, wie ffn in diesem Fall, derart offensiv auf den Markenschutz pocht, dem muss man die Fähigkeit zum Dialog absprechen. Dass dies ausgerechnet einen Radiosender trifft, dem per se eigentlich viel am Dialog gelegen sein sollte, weil dies nun einmal sein Geschäft ist, macht die Sache delikat. Meines Erachtens offenbart der Sender in der Art des Vorgehens eine seltsam gestrige Unternehmenskultur, wenn man in diesem Fall noch von Kultur sprechen kann.
Ich bin was das eigentliche Thema angeht ganz auf der Linie des Beitrags…
Aber die hier von Achim vertretene Einstellung halte ich für fatal (sich seiner Implikationen nicht bewusst) und geradezu kindisch. “Eine anonyme Meinung ist die Bytes nicht wert mit denen sie gespeichert wurde.” Wo ist denn bitte das Problem, sich inhaltlich mit den Aussagen von Andere_Ansicht zu beschäftigen? Wenn sie murks seien sollten würde man dies doch auch so mitbekommen – und das unabhängig davon ob sich dahinter jetzt ein erfahrener Markenrechtsanwalt ist oder BWL-Student im ersten Semester…
Geradezu paradox ist doch auch der Umgang gegenüber Andere_Ansicht, dem Achim einerseits Polemik vorwirft, aber sich dann wie folgt äußert “Deine Ansicht scheint Dir ja selbst nicht geheuer zu sein, denn sonst hättest Du dich nicht hinter der Anonymität versteckt.” – was nun mal nichts weiteres ist als ein persönlicher Angriff, der nichts mit dem Thema zu tun hat (die Grätchenfrage ist natürlich, ob das bei einem Anonymen möglich ist ;-) ).
Konstruktive Kommentare bevorzugt und die Auszeichnung von besonders wertvollen Kommentaren fand ich bis jetzt bei diesem Blog immer sehr erfolgreich und gelungen. Aber ein konstruktiveren Umgang auch von Seite des Hausherren würde ich mir manchmal doch wünschen.
Auch wenn es nicht zum eigentlichen Thema gehört, gehe ich nochmals auf folgende Punkte ein:
Lieber Anon, Du bist der einzige, der dies behauptet. Natürlich können auch anonym verfasste Kommentare sehr wertvoll sein. Das ist nicht der springende Punkt und auch nicht der Grund, weshalb ich besagten anonymen Kommentierer in die Pflicht genommen habe.
Es ist halt so, dass es auch, und gerade in diesem Fall, da viele Mitkommentierer in den Generalverdacht genommen wurden, entscheidend ist, WIE und WER etwas sagt (siehe auch Kommentar vom 14.09). Dass mir Kommentare von Menschen, die ihre Identität preisgeben, lieber sind, daraus habe ich noch nie einen Hehl gemacht. Beschimpfungen aus dunklen Ecken gibt es auf YouTube und andernorts zuhauf. Unter Diskussionskultur verstehe ich einen Dialog auf Augenhöhe.
Wenn Du die Diskussion in Gänze verfolgst, dann wirst Du sehen, dass sich ausführlichst inhaltlich mit den von dem entsprechenden Kommentierer aufgestellten Thesen und Ansichten beschäftigt wurde.
Natürlich steht es Dir frei, meinen Moderationsstil zu kritisieren. Fair wäre es allerdings, wenn Du auch die dem „persönlichen Angriff“ vorausgehenden Vorwürfe (siehe Kommentar vom 14.09) hierbei berücksichtigtest.
Es ist einfach schade, dass insbesondere die anonym Kommentierenden, zu denen auch Du zählst, Anon, enorm hohen Aufwand betreiben, Nebenschauplätze zu erörtern, anstatt sich mit dem eigentlichen Thema zu beschäftigen. Ein Satz zum Thema, drei Absätze offtopic. Ich kann Alexandre Jasionowskis Unmut in diesem Punkt sehr gut nachvollziehen. Das Thema selbst gewinnt dadurch sicherlich nicht.
Als Betreiber sehe ich mich vor der Herausforderung: unterbinde ich Randdiskussionen wie diese, wird mir, wie von Dir Anon, ein zu rigides Vorgehen vorgehalten. Schenke ich ihnen zu viel Raum, leidet das Niveau der eigentlichen Diskussion und genau das möchte ich vermeiden.
Wofür ich werbe, ist Offenheit, der respektvolle Umgang miteinander und die Ausrichtung auf das jeweilige Sachthema. Und nur, um es klar zu stellen: Was ich NICHT möchte ist, dass im dt nur unter Echtnamen kommentiert werden kann. So wie es ist, hat es in der Vergangenheit gut funktioniert. Ich hoffe, das klappt auch weiterhin. Wer kommentiert, muss seinen Echtnamen nicht preisgeben. Ein fairer Umgang mit Mitdiskutanten sollte selbstredend sein, egal ob man seine Identität preisgibt oder nicht.
Da viele angestellt bei Agenturen arbeiten, verstehe ich gut, dass sie bevorzugen, ihren Echtnamen eben nicht preiszugeben.
Allerdings (das ist dann der Kollateralschaden = der leicht ungute Beifang) gibt es immer wieder Leute, die gern anonym und inkongruent herumpolemisieren. Eine gute Debatte muss das in meinen Augen aushalten können. Unschön wird es halt dann, wenn einer mit offenem Visier argumentiert und dann von hinten aus den Büschen zerpflückt wird. Ich würde das asynchrone Kommunikation nennen, die es leider immer mal gibt. Und schön, dass es einen Blog-Hausherrn/Hausdame gibt, der sich dazu ausführlich äußert. Das kenne ich nicht so oft und gefällt mir gut.
Damit kein falscher Eindruck ensteht: Das sehe ich ähnlich und finde ich genauso löblich. Die Probleme (und gleichzeitig Vorzüge: Es senkt ja unter anderem die Hemmschwelle seine Meinung kundzutun) bei anonymen Kommentatoren sind mir duchaus bewusst, ich hatte aber nie das Gefühl, dass die Diskussionskultur im dt darunter gelitten hätte bzw. die Probleme hier besonders zu Tage treten und fand gerade deswegen die Kritik an Andere_Ansicht ob seiner (fehlenden) Identität vollkommen unberechtigt.
Nope, meistens nicht. Und die Gründe dafür wurden denke ich schon zu Genüge erläutert.