Wo man nur hinschaut – ob Visa, Yahoo!, Ebay oder Saint Laurent – mittlerweile verlieren sich immer mehr Marken, wenn es um die Gestaltung des Logos geht, in der Beliebigkeit. Eine Entwicklung, die eng verbunden mit der Globalisierung ist. Heutzutage erscheint es schwieriger denn je, sich einem solchen Marketing-Minimalismus zu widersetzen. Umso erfrischender, dass ausgerechnet ein Unternehmen mit dem Namen „Globus“ von diesem globalen Trend offenbar nichts wissen will.
Natürlich ist der Zug, Logos mit Verläufen auszustatten, schon seit geraumer Zeit abgefahren. Wie die oben genannten Beispiele zeigen, geht es in Sachen Logoentwicklung in die entgegengesetzte Richtung. „Weniger ist mehr“ lautet das Motto, seit Flat Design mehr denn je.
Die Globus-Gruppe hingegen stattet im Zuge eines kleinen Facelifts ihr Logo mit Verläufen aus, die der Wortbildmarke nun Plastizität verleihen. Die Grundform des Logos bleibt nahezu unverändert. Die Umrandung der Schrift entfällt, die Linien des Globus’ wurden verstärkt. Wozu das gut sein soll, bleibt offen. Wenn das Ziel gewesen ist, dem Logo zu mehr Wertigkeit zu verhelfen, dann hätte man auf den halbherzigen Glossy-Look verzichten und stattdessen die Auflösung der Verzerrung innerhalb der Wortmarke verfolgen sollen. So schauts halt nach wie vor wie das Logo eines Speditionsunternehmens aus (Ausrichtu…
Wo man nur hinschaut – ob Visa, Yahoo!, Ebay oder Saint Laurent – mittlerweile verlieren sich immer mehr Marken, wenn es um die Gestaltung des Logos geht, in der Beliebigkeit. Eine Entwicklung, die eng verbunden mit der Globalisierung ist. Heutzutage erscheint es schwieriger denn je, sich einem solchen Marketing-Minimalismus zu widersetzen. Umso erfrischender, dass ausgerechnet ein Unternehmen mit dem Namen „Globus“ von diesem globalen Trend offenbar nichts wissen will.
Natürlich ist der Zug, Logos mit Verläufen auszustatten, schon seit geraumer Zeit abgefahren. Wie die oben genannten Beispiele zeigen, geht es in Sachen Logoentwicklung in die entgegengesetzte Richtung. „Weniger ist mehr“ lautet das Motto, seit Flat Design mehr denn je.
Die Globus-Gruppe hingegen stattet im Zuge eines kleinen Facelifts ihr Logo mit Verläufen aus, die der Wortbildmarke nun Plastizität verleihen. Die Grundform des Logos bleibt nahezu unverändert. Die Umrandung der Schrift entfällt, die Linien des Globus’ wurden verstärkt. Wozu das gut sein soll, bleibt offen. Wenn das Ziel gewesen ist, dem Logo zu mehr Wertigkeit zu verhelfen, dann hätte man auf den halbherzigen Glossy-Look verzichten und stattdessen die Auflösung der Verzerrung innerhalb der Wortmarke verfolgen sollen. So schauts halt nach wie vor wie das Logo eines Speditionsunternehmens aus (Ausrichtu…
Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.
Über den letzten Satz musste ich (als Saarländer) schmunzeln. Gab es etwa schon Beschwerden von meinen Landesgenossen, dass die Formulierung nicht korrekt war, wenn es so betont hervorgehoben wird? :D
Oh…ah… nein… Olly. Der Satz spielte auf eine Formulierung innerhalb des Anreißers an. Diesen habe ich in der finalen Fassung aber noch einmal überarbeitet gehabt, sodass der letzte Satz aus dem Zusammenhang gerissen wird, weshalb ich ihn soeben gelöscht habe.
Vielleicht hat man sich an den ausgewaschenen, von oben ausgeblichenen Schildern außen an den Geschäften orientiert, sodass man diese nun getrost so lassen kann, denn das offizielle Logo sieht nun auch so aus… Grafiken und Drucksachen auszuwechseln geht nun mal schneller und billiger als ganze Schilder. (PS: Nur ne Theorie!) ;-)
Hach herrlich erfrischend! Ich finde Globus hat es richtig gemacht. Dieser Flatstil den nun alle machen, wird eh langsam nervig. Ich find es schaut nun wertiger und frischer aus.
PS: Was kommt eigtl nach Flatdesign?
@Patrick: Ich tippe auf Verbreiterung; ich meine nämlich schon beobachten zu können, das Schriftzüge mehr in die Breite gehen und die Abstände zwischen den breiten Buchstaben zunehmen.
Ein wenig schizophren ist der Post ja schon. Zum einen beklagst du zu Recht die Beliebigkeit vieler aktueller Redesigns, zum anderen forderst du diese für Globus gerade zu:
Das wirkt so als willst du sagen: Am besten lieber nen einfacher Kreis statt nem Globus mit Linien, Glossy-Look weg und damit wie alle zum Flat-Design wechseln und die Wortmarke unverzerrt und vielleicht noch in einer moderneren Schrift wie es z.B. ebay und Hertie gemacht haben.
Anon, ich denke, da interpretierst Du mehr in meine Zeilen hinein als ich zum Ausdruck bringen möchte. Es ist doch schön, dass es zwischen Flat Design und Skeuomorphismus, zwischen Helvetica und schrullig-verzerrter Typo-Eigenlösung und zwischen monochrom und quietschbunt genug Spielraum für Gestaltung gibt.
Alles flat wäre ziemlich fad.
Bei der Diskussion gibt sich wieder eine Frage an die Profis hier… soweit ich weiß, muss man ja Bild-Markenzeichen entsprechend registrieren lassen, damit sie geschützt sind.
Globus hat hier ein recht glänzendes Logo gezeigt, das sich sicherlich auf dem ein oder anderen Werbeflyer oder Plakat nicht schlecht macht, bunt und verspielt. Manchmal aber ist es ja so, dass Prospekte günstig gedruckt werden oder man das Logo in einfacher Form benötigt wird, wie z.B. in Briefköpfen. Da ist es entweder zu klein oder die Qualität der Drucklegung zu schlecht für Verläufe und dergleichen. Das versteht man ja dann unter der Verwendbarkeit mit verschiedenen Medien und Materialien.
Was mir jetzt in dem Zusammenhang nicht klar ist… wieso stellen Unternehmen nicht immer die “einfache” Variante vor, sondern zeigen so eine “verspielte” Variante…?
Gibt es Logos nicht immer in verschiedenen “Detailgraden” bzw. “Qualitäten”? Je nach Bedarf kann es ja sein dass man mehr Schein und “Bling Bling” benötigt oder weniger, je nachdem was man damit macht, oder?