Emblem der FIFA Frauen-WM 2019

FIFA Women's World Cup 2019 Logo

Die FIFA hat vor wenigen Tagen im Pariser Musée de l’Homme im Rahmen einer Präsentation das offizielle Emblem und den Slogan der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in Frankreich 2019 vorgestellt. „Dare to Shine“ lautet der Slogan, der seitens der FIFA mit „Zeit zu glänzen“ übersetzt wird.

Auszug der Pressemeldung

Frankreich gilt oft als Inbegriff von Geschichte und Stil – zwei Elemente, die auch das Emblem aufgreift. Dieses zeigt die Trophäe des Wettbewerbs, gehüllt in die Streifen einer klassischen Matrosenbluse, wie sie französische Seeleute einst trugen und manch Modebewusste dies heute wieder tun. Gekrönt wird die Trophäe von einem stilisierten Fussball, umgeben von acht Lichtsplittern als Symbol für die achte Austragung der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™.
„Das Emblem und der Slogan des Wettbewerbs widerspiegeln die Mischung von Geschichte, Stil und Innovation, die für Frankreich so typisch ist, und ich bin überzeugt, dass wir dank des Einsatzes und Engagements sowohl des LOC als auch der Spielorte im ganzen Land ein unvergessliches Turnier erleben werden“, so FIFA-Präsident Gianni Infantino.

FIFA Women's World Cup 2019 Logo

Kommentar

Eine klassische Matrosenbluse. Okeee. Tres chic, jedenfalls wenn man auf Matrosenblusen steht. An der Form störe ich mich allerdings weniger als an der Sprache bzw. der über die Sprache zum Ausdruck gebrachten Einstellung. Wenns um die Männer geht, kann es bei der FIFA zuweilen gar nicht genügend Kraftausdrücke geben, mit denen ein Logo wie auch die jeweilige Sportveranstaltung selbst zelebriert wird. Stehen hingegen 22 Frauen auf dem Platz, brauchts natürlich irgendeinen herbeigedichteten Bezug zu Mode, Fashion und Kultur. Frauen stehen halt auf so einen Kram. Oh mei, oh mei.

Weiterführende Links

18 Kommentare zu “Emblem der FIFA Frauen-WM 2019

  1. Gefällt mir persönlich leider nicht. Die Typografie-Treppe ist unschön, das “TM” viel zu groß und genau wie der Name wahllos und mit nichts bündig platziert.

    Wirkt leider auf mich wie eine von vielen Varianten, welche noch nicht reingezeichnet wurde.

  2. Die Typo ist fürchterlich “weiblich”. Die Argumentation des Signets ist eher lächerlich, formal finde ich es allerdings gelungen. Wenngleich es besser zu einem Artistenfestival oder ähnlichem passen würde.

      • “Weiblich” kann ich auch nicht sagen; “dornig” trifft´s eher.
        Etwas besonders weiblich aussehen lassen zu wollen ist ohnehin stacheliges Terrain, da sich heutzutage viele Frauen sicherlich auch nicht mehr in einer einheitlichen Zuschreibung wiederfinden können.
        Gilt für Männer auch, die sind schließlich “immer” bärtig, fleischfressend und biersaufend, kraftstrotzend, potent, haarig und herrschend.

  3. Ich finde das Logo eigentlich gar nicht so schlecht. Dass das TM zu groß ist, ist wahr. Aber das macht nicht das ganze Logo schlecht. Die Entwicklung, das einst starre Logo-Framework aufzulösen begrüße ich.

    Die ganze Logo-Feierei, die von den Verfassern der Pressemitteilungen im Adjektiv-Generator zusammengewürfelt wurde, darf man mE nicht zur Grundlage einer Beurteilung machen. Ich finde diese in den meisten Fällen fürchertlich lächerlich.

  4. Der Stil “Matrose” gilt als gay. Männliche Homoerotik, auch und gerade in der Fashion-Szene. Stichwort Jean Paul Gaultier.
    Mir erschließt sich nicht, wie das ausschliesslich als typisch weiblich konnotiert werden soll. Für Frauenfußball ziemlich verfehlt.

  5. Schon farblich voll daneben: Wo sind Lila und Pink? Außerdem hätte man noch ein paar Herzchen, Kätzchen und Bussi-Bussi-Smileys einbauen können. Und vielleicht auch noch irgendwas Esoterisches.

  6. Erst hatte die FIFA jahrelang diesen komischen Rahmen, und jetzt bestehen die Logos nur noch aus der jeweilige Trophäe die man irgendwie “künstlerisch” so gestaltet das man irgendwie einen Bezug zum Gastgeber konstruieren kann.
    GÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄHN

    • Interessanter als die Feststellung, dass man sich hier natürlich an einem fixen Thema (Fußball – Menschen – Trophäe) nen Wolf abgestaltet, wäre doch mal ein Ansatz, eine Idee. Etwas, was alle zufriedenstellt (Verantwortliche in den oberen und unteren Reihen), einen einzigartigen Look hat (unique, noch nie dagewesen) und nicht das Thema verfehlt (Fußballturnier).

      Hast du eine?

  7. Eine Frau in einem schicken Abendkleid, bauchfrei natürlich, den rechten Busen keck in Szene gesetzt und ein großer runder Kopf mit ziemlich üppigen Lippenstift. Oweia. Kann mir kaum vorstellen das die Fussballerfrauen sich selbst so dargestellt sehen wollen. Und dann noch der Slogan “Dare to Shine”. Unabhängig von der handwerklichen Qualität und der Typo würde mich hier mal interessieren aus welchem Lager der oder die Urheber/in kommt. Männlich, Weiblich, Fussballaffin?

    • Wenn ich mich auf Ihre Imagination einlasse, wenn man sich den merkwürdigen Matrosen-Pott figürlich vorstellt als Frau im Abendkleid, dann imaginiert man oben am Kopf eine Hand.

      Die sich entschieden auf die Stirn haut.

      Da der sehr runde Vollmond-Kopf mächtig am Glühen ist, nehme ich an, die Wespen-taillierte Figurine schämt sich zusätzlich auch noch sehr.

      Danke RobinKlein für die Idee mit dem Abendkleid.
      Das Rätseln ist zu Ende, jetzt gibt das Ding einen – unfreiwilligen – Sinn.

      Sorry Achim, diese unfreiwillige Steilvorlage der FIFA ist einfach zu schön. MIndestens ein Fallrückzieher rein ins Kontor ist da fällig.

  8. Die Matrosenbluse bzw. das Marinière wurde von Coco Chanel entdeckt und in die Mode eingeführt. Vor genau hundert Jahren war dies nicht weniger als eine Revolution. Ein bis dahin männliches Kleidungsstück wurde für die Damenmode erobert. Hier sehe ich eine Analogie zum Frauenfußball. Auch die französische Kultur wird meines Erachtens auf diese Weise visuell repräsentiert. Eine andere Frage ist, ob das Logo auch stilistisch dem historischen Vergleich standhält.

  9. Das soll französische Kultur repräsentieren? Sorry, aber für mich sieht das mehr nach formal in jeder Hinsicht völlig überladenem „Kirmes-Design“ aus – das haben die Frauen nun wirklich nicht verdient! Dabei gibt es – vermutlich auch in Frankreich – so viele gute Designerinnen, die es sicher besser gekonnt hätten…

Kommentar verfassen

Folgende HTML-Elemente können verwendet werden: <b> <i> <img src="meineurl"> <a> <blockquote>