Eine neue Typo für DKNY

DKNY Logo

Die Modemarke DKNY, 1984 von der Modedesignerin Donna Karan in New York gegründet, bekommt ein „neues“ Logo. Anlass für das dezente typographische Facelift ist Karans Rücktritt Ende Juni dieses Jahres als Chef-Designerin bei DKNY.

DKNY Logo – voher und nachher

Der DKNY-Schriftzug ist fortan in der Schrift Franklin Gothic gesetzt, einem „bold American font“, wie es die beiden nun allein verantwortlichen DKNY-Designer Dao-Yi Chow and Maxwell Osborne formulieren. Auf WWD skizzieren sie die „Reise“, auf der sich die DKNY derzeit befände. Die deutlich schmaler geschnittenen Buchstaben sollen nach Auffassung der Designer an Straßenmarkierungen erinnern, wie man sie in New York antrifft. Unter anderem nutzt das Museum of Modern Art (MoMA) die von Morris Fuller Benton im Jahre 1903 gezeichnete Franklin Gothic als Hausschrift.

DKNY Logo

14 Kommentare zu “Eine neue Typo für DKNY

  1. Der alte Schriftzug hatte etwas weibliches an sich. Aber DKNY stellt nicht nur Produkte für die Frau her. Daher ist der neue etwas neutraler gehalten. Trotzdem sehr schade, denn wie schon geschrieben, verliert die neue Typo den Charakter des ganzen Logos.

  2. Da der Trend zur Reduktion geht, ist das nun im Zuge eines Redesigns nachvollziehbar. Ganz abgesehen davon die Marke ist so bekannt, das diese auch über den Namen und weitere visuelle Elemente funktioniert. Nivea bspw. würde auch über einen cleanen Schriftzug erkannt und weiterkonsumiert werden. Ob das so muss, steht natürlich auf einem anderen Papier.

  3. Da hier bereits zuvor nur ein einfacher Schriftzug ohne Bildmarke bestand, finde ich die Änderung ansich nicht gar zu krass. Trotzdem finde ich es schade, dass neben einem Standard-Font keinerlei Idee hinzugefügt wurde. Ein kleiner Kniff, abweichend zur Franklin-Typo hätte der Sache optisch und vorallem Design-technisch sicher gut getan.

    Scheint ja einen richtigen Lauf zu geben mit den nichtssagenden Logo-Schriftarten. Bin schon gespannt, wer oder was sich als Nächstes dem Trend anschließt…

  4. Irgendwie scheint mit das D ein wenig zu schmal – oder geht nur mir das so? Interessant wäre natürlich die Anwendung. Bei dem Etikett ist das ganze weitaus markiger und einzigartiger als alleinstehend, schon durch die ungewöhnliche Handhabung des Bandes. Sollte die Anwendung ansonsten ähnlich sein, kann das ganze durchaus funktionieren. Eine Marke ist schließlich mehr als nur eine Logoschrift.

  5. Vier Buchstaben mit Zeichendurchschuss! Hat denn heute niemand mehr Lust zu arbeiten? Ich will nicht sagen, dass es hässlich ist. Franklin Gothic ist selbstverständlich eine solide Nummer, aber als Konsument fühle ich mich nicht wertgeschätzt, wenn sich auch Luxusgüter keine Mühe mehr geben mich zu verführen. Ist die Mode ebenso generisch? Wenn ich einfach nur ok gekleidet sein möchte, kann ich auch zu ZARA gehen.
    Mal was anderes: Stilkritik in journalistischer Sache. Ich finde dt großartig und bin sehr dankbar für diesen fundierten Blog, aber eine ‚Typo‘ sowas sagen jawohl nur unkultivierte Schwätzer – keine Kenner. Möglicherweise hat Achim das extra schnodderig ausgedrückt um die Oberflächlichkeit der Arbeit zu persiflieren, dann wär’s ok. Ansonsten 4 Buchstaben sind keine Typografie (oder wovon soll das Wort ‚Typo‘ die Abkürzung sein?). In diesem Falle kann man maximal von einem Schriftzug sprechen, aber auch das wäre schon ein Euphemismus. Alternativer Titelvorschlag ‚Satzschrift statt Logo für DKNY‘.

    • Ich kenne es inzwischen aus mehreren Agenturen, dass sich „Typo“ schon lange als Synonym für Schriftart durchgesetzt hat, vielleicht eher von Typeface kommend, nicht von Typographie ;-) Also meiner Meinung nach eher Umgangssprache oder Neologismus und nicht unkultiviert.

    • Hallo Joachim,

      ich kann deine Meinung durchaus nachvollziehen – es ist nicht das mutigste oder aufregendste Logo. Aber das die Komplexität eines Logos (oder einer grafischen Arbeit im Allgemeinen) etwas über die hineingesteckte Arbeit verrät halte ich für falsch und zudem für gefährlich. Das Logo von Audi sind nur 4 ineinander ragende Ringe. Heißt das der Grafiker hätte für so wenig Arbeit nur etwa 40€ bekommen sollen?

      Und bitte nicht persönlich nehmen: Auf Fachbegriffen herumzureiten ist i.d.R. ein Merkmal von Schwätzern.

      Im übrigen find ich das Logo sehr schön – in eine ohnehin sehr schöne Schrift muss man nicht zwangsläufig eingreifen um sie origineller zu machen.

      Mit freundlichem Gruß

      Julian

      • Lieber Julian,

        vermutlich hast Du recht, im Kommentarbereich eines Blogs den Begriff „Schwätzer“ zu verwenden, kann wohl nur komisch anmuten. Der Schweigsamkeit kann schließlich nur huldigen, wer selbst die Klappe hält. Ich wollte niemanden auf den Schlips treten oder langweilen. Die Herleitung des Begriffs ‚Typo‘, die Kollege Jonas anbietet, überzeugt mich dennoch nicht. Die Kurzform von ‚Typeface‘ lautet ‚Type‘. Falsch verwendete Lehnworte egal ob aus dem Griechischen oder Englischen, finde ich ganz unerfreuliches, gerade weil das in mehreren Agenturen vorkommt.
        Deinem Punkt, dass auch eine ganz einfache Idee, wie die vier Audi Ringe ein sehr prägnantes Markenzeichen bilden können, ist selbstverständlich nicht zu widersprechen. Ich persönlich erkenne diese Art von Unverwechselbarkeit in dem vorliegenden Beispiel jedoch nicht. Wo eine eigenständige Idee fehlt, hätte mehr handwerkliche Mühe vielleicht noch etwas Charakter einhauchen können.

      • Hallo Joachim,

        Jetzt fühle ich mich ertappt, dass mich tatsächlich nur die Verwendung des Wortes Schwätzer gestört hat. Gegen Richtigstellen oder Diskutieren über Fachbegriffe habe ich natürlich nichts.

        Was die Unverwechselbarkeit angeht würde ich dir sponntan zustimmen, werde aber kommentarlos noch ein wenig darüber nachdenken.

  6. Ich musste da erstmal einen Tag drüber schlafen. Der „alte“ Schriftzug war einfach schon so bekannt und in den Köpfen der Menschen/Kreativen eingeprägt wie das Telekom „T“. Man mag sich kaum vorstellen können, was passiert, wenn die Telekom mal zu einem „T“ ohne Serifen wechseln will. Die erkennt doch keiner mehr. Ok die Telekom hat noch ihr Magenta.
    Zurück zum Thema: DKNY kommt nun mit dem neuen Gewand etwas charakterlos rüber. Keine besonderen Schriftmerkmale und keine Farbe – nichts, nada, niente, nothing. Ach doch viel Weißraum zwischen den Buchstaben, der zum Gähnen anregt. Dann können wir nur hoffen, dass sie ihre Kunden mit der Qualität ihrer Produkte überzeugen können.

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