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Ein simples Logo für SAP

SAP, das 1972 im baden-württembergischen Walldorf gegründete Software-Unternehmen, ist derzeit dabei, auf ein vereinfachtes Firmenlogo umzustellen. Das Logo wird offenbar vor dem Hintergrund der im Sommer dieses Jahres lancierten „Run Simple“-Kampagne eingeführt.

Wer einfache Softwareprodukte verkauft, braucht auch ein einfaches Logo, um authentisch zu sein, wird man sich wohl in Walldorf gedacht haben. Ohne dies in irgendeiner Form zu kommentieren, wurde das SAP-Logo in den letzten 24 Stunden an zahlreichen Stellen im Netz ausgestauscht. Im Webauftritt ist es ebenso schon zu sehen wie auf einigen Twitter– und Facebook-Accounts.

Erst Anfang 2011 wurde das SAP-Logo modifiziert. Seinerzeit wurde die blaue Hintergrundkachel mit einen Verlauf ausgestattet (siehe wiwo.de). Nun verschwindet die diagonal abgeschrägte Kachel komplett. Die weiterhin in weiß gesetzten drei Buchstaben SAP stehen fortan auf gelbem Grund. Die Wortmarke wurde dabei dezent überarbeitet: das A läuft…

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 26 Kommentare

      1. [OT] Die Anführungszeichen werden hier wahrscheinlich von einem Plugin korrigiert. Lässt sich ja testen: „so geht’s von Hand“ – “so geht’s mit Zollzeichen”;
        Binde- und – Gedankenstrich (manuell), Binde- und – Gedankenstrich (automatisch).

        Im Idealfall sorgen solche Plugins für eine korrekte Zeichensetzung, im schlimmsten Fall verhindern sie korrekte Typografie, wie beim 7″-Bildschirm (wobei man als Korinthenkacker dann gleich 7“³-Bildschirm schreiben kann).

  1. Oft ist es sicherlich gut, nur sehr wenig an einem Logo zu ändern. Hier wurde aber auf den ersten Blick nur am Hintergrund gearbeitet, beim genauerern Betrachten auch etwas am “A”. Zusätzliche kleine Korrekturen, z.B. gleiche Schrägen bei “A” und “S” wären noch machbar gewesen. Sieht zumindest minimal freundlicher aus.

  2. Schade, dass auch SAP dem derzeitigen Trend zur extremen Vereinfachung (scheinbar) blind folgt. Für mich geht hier, wie auch damals beim Verlust des WDR-Winkels oder der Unordnung im ebay-Logo das prägende Element verloren. Natürlich ist SAP auch so eine Marke, die alleine durch ihren Name für sich sprechen kann, aber die Darstellung als reine Wortmarke lässt sie gleich viel beliebiger erscheinen.

    Wenn es so weiter geht stellt selbst Coca Cola irgendwann auf Helvetica um und jede Einzigartigkeit in unserer Markenwelt geht verloren…

    Der Farbwechsel zu gelb lässt den Wiedererkennungswert natürlich nochmal sinken, gleichzeitig aber erfrischend, dass SAP versucht sich vom für den B2B-Bereich stereotypen Blau zu verabschieden.

  3. Ob die sich bei der Hintergrundfarbe am dt orientiert haben..? ;-)

    Die abgeschrägte Kachel war doch eigentlich genau das, was ein guter Firmenauftritt braucht: Einfach, simpel und doch mit deutlichem Wiedererkennungswert – selbst von weitem.
    Den Weg in die Beliebigkeit kann ich nicht nachvollziehen.
    SAP reduziert sich optisch selber zu einer Win8-App.
    Ich persönlich hätte ja vielleicht einfach nur die abgeschrägte Kachel etwas größer gemacht, damit die Buchstaben mehr “atmen” können.
    Nur, dass das A breiter geworden ist, ist eine Verbesserung.

  4. ” …simplifiziertes Firmenlogo, das seine Bildmarke verloren hat und nunmehr aus einer reinen Wortmarke besteht.”

    Kann man so sehen Achim, dass diese blauverlaufende spitze Rasiermesser-Schneide eine Art Bildmarke war.

    Nur was halt für eine. Eine Art Rasierschneide-Assoziation wie beim Gillette-Logo:
    https://www.ranklogos.com/wp-content/uploads/2012/06/Gillette_Logo.jpg.

    Wenn man nicht unbedingt ein Rasierklingen-Hersteller ist, darf man so eine splatterig-gruslig unmotivierte “Bildmarke” (eher eine Spitzfläche denn ein Bild) nach meiner emotionslosen, platten und unmaßgeblichen Ansicht als Exsider (= keine Insights zu haben in SAP-Dinge) getrost aufgeben. Egal wie gelernt und sehgewohnt die ist.

    Diese stereotype B2B-Mittelstandsblau wurde vermutlich deshab aufgegeben, weil SAP zwar angefangen hat als Anbieter für mittelständische Firmen, mittlerweile jedoch für die etwas größere Liga arbeitet. Um mal ein Sachargument zu finden jensseits von beliebigem “gefällt, gefällt nicht” und diverser persönlicher Farb-Befindlichkeiten und Farb-Niggeligkeiten.

    Ich suche jetzt gerade nach einer fundierten Begründung für dieses Maisgelb*. Rätsel.
    Bitte mir alle Argumente schicken, außer “schick”. ; -)
    (Weil sie für den gelben Kranich arbeiten …? Keine Ahnung! …. Auch Großdienstleister haben sicher gern das unwiderstehliche Bedürfnis, sich in ihrem Pfauen-Gefieder ihren Dienstherren farblich anzupassen …)

    * *launig* In der Farbpsychologie wird Gelb gern für Reichtum genommen. Aber auch als anregende und appetitanregende Farbe bekannt. Für die Küchenwände eines abnehmen Wollenden eher weniger geeignet. Hier spricht eine aus Erfahrung. ;-)

    1. “Diese stereotype B2B-Mittelstandsblau wurde vermutlich deshab aufgegeben, weil SAP zwar angefangen hat als Anbieter für mittelständische Firmen, mittlerweile jedoch für die etwas größere Liga arbeitet. ”

      Andersherum wäre die Aussage richtig gewesen.
      Mittelstand ist erst in den letzten Jahren verstärkt im Fokus.

  5. Zu ” WHAT THE WORLD NEEDS NOW IS SIMPLE. “:

    Solche Marketing-Statements im Guru-Ton sind natürlich immer wohlfeil.
    Gerade bei der komplexen IT und bei komplexen Endgeräten. Steve Jobs hat es vorgemacht, dass das Bedürfnis nach einfachster Bedienbarkeit ohne “hazzle” ein sehr großes ist heutzutage.
    (Mittlerweile schaffen das ohne leichte Abzüge in der B-Note auch nicht mehr alle Apple-Erzeugnisse …)

    Dass die Dinger – SAP-Software auch nicht, gerade die nicht – unter ihrem Röckchen allerdings alles andere als simpel sind, ist eine Binse. Und fürs wohlfeile Volks-Marketing logischerweise nicht geeignet, ausgelobt zu werden.

    Dem enormen Drang zur Simplizität, je komplizierter die Welt wird, tut die nackte Wahrheit, dass das Zeug nicht wirklich simpel ist, aber keinen Abbruch.
    Ich vermute jedoch langsam, dass das Design der Sache einen Bärendienst leistet:
    Extreme Simplizität vorgaukeln, wo auch wirklich gaar keine ist.

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