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Eberswalde erhält neues Corporate Design

Eberswalde Logo – Bildmarke „Ewald“, Quelle: Eberswalde
Eberswalde Logo – Bildmarke „Ewald“, Quelle: Eberswalde

Eberswalde (Brandenburg) hat ein neues visuelles Erscheinungsbild. Die Außendarstellung der Stadt sei zuletzt uneinheitlich gewesen, das zuletzt in den 1990er-Jahren entwickelte Corporate Design entspreche nicht mehr heutigen Erfordernissen, wie die Stadtverwaltung auf der zugleich relaunchten städtischen Website erklärt.

Unter dem Motto „Verwurzelt in Tradition und stets mit Blick in die Zukunft“ hat sich die brandenburgische Stadt Eberswalde ein neues visuelles Erscheinungsbild samt neuem Markenzeichen zugelegt, einem Eber namens „Ewald“. Die stilisierte Darstellung eines Wildschweins fungiert fortan als Absender der Stadtverwaltung. In einem weiteren Schritt soll auch die touristische Außendarstellung dementsprechend angepasst werden. „Gerade in Bezug auf die Bereiche Tourismus und Stadtmarketing ist eine gemeinsame Sprache bei der Gestaltung sehr wichtig“, wie es seitens der Stadtverwaltung heißt.

Eberswalde (Brandenburg) hat ein neues visuelles Erscheinungsbild. Die Außendarstellung der Stadt sei zuletzt uneinheitlich gewesen, das zuletzt in den 1990er-Jahren entwickelte Corporate Design entspreche nicht mehr heutigen Erfordernissen, wie die Stadtverwaltung auf der zugleich relaunchten städtischen Website erklärt.

Unter dem Motto „Verwurzelt in Tradition und stets mit Blick in die Zukunft“ hat sich die brandenburgische Stadt Eberswalde ein neues visuelles Erscheinungsbild samt neuem Markenzeichen zugelegt, einem Eber namens „Ewald“. Die stilisierte Darstellung eines Wildschweins fungiert fortan als Absender der Stadtverwaltung. In einem weiteren Schritt soll auch die touristische Außendarstellung dementsprechend angepasst werden. „Gerade in Bezug auf die Bereiche Tourismus und Stadtmarketing ist eine gemeinsame Sprache bei der Gestaltung sehr wichtig“, wie es seitens der Stadtverwaltung heißt.

Eberswalde Corporate Design – Visual, Quelle: Eberswalde / YouTube

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 24 Kommentare

  1. Ich komme mit dem Eber nicht klar. Der Ansatz ist sicherlich positiv, aber das Ergebnis sieht so aus, als ob man bei der kreativen Ausführung mittendrin aufgehört hat. Auch der Font hat nix mit dem Borstenvieh zu tun – es interagiert nicht und sieht so aus, als wäre es gerade mal dazu gestellt worden.

  2. Ich weiß nicht, was ihr da Negatives seht? Das Logo ist schmuck und mit dem Ewald kann man viel Anfangen (Tshirts, Tassen ect.) … markant, einprägsam und ich finde ihn recht sympathisch, dynamisch und aus meiner Sicht lacht er fast schon. Er wirkt jung und möchte am liebsten gleich losspriten.
    Wirklich endlich mal kein langweilig-verwechselbares Erscheinungsgedöns einer Stadt, womit man auch im Merchandising viel machen kann und sich wahrscheinlich auch die Jüngeren identifizieren dürften.

    1. Sehe ich genauso!
      Finde das neue CD ne witzige Idee und den Eber knuffig. Das Design wagt sich mal was und hat Charakter. Ich kann diese – provokant formuliert – sehr deutsche Designexegese selbst nicht wirklich nachvollziehen.
      In meinen Augen viel besser als das nichtssagende vorherige Design, bei dem man sich nicht wundern muss, wenn der Schlendrian einzug hält. Ein Design in dem sich niemand wiederfindet, lädt auch nicht dazu ein sich dahinter zu versammeln und es aus eigenem Antrieb zu verwenden.

      1. Ich möchte, besten Dank David für Deinen Kommentar, auf folgende Formulierung eingehen.

        sehr deutsche Designexegese

        Ich nehme an, die Formulierung ist auf jene Kommentare gemünzt, in denen gezielt und im Detail auf die Formgebung des Ebers eingegangen wird, Stoßzahn, Fang, Maul, Mimik betreffend. Weder ist diese Art der Kritik etwas sehr deutsches, noch erscheint mir in diesem Zusammenhang den Begriff Design(exegese) treffend.

        Wer Diskussionen in Designblogs/Fachmedien in anderen Ländern verfolgt, wird schnell feststellen, dass diese in erster Linie auf die Grafik (oder etwa auch auf mikrotypographische Details) abzielende Kritik, länderübergreifend stattfindet – sie ist international, keinesfalls typisch deutsch.

        Das Grafisch-Visuelle und auch die Ästhetik sind (lediglich) Teilaspekte im Design. Ich finde es wichtig, gerade in einem Designblog, hier zu differenzieren. In den Kommentaren, auf die die Formulierung Designexegese Bezug nimmt, wird nicht das (Corporate) Design in Summe thematisiert, sondern rein die grafische Darstellung des Ebers.

        Was mich als Außenstehender abseits des Grafischen interessieren würde, ist, inwieweit Menschen vor Ort am Designprozess beteiligt wurden, Stichwort Partizipation. Weder im Webauftritt oder im Ratsinformationssystem der Stadt noch in der Lokalpresse konnte ich im Zuge der Recherche hierzu eine Info finden. Wie ein solcher Beteiligungsprozess gestaltet wird, ob es diesen gab, interessiert mich persönlich (heutzutage) mehr als die bloße Formgebung einer Grafik.

      2. Da ich auch einen der kritischen Kommentare verfasst habe, auf die du, David, dich vermutlich beziehst: Ich finde es auch total cool, dass das Design “was wagt und Charakter hat”! Aber leider wird das total überschattet von dem Umstand, dass der Eber emotional(!) bei mir das Gegenteil von dem bewirkt, was er vermutlich bewirken soll. Und so scheint es vielen anderen ja auch zu gehen. Anders als bei hier in den Kommentaren bei vielen Logos zu findender Kritik an beispielsweise Kerning, geht es nicht vorrangig um den technischen Aspekt, sondern um die unmittelbare Wirkung, die die Gestaltung auslöst. Und die scheint dann eben doch für viele eben nicht “knuffig” zu sein, sondern eher böse, grimmig, abschreckend.

        Was ich mich aber auch (inzwischen zum wiederholten Male) frage: Gibt es vielleicht hinsichtlich der Darstellung bessere Möglichkeiten, ein CD hier vorzustellen? Die Kommentare dazu beschäftigen sich oft überwiegend mit dem Logo – vielleicht auch, weil es so prominent über dem Artikel prangt und dadurch wesentlich mehr Aufmerksamkeit erfährt?

  3. Also ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum so viele von euch den Eber unsympathisch finden. Ich habe den Artikel hier überhaupt nur angeklickt, weil ich Ewald, im besten Sinne, widerborstig fand. Wortspiel beabsichtigt. Und da sind wir, meiner Meinung nach, auch beim Kern der Problematik. Ich finde die neue Wortbildmarke weißt handwerkliche Schwächen auf. Die unterschiedlichen Schriftgrößen stoßen mir sauer auf. Die Negativform im Symbol ist ja hier auch schon reichlich besprochen worden. Das alte Zeichen hingegen, scheint mir in seiner Klarheit eines zu sein, von dem Design-Dozent*innen gerne in ihren Seminaren schwärmen. So schön schlicht und dann auch sicher gut auf einen Kugelschreiber druckbar! Aber wenn es um Identitäten geht, geht es um Geschichten. Und welche Geschichte erzählt uns das alte Logo? Dass da in Eberswalde irgendwo ein Fluss einen kleinen Kick macht? Da interessiert mich der kantige Ewald einfach mehr.

    1. Das alte Logo erzählt viel Geschichte. Eberswalde ist ursprünglich eine Industriestadt am Finowkanal. Für Norddeutschland ist/war das Wasserstraßensystem bedeutend für die anliegenden Ortschaften und die dahinter liegenden Regionen.
      Andere Städte haben Burgen, Flüsse, Häfen oder römische Zentren, um die sie herum gewachsen sind. Eberswalde hat den Kanal.
      Das alte Logo ist somit durchaus identitätsstiftend.

      Wie ich in meinem ersten Kommentar schon beschrieben habe, sehe ich hier eben einen bewusst aufgezeigten Identitätswandel im Logowechsel – weg von der Industriestadt, hin zur Forstakademischen Stadt innerhalb der brandenburgischen Waldregionen.

  4. Ich stör mich eher am Schlagwort: “Näher.”

    Für mich schwingt da mit, dass Eberswalde nah an allem Möglichen ist, dort selbst aber quasi gar nichts ist. Was vermutlich näher an der Realität ist, als ich es mir vorstellen mag, aber eben doch nicht allzu werbewirksam.

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