Die WirtschaftsWoche hat ein neues Design
Das zur Verlagsgruppe Handelsblatt gehörende Wirtschaftsmagazin WirtschaftsWoche hat ein umfangreiches Redesign erhalten, eigenen Angaben zufolge der umfassendste Relaunch seit 60 Jahren. Unter der Leitung von Chefredakteurin Miriam Meckel will man fortan Wirtschafts- und Finanzthemen auf den Punkt bringen, auf den Doppelpunkt.
Ein Doppelpunkt ist das neue Erkennungszeichen des Magazins. „Er steht für den Journalismus und den Auftritt, den wir bieten wollen: klar, verständlich, pointiert“, wie es im begleitenden Beitrag auf wiwo.de heißt. Die ehemals von Milton Glaser geschaffenen roten Quadrate, bislang ein rein illustratives Element, werden inhaltlich aufgeladen und so zu einem programmatischen Statement.
Erst Mitte Mai letzten Jahres wurde das WiWo-Logo überarbeitet. Die zuletzt vom britischen Schriftgestalter Miles Newlyn geschaffene Typo bleibt in der neuerlichen Anpassung erhalten, allerdings führt die Neuausrichtung von Anordnung von Wort- und Bildmarke zu einer veränderten Wahrnehmung. Ebenso sorgen ein neues Schriften- und Farbkonzept im neuen Magazin für ein verändertes Leseerlebnis. Das Schriftbild wird nunmehr von der Gotham als Headline-Type (bislang WiWo Trade Gothic) sowie der Mercury als Copy-Text bestimmt (bislang Utopia Std).
Was sich ebenfalls ändert, ist neben der Heftstruktur und dem Editorial Design auch der Erscheinungstag – statt montags erscheint das Magazin nun freitags – sowie der Preis (bislang 5,00 €, neu 5,50 €). Entwickelt wurde das neue Design von der Agentur Strichpunkt Design gemeinsam mit WiWo-Creative Director Holger Windfuhr.
Zum Vergleich: Inhaltsverzeichnis Ausgabe 06/2015
Mediengalerie
- Das neue Heft und seine Funktionen | wiwo.de




















Erster spontaner Gedanke beim Betrachten der Logo-Gegenüberstellung: Die Wort-/Bildmarke hat durch die neue Anordnung an Harmonie (besser: Symmetrie) eingebüßt. Die roten Quadrate wurden vom optisch ausgleichenden Rahmen zur prominenten Bildmarke.
Zurück bleibt ein Logo mit optischem Ungleichgewicht und wenig Mut für echte Innovation. Stellt sich die Frage: Warum so ein Relaunch – ist das wirklich eine Verbesserung oder schlicht nur eine Veränderung? Da zeigt sich ganz klar, dass man dem Logo und den Machern dahinter Unrecht tut, wenn man diese Arbeitsergebnisse isoliert und aus dem visuellen und konzeptionellen Kontext herausgelöst betrachtet.
Denn: Auf dem Magazintitel funktioniert die neue Wort-/Bildmarke sehr gut! Sie schafft den schwierigen Spagat zwischen bekannter, traditioneller Typografie (Wiedererkennungswert für Stammleser am Kiosk) und präsentiert sich in der Gesamtwirkung dennoch auf Höhe des gestalterischen Zeitgeists. Besonders im Innenteil beweisen die Macher durchaus Mut für Veränderung und für eine illustrative Gestaltung mit Ecken und Kanten.
Da muss mancher Traditionalist vielleicht vor Schock erstmal den Krawattenknoten lockern und nach Luft schnappen – der sicherlich größte Teil der Leserschaft erhält durch den neuen Look jedoch einen starken Leseanreiz und findet das Magazin auch in Zukunft noch zwischen den anderen im Zeitschriftenregal.
Wird das Logo jetzt jedes Jahr geliftet ?