DIE WELT wird zu WELT ONLINE

In dieser Woche wurde die Online-Ausgabe der Zeitschrift „DIE WELT“ einem umfangreichen Relaunch unterzogen. Im dt werden die Neuerungen vorgestellt.

Navigation

Im Gegensatz zu Stern.de und Spiegel.de ist man auf Welt.de bei der vertikalen Hauptnavigation geblieben. Unterhalb der 13 Themenkategorien (Politik, Sport, Kultur) sind weitere Bereiche unter anderem „Meine Welt, Weblogs, Videos und Podcast“ angedockt. Diese „Web2.0-Box“ lĂ€sst erkennen, dass der Relaunch mehr als reine Kosmetik ist. Man sucht den Dialog mit dem Nutzer. Ein deutlichere Trennung der Themen und der weiteren Mehrwerte wĂ€re sinnvoll. Nach einem Klick auf einen der Hauptnavigationspunkte vermisst man als erstes das linke HauptmenĂŒ, das erst bei Rollover auf „RESSORTS“ erscheint. Offenbar musste man aufgrund des vergrĂ¶ĂŸerten Content-Bereiches und der rechtsseitig vorgehaltenen Skyscraper-BannerflĂ€che Platz schaffen. Ein solcher Verzicht auf das zentrale Navigationsinstrument ist allerdings keine Lösung sein. Auch die Tatsache, dass die zweite Navigationsebene horizontal dargestellt wird (erste Ebene vertikal) ist eine etwas eigene Informationsarchitektur. Intuitiver ist in jedem Fall eine Lösung wie man sie derzeit zum Beispiel auf Spiegel ONLINE findet.

Was gibt es sonst Neues?

Mit dem Angebot „Welt Online-TV“ möchte man an die Erfolge Anderer wie z.B. Ehrensenf anschließen. Einen Sinn ergibt die Streaming-Technik nur, wenn die wild wabernde Werbung im Hintergrund ausgeblendet ist. Ansonsten mutiert das Internet-TV zur „Ruckeldiashow“. Die Aufbereitung der Inhalte samt dreispaltigem Aufbau auf der Startseite und zweispaltigem Aufbau auf den Detailseiten kommt hingegen gut an. Die linke Spalte wurde von 380 Pixel auf 470 Pixel vergrĂ¶ĂŸert. Die Marginalspalte wurde sogar noch stĂ€rker vergrĂ¶ĂŸert (vorher 240px, nachher 360px). Die BeitrĂ€ge lassen sich so wesentlich angenehmer lesen. Der Webauftritt wirkt insgesamt weniger gequetscht. Schön ist auch die Möglichkeit, die Startansicht zu personalisieren. Unter „Meine Welt“ kann man außerdem den RSS-Feed abonnieren, einen Newsticker auswĂ€hlen und auch einen Bildschirmschoner einrichten.

Farbkonzept

Die Farbzuordnung ist mit einer kleinen Ausnahme gut gelungen. Rot sind Überschriften (analog Stern und Spiegel; waren 2004 noch Blau), Schwarz ist der nicht verlinkte Text, in Grau sind Datum und Autorennamen gesetzt und Blau ist die Standard-Link-Farbe. Genau dieses Blau signalisiert aber in den KategorieĂŒberschriften oberhalb einer roten Überschrift, dass diese ebenfalls verlinkt sind, was aber nicht der Fall ist. Warum sind sie eigentlich nicht verlinkt? Die Hauptnavigation ist aprikosefarben hinterlegt. Ocker sind Rollover- und AktivzustĂ€nde.

Ladezeit

Nicht nur die Werbung ist Speicher fressend. In Bezug auf die Ladezeit hat Welt.de nun alle großen Nachrichten-Portale aus dem Stand ĂŒberholt. Satte 645KB muss der Browser bewĂ€ltigen, wenn die Startseite aufgerufen wird. Allein die CSS-Datei kommt dabei auf 45KB. Im Vergleich dazu machen sich die Seiten von Spiegel ONLINE (350KB), Stern (440KB) und Focus (420KB) deutlich schlanker. Allein die Werbung macht bei WELT ONLINE 88KB aus. Nichts fĂŒr Leute in lĂ€ndlichen Regionen, die noch ohne DSL auskommen mĂŒssen. Quelle: Webtool

Was fehlt?

Es ist ĂŒblich, lange Seiten am Ende mit einem Button a la „nach oben“ oder „zum Seitenanfang“ zu bestĂŒcken. Der fehlt noch. Der Zeilenabstand bei zweizeiligen Überschriften ist einen Tick zu groß. Im PopUp-Fenster der Videogalerie fehlt die Verlinkung der Bilder (in der reinen Bildergalerie ist es richtig). Mir fehlt die deutlichere Kennung der Seite durch das Logo im alten Auftritt. Hier war der Branding-Bereich einfach ruhiger und die Kennung deutlicher. Mit „Online“ als AnhĂ€ngsel wird es nicht besser.

Fazit

Nicht nur Kosmetik, sondern viele echte neue Inhalte. Der massive Ausbau an WerbeflĂ€chen und -formaten fĂ€llt leider negativ auf. Realisiert wurde der neue Auftritt von der MĂŒnchner Agentur Plan.Net.

13 Kommentare zu “DIE WELT wird zu WELT ONLINE

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