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Die Sprache im Webauftritt

E-Mail

Den Bindestrich sollte man bei der Schreibweise besser nicht vergessen, denn sonst hat man es mit der Oberflächenbeschaffenheit von metallischen Gegenständen z.B. Kochtöpfen zu tun (Email) . Begriffe wie E-Post und E-Nachricht haben sich nicht durchgesetzt. Der ein oder andere mag sie vielleicht verwenden, um sich etwas von der Masse abzusetzen. Bei großen Unternehmen würde es eher befremdlich wirken, weshalb man sie auch dort so gut wie nie antrifft.

Sitemap

Mir sind im Zuge der Relaunchs für unsere Kunden zahlreiche Begrifflichkeiten über den Weg gelaufen, die anstelle von Sitemap im Einsatz waren. Lageplan, Verzeichnis, Inhaltsverzeichnis (2), Inhaltsangabe, Seitenkarte, Überblick, Übersicht, Seitenübersicht und sogar Wegweiser. Wegweisend sind diese schönen deutschsprachigen Wörter allerdings nicht – eher zum Teil irreführend. Sitemap darf getrost als gelernter Begriff bezeichnet werden. Was man kennt braucht man nicht neu lernen und verbessert die Orientierung. Aber nicht, dass man mich falsch versteht. Ich finde es sehr begrüßenswert, wenn wie zuletzt beim Relaunch des ZDFs Sitemap durch den deutschen Begriff Inhalt ersetzt wird. Es braucht halt nur seine Zeit, bis man diesen Begriff aus den Printmedien mit der Funktionalität einer Sitemap in Verbindung bringt. Vielleicht ist Inhalt aber in 10 Jahren ebenso selbstverständlich, wie Startseite und herunterladen. Ich würd’ mich freuen.

nach oben / zum Seitenanfang

Am unteren Ende einer Seite angekommen navigiert es sich am besten mit nach oben, oben oder zum Seitenanfang. Top ist zwar ungemein schlank aber etwas stillos. Einige positionieren im unteren Bereich auch einfach nur einen nach oben gerichteten Pfeil bzw. Dreieck wie z.B. N-TV und Bauhaus.

Einheitlichkeit schafft Klarheit

Abschließend sei einmal gesagt, dass eine Vereinheitlichung der Begrifflichkeiten keinesfalls als aufgezwungene Konformität falsch verstanden werden darf. Jeder Unternehmensauftritt darf sollte eine eigene Handschrift tragen und unterscheidbar sein. Die Navigationsbegriffe sind in den allermeisten Fällen aber das falsche Instrument um dies auszudrücken. Sie haben in erster Linie eine dienende Funktion und weniger einer schmückende. Im Gegenteil – ein zwanghafter Bruch mit diesen Konventionen hinterlässt eher viele Fragen beim Gegenüber, als dass eine besondere Originalität zum Ausdruck gebracht wird. Insofern sind die Wörter innerhalb der Haupt- oder Metanavigation keine Spielwiese, auf der man wilde Sprünge machen sollte. Gut ist, was auf Anhieb verstanden wird. Je präziser die Wortwahl umso leichter ist die Bedienung und das Navigieren innerhalb des Webauftritts.

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 68 Kommentare

  1. Dirk, danke für Deinen Ergänzungen.
    “Website” kann man deshalb nicht “Webseit” schreiben, weil sich beide Begriffe von der Aussprache her unterscheiden. “Website” wird mit einem scharfem S ausgesprochen, also im Deutschen etwa “Websseit”. Eine deutsche Entsprechung ist dies aber immer noch nicht, da das englische “web” ja auch anders ausgesprochen wird als unser “Web” in “Webstuhl”. Die Unterscheidung ob “Web” kurz oder lang ausgesprochen wird hilft uns zu erkennen, welche der unterschiedlichen Bedeutungen eingeleitet wird. Entweder es geht ums Weben (“Weeb” ausgesprochen) oder um das Internet (ausgesprochen etwa “Wueb”). Eigentlich müsste eine deutsche Entsprechung für “Website” gar “Uebsseit” lauten, da das englische W ja nahezu verschluckt wird, im Deutschen die Unterscheidung aber durchaus sinnvoll ist.

    Zu guter Letzt benötigen noch diejenigen, die tagtäglich mit dem Internet zu tun haben, die Unterscheidungsmöglichkeit, ob es sich um einen kompletten Internetauftritt handelt, eben einer Website, oder ob lediglich EINE Seite im Auftritt gemeint ist, dies wäre eine Webseite.

    Es ist also nicht so ganz einfach mit dem Eindeutschen.

  2. Hallo!
    Ich bin mit dem Diplomarbeit über die linguistischen Besonderheiten der deutschen Websites beschäftigt. Na, es gibt manchmal einige Probleme mit zusätzlicher Information darüber… Ich finde es toll, das ich Ihre Website gefunden habe…

  3. Hallo Achim!

    Du hast recht: Bindestriche sind teuflisches Blendwerk und machen Buchstaben und Wörter schlichtweg unlesbar. George Bush benutzt sie ja auch nicht!

    Aber mal im Ernst: Ich finde Deppenleerzeichen hässlich. Sie funktionieren außerdem im Deutschen nicht, da Bindestriche sinntragend sein können. Von daher kann ich mich für den Titel deiner Webseite “Design Tagebuch” nicht erwärmen. Dass du auf der einen Seite sprachlich so kritisch bist, aber selbst Deppenleerzeichen und Denglisch verwendest, ist schwer zu verstehen.

    Gruß, Erik

  4. Haaaa…. dieser Artikel erfreut die Texterin! Ich schlage gerne zusätzlich “eMail” als Schreibweise vor, weil E-Mail-Adresse einfach ungelenk aussieht, wenngleich duden-konform ist. eMail-Adresse…. sieht doch gleich besser aus! Huch, ein Werbeslogan. ;o)

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