Skip to content

Die Plakate zur Landtagswahl 2016 in Baden-Württemberg

DIE LINKE

Plakat zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 DIE LINKE

Während DIE LINKE, die 2005 aus der Vereinigung von Linkspartei.PDS und WASG hervorgegangen ist, in Ostdeutschland als Volkspartei bezeichnet werden kann, ist ihr Zuspruch im Westen gering. Lediglich im hessischen Landtag sowie in den Bürgerschaften Bremens und Hamburgs ist sie mit Abgeordneten vertreten. Ziel in Baden-Württemberg ist es, zum ersten Mal in den dortigen Landtag einzuziehen.

Die auf Bundesebene eingenommene Position als Oppositionspartei spiegelt sich in der Regel darin wieder, indem DIE LINKE in der Wahlwerbung Gegenpositionen zu den jeweils regierenden Parteien besetzt. Demzufolge kommen auf Plakaten gerne Termini und Redewendungen wie „Gegen …“, „Statt …“ oder „Schluss mit …“ zum Einsatz, unterstützt durch den Einsatz von Ausrufezeichen, die den auf Plakaten abgebildeten Positionen Nachdruck verleihen und diese in den Rang von Forderungen heben.

Traditionell sind Plakate von DIE LINKE schriftlastig. Insofern sind die hier gezeigten Motive samt Fotografien im Rahmen einer solchen Landtagswahlkampagne ein Novum. Farblich bewegen sich alle gezeigten Fotos – im direkten Vergleich mit den Fotos der GRÜNEN wird dies besonders deutlich – in einem blau-grauen Spektrum, was zwar ein durchgängiges Konzept erkennen lässt, insgesamt jedoch blass und kühl wirkt. Gleiches lässt sich über die Gesichter sagen, die einen blutleeren Eindruck vermitteln, auch die der beiden Spitzenkandidaten Gökay Akbult und Bernd Riexinger. Lächelnde Gesichter finden sich unter den gezeigten Plakatmotiven nur wenige.

Handwerklich zu bemängeln ist der Umgang mit Schrift beziehungsweise das zu geringe Kontrastverhältnis von weißer Schrift vor hellem Hintergrund. In dieser Form sind Wahlsprüche wie „Ganzer Einsatz – Volles Konto“ bereits aus geringer Distanz kaum zu entziffern, geschweige denn im Vorbeifahren mit dem Auto. Mittels roter, vielzackiger „Burst“-Grafik wird ein Fokus auf die jeweils zentrale Kernbotschaft gesetzt, was nicht immer funktioniert und semantische Schwächen offenbart, wie die Beispiele „Spaghetti“ und „desto Steuer“ verdeutlichen. Der fehlenden Blickführung und den zu vielen Textkomponenten und Grafiken ist es geschuldet, dass das Auge ziellos über die Plakatfläche wandert. Dass trotz politisch-inhaltlicher Unterschiedlichkeit zwischen DIE LINKE und FDP auch Gemeinsamkeiten bestehen, belegt die Verwendung des Spruchs „Schaffe, schaffe …“, den bei Parteien auf jeweils einem Plakat aufgreifen.

Eigenständiger ist da schon das Großflächenplakat, auf dem einige Vokale fehlen (Abb. oben). Im Gegensatz zu dem zuvor kritisierten zu geringen Kontrastverhältnis, stellt das Fehlen der Vokale in „Bden-Wrttmbrg“ für den Betrachter jedoch ein deutlich geringeres Hindernis dar. Da wir beim Lesen bekanntermaßen nicht einzelne Buchstabe erfassen, sondern stets ganze Wörter, und das menschliche Gehirn derlei Lücken automatisch schließt, fällt das Fehlen kaum ins Gewicht. Eine nette Idee ist das Plakat, das DIE LINKE zum Wahlkampfauftakt präsentiert hat, gleichwohl schon, zumindest ist es kreativer als die Themenplakate.

Verantwortliche Agentur ist Matthies & Schnegg.

FDP

Plakat zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 FDP – Hans-Ulrich Rülke

In diesem Jahr geht es für die FDP um viel: ein Scheitern in Baden-Württemberg an der Fünfprozenthürde, dürfte ein Comeback bei der Bundestagswahl 2017 deutlich erschweren. Beflügelt von den Ergebnissen bei den Bürgerschaftswahlen in Hamburg und Bremen möchten die Freien Demokraten rund um ihren Spitzenkandidaten Hans-Ulrich Rülke im Landtag von Baden-Württemberg wieder mitregieren, so das selbst gesteckte Ziel.

Welch ein (Farb)Kontrast zu den Plakaten der GRÜNEN. Im CMYK-Farbmodell angelegt wirken die Plakate laut und grell. In Pop-Art-Manier wird der FDP-Spitzenkandidat in Szene gesetzt, jeden Farbwert eine andere dynamische Pose zeigend. Ein Design, wie man es im Kontext von Wahlwerbung bislang noch nicht gesehen hat. Auch dies ein Schritt hin zur Erneuerung der Partei. Seit Einführung des neuen Parteilogos im vergangen Jahr und dem damit verbundenen Gestaltungskonzept hat sich das visuelle Erscheinungsbild der FDP grundlegend verändert. Kraftvoll und gestalterisch mutig präsentieren sich die Freien Demokraten seitdem in Kampagnen, so auch hier. Nicht ganz so überzeugend sind die Slogans, die zuweilen holprig anmuten oder, wie etwa bei „Es heißt Fahrzeug, nicht Stehzeug“, den gesetzten Themenschwerpunkt nicht so recht erkennen lassen. Aufgrund der Machart und der damit einhergehenden Andersartigkeit kommt jedenfalls kein Auge an den Plakatmotiven vorbei. Die Aufmerksamkeit des Betrachters ist gewiss.

Wie zuletzt bei den Kampagnen der Bürgerschaftswahlen in Hamburg und Bremen zeichnet auch in diesem Fall die Agentur Heimat für die Kreation verantwortlich.

AfD

AfD Themenplakat zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016

Für den ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel ist die AfD seit der Abspaltung des Parteiflügels rund um Bernd Lucke, wie Teufel vor wenigen Tagen der FAZ sagte, eine rechtsradikale Partei. Die SPD setzt sich dafür ein, die AfD vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Ungeachtet dessen bescheinigen Umfrageergebnisse der AfD bundesweit mittlerweile einen zweistelligen Wert. In wie weit aktuelle Umfrageergebnisse als Zuspruch für das Wahlprogramm verstanden werden kann, das im übrigen neben der Wiedereinführung der Wehrpflicht die Abschaffung der Rundfunkgebühren vorsieht, darf in Frage gestellt werden.

Wer das Wahlprogramm der AfD durchliest, dem wird klar, dass Verschwörungstheorien, wie die von der nach Chile flüchtenden Kanzlerin, einen ideologischen Nährboden haben, aus dem sie erwachsen. Beispielsweise wird im Wahlprogramm von den „gleichgeschalteten Medien“ gesprochen, die sich in einem „Kartell der Altparteien und den Medien“ begründen. Eine solche Ideologie lassen die Plakate der AfD nicht erkennen. Auch eine „Das-Boot-ist-voll“-Rhetorik, wie sie der AfD auf Kundgebungen zugesprochen wird, verfängt sich in den Plakaten nicht. Selbst die hinter jedem Wahlspruch befindlichen Ausrufezeichen lassen nicht unbedingt eine „Abteilung Attacke der AfD“ erkennen. Im Vergleich dazu sind Forderungen wie „Grenzen sichern!“ oder „JA zur Familie!“ auffällig zurückhaltend. „Kinder willkommen!“ kann nur als Reaktion auf „Refugees welcome“ gedeutet werden, da die Förderung von Kindern in einer modernen Gesellschaft ein Selbstverständnis darstellt, das keinerlei Betonung bedarf. Auch das, was nicht zu lesen ist, ist in diesem Fall interessant.

Neben der SPD und den GRÜNEN verwendet auch die AfD eine Löwen-Darstellung um Heimatverbundenheit zu signalisieren, und zwar das sogenannte Baden-Württemberg-Signet, das im Gegensatz etwa zu den beiden Landeswappen nicht genehmigungspflichtig ist, sondern von jedermann genehmigungsfrei verwendet werden darf. Als einzige der hier aufgelisteten Parteien nutzt die AfD zudem eine Darstellung der Nationalfarben. Verben wie „sichern“ und „bewahren“ unterstreichen die konservative Ausrichtung. Begriffe wie „stoppen“, „verhindern“ und „wehren“ sind nicht nur Ausdruck einer kämpferischen Linie, die Kompromisslosigkeit signalisieren, sie stehen zudem in starkem Kontrast zum moderaten „LEBEN“ der SPD, dem „Augenmaß“ der GRÜNEN oder der „Freiheit“ der CDU.

Gestalterisch hinken die Plakate der AfD hinter denen aller anderen Parteien hinterher. Dass eine Futura derart lieblos und konzeptlos zum Einsatz kommt, hat der vom deutschen Typographen Paul Renner im Jahre 1927 gezeichnete Klassiker unter den Schriften wahrlich nicht verdient. Deutlich besser gewählt, und zudem taktisch clever, ist da schon die grundsätzliche Farbgebung Blau/Rot, die im politischen Spektrum nicht (dauerhaft) besetzt ist und somit für eine gute Wiedererkennbarkeit wie auch vergleichsweise hohe Eigenständigkeit sorgt. Eine auffällige Nähe in Bezug auf gestalterische Merkmale besteht allerdings mit der CDU-Kampagne zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2010, die das Ende der Regierung unter Jürgen Rüttgers bedeutete. Blau steht farbpsychologisch für Ruhe und Vertrauen. Die Kombination Blau/Rot wird unter anderem von den Versicherungsunternehmen AXA und VGH verwendet. Es drängt sich das Bild vom Wolf im Schafspelz auf.

Dass die AfD nach wie vor über kein Logo verfügt, das seinen Namen verdient, wird in der zukünftigen Auseinandersetzung mit der Partei keine Rolle spielen. Ein Stück weit bezeichnend ist ein solcher Umstand gleichwohl schon. Die Kampagne entstand ohne Beteiligung externer Agenturen. Verantwortlich ist die AfD Baden-Württemberg.

Gesamtfazit

Die Wahlplakatkampagnen der hier vorgestellten Parteien bieten insgesamt gesehen eine große Bandbreite. Von handwerklich schwach (AfD) bis gestalterisch höchst eigenständig und innovativ (FDP), von minimalistisch (SPD) bis überladen (DIE LINKE), von streng die Gestaltungsrichtlinien folgend (CDU) bis eigenständig und die Persönlichkeit des eigenen Spitzenkandidaten betonend (GRÜNE). Diese Vielfalt zeichnet den Wahlkampf in Baden-Württemberg aus. Die FDP präsentiert sich visuell von jeglichem alten Ballast befreit. Es ist dies die Kampagne mit der größten Prägnanz. Ob sich der in der Gestaltung verkörperte #GermanMut zum Neuen, zur Andersartigkeit auch im politischen Leben widerspiegelt, steht freilich auf einem anderen Blatt

Dieser Beitrag hat 52 Kommentare

  1. Interessanter Artikel! Die Schrift auf den Plakaten der Grünen hat aber den Namen CDU Skopex und wird anstatt der Kievit in der Fett-Kursiv-Version eingesetzt.

    1. Danke für den Hinweis Adrian. Auf den CDU-Plakaten (nicht denen der GRÜNEN) kommt in den Leitsprüchen in der Tat die CDU-Skopex zum Einsatz. Der Artikel wurde entsprechend aktualisiert.

  2. Die AfD-Plakate sind aber schon mal ein Augenfang, auch wenn sie nicht die professionellsten sind. Für eine neue Partei, die alles in Eigenarbeit macht, aber ok.
    Als Halb-Türke drücke ich der Partei alle Daumen!

    1. Anmerkung: Die AfD hat auch Großplakate, u.a. mit dem Spitzenkandidaten. Könnte man die nicht auch noch einfügen?

      1. Hallo Serkan, auch auf Nachfrage konnte die Pressestelle keine Motive der Großflächenplakate zur Verfügung stellen. Über eine andere Quelle bin ich jedoch auf diese beiden Motive gestoßen:

        Landtagswahl Baden-Württember 2016 AfD Plakat – Jörg Meuthen

        Landtagswahl Baden-Württember 2016 AfD Plakat – Einwanderung

    2. @Serkan: Als Deutscher wünsche ich die AfD und alle, die auf den Kopf gefallen sind und den hohlen Phrasen hinterherdackeln, zum Teufel. Gehört aber nicht hierher.

      Die AfD Plakate sind kein Augenfang sondern gestalterisch unterste Schublade – selbst, wenn sie in Eigenarbeit vermurkst wurden. Allein schon der rote Phallus unten ist nach wie vor zum Schlapplachen. Wie kann man das ernst nehmen? :DD

        1. Penis + verissener Nike-Swoosh, sehe ich ähnlich. Wundere mich schon länger, dass es mit nike noch keinen Rechtsstreit gibt.

    3. @Serkan
      Würde sagen du bist nicht nur ein Halb-Türke sondern auch ein Halb-Dackel du kleiner Troll.

  3. Schade, dass die beiden anderen Landtagswahlen hier in der Berichterstattung einfach hinten runter fallen …. Der Vergleich der Länder-Parteien und der Agenturen ist doch ein äußerst spannendes Thema.

  4. Höchst interessant finde ich die Texte.
    Auf einer Seite sind das Abstrakte und nichts sagende Zeilen wie bei SPD, CDU, FDP und den Grünen und auf der anderen Seite sind es konkrete Förderungen wie bei den Linken und AfD. Liegt es daran, dass man so wenig wie möglich versprechen will?

    1. Nicht ungewöhnlich. Als Partei, die sich (wenn überhaupt) eher Oppositionschancen ausrechnet (Linke) oder die selber das Image einer Aufrührer- und Revolutionspartei, die das alte Establishment bekämpft, führt (AfD), muss man kernige Aussagen treffen, um die Menschen gegen die Regierungsparteien aufzustacheln.
      Als Regierungspartei (oder solche, die es werden will) wägt man stärker ab, was man auf den Wahlplakaten fordert, denn am Ende muss man sich daran messen lassen.
      Es ist zum Beispiel einfacher, gegen die GEZ zu wettern, wenn man sich relativ sicher ist, dass der Wähler nach der Wahl kein Konzept erwartet, wie man ohne die GEZ mit den öffentlich-rechtlichen Sendern verfahren will. Wobei hier eher interessant wäre, wieso die AFD noch nicht weiß, dass die GEZ gar nicht mehr existiert und warum man diese im Landtagswahlkampf thematisiert.

  5. Hinweis: Die Linke sitzt im Westen nicht nur in Hessen im Landtag und in Bremen und Hamburg in den Bürgerschaften, sondern auch im Landtag des Saarlandes.

    Ansonsten: Feine Übersicht. Besonders amüsant die dargestellten Gegensätze im Fazit, wenn man dem angedeuteten Gedanken folgt, dass die Grünen in Baden-Württemberg konservativ sind und so mit der CDU um eine bedeutende Wählerklientel konkurrieren. Denn SPD und Linke konkurrieren bekanntlich im eher linken Milieu, und die FDP grenzt ihren Freiheitsbegriff nach Möglichkeit deutlich vom AfD-Verständnis der Freiheit ab – versuchen doch aber beide, mit diesem Begriff bürgerliche Wählerklientel anzusprechen.

  6. Auf mich wirkt es beinahe unfreiwillig komisch wie etablierte Parteien mit Phrasen und Photoshop versuchen Ihre Stammwähler zu mobilisieren. (z.B. CDU: “Damit aus dem Wort Sicherheit wieder ein Gefühl wird”) Hoffentlich lassen sich die Leute davon nicht länger blenden, denn die Politik bewirkt oft das genaue Gegenteil.

    Es kommt auf die Konzepte an und nicht auf das Wunschdenken. Deshalb werde ich nie verstehen weshalb die Werbung für Ärzte oder Anwälte nur eingeschränkt möglich ist. Die Politik darf aber in die Vollen gehen. Ich fordere deshalb ein Photoshopverbot für alle politischen Parteien.

  7. Ich finde, dass die Plakate sehr gut die Kommunikation der Parteien spiegeln.
    Von unglaubwürdig, aufpoliert aber inhaltsleer bis unprofessionell, dilettantisch und krawallig ist eigentlich jeder sehr gut getroffen…

  8. Danke für den sachlichen Artikel, auch wenn es einem unserem Grundgesetz verpflichteten Demokraten seltsam vorkommen muss, dass Sie sich für den Beitrag über die AfD rechtfertigen. In Kenntnis der politischen Befindlichkeiten in Baden-Württemberg kann man allerdings nur die Arbeiten der Grünen, der Linken und der AfD ernst nehmen. Und zwar insofern, als sie jeweils auf ihre Art authentisch sind und damit der Vertrauensbildung und Mobilisierung ihres Wählerpotenzials förderlich.

    Dass die CDU ihren Spitzenkandidaten wie Bob der Baumeister plakatiert – mit einer Spielzeugstraße ins Nirgendwo – ist angesichts drängender Probleme genauso bizarr wie das ambitionsfreie SPD-Plakat mit dem “kleinen Nils” aus der SWR3-Comedyserie, mit dem die Partei sich lediglich als der sichere Wahlverlierer präsentiert.

    Ob die FDP mit ihrer “Schrei-vor-Glück”-Attitüde den passenden Ton für das “liberale Ländle” angeschlagen hat, darf angesichts ihrer hohlen Sprüche auch bezweifelt werden.

    1. Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Als ich zum ersten Mal das SPD-Plakat sah (Bildung. Zukunft.) sagte ich zu mir, “jetzt reißen sie schon die SPD-Plakate runter”, so optisch leer, wie es nun einmal ist. Dank Achim weiß ich nun, dass des so ghört. Und ist der kleine Nils nun stark im Team mit Kretsche? Gwiss ned. Oder stark NUR im Team? Egal. Das. Passt. Nicht.

      Bob, der Baumeister. Danke. Fragte mich die ganze Zeit, woher ich den Mann auf dem Plakat kenne. Die sinnfreie Abwechslung in den Schriftgrößen hat sich sicher einer ausgedacht, dem es weniger um Inhalte geht. Neckisch: Der Wolf-Ohrring, den Guido trägt.

      Die Grünen stellen ihren EINZIGEN Aktivposten in den Mittelpunkt: Kretschmann. Die Aufklärung und der Wermutstropfen wird mitgeliefert: Man muss grün wählen, damit er Ministerpräsident bleibt.

      Das “Hier fehlt doch was?”-Plakat der Linken fällt auf und es gefällt mir. “Je reicher, desto Steuer” sind Wortspiele, die schmerzen. Gut: Die Plakate mit den Bildern von Frau Akbulut und Herrn Riexinger sind beschriftet. So kann man googlen, wer das ist. Ich würde lieber den jungen Mann,, auf dem “Schaffe, schaffe”-Plakat googlen.

      Die FDP ist eine bunte Partei. Sagen die Plakate. Die Slogans sind nicht übel.
      ” Nicht ganz so überzeugend sind die Slogans, die zuweilen holprig anmuten oder, wie etwa bei „Es heißt Fahrzeug, nicht Stehzeug“, den gesetzten Themenschwerpunkt nicht so recht erkennen lassen.”

      Lassen Sie mich raten, Achim: Sie wohnen nicht in Deutschlands Stauhauptstadt, Stuttgart? Ich denke, die Zielgruppe versteht den Slogan auf Anhieb.

      Die Plakate der AfD legen verbal den Finger in viele Wunden, sind optisch aber sicher ein Alptraum für professionelle Gestalter.

      “Diese Vielfalt zeichnet den Wahlkampf in Baden-Württemberg aus.”
      Baden-Württemberg ist ja auch ein vielfältiges Bundesland. Ein Land, in dem Vieles funktioniert. Auch die Integration. Die AfD wünsche ich daher dem Raumschiff Berlin an den Hals. Meine Landsleute sollten sich vielleicht nochmal besinnen. Schließlich wird “nur” ein LANDtag gewählt.

      1. Danke für die Erläuterung LauraG. Köln ist meines Wissens seit Jahren die Stadt mit dem größten Stauaufkommen in Deutschland. Dass Stuttgart knapp dahinter folgt, war mir in der Tat nicht bekannt. Davon abgesehen ist anhand des Leitspruchs nicht eindeutig zu erkennen, ob es thematisch um Verbesserungen hinsichtlich des öffentlichen Nahverkehrs geht, um den Ausbau von Straßen, von dem einzig Autofahrer profitierten oder etwa um (Verbesserung der) Mobilität als solche (auch Elektromobilität).

  9. Tut das AfD-gebashe wirklich not?
    Von einer Gegenüberstellung mit neutralem Blick nur auf die Gestaltung ist der Beitrag weit entfernt.

    Ansonsten wären z.B. die links-extreme Vergangenheit Kretschmanns und bei der Linke die langjährige Beobachtung durch den Verfassungsschutz und die 40 Jahre Diktaturherrschaft erwähnt worden. Einzig die AfD wurde mit negativen Sätzen eingeleitet.

    1. Von einer Gegenüberstellung mit neutralem Blick nur auf die Gestaltung ist der Beitrag weit entfernt.

      Wie bereits einleitend geschrieben, macht eine losgelöste Diskussion rein über die Gestaltung aus meiner Sicht keinen Sinn, da ein solches Design niemals unpolitisch ist. Insofern muss auch auf den politischen Inhalt eingegangen werden. Design ist keine Oberflächenkosmetik.
      Auf die Vergangenheit der LINKEN wird im Beitrag sehr wohl, wenn auch nur kurz, hingewiesen. Würde man im Detail auf die Vergangenheit jeder einzelnen Partei und jedes Spitzenkandidaten eingehen, würde dies den Rahmen einer solchen Begutachtung sprengen.
      Die Aussage, dass einzig die AfD „mit negativen Sätzen“ eingeleitet wurde, wie Du schreibst, ist zudem falsch, wie man den Hinweisen auf schlechte Umfrageergebnisse bei der CDU und der SPD entnehmen kann.

  10. “Die Würde der Frauen ist unantastbar” auf einem Wahlplakat der AfD: Ist das eigentlich schon Satire?

  11. Früher hätte ich diese Parteien gewählt. Früher, bevor unsere Volksvertreteter das ganze Land ins Unglück gestürzt und seine Bevölkerung dem Ruin ausgeliefert haben. Seit Tagen machen wir uns große Sorgen, meine Kinder trauen sich Abends nicht mehr auf die Straße und meine Mutter heult nur noch den ganzen Tag.

    Einige Behauptungen dieser Volksvertreter werde ich niemals vergessen, geschweige denn verzeihen. Zitat Wagenknecht “Es kommen keine Terroristen mit den Flüchtlingen, diese nehmen ein Flugzeug”. Dann kam Paris und nachweislich über Deutschland eingereiste Terroristen. Vor meinen französischen Freunden die bei den Anschlägen Angehörige verloren haben schäme ich mich dafür in Grund und Boden.

    Mitlerweile bin ich zu dem Schluß gekommen, daß wir in Deutschland die schlechtesten Politiker der Welt haben. Die Grenzen bleiben trotzdem weiter offen. Man erklärt, daß Fluten der Gemeinden sei alternativlos und gleichzeit wird man auf allen Kanälen mit Propaganda beschallt. Alles dufte und total wunderbar. Dazu heißt es ja man könne die Grenzen nicht schließen, weil ein alternativloser Plan bestünde. Falls dieser Plan in der Zerstörung Deutschlands besteht kann man das doch auch so nennen! Gibt doch offensichtlich genug Leute, die das Ende Deutschlands herbeisehnen.

    Ich habe Frau und Kinder. Und das negative Begutachten der AFD stört mich sehr, da sie offensichtlich überhaupt die einzige Alternative zu diesem grasierenden Wahnsinn darstellt. Ich mache mir wirklich sehr große Sorgen.

  12. Das Gedönse über die Optik der Wahlplakate nervt schon!Wichtiger sind doch die Argumente der Parteien,mehr oder weniger abgedroschen.Nur Eines darf ja offensichtlich in allen Medien NICHT passieren,das die Lobhudelei der anderen Parteien Stimmverluste hinnehmen muß für das Programm der AfD und deren Wähler:Saubere und respektvolle Auseinandersetzung geht anders!
    Auffällig vor den Wahlen:Bei den Linken buddelt man genüßlich die Mauertoten & Schießbefehl aus,bei der AfD unterstellt man allen kritischen Wählern einen braunen Hals:Ein Schelm der Böses dabei denkt! :)

    1. Liebe Katja Beiert,

      es nervt Sie, dass in einem Gestaltungsblog über Gestaltung geschrieben wird? Da stellt sich mir die Frage, was Sie auf diese Seite geführt hat. Und damit sind wir auch bei etwas das mich (und wie ich annehme auch ein paar andere Designinteressierte) nervt, nämlich die reflexhafte Verteidigungshaltung der Freunde der AfD. Achim hat bei allen Parteien versucht, herauszuarbeiten in welchem Umfang Gestaltung und Botschaft harmonieren, um dies tun zu können muss er sich zwangsläufig auch mit Programmatik und Aussagen der Parteien auseinandersetzen.

      1. lieber Torsten,

        ich stimme dir voll und ganz zu. Achim hat das Kunststück fertig gebracht, dass man nicht erkennen kann, für welche Partei sein Herz schlägt. Das ist guter Journalismus. Ich kann bei Weitem nicht erkennen, dass Achim tendenziöse Formulierungen verwendet hätte, im Gegenteil. Es ist ein beliebter Trick der AfD, sich permanent als diffamiert hinzustellen. Das ruft bei anständigen Leuten dann auch tatsächlich Manieren hervor, allerdings kann man diesen Welpentrick nicht bedingungslos oft wiederholen.

        Liebe Kata Beiert, Sie werden aushalten müssen, dass die AfD nicht bei allen Menschen auf Gegenliebe trifft. Das nennt man dann Demokratie. Übrigens eine ziemlich brauchbare, wenn sie sowas wie eine AfD aushalten kann. :)

  13. Irre ich mich oder ist das eine Version dieses russischen anti-Homosexuellen Logo dass ich da auf dem AfD-Plakat sehe?

    Da kriegt “Ja zur Familie!” ja noch mal eine ganz andere Bedeutung … :/

    1. Damit deutlich wird, auf welches „Logo“ sich dt-Leser Tom bezieht: Das Moskauer Büro der russischen Regierungspartei „Einiges Russland“ hatte im letzten Jahr anlässlich des „Tages der Familie“ eine Darstellung veröffentlicht (link), die eine fünf-köpfige Familie zeigt, darunter der Hashtag „Настоящая семья“ („Richtige Familie“). Die Partei möchte diese Aktion als, wie es heißt, „Antwort auf die homosexuelle Ehe“ verstanden wissen.

      1. Tatsächlich stammt das verlinkte Logo nicht ursprünglich aus Russland, sondern basiert auf dem bereits seit 2012 von der Anti-LGBT-Bewegung »Manif pour tous« in Frankreich eingesetzten Grafik:
        https://i.imgur.com/P5FLeEs.png

        Eine ähnliche Darstellung wird auch vom deutschen Ableger »Demo für alle« eingesetzt:
        https://demofueralle.files.wordpress.com/2014/05/flyer_was-ist-dfa.jpg?w=820&h=380

        Die von der AfD eingesetzte Abbildung ist aber weder identisch mit dem französischen Original noch den deutschen oder russischen Varianten. Die Ähnlichkeit ist allerdings wohl nicht ganz zufällig.

        Wer des Französischen mächtig ist, findet hier einen kleinen Hintergrundartikel bei Europe 1 zum Logo der Manif pour tous.

    2. @Tom:
      Vielen Dank für diesen Hinweis! Diese homophobe Bedeutung ist schon in der Formulierung der Forderung enthalten, subtil, aber klar genug “” man muss auch immer lesen, was eben gerade nicht gesagt wird.

  14. *lach* ich find das super wie die neue Designrichtlinie der FDP die Partei offenkundig auf die Schippe nimmt – erst weg vom klaren Widererkennungswert durch neue Farben und eine Adaption des Logos unter anderem Magenta (was in so ziemlich jeder Agentur als Störfarbe für fehlende Inhalte verwendet wird) und jetzt schon durch die Plakatgestaltung als “ein Schatten ihrer Selbst” erkennbar. Grafisch finde ich die Lösungen super aber ganz ehrlich: wenn ich als Agentur die Partei die mich beauftragt schon lachhaft finde kann ich meine Hohn auch weniger offensichtlich ausleben, oder?!?

    Einzige Anmerkung was mich an diesem wundervollen Satire-Plakat layouttechnisch stört: die Namen der Kasper sind zu klein – das erkennt im Vorbeifahren niemand.

    1. Wenn ich als Agentur die Partei, die mich beauftragt, schon lachhaft finde, lehne ich den Auftrag ab.
      Jedenfalls machen das seriöse Geschäftsleute so.

  15. Noch ein Hinweis zu den AfD-Plakaten: Diese erinnern mich in Bezug auf Farbgebung und die vielen Ausrufezeichen an Plakate von Pro NRW und Republikanern, siehe folgende Beispiele:
    https://ich-werde-politiker.de/wp-content/uploads/2009/08/rep-210×300.jpg
    https://www.news4press.com/BilderUpload/file.asp?ID=39304
    https://www.rep-duesseldorf.de/images/homepage/wechselplakat.gif
    https://rheinerft.pro-nrw.net/run/uploads/2012/03/Plakate_RZ2.jpg
    https://rheinerft.pro-nrw.net/run/uploads/2012/03/Plakate_RZ3.jpg

    So ganz “unbesetzt” ist dieses Design also aus meiner Sicht nicht. Ob das nun Zufall ist oder Absicht, kann ich natürlich nicht sagen, aber ich musste sofort an diese Plakate von Pro NRW und REP denken, als ich die AfD-Plakate gesehen habe…

  16. Mir ist da auf jedem viel zu wenig Pathos und heile Welt!^^
    Fehlte da allen das Geld, die Ideen oder einfach nur die Lust?
    Schwer zu sagen ob nun die billigen Slogans oder die übersteuerten Bilder hassenswerter sind.
    Absichtlich surreal oder einfach nur dumm-dörflich kitschig?

  17. all die etablierten hängen nur an ihren Pfründen, diese verantwortungslose, realitätferne Politik, wird bald gigantische chaos mit sich bringen, bürger geht zur Wahl, und zeigt ihnen die rote karte.

  18. Die Plakate sind größtenteils inhaltsleer und langweilig. Schlagworte, die jedes Jahr einfach so benutzt werden, sind vollkommen überflüssig. Die Grünen zeigen ihren Star, was bei den Umfragewerte verständlich ist. Die AFD versteht es als einzige Partei, die aktuellen Probleme darzustellen. Dies wird emotionalisierend wirken, so dass Zweifler dann – trotz Dauerbashing – diese Partei wählen. Und blau ist für viele die Farbe der Hoffnung.

    Wozu Plakate, wenn eine heile Welt suggeriert wird ? Die Menschen sind beunruhigt und sind offen bereit für eine klare Kante !

Kommentare sind geschlossen.

An den Anfang scrollen