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Die Plakate zur Bundestagswahl 2013 – Teil 1

Nun geht es los. Gut 8 Wochen vor der Bundestagswahl lassen die Parteien wieder tausende von Freiwilligen ausschwärmen, um ihre politischen Botschaften unter das Volk zu bringen. Ungeachtet der Tatsache, dass Kommunikation heutzutage durchaus effizientere Wege kennt, lässt es sich nach wie vor keine Partei nehmen, den Städten dieser Republik ihr Branding aufzudrücken. Kein Laternenmast, der den Sommer unbestückt übersteht. Das Stadtbild wird wieder bunt.

Der frühe Vogel fängt den Wurm, scheinen sich Bündnis 90/Die Grünen, Die Linken und die Piratenpartei gedacht zu haben, denn sie gehören in diesem Jahr zu den ersten, die mit dem Plakatieren begonnen haben. SPD, CDU und die FDP lassen sich hingegen noch etwas Zeit. Sie wollen erst 6 Wochen vor der Wahl am 22. September 2013 die Plakate aufhängen. Das ist auch der Grund, weshalb in diesem Fall die Wahlplakatanalyse hier im dt in zwei Teilen erfolgt. Sobald die Plakate der letztgenannten Parteien vorliegen, werden diese in einem zweiten Teil vorgestellt. In diesem Zuge erfolgt auch die abschließende Bewertung samt Gesamtfazit. Darüber hinaus wird die Plakatbewertung von einer Umfrage begleitet, zu der jeder dt-Leser herzlich eingeladen ist: Welchen Einfluss haben Wahlplakate?

Schauen wir uns also an, was sich Bündnis 90/Die Grünen, Die Linken und die Piratenpartei haben einfallen lassen.

Die Grünen

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 54 Kommentare

  1. Die Plakat der Linken könnte man auch für Werbung von der BILD halten…
    Piraten sind nun schon besser als frühere Plakate, aber immer noch nicht so gut von der Lesbarkeit. Da wo andere mit 1-2 Textblöcken auskommen haben die vier. O_o
    Die Grünen sind einwandfrei, gefällt mir.

  2. Also ich hab schon CDU-Plakate gesehen.

    Und ich würde nicht unbedingt sagen, dass die Piraten das schlecht machen. Zum einen ist man dann einfach gezwungen genauer oder ein 2. Mal hinzuschauen um die Botschaft lesen und verstehen zu können. Das führt dann aber vielleicht auch dazu, dass man mehr darüber redet (“Du Schatz, was stand auf dem Plakat” – “Da stand was von neutralem Internet” – “Ah ja, ich glaub [..]” – “Da hat doch auch die Telekom […]” – …)

  3. Wow, selten so eine nichts sagende Kampagne wie die der Grünen gesehen. Bildaufbau und Fotos sind sympatisch, keine Frage. Das weglassen des Logos funktioniert allerdings meiner Meinung nach nur im Kontext zu anderen Partei-Plakaten. Sonst könnte es auch Werbung für »Flora Soft« sein (gibt es die noch?).

    Aber zurück zu den nichts sagenden Inhalten. »Ich seh das anders«. Wow. Wie schön. Was sagt mir das? Nichts. »Mensch vor Bank« … was für ein pfiffiger Wortwitz. »Wir brauchen neue Energien«/»Für Mut gegen Armut« … was haben die Texte mit den Bildern zu tun? Und über den Wortwitz zu »Hello Kita« kann ich nur im Fremdschämmodus lächeln. Okay, vielleicht gefällt es sechsjährigen Mädchen.

    Andrerseits ist »Ich seh das anders« das einzige Motiv, was mit dem »Und Du?« funktioniert. Okay, das »Hello Kita« auch noch, aber das klingt mit dem »Ich sag« davor schon recht gestelzt. Ich frage mich, ob hier das Textkonzept während der Entwicklung der Kampagne unterwandert wurde. Mit dem »Ich …« und dann »Und Du?« ergibt das Sinn und fordert zum nachdenken und zur Partizipation auf. Aber spätestens bei »Mensch vor Bank … und Du?« bleibt bei mir nur noch ein Kopfschütteln zurück.

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