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Die Lübecker Museen – Zweiter Besuch

Lübecker Museen Logo

Ein kleiner Rückblick. Im März 2007 wurde das neue Logo der Lübecker Museen vorgestellt. Seinerzeit gab es außer dem Logo und einer ersten Broschürenreihe keine weiteren Produkte der Corporate Design-Linie, die man hätte bewerten können. Mittlerweile gibt es zu jedem der beteiligten Museen eine eigene Abwandlung des Hauptlogos. Der durchaus vielversprechende Ansatz, den das Logo aufgrund seiner Form verhieß, löst sich nun auf. Das Logo wird im wahrsten Sinne des Wortes auseinander genommen.

Die kubistische anmutende Outline des Logos wird zerschnitten, um die jeweilige Silhouette eines Gebäudes in sich aufzunehmen. Grundform und Silhouette vollziehen dabei einen Stilbruch. Offenkundig soll zusammengehen, was nicht zusammengehört – abstrakte Formgebung und naive Gebäude-Illustration.

Das sieht mir sehr nach einer Kopfgeburt der Städter aus. Sehr schade für die Form und tragisch für die verantwortlichen Kreativen, dass ihr schönes Konzept so zerpflückt wurde. Eine typografische Lösung oder aber ein Weg, bei dem die Unterscheidung rein per Farbcode kenntlich gemacht wird, hätte ich lieber gesehen.

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 32 Kommentare

  1. Sicher hätte man das auch anders lösen können. Ich glaube allerdings, dass eine rein farbtechnische Kennzeichnung der unterschiedlichen Museen auch sehr schnell kitschig. Ich bin mir nicht sicher, ob die Art der Illustration ein Stilbruch ist. Man hätte evtl. die Abstraktion noch ein bisschen weiter treiben können. Aber auch so finde ich die Lösung nicht schlecht. Zumal so auch der ortsunkundige Tourist eine gewisse Orientierungshilfe erhält.

  2. Grundsätzlich gefällt mir die Lösung. Nur die Umsetzung… Das Orientierung-für-Touristen-Argument von pixmac finde ich absolut einleuchtend (hätte ich auch so gemacht). Rein Typografisch würde dies nicht so gut funktionieren. Der angesprochene Stilbruch von Grundform und Silhouette ist mir allerdings ebenfalls ein Dorn im Auge. Spontan würde mir eine Negativform in Grundform-Stil eher zusagen.
    Bezüglich Schriftgrößen und -stärken glaube ich, wenn man die einzelnen Logos auf die einheitliche Größe ihrer Grundform skaliert, dürfte es die Diskussion darüber nicht mehr geben. Es ist in diesem Fall äußerst unglücklich, dass die jeweilige Website eines Museums eine feste breite für das Logo vorgibt. So entsteht womöglich dieser falsche Eindruck.

  3. *eigentlich* finde ich die idee nicht schlecht…

    und auch ohne farbcodierung auszukommen ist rein technisch bei diversen umsetzungen sicher einfacher und auch kostengünstiger zu machen… bei einigen museen gefällt mir die kombination mit der urspungsgrafik…. bei anderen finde ich sie zu naiv und unrund….

    bei der immer unterschiedlich ausfallenden typo bin ich unschlüssig… einerseits bringt es eine gewisse abweichung und damit auflockerung, andererseits sieht es nicht zusammengehörig aus, da das gemeinsame grafikelement hinter manchen museen und der dazugehörigen großen und langen typo so in den hintergrund rutscht, daß man das verbindende element nicht mehr wahrnimmt…

    deswegen: idee *eigentlich* gut, umsetzung leider nicht rund

  4. @dankaspar
    Entweder du hast die Einwände (die Vorposter wollten den Designer eher in Schutz nehmen) nicht verstanden oder der Designer hat Grütze abgeliefert. Sollte der Einfluss des Auftraggebers nicht hoch gewesen sein, was die Positionierung und Größe der Typo angeht, dann ist es einfach Müll, was der Designer abgeliefert hat.

  5. Ich denke Franz hat es auf den Punkt gebracht. Sehr gutes Grundkonzept. Zu viele Entscheider. Zu viele unterschiedliche Wünsche. = Uneinheitliches, mittelmäßiges Ergebnis.
    Der Designer hätte es sicher gerne anders gelöst!

  6. Ich muss gestehen, dass ich die Logoform nicht ganz verstehe. Im ersten Moment dachte ich: “Ach so, die Siluetten der einzelnen Museen bilden die Gesamtform” und im nächsten “Nee, Moment, das passt doch gar nicht…” Zumal Buddenbrookhaus und Katharinenhöhe an derselben Stelle sitzen. Die Form an sich hat zwar irgendwie was, aber die Häuser passen nicht da rein.

    Gibt es vielleicht eine offizielle Stellungnahme “Wie das gedacht ist”?

  7. Als Lübeck-Tourist fand ich die Idee mit dem einheitlichen Hintergrund und den verschiedenen Museumslogos sehr gut. Man kann gerade als Nicht-Eingeborener die Strukturen der Gebäude wiedererkennen und sieht auch auf den ersten Blick, daß die zusammengehören wenn man beispielsweise mit so einer Museumskarte unterwegs ist.
    Furchtbar finde ich nur die verschiedenen Typographien, da wäre mehr Einheit schöner gewesen.

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