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Die Linke präsentiert sich mit neuem Corporate Design

Die Linke Logo, Quelle: Die Linke
Die Linke Logo, Quelle: Die Linke

Die Linke hat sich ein neues Corporate Design zugelegt. Auf ihrem Bundesparteitag in Augsburg, auf dem das Corporate Design Premiere feierte, treibt die Linkspartei ihre personelle Erneuerung voran und präsentiert sich im Visuellen mit verändertem Profil.

Vom Bundesparteitag in Augsburg, am Sonntag zu Ende gegangen, verspricht sich Die Linke ein Signal des Aufbruchs und des Neuanfangs. Nach dem Bruch mit Sahra Wagenknecht will die Partei nach vorne blicken und politische Inhalte in den Mittelpunkt stellen. Zum Hintergrund: nach der Abspaltung der Gruppe um Wagenknecht hat die Linksfraktion im Bundestag ihre Selbstauflösung (bis zum 6. Dezember) beschlossen. Ohne die Gruppe um die frühere Fraktionschefin Sahra Wagenknecht verliert die Linksfraktion ihre Mindestgröße von 37 Abgeordneten. Im Visuellen getragen wird der Neuanfang durch ein verändertes Corporate Design, mit dem Die Linke fortan auftritt.

Bereits im Juni dieses Jahres sprach die Partei im Rahmen der Vorstellung eines Zukunftsplans von einem Comeback, auch dass Die Linke „ein klares, zeitgemäßes Profil als moderne Gerechtigkeitspartei anbieten“ müsse. Rund ein halbes Jahr später präsentiert sich die Partei nun mit runderneuertem visuellen Erscheinungsbild.

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Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 50 Kommentare

      1. Ich finde das neue Dreieck gerade zu clever, weil es je nach Interpretation sowohl nach rechts oben zeigt und einen Aufschwung andeutet als auch weiterhin nach links und man die alte form darin ebenfalls wieder erkennt.

        1. Für mich ist es bei Dreiecken wie diesem hier immer so, dass der s p i t z e Winkel die Richtung macht. Die andern beiden “Ecken” sind für mich sekundär und zeigen (mir) keine Richtung an…

  1. Wirkt durchdacht und stringent. Gefällt mir!

    Außer der Sache mit dem “Dreieck”, das ich im alten Logo immer als Fahne wahrgenommen habe, die dem Wind von Rechts trotzt. Und den Keil von El Lissitzky immer eher als Megafon. Diese beiden Assoziationen funktionieren nun gar nicht mehr. Auf mich ist es nun eher ein Wichtel mit spitzer Mütze.

    Weißt Du auch, wer das entwickelt hat?

  2. Auch wer es entwickelt hat steht im Artikel von Achim. Ich für meinen Teil saug das schon immer auf was überwiegend so gut recherchiert (und unvoreingenommen kommentiert) ist.

  3. Ich teile die Beurteilung: Beeindruckend, wie weit das Designsystem ausgearbeitet ist. Was mich jedoch stört, ist die unnötige Überarbeitung des Logos.

    Vorab: Ich finde es grundlegend immer sehr schwer über solche Gestaltungen zu urteilen, wenn man die Hintergründe / Ideen / Strategien nicht kennt. Aber das hier erscheint mir wie ein Beispiel für eine Umgestaltung um ihrer selbst willen. Eine Auffrischung dann und wann ist bei den allermeisten Logos nötig und gut. Aber das eine markante Merkmal des Logos zu verändern (den Pfeil / die Fahne – je nach dem, wie man es interpretiert) mit dem Verweis auf Lissitzky ist ein Paradebeispiel für eine Pseudoherleitung, auf die so viele Designs basieren. Wenn der Designer keine wirkliche Strategie hat oder die Änderung selbst zu sehr will.

    So grundlegend gut gemacht ich das Branding auch finden mag: Was hat Lissitzky mit der deutschen Linken zu tun? Zu argumentieren, in der Geschichte der Gestaltung gab es diesen einen Künstler, der war avantgardistisch und der hatte diese eine Gestaltung und da kam auch ein Dreieck drin vor… UND er war auch links! Darum sollte die gesamte Gestaltung der deutschen Partei darauf ausgerichtet sein… Das ist für mich ein klassisches Beispiel einer Argumentation von hinten durch die Brust ins Auge. Bei solchen Argumentationen verstehe ich auch immer, warum es die Leistung der Gestaltung so schwer hat außerhalb der Branche ernst genommen zu werden. Warum nicht das grundlegend gute Logo nehmen, vielleicht minimal modernisieren und darum das Design aufbauen?

    Aber gut, Rant vorbei. Sonst sehr schön gemacht :D

    1. Herzlichen Dank für Deinen Kommentar „J“.

      Die Anlehnung an Lissitzky, womöglich kommt dies im Artikeltext nicht klar genug rüber, besteht seit mehr als zwanzig Jahren! (vermutlich noch länger) Schon bevor der Pfeil, genauer gesagt das Dreieck, der Keil, ins Logo Einzug hielt, 2005 war dies der Fall, war Lissitzky und die von ihm geschaffene Grafik ein Bezugspunkt für die Partei, auch wenn dies im Corporate Design nicht sichtbar gewesen ist, siehe Beitrag Tagesspiegel.

      Ich sehe mitnichten ein „Paradebeispiel für eine Pseudoherleitung“, wie Du schreibst.

      Um den Zusammenhang zwischen Lissitzky, der russischen Avantgarde und der politischen Link zu verdeutlichen, hier eine Aussage:

      Die Avantgarde ist kein Stil und keine Kunstrichtung. Der Künstler El Lissitzky beschreibt sie als eine Methode zur wissenschaftlich-künstlerischen Umgestaltung der Welt.

      Quelle

      Mit dem Bezug auf die von Lissitzky geschaffene Grafik formuliert und unterstreicht Die Linke also ihren Anspruch zur gesellschaftlichen Gestaltung/Umgestaltung. Die Herleitung ist, wie ich finde, stringent, nachvollziehbar und substanziell.

      1. Danke für die Infos, Achim. Sehr interessant. Der Artikel schreibt zwar lediglich von der Bürodeko einer einzelnen Frau von vor über 20 Jahren, aber sofern das verbreiteter war oder ist, verstehe ich die Herleitung natürlich einiges besser.

        Wenn es scheinbar eine längere gedankliche Verbindung zu Lissitzky gibt finde ich es etwas schade, dass die Layouts diese Brücke nur bedingt schlagen, weil vor allem das Platzieren von Headlines in den Balken einfach eine Standardlösung vieler Plakate vieler Parteien ist und nichts Geometrisch-Konstruktivistisches hat, und die Formen bei den meisten anderen Gestaltungen nur als leicht-farbiges Dekoelement im Hintergrund agieren denn als kontrastreiches Element, das “etwas aufbricht” oder dergleichen… Die selbe Gestaltung hätte man auch mit dem alten Logo entwickeln können.

        Aber hier verliere ich mich zu sehr in Detailkritik, die Ansichtssache ist und zu nicht viel führt. Danke für die Infos aber: ).

  4. Folgt nun auch eine Umbenennung der Partei? Die hat ja offiziell den Namen “DIE LINKE” – das neue Logo zeigt jetzt aber was anderes. Wäre ein Malus für das neue Design, wenn es nicht schafft, den Parteinamen richtig zu schreiben.

    1. Naja auch wenn die Eigenschreibweise von Jeher DIE LINKE war – schau mal in Artikel, Parlamentsinformationssysteme und Schaubilder etc. da ist es mind zu 50% früher auch schon immer “falsch” geschrieben worden.

  5. Das neue Logo ist mir in den Medien sofort aufgefallen. Im direkten Vergleich mit anderen Parteien wirkt es erstaunlich modern. Wenn ich darüber nachdenke, ist es mir gar nicht mehr verständlich, warum das Logo einer linken Partei früher nicht in Kleinbuchstaben geschrieben war.

    Noch davor ist mir allerdings der Pfeil aufgefallen, der jetzt nach rechts zeigt. Meine Assoziation: Frau Wagenknecht wird oft vorgeworfen, sich auch im rechten politischen Spektrum anzubiedern. Ist das der Versuch, es ihr gleichzutun? Der Pfeil nach links war früher im Gegensatz zum jetzigen Dreieck selbsterklärend.

    Ansonsten: handwerklich gut umgesetzt. Hervorzuheben auch die begleitende Kommunikation!

    (Danke Achim für den gut recherchierten Artikel!)

    1. Meine Assoziation: kein Pfeil und keine Fahne (wenn schon, dann ein Wimpel). Es ist aber tatsächlich für mich auch “nur” ein Dreieck! Und darin sehe ich hier den Zacken eines / des roten Sterns und frage mich warum ist er aus der linken “Krone” (dem alten Logo) herausgebrochen? Und ja, warum wurden die Großbuchstaben aufgegeben? Entspricht das der “Selbstverzwergung” der Partei? Dann ist auch die (schon in anderem Beitrag genannte) Zipfelassoziation aber gar nicht von der Hand zuweisen…
      Ich bin gespannt wie sich Frau Wagenknechts Parteilogo gegen das hier vorgestellte abheben wird. Als ich mir dann einige Verwendungsbeispiele (“z.B.: Die Linke im Bundestag”, mit dem liegenden Rechteck unter dem aufsteigenden Schriftzug) angesehen hatte, dachte ich blitzartig an das Satiremagazin Titanic u n d an das “Auflaufen auf einen Eisberg” (im Beispiel das weisse, liegende Rechteck). Ich bin enttäuscht, lasse mich aber vom etwaigen zählbaren Wahlerfolg gerne überzeugen. Gut ist auf jeden Fall, dass die Farbkombination nicht mehr rot-weiss-schwarz zeigt.

  6. Bisher war in den Kommentaren als Richtung für den Pfeil nur von „links“ oder „rechts“ die Rede. Er weist aber jetzt auch nach „vorne“ wo er zuletzt „zurück“ verwies. Nach vorne aufstrebend lese ich da. Und auch nicht entgegen der Leserichtung. Also nicht einfach nur „dagegen“ sein sondern konstruktiv. :.. und schon lande ich wieder bei Lissitzky.
    Sehr gelungen!

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