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Deutscher Volleyball Verband (DVV) mit neuem Logo

Der Deutsche Volleyball Verband (DVV) hat ein neues Logo. Wer angesichts des hier abgebildeten Vorgängers die Augenbrauen hochzieht und schlüpfrige Assoziationen anstellt, dem sei gesagt, dass er damit nicht alleine ist. Das bisherige DVV-Logo hat einen festen Platz in der Liste des Phallic Logo Awards. Wenn schon nicht der Verband, genießt zumindest die zweideutige Bildmarke weit über die Landesgrenze hinaus große Bekanntheit.

DVV Logo

Ein zweifelhafter Ruhm, der einem positiven Image wenig zuträglich ist. Das hat jetzt auch der Verband erkannt, der dank neuer Sponsoren und Ausrüster eine Aufbruchstimmung verspürt. Fraglos bietet das neue Logo weniger Angriffsfläche für „unbeabsichtigte Interpretationen“, es lässt jedoch auch jegliche gestalterische Raffinesse vermissen.

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Dieser Beitrag hat 38 Kommentare

  1. Warum die auf ihrer Seite (Link 2) ein anderes (tatsächlich noch fürchterlicheres) Logo als Siegerentwurf präsentieren, ist mir schleierhaft.

    Im hier verlinkten Artikel heißt es dazu: „Dennoch wird keines der drei eingereichten Logos als neues DVV-Emblem verwendet, dies hatte sich der DVV in der Ausschreibung vorbehalten. Zeitgleich zu den Studenten haben auch professionelle Agenturen Logo-Vorschläge eingereicht, eine Entscheidung steht jedoch noch aus.“ Das oben abgebildete neue Logo ist demnach der Entwurf einer „professionellen Agentur“.

  2. was habe ich gelacht und geweint… wunder oh wunder: ganz klare verbesserung zum vorgänger, schon allein durch die beseitigung der penis-assoziation. farblich ist man auch einen schritt weitergekommen. schwarz-rot-gelb ist zwar nicht sonderlich kreativ, aber schafft immerhin eine verbindung zum „deutschen“ volleyball-verband. was zur hölle hatten die blautöne überhaupt in dem alten logo zu suchen? die neue bildmarke kommuniziert eine gewisse emotionalität und lebendigkeit. der ansatz ist wunderbar. leider sehe ich auf dem ersten blick wassertropfen und soviel ich weiß, haben die herzlich wenig mit wasserball zu tun. der riesige schwarze ball wirkt auch ein wenig wie ein schwarzes loch, dass den betrachter einfach mal einsaugt. die typo war vorher individueller und lebendiger, sogar das kerning (falls durchgeführt) besser. die beiden Vs ergeben einen recht großen zwischenraum, woraufhin das D etwas mehr platz benötigt.

    nichts desto trotz ist das logo eine verbesserung. die bildmarke sieht nicht mehr aus wie ein geschlechtsteil und die sinnlosen, kalten blau und türkistöne sind verschwunden. das logo ist durch den höheren kontrast zum grund viel auffälliger. mühe hat sich dennoch niemand mit dem logo gegeben, der teufel steckt im detail, die anordnung der einzelnen elemente will nicht ganz gefallen, die bildmarke nicht besonders kreativ noch durchdacht und mit der typo wurde nicht liebevoll umgegangen.

  3. @ Achim: Ach du je, da habe ich das doch glatt überlesen. Was aber auch schlicht und einfach daran gelegen haben könnte, dass mich dieser kreative Erguss wohl schlicht und einfach abgelenkt hat in seiner bestechenden Schlichtheit (in beiderlei Wortsinn). :-)

    Ich will an dieser Stelle aber noch einmal auf meinen Vor“redner“ Bezug nehmen: Dass das neue „Logo“ keine Phallus-Assoziationen mehr zulässt ist eine lediglich leidliche Verbesserung. Dass das Machwerk allerdings eine „gewisse emotionalität und lebendigkeit“ aufweist, halte ich genauso für ein Gerücht wie den „wunderbaren Ansatz“. Ich hoffe, die Ausführungen durchflort eine gehörige Portion Ironie!?! Auf die zumindest lässt die Wasserball-Anmerkung schließen.

    Wie ich weiter oben bereits schrieb: Sportiv sieht anders aus. Es wird sich wohl nur schwerlich eine sportliche Institution finden, deren „Logo“ (wobei sich gerade über thematisch sportliche Logos vortrefflich streiten lässt, wie wir im „Ryder Cup“-Threat beobachten durften) noch weniger statisch daherkommt. Der Versuch, durch die sich zu einer Seite hin verjüngende Tropfenform eine gewisse Bewegung zu erzeugen, krepiert noch im Rohr, scheitert dann an dem schwarzen Loch und negiert sich komplett in einer der langweiligsten Typografien, die ich seit langem „bewundern“ durfte.

    Zum Thema „was zur hölle hatten die blautöne überhaupt in dem alten logo zu suchen“: Ach ja, immer schön naheliegend denken, nicht wahr. So mag es der ach so komplizierte Kunde total gerne! Wenn schon Deutschland im Vereinsnamen steht – warum nicht gleich ein schwarzrotgoldenes Emblem hernehmen? Der Weg des geringsten Widerstandes. Der Weg der Bequemlichkeit. Ich will hier, um Gottes Willen!, das alte Logo nicht verteidigen. Wohl aber das Prinzip, auch mal Dinge tun zu können, die weitergehen als ein Fußball zur Fußball-WM. Also: Warum keine Blautöne? Vielen Dank an dieser Stelle auch an nik: Triviallogos in Landesfarben sind und bleiben … nun ja … trivial!

    Der Teufel steckt in diesem Falle nicht im Detail, sondern direkt am Anfang. Nämlich da, wo es schon ohne Idee losgeht. Da kann ja nichts Gutes bei rauskommen.

  4. Und wie kommt es eigentlich, dass das Logo des DVV Pokals (im Rahmen seiner Möglichkeiten) um so vieles besser ist, als das Vereinslogo?

    Link

  5. @ Wolle (16) Zum neuen Logo ist eigentlich alles gesagt, da schließe ich mich deiner Meinung voll inhaltlich an, abver vor allem Danke für den Link des Pokal-Logos. In der Tat ein frappierender qualitativer Unterschied zum Logo des Verbandes. Selbst die (scheinbar) unvermeidlichen schwarz-rot-gold Elemente sind hier in einer angenehm unaufdringlichen Weise eingebunden.

  6. Bei einer derartigen Würdigung von Designleistungen, gönnt man Ihnen das schlechte Logo richtig!

    „Platz eins ging an den Vorschlag von David Scheitz aus Erfurt, der dafür 500 Euro erhält. Platz zwei sicherte sich Sebastian Schmidt aus Neu-Isenburg (300 Euro), und den dritten Platz belegte der Entwurf von Mahmoud El-Zein aus Duisburg (100 Euro).“

  7. Würde man sich jedes Mal über die „Prämierung“ aufregen, man hätte ein lebenslanges Exklusivabonnement auf Magengeschwüre und Gallencholiken. Ich kann Andi nur beipflichten: Man erntet was man sät. Mich würde interessieren, wieviel die „professionelle Agentur“ für den Quatsch gekriegt hat. Oder ist es genug der Belohnung, dass man stolz darauf sein kann, eine der wohl eher unwichtigeren Ligen ein Stückweit „schöner“ gemacht zu haben. Das neue Logo soll, wie ich es verstanden habe, schließlich auf alle Trikots und so. Das ist doch mal was. Wozu da noch schnöden Mammon? Bei der Summe ist der eh nicht der Rede wert!

    Wobei – 500 Tacken für diesen Entwurf wären bestimmt ein annehmbarer Stundenlohn, nämlich schätzungsweise 3.000 Euro in Anbetracht der Tatsache, dass wohl jeder hier dasselbe in etwa zehn Minuten hätte erreichen können.

    Quo vadis, Designlandschaft Deutschland? Memento mori!

  8. Auch wenn einige den DVV für sein Vorgehen mit Pech und Schwefel übergießen, muss man doch sagen, dass der „notorisch klamme“ Verband, wie die Frankfurter Rundschau den DVV tituliert, immerhin davon abgesehen hat, einen Auftrag auf den einschlägigen Crowdsourcing-Plattformen (designenlassen.de, jovoto.de, etc.) einzustellen, wo man etwas Vergleichbares sicherlich für die Hälfte der Kosten bekommen hätte! Natürlich ist das Gesamtergebnis ausbaufähig, aber heutzutage muss man ja fast schon froh sein, dass an einem Auftrag mehrere Gestalter finanziell partizipieren. Aber natürlich ist das Preisgeld zu gering.

    Mit einem Budget von 3.000 – 5.000 Euro und einer Jury, in der auch Design-Know-How vertreten ist, hätte man insgesamt mehr rausholen können. Offensichtlich ist, dass auf Seiten des Verbandes seit geraumer Zeit Bedarf bezüglich einer Designberatung besteht. Und der wird nicht dadurch gedeckt, dass man sich alle paar Jahre lang ein neues Logo zulegt.

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