Der STANDARD präsentiert sich mit einheitlichem Schriftzug

Der Standard Logo, Quelle: Der Standard

Der STANDARD, eine 1988 von Oscar Bronner gegründete österreichische Tageszeitung, hat sich im Zuge ihres 30-jährigen Bestehens ein neues Logo zugelegt. Damit vollzieht der STANDARD eine längst überfällige Vereinheitlichung und tritt nunmehr mit nur noch einem Logo in allen Kanälen auf. Von einem einheitlichen Markenauftritt ist der STANDARD allerdings noch weit entfernt.

Die Umstellung auf den neuen Schriftzug erfolgte im Zuge der Veröffentlichung der Jubiläumsausgabe Mitte Oktober. Bis zu diesem Zeitpunkt blieb die von Grafikdesigner Joey Badian entworfene Wortmarke nahezu unverändert. Mit dem Start der digitalen Webpräsenz im Jahr 1999 wurde für derStandard.at von der Agentur Barci & Partner ein eigenständiges Logo entwickelt. Erst seit Veröffentlichung der Jubiläumsausgabe treten beide Kanäle, Print und Web, unter einer einheitlichen Marke auf.

Der Standard Logo – vorher und nachher

Der Standard Logo – vorher und nachher

Für das neue Logo wurde, in Zusammenarbeit mit FaceType und Schriftlabor, eine eigene Schrift entwickelt. Ihre Premiere feierte die Schrift namens Matilda in der Jubiläumsausgabe. Das Konzept zur Weiterentwicklung der Marke entstand in Kooperation mit section.d.

Kommentar

Ein einheitlicher Schriftzug macht noch lange keinen einheitlichen Markenauftritt. Nach wie vor gibt es zwischen Printausgabe und digitalem Angebot in Bezug auf die visuelle Darstellung vieles, was trennt – allen voran die Farben. Der in Anlehnung an die Financial Times gewählte lachsfarbene respektive cremefarbene Ton, wie er für den STANDARD seit eh und je charakteristisch ist, spielt im Umfeld der digitalen Medien nur dort eine Rolle, wo der Bezug zum Printmedium hergestellt wird, etwa im Bereich Abo. Umgekehrt spielt die im Webauftritt verwendete Akzentfarbe Magenta im Umfeld der Zeitung keine Rolle. Um als EINE Marke wahrgenommen zu werden, braucht es schon mehr als lediglich ein Logo als gemeinsamen Absender.

Ähnlich inkonsequent agiert der STANDARD in Bezug auf die Typo. In der Zeitung kommt die neue Hausschrift Matilda zum Einsatz, auf derstandard.at wird immer noch eine viel zu klein angelegte Arial verwendet und in der deutschen Ausgabe derstandard.de, letztes Jahr gelauncht, entschied man sich für den Einsatz des GoogleFonts Roboto. Ein stringentes Typokonzept? Beim STANDARD Fehlanzeige.

Auch das im Zuge des Redesigns eingeführte, uninspiriert wirkende Social-Media-Profilbild erweckt den Eindruck einer insgesamt halbherzigen Lösung. Die digitale Präsenz des STANDARD ist weit entfernt von zeitgemäßem UI Design.

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5 Kommentare zu “Der STANDARD präsentiert sich mit einheitlichem Schriftzug

  1. Also das Logo an sich ist besser als das vorherige, ohne die Glanzoptik und vor allem durch den Unterstrich wirkt das Logo stärker. Wenn ich mir jedoch den Markenauftritt insgesamt ansehe bin ich gar nicht mehr begeistert.. Dass man den cremefarbenen Ton durch die Farbe Magenta ersetzt und das nicht mal komplett, ist absolut kein kluger Schritt.
    1. Die Farbe ist viel zu knallig für eine Zeitungsmarke. Wirkt unseriös. Wahrscheinlich wollte man den Webauftritt durch die neue Farbe moderner und frischer wirken lassen. Ich gehöre zur jungen Altersgruppe, ich finde die Farbe passt einfach nicht zu einer Zeitung. Mehr zur Telekom, eben weil Telekom Magenta seit Jahren benutzt. Ist aber nur meine Sicht.
    2. Der Grauton, der ja nur auf der Webseite verwendet wird, wird weiterhin im Konzept der neuen Webseite verwendet und man verzichtet komplett auf Magenta? Das ergibt keinen Sinn wenn die Farbe Magenta für den Webauftritt genutzt werden soll, wenigstens das Logo hätte einen magentafarbenen Hintergrund kriegen können..
    Abgesehen davon wurde die neue Seite ganz gut umgestaltet, sie sieht nicht mehr durch die neuen unterschiedlich großen Kacheln und den Fokus auf mehr Bilder so alt aus. Jedoch ein weißer Hintergrund wäre mMn viel besser. Ein Refresh der Seite war wirklich nötig.
    Alles in einem gut gewollt, schlecht geplant und noch schlechter umgesetzt.

  2. Auch der neue Logo-Schriftzug mag mir nicht gefallen. Ich bin kein Freund von Versalien und dann nochmal größere Versalien für den Anfangsbuchstaben. Der Unterstrich ist deutlich zu fett.

    Über das Magenta müssen wir nicht diskutieren. Wer in der Farblehre aufgepasst hat, weiß eigentlich welche Farbe für welche Assoziation steht – und Magenta passt nun wirklich nicht zu einer Zeitung die für qualitative Berichterstattung steht.

    Die Internetseite finde ich gut. Hier darf man aber auch nicht viel erwarten, ich möchte mich schnell orientieren und an Informationen kommen.

  3. Der Blog-Artikel erscheint mir schlecht recherchiert. Magenta war ja auch vorher schon die „Online-Farbe“, es hat sich diesbezüglich nichts geändert. Man traut sich die Farbe wohl noch nicht komplett abzulegen, weil der Web-Standard (wie er genannt wird) damit immer noch von vielen verbunden wird.

    Durch den Einsatz des neuen Logos, sind Print und Online erheblich enger zusammengerückt.
    Hier ein Screenshot der Seite vor der Änderung: https://media.diepresse.com/images/uploads_620/6/a/d/5510829/standard_1539167790472103.jpg
    Und hier noch einmal das alte Online-Logo in groß: https://derstandard.at/img/ui/derstandardat_fallback_image_1200x600.png

    Die Seite wirkte für mich auf einen Schlag sofort seriöser, nachdem man das Logo getauscht hatte.

  4. Der Blog-Artikel erscheint mir schlecht recherchiert. Magenta war ja auch vorher schon die „Online-Farbe“, es hat sich diesbezüglich nichts geändert.

    Mir erscheint hingegen, dass im Zuge des Verfassens des Kommentars dem Artikel recht wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Denn an keiner Stelle wird innerhalb des Artikels behauptet, im digitalen Umfeld würde die Farbe Magenta erst mit Umstellung auf das neue Logo zum Einsatz kommen. Die im Artikel geäußerte Kritik hinsichtlich fehlender Stringenz basiert ja gerade auf dem Umstand, dass die Farbe Magenta seit vielen Jahren im Webauftritt Verwendung findet, während sie in den Printangeboten nach wie vor keine Rolle spielt. Ähnlich inkonsistent agiert der STANDARD im Bereich Typographie. Die Aussage von STANDARD-Chef Matthias Cremer, man trete nunmehr als „einheitliche Marke in allen Kanälen auf“, ist anhand der beiden unterschiedlichen visuellen Erscheinungsbilder leicht zu widerlegen. Eine Marke ist mehr als ein Logo.

    Wenn schon eine schlechte Recherchearbeit bescheinigt wird, dann finde ich sollte man diese auch mit entsprechend überzeugenden Argumenten belegen können. Dort, wo falsche Angaben gemacht werden, korrigiere ich diese auf Zuruf zeitnah. In diesem Fall sehe ich dafür jedoch keinen Anlass.

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