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Das Signet für Frank Walter Steinmeier

Frank Walter Steinmeier Signet

Letzter Teil einer PR-Aktion, die es wohl nur in einem „Superwahljahr“ geben kann. Frank Walter Steinmeier hat vorgestern nun das Logo bestimmt, das aus seiner Sicht das beste ist. Im Design Tagebuch wurde eingehend über den bei Jovoto durchgeführten Wettbewerb berichtet. Der Siegerentwurf aus Sicht der Jovoto-Community hatte in diesem Blog aufgrund der damit verbundenen Assoziationen (Runen, SS) für eine heftige Diskussion gesorgt, die von Steinmeier (bzw. seinen Beratern) keineswegs entgangen sein und so wählte Steinmeier nun eine rote Kreisform samt „fw“-Kürzel als Siegerlogo.

Marco Slowiks Entwurf – die im roten Kreis eingefasste Schrift “fw STEINMEIER” – hat nun den Zuspruch des Kanzlerkandidaten erhalten, und wird daher mit dem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro bedacht. Herzlich Glückwunsch.

Auch einen Sieger im Bereich Video gibt es nun zu bestaunen. Diogo da Silva Novaes durfte hierfür einen Sonderpreis einstreichen, da das Video “bei den Jury-Mitgliedern auf besondere Begeisterung stieß”, wie es auf SPD-Seite heißt.

Gespannt darf man sein, wann und wo das Siegerlogo nun zum Einsatz kommen wird. Ich bin da etwas skeptisch. Auf der Website von Frank Walter Steinmeier ist es derzeit noch nicht zu sehen.

via fontblog.de

Dieser Beitrag hat 54 Kommentare

  1. Das Video ist ja echt genial. Hut ab! Das Gewinner-Logo weckt in mir die Assoziation eines Fußballvereins…

  2. Sind alle von Obama geblendet! Lachhaft, unnötig, unpassend. Wird auf fontblog auch schon derbe diskutiert.

  3. Das “FW” ist wirklich sehr ungeschickt gewählt und in der Politik für mich klar mit den freien Wählern verbunden. In Bayern haben diese unlängst 10,2% (mehr als FDP und Grüne) bei den Landtagswahlen 2008 erhalten, man kann also nicht mehr sagen das ist eine bedeutungslose Partei die eh keiner kennt. Das man das fw klein schreibt macht es nur noch verwirrender und inkonsequent.

    Vom Design her kann ich dazu nicht viel sagen, mich erinnert das ebenfalls an Zott oder vielleicht eine Fleischmarke und es drängt sich die Frage auf ob wir jetzt das ganze “Superwahl”-Jahr über mit inhaltsleeren PR Aktionen gequält werden. Wenn man schon Personenkult als Wahlkampf betreiben will, sollte man vielleicht auch ein paar echte Charaktere vorzuweisen haben und keine weichgespülten Berufspolitiker. Es muss ja nicht immer ein Präsident Obama als Vergleich herhalten auch von einem “Willy wählen” ist Steinmeier und die ganze SPD momentan Lichtjahre entfernt.

  4. Kommentar Nummer 8 veranschaulicht meine Meinung schon sehr gut. Irgendwie assoziere ich mit dem Logo auch Motorsport. Nunja, groß zum Einsatz wird es sicherlich eh nicht kommen.

  5. Mal abgesehen von den unterschiedlichen Assoziationen, die es auslöst… mich wundert, dass niemand (außer Pixelgeizer) Sinn und Zweck eines Logos für einen Kanzlerkandidaten in Frage stellt. Auch wenn die Wahlkampagnen hierzulande tendenziell stärker auf Personen zugeschnitten werden, weil die Programme vielen Teilen der Bevölkerung nicht mehr vermittelbar zu sein scheinen (“den mag ich, den wähl ich”), sind wir doch weit von einem Personenkult entfernt, wie er bei US-amerikanischen Wahlen betrieben wird, oder irre ich mich da?

    Was soll ein solches Signet eines Politikers denn dem Bürger vermitteln, was Worte nicht vermögen? Einen anderen Inhalt als “STEINMEIER + roter Kreis” transportiert es ja nicht. Es ist, ungeachtet der handwerklichen Ausarbeitung, ja unfassbar nichtssagend. Wie die Kommentare zeigen, kann es Alles und Nichts darstellen.

    Selbst mit der größten Penetration wird man es unmöglich bewerkstelligen, dass zur Bundestagswahl Ende September das Logo bei den Menschen wiedererkannt wird. Die so viel gelobte “kreative Community” – und die Gewinner allen voran – sind in eine Maschinerie geraten, die von Wahlkampfspezies nur allzu gut bedient wird.

    Wir werden den Wahlkampf und ihre Werbemittel im Spätsommer ja erleben. Ich gehe davon aus, dass das Siegerlogo nicht zum Einsatz kommen wird. Seine ihm zugedachte Aufgabe hat es bereits mit diesem Schaulauf in den digitalen Medien erfüllt.

  6. Richtig. Wozu ist ein Logo gut? Zur Wiederekennung. Simpel gesagt: Ich sehe eine nette Anzeige, das Logo des Produktes prägt sich ein und beim nächsten Einkauf im Supermarkt kaufe ich das Produkt, weil ich das Logo wiedererkenne.
    Aber wie soll das in der Politik funktionieren? Mit dem Logo auf dem Wahlbogen? Da geht es ja nicht um ein Markenimage oder Lifestyle, sondern um Sympathie, Argumente und Einstellungen.
    Diese muss der Politiker durch seine Person transportieren. Ein Logo kann da nicht helfen.

  7. Ich denke, dass das Wahlkampf-Logo von Obama (ja, es muss immer wieder herhalten) durchaus mehr transportiert hat als eine bloße „Wiedererkennung“ (@Pixelgeizer) – die wichtigen Schlüsselreize der Kampagne (Hoffnung und Patriotismus) wurden hier sehr kompakt, emotional und sympathisch vermittelt.

    Legt man diesen Maßstab an, fällt das „fw“ natürlich völlig durch, denn es vermittelt rein gar nichts. Dass es gleich gut oder schlecht auf einen Joghurtbecher wie auf das Bauschild eines Fliesenlegers passt zeigt, wie beliebig es ist und dass es rein gar nichts transportiert. Durch die Kombination einer Kursiven mit einem „schiefen“ Schriftzug ist das Logo zudem auch handwerklich eher grobmotorisch geraten.

Kommentare sind geschlossen.

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