Das neue Commerzbank-Team

Commerzbank Team Anzeige

Sag einer was er will. Ich sehe in dem neuen Corporate-Motiv der Commerzbank-Kampagne kein Team aus Beratern, das vor der Frankfurter Skyline steht, um den Zusammenschluss von Commerzbank und Dresdner Bank zu begleiten, sondern eine Armada Pappaufsteller, die im Verbund mit einer schweren Typographie, und einem sehr künstlich wirkendem Foto-Artwork ein vollkommen überladenes Anzeigenmotiv ergeben. Unglücklich erscheint mir zudem, dass sich im Meer der Anzugträger einige Personen auch noch sehr ähnlich sehen. Vermutlich sollte Menschlichkeit zum Ausdruck gebracht werden. Das Gegenteil wurde erreicht.

74 Kommentare zu “Das neue Commerzbank-Team

  1. Ein Team stelle ich mir in Zeiten einer Fußball-WM anders vor, das sieht eher aus als hätte man die Berufsmode aus dem letzten Quelle-Katalog mit der Schere ausgeschnitten und auf Pappkarton geklebt. Das Ganze dann hinter Glas mit Blitzlicht fotografiert, anders kann ich mir diese Atomsonne nicht erklären. Es passt aber sehr gut zu dieser Bankenmigration. Ein Flyer klärt „im Klartext“ Kunden der alten Commerzbank auf, daß sie an den Automaten in einer ehemaligen Dresdner Bank nun Dinge tun können, die ehemalige Dresdner-Kunden dort nun nicht mehr können, bis sie eines Tages richtige Commerzbankkunden geworden sein werden. Oder umgekehrt.

  2. Ja Mahlzeit.

    Tatsächlich ist dem Anzeigenmotiv nichts sympathisches abzugewinnen (Der AD ist bestimmt ein großer Fan von Yul Brynner und Westworld). Klar, müssen optisch gewisse Schlüsselreize zur Identifikation der Szenerie geboten werden, aber einem Privatkunden wird so sicherlich kein Vertrauen abgerungen. Wobei es tatsächlich eine schwere Aufgabe ist, eine Bank sympathisch zu machen – keine Frage.
    Auch Frage ich mich, ob bei einem derart ausgemergelten Begriff wie Team, überhaupt noch jemand denkt: „Ja Klasse, jetzt legen sich ja noch mehr Leute für mich ins Zeug.“? Nur weil in den Banken nun immer vier Berater an einem Schreibtischterminal zusammensitzen, sind die noch lange kein Team. Jeder bearbeitet seinen Stapel – was sollte in einer Bank auch im Team erarbeitet werden? Also bleibt nicht mehr als ein beängstigendes Bild eines Heeres von Schlipsträgern und eine im wahrsten Sinne des Wortes übergewichtige Worthülse.

    Da kann man, wie auch schon erwähnt, in der Tat dazu neigen, den Kreativen zu einem gelungenen Adbusting zu gratulieren. Vielleicht eine neue Werbeform: Das ironische Plakat.

  3. Die Compatil mag in den Berichten funktionieren, aber nicht als laute HL-Schrift. Da hilft dann wie immer nur Versalsatz. Die Blicke der Models sind tatsächlich undurchschaubar und bedrohlich, das hat nix mit der Berufsgruppe „Banker“ zu tun, sondern einfach mit der Inszenierung.

    Dennoch ein im Commerzbank-Kontext auffälliges Motiv

  4. Sie kommen uns zu plätten, um uns zu Ihresgleichen zu machen, das ändert auch die aufgehende Atomsonne nicht mehr… Endzeit olé!

  5. Das Motiv wirkt in der Tat bedrohlich. Auch sehr schön, der nicht nur typographisch gewagte Claim – die neue Bank für Deutschland – nun angesichts der Stützungsmaßnahmen ist das eher die neue Bank von Deutschland. Warum wird eigentlich erst jetzt umgeflaggt?
    Das Logo (wurde das schon mal diskutiert?) ist doch jetzt das gelbe Band der Sympathie (wobei gelb wohl auch Wertigkeit ausstrahlen soll?), ihr altes Logo mit der stilisierten Sonne (vielleicht daher der „strahlende“ Aufgang (oder Untergang, ist das nicht der Westen von Frankfurt (-: )) oder was das frueher darstellen sollte, ist völlig weg. Hat vielleicht doch die Dresdner die Commerzbank aufgekauft und keiner hat’s gemerkt?

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