Das Karussell – Rotation für die Website
Hereinspaziert, hereinspaziert zur Vorstellung der Webkomponente des Jahres 2007. Steigen Sie ein und fahren Sie mit. Das muss man gesehen haben. Wir drehen heute noch eine Extrarunde auf dem Karussell.
Noch nie wurde diese Art der Rotation von Inhalten so oft gesichtet, wie im abgelaufenen Jahr. Apple hats mal wieder vorgemacht. Im iTunes-Store lassen sich die Cover der Alben schon eine ganze Weile lang per Links- und Rechtspfeil umblättern. Dieser Blättervorgang vollzieht sich so elegant und smart, dass man sich dabei erwischt zu klicken, obwohl einem die angewählte Musikrichtung gar nicht zusagt. Große Relaunchs, wie der des Time-Magazins, verstärkten den Schneeballeffekt und machten das kleine Tool immer öfter zur gern verwendeten Komponente in einem Webauftritt.
Was ist ein (Web)Karussell und was kann es?
Zusammenfassend lässt sich das Karussell auf den folgenden Nenner bringen. Ein Karussell ist eine Komponente, in der eine Liste mit Elementen (vorzugsweise Bilder) enthalten ist, die sowohl horizontal als auch vertikal dargestellt werden kann. Die Navigation erfolgt jeweils in beide Richtungen (links-rechts und oben-unten) und kann zudem mit und ohne einer Animation z.B. einem Blendeneffekt angelegt werden. Es gibt unterschiedliche Techniken darunter Ajax, Flash, JavaScript und DHTML.

Aufwendigere Versionen, wie die von Amazon oder Defacto, kommen zusätzlich in 3D-Anmutung und gern auch mit Spiegeleffekt daher. Nichts, was man nicht auch schon vor Jahren in Flash-Anwendungen zu Gesicht bekommen hat, aber die Verbreitung solcher ergänzenden Tools ist aktuell auffällig. Dank iPhone kann man sich ein Karussell sogar in der Hosentasche stecken, denn auch das darauf installierte Betriebssystem verfügt über die smarte Blätterfunktion.
Die Vorzüge
Punkt 1:
Die Haptik ist einfach genial.
Punkt 2:
Was mit Flash und reinem JavaScript schon lange möglich ist, bekam dank Ajax (Asynchronous JavaScript and XML) und der leichten Implementierung einen richtigen Schub. Hier ein Beispiel eines Karussells, das per Ajax generiert wird.
Punkt 3:
Auf der Suche nach alternativen Möglichkeiten in die Tiefe einer Website einzusteigen, vereint die vorwiegend mit Bildern befüllte Webkomponente geradezu ideale Eigenschaften. Sie ist raumsparend, erzeugt starke visuelle Reize und die Bedienung ist nicht nur einfach, sie macht sogar Spaß. Einen smarteren benutzerorientierten Schnelleinstieg kann man sich kaum vorstellen.

Diese drei Faktoren verhalfen dem Karussell in kurzer Zeit zu einer enormen Beliebtheit. Bei der Recherche war ich teilweise überrascht, wo bereits überall die Bildrotation zum Einsatz kommt. Ob in der Mediathek des ZDFs, als Blätterfunktion bei MyVideo oder als Schnellauswahl bei Opel, die Vorzüge dieser Komponente wissen viele zu schätzen. Eines ist klar, auch in diesem Jahr wird sich das Karussell weiterdrehen und an immer neuen Stellen im Netz erscheinen. Die Herausforderung wird darin aufseiten der Konzepter, Designer und Entwickler liegen, jeder neuen Anwendung eine eigene Note zu verpassen.
Ein wunderbares Beispiel dafür, dass ein Karussell auch mit aktuellen Themen bestückt werden kann, ist das Präsidentschaftskandidaten-Karussell von Spiegel Online anlässlich der bevorstehenden Wahlen in den USA.
Hier einige Beispiele der Karussell-Komponenten innerhalb Websites
Individuelle Horizontal-Lösungen
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Navigation per Scrollbalken
“Pseudo 3D”
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Weitere zahlreiche Beispiele sowie eine Dokumentation finden sich hier:
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Für mich immer noch eines der am schönsten umgesetzten bzw. animierten Karusells ist das auf Jumpman23.com: https://www.nike.com/jumpman23/
(Links oben “Air Jordans” auswählen und auf einen Schuh klicken.)
Also ich finde das Karussell eigentlich eine ganze nette Sache, wenn man damit dezent umgeht!
Das für mich am besten realisierte Karussel liegt für auf Perooz
Nicht barrierefrei – und tschüß.
Wilkommen im Web 2.0! Das “Karussell” mag auf dem iPod, zum durchstöbern der Alben, noch seine Daseinsberechtigung haben, ist aber auf Webseiten meiner Meinung nach völlig fehl am Platz.
Der echte nutzen an Usability entbehrt sich mir völlig. Im gezeigten Beispiel dauert das durchblättern viel zu lange – die gewünschte Information zu finden ist somit alles andere als Komfortabel. Auch das Karussell von Spiegel ist nicht mehr als eine schlecht funktionierende Spielerei. Wenn ich auf einen der hinteren Kandidaten klicken will, bewegt er/sie sich unter meinem Mauszeiger weg – empfand ich jetzt nicht als besonders Benutzerfreundlich.
Dass ein Karussell starke visuelle Reize erzeugt, möchte ich nicht bestreiten. Die Frage ist nur ob das gut ist. Wenn der Benutzer schon auf meiner Seite ist und Informationen sucht, brauche ich ihn doch auch nicht mehr mit reizerzeugenden blinkenden GIF-Bannern zu bombardieren?!
Auch das Argument, dass es platzsparend ist, zieht im Web – wo der Platz auf dem Monitor des Betrachters kostenlos ist – nicht wirklich. Die meisten Informationen sind immer noch verbogen und müssen mühselig durchgeklickt werden. Ich bin glücklich mit dem Scrollrad meiner Maus, warum sollte ich davon nicht Gebrauch machen dürfen? Wäre DAS nicht wirklich benutzerorientiert? Die ganze Karussell-Idee hat für mich den selben faden Beigeschmack, wie die Flashseiten, die meinen den Scrollbalken neu erfinden zu müssen.
Und Punkt 2 der “Vorzüge” ist…? AJAX? Wohoo, Buzzwords!
Ich denke auch : nicht barrierefrei……..und schon sind die Möglichkeiten wesentlich eingeschränkt
Ob es nun sinnvoll ist oder nicht, ist im Prinzip ziemlich einfach zu definieren: Sorgt ein Karussell für mehr “qualitative Klicks” bzw. Umsatz oder nicht? Beantwortet werden kann das nur durch die, die es einsetzen. Entweder durch direkte Aussagen oder indirekt dadurch, dass Karussells in 1/2/3/… Jahr(en) nicht mehr / immer noch eingesetzt werden. Und die beste Messlatte dafür sind sicherlich Websites, die in irgendeiner Weise mit ihrer Website Geld verdienen (E-Commerce / Ad).
Und das beantwortet dann auch, inwieweit Barrierefreiheit und Usability bei einem Karussell relevant sind. ;-)
Ich finde das ganze ja hübsch usw., aber ich denke nicht, dass es wirklich sinnvoll ist. Ich würde eher sagen, dass es durch die fehlende Barrierenfreiheit und dem ziemlich hohen Risiko, dass man das ganze sehr Nutzerunfreundlich umsetzt, ziemlich unsinnig ist ein Karussell in eine Website zu integrieren.
Durch die gute Optik, die man mit Flash erreichen kann, ist so ein Karussell sicher ein eye-catcher aber meiner Meinung nach, vermittelt es lediglich einen guten ersten Eindruck und wird danach von dem User (falls er wiederkommt oder sich länger auf der Seite aufhält) ignoriert und als unnützlich abgetan.
zählt das auch als karusell?
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