52 Kommentare zu “Das Corporate Design der Stadt Goch

  1. hat sich auch schon mal einer von den “ich-lobe-das-logo-in-den-höchsten-tönen-vorrednern” gefragt wie das ganze auf der visitenkarte vom bürgermeister aussieht…???

    mehr als eine gute idee kann ich hier nicht erkennen – die umsetzung ist für ein logo nicht akzeptabel.
    die grundlagen zur erstellung eines logos sollten ja hier mehr als bekannt sein.

  2. Ein sehr mutiges Design, welches den Beweis antritt, dass Städte/Kommunen nicht immer emblem- oder wappenartige Logos benötigen.

    Mich stören die vereinzelten, zum G strömenden Personen am Rand überhaupt nicht… ganz im Gegenteil: Sie geben dem Ganzen eine Menge halt… und einen tieferen Sinn :-)

    P.S.: Sehr gut finde ich auch den Rollstuhlfahrer in der Mitte, der das Image der Stadt in Richtung Toleranz und Offenheit rückt!

  3. Yeah.. 6 Richtige!
    Die alte Stadt-Land-Fluss-Nummer, die man von diversen Städchen kennt, ist sowas von durch. Und das fällt mir jetzt erst richtig auf.

  4. die gemeinsamkeit ist “stadt” – abgekupfert?

    falls weitere städte den gedanken, der hier zugrunde liegt, aufgreifen, wirds womöglich wieder unspezifisch – weil überall leben menschen und überall sollte man zusammenleben, aber der mut sowas zu sagen/statt an die wirtschaftlichen aspekte an die menschen zu denken, ist schon sehr lobenswert!

  5. tim: die forderung nach infrastrukturmaßnahmen statt werbung ist richtig und immer sinnvoll, aber letztendlich kosten städtebaumaßnahmen nicht 5000, 10000 oder 20000 euro. da kannste direkt 1 bis 2 nullen noch dranhängen.

    ein beispiel: »Bordsteinabsenkungen sollen insbesondere behinderten Menschen das Überqueren von Straßen erleichtern. Daher setzt die Stadt Bonn auch in diesem Jahr ihr alljährliches Programm fort. Zehn Maßnahmen sind 2007 geplant, rund 20.000 Euro sollen sie kosten.«
    http://www.bonn.de/rat_verwaltung_buergerdienste/presseportal/pressemitteilungen/01722/index.html?lang=de

    und letztendlich: ist der städtische auftritt kein entscheidendes kriterium, aber womöglich das zünglein an der waage, falls ein bürger oder unternehmen entschließt in eine stadt zu ziehen.

    als potentieller bürger schaut man sich ja doch die webseite seiner künftigen heimatstadt an.

    wieviel bordsteinabsenkungen ist das logo nun wert?

  6. Keine Frage, mir gefaellt das neue Logo auch! Gegenueber dem alten ein Fortschritt!

    Aber ich muss jetzt mal die Grundsatzfrage stellen: Waere eine modernisierte Version des Gocher Wappens (s. z.B. bei Wikipedia) nicht sinnvoller. Das hat doch genug Potenzial, andere Staedte wie z.B. Muenster oder Pfaffenhofen (Wuerttemberg) haben da das Nachsehen.
    Wuerde man bei Goch den Loewen und die Rose stilisieren, die Farben aufhellen, haette man ein ziemlich hochwertiges Ergebnis.

    Schaut man sich die Internetseite der Verwaltung an, liegen im Tourismus die Schwerpunkte auf historische Gebauede, deshalb kann ein Wappen gar nicht so verkehrt sein.
    Will man mit einem Logo neue Investoren binden, muss ein Wappen nicht zwangslaeufig ein Hindernis sein. In ein gut gemachtes Gesamtkonzept eingebunden, kann es durchaus fuer Zukunfsbranchen attraktiv wirken.

    Den Schwachpunkt vieler Staedtelogos kann eben genau in dem alten Gocher Logo sehen. In 10 oder 15 Jahren sieht das neue Logo ziemlich altbacken aus, dann muss man Geld in ein neues investieren. Aber ein Wappen hat Kontinuitaet, schafft ein Zusammengehoerigkeitsgefuehl. Waere das nicht sinnvoller?

    Versteht mich nicht falsch! Staedtelogos sind im Prinzip nicht falsch. Nur zeigen Mainz und der Kanton Obwalden, dass ein Blick aufs Wappen sehr schoene Ergebnisse schaffen kann.

    Also das Gocher Logo ist ansich gut, haette man aber lieber einer anderen Stadt mit “G” schenken sollen.

  7. die kontinuität und langfristigkeit spricht definitiv für wappen und aus dem gocher wappen hätte man tatsächlich was schönes machen können.

    nur, ich sehe bei der häufig geforderten wappenlösung das problem, dass durch die herkunft und historischen bezüge (fürstentümer, königreiche, adelsfamiliäre blutlinien) es nur eine relativ geringe anzahl unterschiedlicher motive in abwechselnden konstellationen gibt.
    der ein- oder doppelköpfige adler (deutsches kaiserreich) schmückt eine ganze reihe von städten, die lippische rose auch, die diversen löwen ebenfalls. kleinstädte werden dann gegenüber den bekannteren wappen von großstädten kaum wahrgenommen werden können.
    allerdings ist natürlich eine andere allerweltssymbolik auch nicht zwingend besser, da hast du schon recht.

    das interessante thema bei dem erscheinungsbild von städten ist, dass hier die innenwahrnehmung noch entscheidender sein kann als die außenwahrnehmung. was bei produkt- und zum teil unternehmensmarken anders ist. (und woran man leider häufig erkennt, dass eine werbeagentur diesen aspekt oft gar nicht versteht, mit den bekannten folgen)

    “differenzierung” und “identifizierung der bürger mit einer stadt” sind zwei komplett unterschiedliche ziele. und ich glaube, dass viele konflikte und meinungen aus der vermischung dieser ziele entstehen können.

  8. Finde ich sehr gelungen, es fällt auf im Vergleich zu anderen Städten. So auch der Slogan, der erstmal etwas holprig ist und doch gefällt.
    Ich weiß nicht wie lange das Logo sich halten wird, ihm fehlt das historische (oder manchmal auch muffige) was manche Stadtlogos haben auch wenn ich das hierbei gerade gut finde.

  9. Das Logo ist gut, wirklich interessant. Es ist nur seltsam, das das Logo nun überhaupt nicht zu der neuen Website der Stadt passt. Zweifel? Hier bitte http://www.goch.de
    Wie geht das denn? Waren da zwei Agenturen am Werk? Eine hat das Logo gestaltet und die andere Website?
    Und wenn wir schon den/die Grafiker/in für das Logo loben (zurecht), sollen wir uns doch fragen, wie ist das möglich, dass diese Agentur solche Header produzieren kann?!!
    Diese”glückliche Familie” kennt doch jeder Webdesigner, besonders Opa und Oma – das passt doch nicht zusammen. Zweifel? Hier bitte: http://www.istockphoto.com/file_search.php?action=Browse&Cache=f843b8c54a22231e6921ecd1222907aa&page=1
    Haben die Grafiker aller Pulver fürs Logo verschossen?
    Schade!

  10. Kommentar 12 beleuchtet, in seinem aus meiner Sicht sehr guten Beitrag, anschaulich ein sehr vakantes Problem. Inwieweit kann ein Designer für die Lösung die er anbietet auch in Verantwortung bzgl. Plagiatsvorwürfen genommen werden.
    Eine zentrale Datenbank die alle jemals realisierten Entwürfe weltweit anbietet, sinnvoll verschlagwortet, erscheint mir zwar als wünschenswerte Lösung, im Gebrauch doch aller Wahrscheinlichkeit nach wenig realistisch. Die heute aufgrund der weltweiten Vernetzung über uns hereinbrechende Daten- und damit Zeichenflut macht eine gründliche Recherche nach bereits bestehenden, gleichen Ideen unerschwinglich. Aus meiner Sicht sollte der Gestalter auf jeden Fall im näheren Umfeld des Auftraggebers, ob regional oder thematisch recherchieren und dann erst seine Idee umsetzen.
    Am Beispiel Goch wird deutlich wie der Claim ‘Miteinander Stadt’ im Zusammenspiel mit der Wort-Bildmarke eine sinnvolle Ergänzung erfährt und zu einer stimmigen Einheit wird.

  11. Zitat blub:
    “Also das Gocher Logo ist ansich gut, haette man aber lieber einer anderen Stadt mit “G” schenken sollen.”

    Genau das ist der Beweis, dass es absolut austauschbar ist. Das Schlimmste für ein Corporate Design.

    Weil ichs hier so oft lese: Ob es “schön” ist oder “hässlich” ist unter Gesichtspunkten von Kommunikationsdesign völlig irrelevant. Es ist wichtig ob es funktioniert. Und das tut es nicht weil es die Stadt nicht ausmacht. Es macht irgendeine Stadt aus. Deshalb ist es “schön daneben”.

  12. @ 37 Roman Barricki:

    So konkret wollte ich es nicht sagen, aber 100 Punkte. Ich denke der »1973 vorgebrachte Vorschlag Yasaburo Kuwayamas doch ein internationales Archiv für grafische Zeichen zu installieren, das ihre Formen für jeden Gestalter der Welt zugänglich macht, um überprüfen zu können, ob die neueste Kreation bereits am anderen Ende der Welt bereits existiert oder noch ›unbesetzt‹ ist« sollte schnellstmöglich umgesetzt werden (Zitat: Martin, Nr. 12). Zum Schutz der Kreativen (auch vor sich selbst) und deren Kunden…
    Aber ich will hier niemanden etwas unterstellen. »Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.« (Zitat: Die Heilige Schrift). Schön ist es trotzdem nicht, so etwas zu bemerken.
    Vielleicht ist es ja tatsächlich ein linzensfreier Clipart…

  13. Da beim Deutschen Patent- und Markenamt Jung von Matt lediglich ihre Wortmarke geschützt haben, hat der Imitator nichts zu befürchten, die feine Art ist’s dennoch nicht und ein grundsätzlicher Diskurs des Themas steht aus. Geistreiche Wortmeldungen gab in den letzten 30 Jahren auch von Wally Olins (in ›Corporate Personality‹), Alan Fletcher (in ›The Art of Looking Sideways‹) und Karl Gerstner (in ›5×10‹), doch eine wirkliche Konsequenz oder gar Handlungsempfehlung ist von den Beiträgen nicht abzuleiten. Lediglich Gefahren beim Gestalten sind beschrieben und der mahnende Achtsamkeitsfinger ist geschwungen. Aber vielleicht ist das hier und gerade auch nicht der richtige Ort und Zeitpunkt …

  14. Auf dem Briefbogen siehts recht gut aus, als Webseite – naja. Diese Mottos nerven mich allerdings nur noch, ich hab keine Lust bei jedem Ortseingangsschild nachzudenken wie der Slogan da wohl gemeint ist. Lieber ist mir “Kuhdorf – Das Tor zur Landschaft xy”, immerhin weiß ich dann wo ich bin.

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