Die Bundesdruckerei, 1879 in Berlin Kreuzberg gegründet, erhält vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung ein neues Logo. Den Wandel, den das Unternehmen in den letzten Jahren vollzogen habe, solle sich nun auch visuell bemerkbar machen.
Seit kurzem verfügt die seit 2009 wieder im Staatsbesitz befindliche Bundesdruckerei über ein neues Logo. Die Digitalisierung verändere jedes Unternehmen und somit auch die Bundesdruckerei, wie es im Rahmen der Pressemeldung heißt.
Auszug der Pressemeldung
Als Experte für Hochsicherheitstechnologien unterstützen wir mit unseren innovativen Services und Lösungen Staaten, Behörden und Unternehmen bei der sicheren Digitalisierung. Unser Wandel vom Hersteller hoheitlicher Dokumente hin zu einem der führenden Unternehmen für IT-Sicherheitslösungen soll sich nun auch visuell manifestieren – unser neues Logo verkörpert das Wesen der Bundesdruckerei: innovativ und am Puls der Zeit. Gleichzeitig betont die schwarz-rot-goldene Farbgebung unsere hoheitlichen Wurzeln und steht für Professionalität und Verlässlichkeit „Made in Germany“.






“innovativ und am Puls der Zeit”? Mit einer Type, die man vor ca. 30 Jahren als total innovativ, digital, “irgendwas mit Computern” empfunden hat? Achtung subjektiv, aber ich zumindest sehe da ein Zeichen das visuell derPubertät des Internets, noch schlimmer, der Frühphase von Computerspielen entstammt.
Klar, das Alte Zeichen assozierte den Digitaliserungsaspekt nicht – hat dafür aber andere Qualitäten: Seriös, staatstragend, hochwertig, attraktiv, modern (Die Interpretation des Adlers!), solide – das ging gesammelt verloren. Wurscht, dafür ist man jetzt unzweifelhaft digital!
In Zeiten, in denen hochauflösende Displays Standard werden und damit die Darstellung von Schrift (Ja, auch nadelspitze Serifen!) auf Monitoren in großer Freiheit möglich wird, schwenkt diese Organsiation auf einen stilisierten Pixel/Konsolenspiel der 80ger/Matrix-Look um zu zeigen wie “modern” sie ist. Ich verstehe das nicht wirklich…
irgendwie gefiel mir das alte Logo besser. Mit der damaligen Schrift verband ich das alte Logo eher mit einer Druckerei … nun könnte es genauso, wie schon einige sagten, zu einem öffentlich-rechtlichen Sender gehören.
Als ich das bd sah, musste ich kurz an ein schlecht gemachtes Logo eines Brillen-Onlineshops denken …
Die Nationalfarben sind Schwarz, Rot, Gold – nicht Gelb ;)
Zum Logo: Ich finde es okay. Das einzige was mich stört ist das es nach links kippt. Erst dieses schwere b, dann das etwas leichtere d und dann das schwebende r. Mit dem Punkt hat man wohl versucht ein Gleichgewicht herzustellen, finde ich nur mäßig gelungen.
Bei der Abkürzung kann ich Michael Krybus nur zustimmen – hat mich auch etwas verwirrt.
Ich finde das neue Logo strahlt nicht solch eine Seriosität aus, wie es beim alten Logo der Fall war. Alles in allem wirkt es für mich zu verspielt.
Zwischenbericht. Ich fasse die Statements der Experten zusammen:
Das Ding ist:
zu wenig seriös – zu langweilig
zu verspielt – zu langweilig
Cyanmagentayellowkey fehlt
zu viel Bundesregierung – zu wenig Adler
zu digital – zu sehr Brillenfirma
zu abgekürzt
Früher war mehr Lametta. Da wars aber auch wieder zu verspielt …
Launige Grüße im Jahresanfang
der Mor
Das alte Logo sah hoheitlicher aus, das neue Logo sieht mehr nach “Unternehmenslogo” aus. Das scheint auch genau das aktuelle Selbstverständnis zu spiegeln. Somit ist das Logo gelungen.
Da es sich um keine Produkte oder Dienstleistungen handelt, die an den Endverbraucher gerichtet sind, kann man dem Design nicht zum “Vorwurf” machen es nicht auf klassische Attraktion abgesehen zu haben. Man will (und muss) das ja auch gar nicht.
Subjektiv hielt ich das alte, “hoheitlicher” wirkende, Design für wesentlich adäquater. Es handelt sich eben doch um kein Unternehmen wie jedes andere und das sollte man auch sehen. Eine kleine Auffrischung wäre sinnvoller gewesen.
PS: um es nicht unerwähnt zu lassen, obwohl so offensichtlich, ist das neue “Wortspiel” BDR, das Assoziationen zu “BRD” weckt, durchaus ein netter touch, IMHO aber auch schon wieder etwas zu sehr in Richtung “Unternehmenslogo”/klassisches “Marketing”. Zur Erinnerung, die Bundesdruckerei ist in Staatsbesitz, gibt unsere sämtlichen, diversen Ausweispapiere aus, gibt Dokumente zu Aufenthaltstiteln aus, ist der Betreiber des “ePass”, druckt Geldscheine und Briefmarken. Ich meine, dass hier gar nicht genug Verlässlichkeit im Sinne von “morgen so gut wie heute, so gut wie gestern” ausgestrahlt werden kann und Redesigns eigentlich überflüssig bis kontraproduktiv sind. Aber das ist nur meine persönliche Ansicht.
Hallo Hackfleisch – da stimme ich zu -warum bedarf es eines Logos, das eine Abkürzung sein kann? + dabei jedes Wortspiel zuläßt! “bundes deutscher rundfunk” Meine Frage: Wer hat das denn realisiert ? Eine Agentur ? Ist das inhouse gemacht worden? Verfolgt man die Besitzverhältnisse der Bundesdruckerei – kommen sowieso so viele Ungereimtheiten auf…
Ja klar kann bdr auch Bund Deutscher Radfahrer heißen (den gibt es wirklich).
Sind wir dabei aber nicht zu kniefieselig?
Anderes Beispiel: BDG
Es gibt den BDG (Berufsverband der deutschen Kommunikationsdesigner). Hoch verwechselbar mit den gleichnamig abgekürzten Herrschaften
‘Berufsverband deutscher Geowissenschaftler”, ebenfalls BDG; dann ‘Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie’ ebenfalls BDG; dann ‘Bundesverband deutscher Gesangspädagogen’ ebenfalls BDG, usw.
Mein lieber Herr Gesangsverein!
Dem BDG der Designer könnte man analog dann doch das mistverständliche Abgekürze und das Herumschnorcheln mit ‘falschen’
GesängenKategorien also ebenfalls vorwerfen.Dann gibt auch noch den DGB und das BGB.
Ich denke, man sollte doch bei aller Liebe von drei lausigen Buchstaben die Kirche im Dorf lassen und das Thema der Abkürzung bdr jetzt nicht zu Tode reiten.
Derlei nichtssagende und zur Verwechslung verleitende Abkürzungen gibt es, wie Moritz richtig anmerkt, wie Sand am Meer gibt. Deshalb ist die identitätsstiftende Wirkung des Kürzels „bdr“, zumal es sich hierbei um eine eher neue, konstruierte, nämlich von einer Domain abgeleitete Zeichenfolge handelt, auch sehr eingeschränkt. Mein Eindruck ist, dass „bdr“ keinesfalls eine „gelebte“ Abkürzung ist, die in der Praxis synonym für „Bundesdruckerei“ verwendet wird, weder von Kunden, noch von den eigenen Mitarbeitern. „Bundesdruckerei“ ist hingegen eine bekannte und rein namentlich wiedererkennbare Marke. Dies ein Stück weit aufzugeben, halte ich für einen Fehler.
Hinsichtlich der Namensgebung lassen sich zudem Inkonsistenzen benennen: mal wird im Webauftritt, dessen Hauptdomain „bundesdruckerei.de“ ist, die Domain-Endung „bdr.de“ verwendet, etwa bei den E-Mail-Adressen der Ansprechpartner, und mal „bundesdruckerei.de“, wie im Impressum. Selbst bei der Schreibweise der bdr-Domain ist man sich uneins. Sowohl „@bdr.de“ wie auch „@BDR.de“ sind im Einsatz. Das erzeugt insgesamt eine recht inhomogene Identität. Eine Marke, die Kompetenz im Bereich digitaler Datenverarbeitung kommunizieren möchte, tut sich damit keinen Gefallen. Hinzu kommt die visuelle Unschärfe, die diesen Eindruck noch verstärkt, denn das neue Logo passt aufgrund der unterschiedlichen Farbgebung schlichtweg nicht in das Umfeld der Website. Hier wird deutlich, und das schreibe ich ohne Einblick in die Entstehungsgeschichte zu haben, dass entscheidende CD-Entwicklungsschritte einzeln vollzogen wurden, anstatt auf Basis eines ganzheitlichen Ansatzes gemeinsam: das von Agentur A entworfene neue Logo wurde im Copy&Paste-Modus in den Webauftritt eingefügt, den Agentur B bereits im Frühjahr letzten Jahren erstellt hat. So schaut das Ergebnis aus.
Sieht so aus.
Vielleicht kommt dann noch eine erneute Agentur ins Spiel, die das Ganze dann “glätten” soll.
Nicht grinsen, hamwa alles schon erlebt, auch das Wort “glätten”.