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Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) führt neues Corporate Design ein

BaFin Logo (Bildmarke), Quelle: BaFin
BaFin Logo (Bildmarke), Quelle: BaFin

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat dieser Tage ihre Website relauncht sowie ein überarbeitetes Corporate Design eingeführt. Das Logo wurde in diesem Schritt modifiziert.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), gegründet 2002 durch Zusammenlegung früherer Aufsichtsämter, ist eine unabhängige Bundesbehörde mit Sitz in Bonn und Frankfurt am Main. Sie untersteht dem Bundesministerium der Finanzen und beaufsichtigt Banken, Versicherungen, Finanzdienstleister sowie Wertpapiermärkte in Deutschland. Ziel ist die Sicherstellung von Stabilität, Integrität und Funktionsfähigkeit des Finanzsystems sowie der Verbraucherschutz.

Bafin Corporate Farben, Quelle: Bafin
Bafin Corporate Farben, Quelle: Bafin

Grundlage für die nun vollzogene Anpassung des visuellen Erscheinungsbildes ist ein auf Barrierefreiheit hin ausgerichtetes Gestaltungssystem, das neben dem Logo eine neue Hausschrift sowie eine aktualisierte Farb- und Formensprache umfasst. Ziel ist ein konsistentes, klar strukturiertes Erscheinungsbild für digitale und analoge Anwendungen.

„Die Anforderungen an die Kommunikation einer Behörde haben sich in den vergangenen Jahren verändert“, erläutert Bafin-Präsident Mark Branson. „Wir brauchen mehr denn je einen modernen und flexiblen Auftritt, der uns hilft, unsere Inhalte und Botschaften klar und verständlich zu vermitteln.“

BaFin Logo – vorher und nachher, Bildquelle: BaFin, Bildmontage: dt
BaFin Logo – vorher und nachher, Bildquelle: BaFin, Bildmontage: dt

Zuletzt wurde das Logo der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vor rund neun Jahren modifiziert (siehe Abb. oben). Damals wurde die ursprüngliche Bildmarke, die eine Abwandlung klassischer Guillochenmuster darstellt, vereinfacht. Guilloche-Linien kommen als Sicherheitsmerkmal beim Druck von Banknoten, Wertpapieren und Reisepässen zum Einsatz. Im Rahmen des kürzlich vorgenommenen Redesigns wurde die Anzahl der gewellten roten Linien nochmals von vier auf nunmehr drei reduziert.

Künftig setzt die Finanzdienstleistungsaufsicht auf eine serifenlose Schrift namens BafinTheSans als Hausschrift (vorher OpenSans, Segoe UI, Cambria, u.a.). Auch die Bafin-Wortmarke ist, anstatt in der ursprünglich für Microsoft entwickelten Serifenschrift Cambria, nun in der BafinTheSans gesetzt. Einzelne Lettern wurden nachträglich angepasst und individualisiert.

Eine von der Bafin Ende 2025 unter bafin.de veröffentlichte, inzwischen nicht mehr abrufbare Vergabemeldung deutet auf einen Designauftrag an die MWK Zimmermann & Hähnel GmbH hin. Ob dieser Auftrag unmittelbar mit dem Relaunch 2026 zusammenhängt, lässt sich öffentlich jedoch nicht verifizieren. Sofern die Pressestelle der Bafin auf die dt-Anfrage reagiert, werden an dieser Stelle entsprechende Infos nachgereicht.

Kommentar

Erzbistum Köln Corporate Design – Anwendungsbeispiele, Quelle: Erzbistum Köln
Erzbistum Köln Corporate Design – Anwendungsbeispiele, Quelle: Erzbistum Köln

Als Besucher von bafin.de wähnt man sich nun, nach dem der Relaunch durchgeführt wurde, auf dem Webauftritt des Katholikentags oder einer anderen kirchlichen Veranstaltung/Einrichtung, nicht auf dem Webauftritt der zentralen Finanzdienstleistungsaufsichtsbehörde in Deutschland. Der veränderte Farbklang bestehend aus Dunkelgrün, Ocker, Lila (und Rot) erzeugt starke Erzbistum-Köln-Schwingungen.

Seit Herbst 2023 setzt das Erzbistum Köln auf ein sehr ähnliches Farbkonzept (siehe Abb. rechts). Im Gegensatz zum bisher verwendeten wenngleich unauffälligen Farbschema mit Blau/Petrol als alleiniger Primärfarbe irritiert der nun kle­ri­kal anmutende Farbklang, mit dem die Bafin auftritt. Inwieweit diese Farbgebung in diesem Fall dazu geeignet ist, Transparenz, Vertrauen und Unabhängigkeit (vom Bundeshaushalt) zu unterstreichen, wäre zu diskutieren. Nach meinem Dafürhalten ist das gewählte Farbschema für eine Finanzbundesanstalt aufgrund farblicher Konventionen und Normen unpassend. Eine evolutionäre Weiterentwicklung mit lediglich dezenten Farbjustierungen – Beibehaltung von Petrol, Ergänzung um eine/wenige Sekundärfarbe(n) – wäre die bessere Lösung gewesen. Es bestand eigentlich kein Anlass das bisherige CD derart umfänglich zu verändern, denn es bildet die Finanzentität Bafin in adäquater zudem optisch ansprechender Weise ab.

Bafin: Rendering-Fehler innerhalb der Wortmarke „Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht“, Quelle: Bafin
Bafin: Rendering-Fehler

In jedem Fall fehlerhaft, und nicht nur in wahrnehmungspsychologischer Hinsicht ungünstig, ist das auf bafin.de verwendete Logo. Denn die Darstellung der Bezeichnung „Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht“ ist bruchstückhaft (siehe Abb. links; Detailansicht). Ursache für eine solche Beschädigung / Korruption einer SVG-Datei können Software-Bugs oder fehlerhafte Einstellungen im Zuge des Exports sein.

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Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare

  1. An Guillochenmuster erinnert die neue Bildmarke mittlerweile garnicht mehr. Vielmehr wirkt es wie Wasser das erwärmt (?) oder irgendwie verändert wird. Vielleicht auch zwei Gewässer die ineinander fließen. Hier muss man dringend nochmal an die Linien ran oder einen ganz neuen Ansatz finden.

  2. Wird ein Grund genannt, warum das neue Logo auf die Binnenmajuskel verzichtet (Bafin statt BaFin), wodurch die Kurzbezeichnung ja den Charakter einer Abkürzung noch weiter einbüßt?

  3. Ich kann dem Vor-Kommentator Sebastian nur zustimmen: mit Guillochen hat das nun überhaupt nichts mehr zu tun. Insbesondere, da bei denen ja gerade das Filigrane im Vordergrund steht. Dass man in einem modernen CD keine allzu filigranen Strukturen haben möchte, ist schon klar (der Beitrag über das neue CD des Landes Hessen hat wohl ganz gut demonstriert, warum …) – aber vielleicht sollte man sich dann besser gleich nach einer ganz anderen Bildmarke umschauen?

    (PS: Vielen Dank, dass ich durch diesen Artikel den Begriff „Guilloche“ kennenlernen durfte!)

  4. Dass mit den zerrütteten svg-Logos sehe ich immer öfter, zuletzt bei den KönigsbauPassagen Stuttgart, einem Center der ECE (also nix Kleines). Dass da keiner mal drüber schaut ist schon verwunderlich.

    1. Die Verantwortung für das beschädigte BMDS-Logo liegt meines Erachtens klar bei Zendis. Zendis steht für „Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung GmbH (ZenDiS)“. Ein Unternehmen, das die deutsche Verwaltung bei Bund, Ländern und Kommunen berät und unterstützt. Teil der von Dir eingebundenen URL ist das Wort „cropped“, was bereits ein Hinweis darauf ist, dass die Datei im Zuge der Speicherung möglicherweise beschädigt wurde. Denn die Namenskonvention sieht für die Logos der Bundesministerium die Bezeichnung „XY_de_v1__Web_farbig.svg“ vor, wobei XY für das jeweilige Ministerium steht, beispielsweise BMDS (siehe bmds.bund.de).

      Eine generelle SVG-spezifische Problematik bei Behörden ist mir nicht bekannt.

      1. Klassischer Anfängerfehler beim Export von SVGs bzgl. der Nachkommastellen. Kleine Exportgröße, z.B. 100px Größe und nur 1 Nachkommastelle der Vektorkoordinaten. Klappt noch für größere Objekte, führt aber bei Schriftpfaden zu genau diesen Ungenauigeiten.

  5. Das mit den eventuellen Export-Fehlern bei SVG ist natürlich ärgerlich und sollte daher dringendst vor der Veröffentlichung kontrolliert werden. Ich möchte aber bezweifeln, dass die miserablen “Kreuzungen” der Wellen auch Export-Fehler sind. Meines Erachtens wurde hier einfach schlampig gearbeitet. Sowas sollte doch mit minimalem Fachwissen lösbar sein, indem man jeder Welle eine imaginäre, gleich breite Outline gibt und die benachbarten Wellen daran ausschneidet.

    Bei aller Liebe kann ich als Laie nicht verstehen, dass sogenannte Designer, Agenturen und offizielle Institutionen nichtmal sowas auf die Reihe bekommen, meist noch für einen ordentlichen Batzen Geld, im schlimmsten Fall noch durch Steuergelder finanziert. Da platzt mir echt der Kragen…

    1. Hier besteht offenbar der Wunsch, eine gewisse Unabhängigkeit nach Außen hin zu kommunizieren, ähnlich wie beim Bundesverfassungsgericht. Allerdings handelt es sich bei der Bafin um eine Anstalt des öffentlichen Rechts des Bundes, wohingegen das Bundesverfassungsgericht vollkommen unabhängig von der Bundesregierung ist. Es soll wohl nicht der Eindruck entstehen, dass man sich als Aufsichtsbehörde gemein macht mit der Bundesregierung, wenn auch nur im Visuellen.

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