56 Kommentare zu “Bielefeld? Das gibts doch gar nicht!

  1. Wenn man sich mal eben nicht an die (ja nun nicht sooo bekannte) Verschwörungstheorie erinnert, bleibt nur ein oberdämlicher Spruch übrig. Ich hätte wenigstens das »Das«, am besten auch das »gar nicht« weggelassen. Zudem sieht die Zahl nicht wie ein Faden aus, sondern wie gelangweiltes Gekritzel. Und die Buchstaben der nicht gerade schönen Schrift baumeln alle ein wenig haltlos herum. Und könnte man nicht auf die Jahreszahlen verzichten? Oder sie irgendwie an den Faden anpassen, von wegen Schreibschrift oder so?

  2. Also ich find’s ganz furchtbar. Das Visual vielleicht noch ganz nett, wenn sich die Bedeutung für mich auch nicht ohne die Hintergrundinfos erschließt, aber der Claim an sich und seine Umsetzung gehen meine Meinung nach gar nicht. Diese “Verschwörungstheorie” allein ist schon so abgedroschen und lächerlich, die dann auch noch zum Hauptmerkmal der Stadt bzw. des Jubiläums zu machen, lässt tief blicken.

    Gegen Humor und Selbstironie hab ich grundsätzlich nichts, aber doch bitte nicht in so einer Form und auch nicht als Hauptaussage. Maximal als ein Motiv von vielen einer Kampagne für das Jubiläum.

  3. Ich finds irgendwie bedenklich, dass eine Stadt mit einer FH für Gestaltung so einen Typomüll auf die Fahne schreiben will… Aber typographisches Gespür scheint rund um den Teutoburger Wald sowieso eine aussterbende Eigenschaft zu sein…

    Allerdings macht die Beschränkung auf die Farbe Rot schwer Sinn (wenn es denn ein Rot währ) – ausserdem kann man dann besser die Sparkasse und e-on als Sponsor ins Boot holen *augenverdreh*

    Wie gut, dass ich nicht da wech komme sondern etwas weiter nördlich :-)

  4. Hallo,
    als neuer (Erstsemester-)Student in Bielefeld muss ich einfach auf Olaf B.s Kommentar reagieren: An der Fachhochschule sind in den letzten Jahren viele gute Arbeiten entstanden! Auch wenn sich über sowas streiten lässt, erwähne ich hier der Einfachheit halber mal die diversen red dots, Schönsten deutschen Bücher, Output Awards, Fotobuchpreise, TDC Awards, die die FH-Studenten gewonnen haben. Im letzten Jahr wurden z.B. 4 studentische Plakate bei den 100 besten Plakaten ausgewählt und 5 ADC-Auszeichnungen vergeben. Warum dies niemand von außerhalb mitbekommt, weiß ich allerdings auch nicht … ;)

    Und Tobias (18): Ich gebe Dir vollkommen Recht!!

  5. @Georg:

    Genau das meine ich doch!

    Eine Stadt die sehr respektable Gestalter hervorbringt sollte sich auch damit schmücken. Stattdessen wird wieder einmal irgendwas beliebiges und halbgares unters Volk geschmissen… wie soll den Da die Welt erfahren das OWL noch was anderes zu bieten hat als eigenbrötlerische Eingeborene :-) Es fehlt hier einfach allzuoft das Gespür für gute Kommunikation – kein Wunder das es die Guten in andere große Städte treibt und auch in dem Bereich irgendwie der Eindruck entsteht das es BI eigentlich garnicht gibt…

  6. Ich als Bielefelder ….

    bin enttäuscht, die Bildmarke gefällt aber die Schrift dazu mag mir gar nicht gefallen. Auch die Website finde ich schlimm – daraus hätte man sehr viel mehr herausholen können.

    Sieht für mich ein wenig so aus wie: “Hups nächstes Jahr haben wir ja unser 800 jähriges Jubiläum, mist ganz vergessen. Lass mal schnell was kreieren.”

  7. Ich wundere mich etwas über die harsche Kritik! Ich finde dieses 800 Jahre Zeichen wunderbar, im Detail muss man natürlich die Rottöne und die noch etwas unausgegorene Platzierung der Typo (Besonders das “Jahre”) anmerken, aber insgesamt ist das doch mal ein echtes Highlight.

    Den zur 800 aufgeringelten Bindfaden finde ich konzeptionell und optisch perfekt, auch in der Reduktion (Hat hier jemand ernsthaft gefordert den Faden “plastischer” darzustellen?) – auf der Webseite hätte man daraus sicher mehr machen können, aber das steht hier ja nicht zur Debatte. Und als nicht-Bielefelder störe ich mich nicht im geringsten an dem Claim, die Netz-Legende kenne ich zwar, aber trotzdem denke ich der Spruch funktioniert auch ohne diese ganz gut – freilich liest sich das alberner als man es von der Aussendarstellung von Städten gewohnt ist, aber muss es denn immer bierernst und dröge zugehen? Insbesondere wo es sich hier doch um eine zeitlich begrenzte und grundsätzlich eher “unwichtige” Kampagne handelt?

    Von mir bekommt Bielefeld dafür beide Daumen hoch! :-)!

  8. Es tut mir leid, aber für mich siehts “dahingeklatsch” aus.

    Verschiedene Rottöne, eine Vielzahl an Schriftschnitten und -größen, und einen Claim,
    den auch der Roller Einrichtungsmarkt in seiner Radiowerbung wirkt auf mich nicht wirklich
    souverän. Hier gehts ja nicht um irgendeine WItzveranstaltung.

    Dass einem in einem “Ideenlabor” nichts anderes eingefallen ist, außer sich selbst mit einer abgedroschenen Geschichte auf den Arm zu nehmen, ist schon ein bissel traurig.

    Mich würden mal die anderen Entwürfe interessieren und wer dieses “Logo” abgesegnet hat.

  9. Aber was ist an einem 800 Geburtstag einer deutschen Stadt soooo wichtig? Ist das letztendlich nicht nur ein ganz klein wenig mehr als ein “Witzveranstaltung”? Ein Fest für die Bürger dieser Stadt mit doch eher mässiger Aussenwirkung auf Tourismus und Industrie.

    Vielleicht muss man sich mal von dem Netz-Witz lösen – das kleine Bielefeld – 800 Jahre alt! – gibts doch gar nicht! Ich finde das sympathisch!
    Was wäre hier losgewesen wenn sich irgendeine Marketingagentur einen Claim ausgedacht hätte der wieder einmal niemanden wehtut und nichts aussagt?

  10. Um es vorsichtig zu sagen: Das Logo wirkt noch nicht fertig:

    1.
    Der Lesefluss stockt, ist zu optimieren:
    800, Bielefeld, und erst dann: Jahre?

    Liegt wohl daran, dass „Jahre” zu klein typografiert und dazu in diesem „Bielefeld“-Font ist. Es müsste aber größer sein und formal in irgendeiner Form den weicheren Duktus der Fadenschrift von „800“ aufnehmen, damit man liest: 800, Jahre.

    2.
    Der gewählte Font für „Bielefeld“ et al. ist zu dröge, altmodisch und entspricht nicht dem insgesamt frechen bis albernen Approach.

    3.
    Gute Claims sind rar. Bei Stadtmarketinglogos sind sie noch rarer.
    Abhilfe kann nur ein sehr guter Texter schafffen, der noch nicht komplett weder von den Stadtmarketing-Typen des Auftraggebers noch von den eigenen Leuten der Agentur vereinnahmt wurde, sondern sich etwas traut.
    Solche Texter sind noch rarer.

    Freuen wir uns dann, dass sie nicht „Innovation aus Tradition“ oder ähnlichen Dröge-Schmarrn genommen haben, sondern wenigstens einen halb-lustigen Schmarrn.

    (Auch wenn man ihn nicht mehr hören kann. Die Schwaben reiten ja auch darauf herum, dass sie kein Deutsch können, das hat einen ähnlichen Bart …)

    Ansonsten: Scheint nur ein Aktionslogo zu sein, welches von Anfang an nicht als in Stein gemeißelt gedacht sein kann. Würde von daher den Ball flach halten.

  11. Zu Olaf (28) kann ich nur traurig zustimmend annehmen, dass es zwar eine Menge guter Gestalter in Bielefeld gibt, die aber natürlich nicht alle in diversen Marketing Clubs mit den Entscheidern verbändelt sind. Die “alten Bekannten” sind nicht so frisch und gut, aber eben alteingesessen und per Du mit allen anderen. So werden da ja Entscheidungen eher getroffen .. wie meist überall anders auch.

    Die Idee ist gut, qualitativ finde ich es aber schlecht umgesetzt, wäre an der FH locker durch die Prüfung gerasselt, denn die Typo ist ein Graus!

  12. Axel,
    das angesprochene Verbandelungs-Problem gibt es in jeder Stadt, nicht nur in Bielefeld. Würde z.B. München auch darunter einreihen.

    Die guten Gestalter sollten sich dann eben mehr aus ihrem Atelier hinaus bewegen, wenn sie etwas bewegen wollen.

    Was aber auch sein kann:
    Um das Kreieren von Stadtmarketinglogos prügelt sich mancher nicht so gern. Denn das bedeutet: endlose Gespräche mit Gremien, Befriedigung von Seilschaften, endlose Geduld und Diplomatie bis zum Stehkragen.

    Scharfdenker, Ungeduldige, Leute, die etwas bewegen wollen, haben das oft nicht so im Übermaß.
    :-)

  13. @Olaf B. :

    Das Problem ist nicht, dass wir in Bielefeld nicht gute Agenturen und Designer hätten. Ok, wir sind vielleicht nicht dafür bekannt, aber es ist so. Wer sich ein wenig mit Bielefeld auskennt oder hier her kommt, der weiß, wie sich hier alles hin- und zugeschoben wird … ARMinia lässt grüßen!

    “Bei dem Slogan „800 Jahre Bielefeld – Das gibts doch gar nicht” wird das „gibts doch” gestalterisch hervorgehoben.” (Auszug aus der Pressemitteilung)
    Gestalterisch hervorgehoben? Ahja?!

    800 Jahre Geschichte und Tradition werden nun durch einen lächerlichen Scherz aus den Anfängen des Internets vertreten. Imposant!

  14. Leute, Leute, Leute…

    «Das gibt’s doch gar nicht» soll eine Doppeldeutigkeit sein, ein Wortspiel. In erster Linie soll es Unfassbarkeit ausdrücken, im Sinne von: «Was? Bielefeld schon 800 Jahre alt? Das gibt’s doch gar nicht!». Und in zweiter Linie soll auf den Bielefeld-Gag aufmerksam gemacht werden. Von daher finde ich die Idee sehr gut! Denn auch die, die den Gag nicht kennen, werden es nach erster Linie verstehen.

    Satztechnik und Bildmarke finde ich auch nicht gut und sollte überarbeitet werden (evtl. auch mehr Kontraste).

    Edit: Würden sie nur auf den Gag anspielen, dann hätten sie «Das» gestrichen.

  15. Generell finde ich das Logo recht gut und die Verbindung von Leinen-Faden mit der Jahreszahl (entspricht der Entstehungsgeschichte) mit dem Bielefeld-Phänomen ganz witzig. Allerdings wenn die Bielefelder das selbst schon nicht mehr hören oder sehen können, ist die Frage, ob das dann so gut gewählt ist.

    Vielleicht würde der Slogan bei einem Tourismus-Logo für Bielefeld besser passen, denn da ist der Slogan nicht ausgelutscht und der es nicht kennt, denkt drüber nach oder recherchiert. Das mit den 2 verschiedenen Rottönen finde ich schlecht, da man den Eindruck hat, es handle sich um einen Fehler. Der Unterschied ist so gering, dass es weder motiviert noch gewollt – sondern mehr als “aus Versehen” wirkt.

    Hier meine Verbesserungsvorschläge:
    • 2. Farbe im Logo verwenden, das würde mehr Kontrast erzeugen (z.B. Bielefeld in Schwarz oder Dunkelgrau) – oder wenn alles rot sein muss, dann ein einheitliches Rot

    • “Jahre” näher an 800 und “Bielefeld” heranrücken, dass das mehr eine Einheit wird

    • einheitlichere Typografie verwenden (Jahre, gibt’s, etc.…), Spationierung verbessern

    • gibt’s würde ich schon mit Apostroph schreiben, auch wenn es so richtig ist, die Lesbarkeit fände ich so besser

    • Verneinungen wie “Nicht” verwende in Headlines NICHT” ☺ Warum kann der Slogan nicht “BIELEFELD … gibt’s doch!” heißen? Das wäre 1.) weit positiver 2.) auch witzig, weil es auch auf die Verschwörungstheorie anspielt und 3.) die Leute, die das Bielefeld-Phänomen nicht kennen, wundern sich vielleicht auch ein bisschen weniger.

    JA – DANN fände ich es (aus meiner Sicht) perfekt!!! ☺

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