Befördert durch Rassismus-Debatte: Aus Uncle Ben’s wird Ben’s Original

Ben’s Original Logo, Quelle: Mars

Uncle Ben‘s, eine zum US-amerikanischen Lebensmittelkonzern Mars Inc. gehörende Marke, bekommt einen neuen Namen und ein neues Logo. Der Konzern nutzt das Rebranding, um gleichzeitig Image-Werbung in eigener Sache zu betreiben.

Schon länger sah sich der Lebensmittelhersteller dem Vorwurf ausgesetzt, die auf den Reispackungen von Uncle Ben’s verwendete Darstellung des Kopfes eines afroamerikansichen Mannes sei ein Relikt aus der Zeit der Sklaverei und zudem rassistisch. Vor der aktuellen Black-Lives-Matter-Bewegung wurde die Kritik zunehmend lauter.

Nun gab das Unternehmen bekannt, die auch in Deutschland seit Anfang der 1960er Jahre erhältliche Reismarke in „Ben’s Original“ umzubennen. Auch ein neues Markenlogo wurde in diesem Zuge erstellt.

Ben’s Original Branding, Quelle: Mars

Ben’s Original Branding, Quelle: Mars

Wie es in der gestern veröffentlichen Pressemeldung heißt, verstehe das Unternehmen die Ungleichheiten, die mit dem Namen und der Verwendung des Gesichts verbunden seien. Deshalb habe man sich nicht nur dazu entschlossen das Markendesign zu ändern, fortan werde das Unternehmen auch Maßnahmen zur Verbesserung von Inklusion und Gerechtigkeit ergreifen, um Möglichkeiten zu schaffen, „die jedem einen Platz am Tisch bieten“.

Uncle Ben’s Rebranding, Bildquelle: Mars, Bildmontage: dt

Uncle Ben’s Rebranding, Bildquelle: Mars, Bildmontage: dt

Der Namenszusatz „Uncle“ wird aus dem Markennamen gestrichen und somit aus dem Logo entfernt. Die Produkte werden zukünftig unter dem Namen „Ben’s Original“ hergestellt und vertrieben. Ab 2021 sollen die auf diese Weise umgestalteten Produkte im Handel verfügbar sein. An der grundsätzlichen Stilistik, bestehend aus der Farbkombination Orange/Dunkelbau und einer fetten Serifenschrift, wird hingegen festgehalten.

Kommentar

Negerküsse gibt es schon lange keine mehr. Auch das „Zigeunerschnitzel“ ist seiner Bezeichnung wegen in Verruf geraten. Trotz aller Kritik hält hingegen die Mohrenbrauerei bislang an der Verwendung einer karrikaturhaften und stereotypen Darstellung eines dunkelhäutigen Kopfes in ihrem Logo fest.

Sprache verändert sich, die Wahrnehmung in Bezug auf visuelle Kommunikation ebenso. Die digitalen Medien haben diesbezüglich einen enormen Einfluss auf den Wandel der Gesellschaft und wirken hierbei als Transformationsbeschleuniger. Dass in einer sich stark und rasch verändernden Welt auch unsere Sprache, die gesprochene, die geschriebene wie auch die über Gestaltung transportierte, sich wandeln muss, sollte eigentlich jedem klar sein.

Auch Marken und Unternehmen verändern sich. Mars nutzt das Rebranding der Marke Uncle Ben’s ganz gezielt, das wird beim Lesen der in diesem Zusammenhang veröffentlichten Pressemeldung schnell klar, um gleichzeitig Image-Werbung in eigener Sache zu betreiben. Mit einem Marken-Rebranding landet man nur in Fachmedien, wo hingegen die zum Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus hochstilisierte Umbenennung weltweit von überregionalen Nachrichtenangeboten aufgegriffen wurde. Welch ein PR-Coup. Der Konzern, so heißt es, setze sich für die lokale Gemeinschaft, für die Verbesserung von Bildungschancen sowie für Gleichberechtigung ein. Gut so. Heutzutage darf man das von derart großen und einflussreichen Unternehmen allerdings auch erwarten.

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58 Kommentare zu “Befördert durch Rassismus-Debatte: Aus Uncle Ben’s wird Ben’s Original

  1. Ich finds immer etwas lächerlich, wenn “Sprache verändert sich” in den Raum geworfen wird und dann nicht akzeptiert wird, dass sich halt auch Bedeutungen verändern oder Begriffe mehrere Bedeutungen haben können. Heute wird niemand “Onkel” als rassistisch betrachten. Soll man das also abschaffen, weil das vor 200 Jahren mal an einem bestimmten Ort in der Welt so war? In Neuseeland gelten Wörter wie Auntie sogar als Respekt. Und was an der Darstellung eines freundlichen dunkelheutigen Mannes Rassismus sein soll konnte auch noch keiner erklären.

    Welche Firma ist dann als nächstes dran? Schwarzkopf?

    • Das war eigentlich auch als erstes mein Gedanke. Aber dann hab ich recherchiert und herausgefunden, dass schwarze Sklaven von reichen Familien Uncle und Aunt genannt wurden und dass der Herr in dem Logo eine typische Dienstkleidung von schwarzen Sklaven trägt. Das hat einen völlig anderen Kontext und hat nichts mit unserem “Onkel” zu tun. Es geht nicht um die Darstellung eines freundlichen dunkelheutigen Mannes, sondern und das eines schwarzen Sklaven. Auch wenn das mit Schwarzkopf wahrscheinlich ein Witz sein sollte, das ist ein Familienname und was völlig anderes.

    • Heute wird niemand “Onkel” als rassistisch betrachten. Soll man das also abschaffen, weil das vor 200 Jahren mal an einem bestimmten Ort in der Welt so war?

      Man „sollte“ Dinge vor allem nicht aus ihrem Kontext reißen und verkürzen. Weil so Sinn, Bedeutung und Wirkung verloren gehen. In den US-Sklavenhalterstaaten wurden „uncle“ und „aunt“ von der weißen Bevölkerung zur Anrede von Schwarzen verwendet, um die übliche höfliche Form „Mr.“ / „Sir“ oder „Mrs.“ zu vermeiden. Die höfliche Anrede bewusst zu umgehen ist nicht nur respektlos, es ist in diesem Kontext auch Ausdruck eines tief verwurzeltem Rassismus, der in Nordamerika bis Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts die Ungleichbehandlung, Unterdrückung, Misshandlung und den Mord von afroamerikanischen Menschen zur Folge hatte.

      Und was an der Darstellung eines freundlichen dunkelheutigen Mannes Rassismus sein soll konnte auch noch keiner erklären.

      Die Marke Uncle Ben’s transportiert seit je her das Bild eines Anzug und Fliege tragenden, dunkelhäutigen älteren Mannes, der aufgrund seiner Erscheinung als Diener/Butler wahrgenommen wurde/wird. Ein schwarzer Butler ist ebenso eine stereotype Darstellung wie eine Kochschürze tragende Frau, die ihren von der Arbeit kommenden Mann freudig begrüßt, um ihm die Hausschuhe zu bringen. Menschenskind … wir leben nicht mehr in den 1970er-Jahren!

      „Uncle Ben’s„ wurde in einer Zeit gegründet, in der weiße Manager keine Scheu hatten, mit Klischees über schwarze Amerikaner zu werben. Dieses „Erbe“ um nicht zu sagen diesen Ballast, schleppt die Marke mit sich herum. Bereits 2007 hatte man vergeblich versucht, die Last der Vergangenheit abzuschütteln, indem man den stets freundlich lächelnden Uncle Ben in der Werbung zum Vorstandsvorsitzenden erhob (NYTimes).

      Welche Firma ist dann als nächstes dran? Schwarzkopf?

      Für eine Diskussion in einem Fachblog über Kommunikation und Design ist solch ein polemischer Einwurf völlig unangemessen. Ich bin offen gesagt etwas erschrocken über die im Kommentar zum Ausdruck gebrachte Naivität bzw. Unwissenheit. Oder ist es Ignoranz? Letzteres wäre schlimmer.

      • Wie gesagt. “Sprache verändert sich”, trotzdem wird an Bedeutungen von vor 200 Jahren festgehalten, statt ihnen zu erlauben, sich verändern zu können.

        Und das mit Schwarzkopf war halt eingeworfen, weil man in der heutigen Zeit eben vor nichts zurückschreckt und sich zur Not eben Rassismus hineindenkt, siehe Begriffe wie Masterpassword, Blacklist usw. die NICHTS mit Hautfarbe zu tun haben. Da wird auch ein Familienname nicht gegen gewappnet sein.

      • Wie gesagt. “Sprache verändert sich”, trotzdem wird an Bedeutungen von vor 200 Jahren festgehalten, statt ihnen zu erlauben, sich verändern zu können.

        Ich kann deinem Einwurf an dieser Stelle nicht folgen. Heute wie damals gibt es Menschen, und zwar nicht Einzelne, die sich offenbar durch Wörter wie Zigeuner, Neger oder aber auch in diesem Fall einem Logo offenbar stark diskriminiert fühlen. Wenn sich Wörter gewandelt haben, spricht gegen ihre Verwendung vielleicht weniger, aber das ist doch nicht der Fall.

        Die Auswirkungen von Sklaverei, späterer Unterdrückung, Ungleichbehandlung, usw. bis in die 1970er (soviel nur zu den 200 Jahren) ziehen sich in den USA bis in die heutige Zeit, es ist auch heute noch diskriminierend, wenn man die Wörter Neger oder Zigeuner verwendet, genauso wurde die Marke Uncle Ben’s etabliert, als Schwarze noch immer nicht gleichberechtigt lebten. Wenn du dir US-amerikanische Großstädte anschaust, dann sind sie bis heute stark ethnisch segregiert: heißt Schwarze in den einen Stadtvierteln, weiße in den anderen, obwohl die Vorfahren vor Jahrhunderten eingewandert sind (es handelt sich also nicht um die klassischen Einwandererquartiere, wie es sie überall auf der Welt gibt), einfach weil viele Schwarze in den USA bis heute sozial benachteiligt sind und es durch die Stigmatisierung dieser Viertel auch nicht leicht haben, einfach mal daraus auszubrechen.

        Das hat etwa Folgen hinsichtlich der Kriminalitätsraten und die wiederum haben etwa zur Aufrüstung der Polizei in den vergangenen Jahren und die zuletzt zunehmend kritisierte Polizeigewalt geführt. Ich kürze hier ab. Worauf ich hinaus will: Nur weil dir das Wort Uncle und die Darstellung eines dunkelhäutigen Obers / Farmarbeiters als unproblematisch und ganz sympathisch erscheint, ist es das nicht. Der Produzent und Markeninhaber ist die Mars Inc., ein US-amerikanisches Unternehmen, das viel näher an den Betroffenen sitzt als wir es aus dem fernen Europa tun. Das muss man vielleicht auch noch mal im Hinterkopf behalten. Für uns in Deutschland ist das sicherlich manchmal schwer nachvollziehbar, weil wir nicht den gleichen historischen Kontext haben. Hierzulande würden wir wahrscheinlich viel eher aufschreien und schockiert sein, wenn Jüdinnen und Juden beschimpft werden oder wenn ein Unternehmen seit den 1930ern unterwegs den „niedlichen“ Reichadler mit Halenkreuz als Logo verwenden würde. Für die Belange von jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern sind wir recht gut sensibilisiert, über die von dunkelhäutigen Menschen nicht. Auch die Verfolgung von Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten war für uns lange Zeit kein bedeutendes Thema. Das hat bei uns dazu geführt, dass mir lange Zeit relativ schamlos mit solchen Wörtern umgegangen sind, das sollte uns aber nicht davon abhalten mal darüber nachzudenken und unsere gesamtgesellschaftliche Einstellung zu ändern. Nur ins Grundgesetz zu schreiben, dass niemand diskriminiert werden darf, reicht dann halt vielleicht doch nicht aus.

  2. Sehr geschickte Umstellung des Unternehmens meiner Meinung nach, fast schon zu spät…
    Ich bezweilfe zwar, dass solch eine Umstellung getan wurde, weil man als Unternehmen wirklich gegen Rassismuss ist, sondern vielmehr weil das grad gut ins Image passt und man damit Werbung machen kann, die dann auch noch gut ankommt. Aus Marketing sicht Prima, aus meiner Design Sicht schade weil ich den Mann für sehr sympatich angesehen habe. Durch die starken Farben wird die Wiedererkennung nur wenig beeinflusst allerdings werde ich den Mann vermissen.

    • Das freundliche Gesicht des Sklaven, der dem Master lächelnd noch etwas Reis auf den Teller gibt sollte es in der heutigen Zeit genau so wenig in der Werbung geben wie die freundlich lächelnde Hausfrau, deren größte Sorge es ist, ob die Frisur sitzt und dem Ehemann die neue Kaffeemarke genauso gut schmeckt wie die alte. Die Zeiten ändern sich, auch wenn manche Rassismus und Sexismus für charmante Überbleibsel aus der guten alten Zeit halten …

      • Anhand der Abbildung sieht man aber weder, dass diese Person ein Sklave ist, noch dass er einen Meister hat, dem er dienen muss. Das ist alles nur reininterpretiert und das findet heutzutage viel zu oft statt. Siehe “Masterpassword” beim Firefox. Wurde auch umbenannt, “weil das ja Rassismus ist”.

      • Da ist nichts reininterpretiert. Sklaven wurden Uncle genannt und die Kleidung auf dem Foto ist die eines Sklaven einer reichen Familie.

  3. Gestern dazu einen kleine kontroverse Diskussion auf Facebook geführt :)

    https://www.facebook.com/stefano.picco/posts/10164909139775500

    Hier wird meiner Meinung klar, ganz klar zwischen Design und Gestaltung unterschieden, denn die Gestaltung ohne die “Person” ist meiner Meinung nach schlechter. Das Design, das auch den entsprechenden Diskurs im gesellschaftlichen Sinne berücksichtigt, entfernt alles konsequent, was irgendwie nach Diskriminierung riecht.

    Es ist weiterhin ein schwieriges Thema und in ein paar Jahren wird es auch wieder anders sein, man darf es nicht belächeln, aber auch nicht alles verteufeln.

  4. Ich find’s schade, dass er gehen muss. Habe das nie als rassistisch empfunden, für mich war es einfach immer nur ein freundlich guckender Mann, der was nettes gekocht hat. Jetzt sollte man aber vielleicht auch doch noch mal an den Namen ran um korrekt zu sein.
    Vielleicht “Ben*in’s Original”? Oder um sicher zu gehen lieber nur noch “Original”.

  5. Schade, dass sich wieder ein Unternehmen den Empörten beugt. Auch wenn es in diesem Fall wohl grade zufällig in den Kram passt und eine Image-Kampanie gut reinpasst.
    Diese ganze “Anti-Rassismus”-Debatte hat letztendlich nur das Ergebnis, dass noch mehr schwarze Personen aus dem öffentlichen Leben bzw. Markenauftritten verschwinden und Rassisten somit gewonnen haben. Diesen Widerspruch scheint man wohl noch nicht erkannt zu haben. Leider.

    • Schade, dass sich wieder ein Unternehmen den Empörten beugt.

      Der Versuch Menschen, die sich einerseits für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung einsetzen oder die sich andererseits von der Darstellung verletzt fühlen, als „Empörte“ zu diskreditieren, empfinde ich als unanständig.

      Auch wenn es in diesem Fall wohl grade zufällig in den Kram passt und eine Image-Kampanie gut reinpasst.

      Die Maßnahme ist alles anderes als ein Zufallsprodukt. Wie bereits oben geschrieben beschäftigt Mars Inc. das Thema schon seit mehr als 10 Jahren.

      Diese ganze “Anti-Rassismus”-Debatte hat letztendlich nur das Ergebnis, dass noch mehr schwarze Personen aus dem öffentlichen Leben bzw. Markenauftritten verschwinden und Rassisten somit gewonnen haben.

      Die Deutsche Bahn (und andere Unternehmen) muss sich Schmähkritik gefallen lassen, in ihrer Werbung kämen zu viele Dunkelhäutige vor. In deutschen Fernsehsendern sieht man mehr Moderierende mit dunkler Hautfarbe und/oder mit Migrationshintergrund als jemals zuvor, was gut ist. In dem Kommentar wiederum wird die Behauptung aufgestellt, ohne dies in irgendeiner Weise näher auszuführen oder Beispiele zu benennen, Schwarze würden aus Markenauftritten, nein gar aus dem gesamten öffentlichen Leben verschwinden.

      • Hallo Achim, danke für deine Antwort. Ich versuche nochmal näher darauf einzugehen.

        Der Versuch Menschen, die sich einerseits für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung einsetzen oder die sich andererseits von der Darstellung verletzt fühlen, als „Empörte“ zu diskreditieren, empfinde ich als unanständig.

        Diese Menschen meinte ich auch nicht, da ich selbst einer davon bin. Jedoch sollte auch immer ein gutes Maß an Realismus gewahrt bleiben mit dem Wissen, wann genug ist und man auch einfach mal über das Ziel mit seinen Forderungen hinausschießt.

        Die Deutsche Bahn (und andere Unternehmen) muss sich Schmähkritik gefallen lassen, in ihrer Werbung kämen zu viele Dunkelhäutige vor. In deutschen Fernsehsendern sieht man mehr Moderierende mit dunkler Hautfarbe und/oder mit Migrationshintergrund als jemals zuvor, was gut ist. In dem Kommentar wiederum wird die Behauptung aufgestellt, ohne dies in irgendeiner Weise näher auszuführen oder Beispiele zu benennen, Schwarze würden aus Markenauftritten, nein gar aus dem gesamten öffentlichen Leben verschwinden.

        Ja, das finde ich auch sehr gut, da vor allem in “öffentlichen” Berufen ein Querschnitt der Gesellschaft dargestellt werden sollte. Mit dem Verschwinden aus dem öffentlichen Leben meinte ich zum Beispiel auch das Ändern von Stadtwappen (https://www.migazin.de/2020/07/03/petition-gegen-rassistisch-konnotiertes-stadtwappen-in-stuttgart-moehringen/) oder Vereins-Logos (https://www.ran.de/us-sport/nfl/nfl-news/offiziell-washington-redskins-aendern-ihren-namen-und-ihr-logo-152645)

        Zum eigentlichen Thema, da dies hier ja ein Design-Blog ist, möchte ich auch noch etwas beitragen. Das neue Logo der Reismarke finde ich ebenso ansprechend. Gut, dass die Farb-Kombi als Wiedererkennung geblieben ist. Ob jetzt Uncle Ben’s oder Ben’s Original, beides hört sich gut und traditionell an.

  6. Ist dann aus dieser Wahrnehmung heraus betrachtet die Werbung mit Meister Proper auch rassistisch? Ein Weißer, der mit Freude ein WC reinigt…

    • Nein Christian, denn aus Sicht der Empörten Hyperkorrekten existiert gegen Weiße kein Rassismus sondern nur gegen PoCs People of Color. In welch bunter Welt wir heute leben…

      • Stimmt Doc. Weiße können zwar beleidigt werden, beispielsweise als Nazi beschimpft werden, generell ist es aber einem Weißen überlassen, ob er ein Nazi ist oder eben nicht, bzw. wenn er zu Unrecht als einer bezeichnet wird, ist er in der Lage diese Beleidgung entschiedend von sich weisen, indem er logisch argumentieren kann, wieso er keiner ist.
        PoC hingegen haben sich niemals für ihre Hautfarbe entschieden und leiden unter strukturellen Ungerechtigkeiten aufgrund dieser Tatsache.
        Deswegen: nein, Rassismus gegen Weiße gibt es nicht.
        Es ist auch nicht an Weißen zu bestimmen, was denn nun rassistisch ist und was nicht. Wenn PoC sagen, sie empfinden einen Markenauftritt als rassistisch, haben wir zuzuhören und sollten versuchen zu verstehen, was sie daran verletzt. Ich weiß nicht ob du weiß oder schwarz bist, aber solltest du weiß sein wirst du persönlich (zum Glück) nicht mit Alltagsrassismus konfrontiert. VIelleicht hast du betroffene Freunde, die dir davon berichten, vielleicht bekommst du es als beistehende Person mit, vielleicht wendest du ihn unterbewusst sogar selbst an, aber du selbst verspürst diese Ungerechtigkeit nicht am eigenen Leib. Anstatt Änderungen in Markenauftritten als Angriff oder Einschränkung zu sehen, ergreife es doch als Chance gewisse Missstände in unserer Welt und unserer Gesellschaft zu erkennen und zu verstehen und halte es für eine klitzekleine Sekunde vielleicht einmal für möglich, dass diese Änderun berechtigt sein könnte.
        Zum Beispiel mit Meister Propper: Ich sehe gegenüber Weißen keinerlei Beleidigung, wenn ein extrem muskulöser und unserem westlichen Verständnis für Männlichkeit entsprechend dargestellter Mann Putzmittel anwirbt, welche er in Werbespots Frauen empfiehlt und ihnen erklärt, dass es damit doch viel einfacher geht als mit Putzmittel xy (hier könnte man vielemehr über Mansplaining diskutieren, aber das ist ein anderes Thema).

      • @MM
        Wenn Weiße in Japan mit “white pig go home” beschimpft werden und manche Läden nicht betreten dürfen, ist das dann ebenfalls kein Rassismus gegen Weiße?

      • @mm Konnte sich der weißhäutige Mensch seine Farbe aussuchen? Kann sich ein blonder blauäugiger weißhäutiger Deutscher aussuchen, oder dagegen angehen, als Nazi bezeichnet zu werden, bis zum von ihm zu erbringenden Beweis des Gegenteils? Wieso sind es mehrheitlich deutsche Darsteller, die in unternational besetzten Filmen den Nazi spielen. Ach je, ich freue mich schon auf die butterweichen Argumente.

    • @MM, nehmen wir deinen Kommentar mal als Ausgangspunkt.

      Ich habe als Weißer (nicht PonC ;) ) viel Zeit in Afrika verbracht. An einigen Orten durfte ich gewisse, alltägliche Dinge nicht. Die Begründung dafür war oft meine dort nicht passende Hautfarbe. Da Weiße ja keinen Rassismus erfahren können, wie würdest du diese Situation den beschreiben, basierend auf deinem Kommentar?

      Bitte nicht als Angriff verstehen, ich versuche deine Denke lediglich nachzuvollziehen.

      • Dürfte ich erfahren in welchem Teil von Afrika du warst? Aber auch dieses Beispiel würde ich nicht als Rassismus gegenüber Weißen beurteilen, auch wenn du das sicherlich als unfair empfunden hast, hätte ich mit Sicherheit auch. Ich würde das aber eher als Anfeindung oder Diskriminierung sehen.
        Weiße haben Afrika ewig unterdrückt und ausgebeutet, sogar noch heute ist ein:e weiße:r Afrikaner:in im Durchschnitt wohlhabender als ein:e schwarze:r. Noch heute besitzt die weiße Bevölkungerungsgruppe einen Großteil der Ackerflächen. Wie kann das sein, wenn die weiße Bevölkerungsgruppe nur einen geringen Anteil der Gesamtbevölkerung ausmacht? Ganz einfach, durch die jahrhundertlange Ausbeutung Afrikas. Die damalige strukturelle Unterdrückung durch Weiße gegenüber Schwarzen hat also bis heute noch Auswirkungen. In einem Land, in dem nicht zuletzt durch Kolonalsierung durch Weiße Armut und Krieg herrscht, Schwarze entrechtet und versklavt wurden, Weiße im Allgemein angefeindet werden, finde ich da durchaus verständlich.
        Ich weiß, du als Marc hast Afrika nicht kolonalsiert, du hast vermutlich auch während deines Aufenthalts niemanden ausgebeutet (hoffe ich?), dennoch sind unsere Vorfahren an vielen Missständen in Afrika bis heute noch Schuld.

      • @MM: Was ist das denn für eine Logik? Er wird aufgrund von Herkunft/Hautfarbe diskriminiert, aber das ist kein Rassismus, weil er Weiß ist? Natürlich ist das Rassismus. Welche Geschichte hinter einer Anfeindung steckt ist da vollkommen irrelevant.

        Was passiert denn deiner Meinung nach bei Afrikanern und Asiaten? Gibts bei Asiaten auch keinen Rassismus, wenn die von Schwarzen beleidigt werden? Oder andersrum?

      • Sehr schöne und sachliche Diskussion! :) Ich empfehle an der Stelle ein Hörbuch, das diese Diskussion noch weiter führt: “Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen: aber wissen sollten”.

    • In diesen Fall geht es nicht um den Weißen, sondern den Homosexuellen, der das Klo putzt. Der Meister wird demnach wohl auch bald verduften.
      Zum Verschwinden vom Onkel wollte ich gern noch meinen, dass das einzig gestrige die angedeutete Uniform (Dienerlivree?) war. Warum wurde ihm nicht einfach ein T-Shirt oder – vielleicht noch besser – ein Polo-Hemd verpasst? Schade um den Sympathieträger …

  7. Lächerlich, dass man Empörten aus der linken Ecke unserer Gesellschaft wieder mal nachgibt. Die große Mehrheit der Menschen hat für sowas kein Verständnis, weil hier auch einfach kein Rassismus erkennbar ist. Es ist ein netter schwarzer Mann abgebildet gewesen. Was ist daran Rassismus? Übrigens sehen das auch sehr viele Migranten so, dass in der Debatte völlig überzogen wird.

    • Es ist ein netter schwarzer Mann abgebildet gewesen. Was ist daran Rassismus?

      Wenn man den Kontext der Bezeichnung „Uncle“ und der Darstellung kennt (siehe die ausführlichen Antworten auf die oberen Kommentare), dann ist es eben nicht nur ein „netter schwarzer Mann“, sondern ganz klar eine sklavereiverherrlichende und rassistische Darstellung.

      Übrigens sehen das auch sehr viele Migranten so, dass in der Debatte völlig überzogen wird.

      Wer sind diese nebulös vielen Migrant*innen immer, die komischerweise nie Rassismus oder andere Formen der Diskriminierung erfahren und als „Argument“ herhalten müssen? Frage ich Menschen mit Migrationshintergrund aus meinem Bekannten- und Freundeskreis, so haben diese ganz andere Erfahrungen.

  8. Vielen Dank, dass dieser Beitrag öffentlich ist!

    Ich finde die Rasissmus-Diskussion mal wieder fragwürdig. Klar kenne ich nicht alle Hintergründe, aber wenn es keine eindeutigen Belege dafür gibt, dass Onkel Ben seinen Reis ursprünglich als Sklave unter der Peitsche kochen und servieren musste, sehe ich die Entfernung der schwarzen Werbefigur genau gegenteilig zu der erhofften “Verbesserung”. Kurz dache ich sogar, dass Weiße oder Asiaten geklagt hätten, dass nicht sie den Reis präsentieren dürfen. Es wirkt nun so, als wollte man “den Schwarzen einfach los werden”. Völlige Themaverfehlung!

    Für mich geht eine sympatische, lange bekannte Werbefigur verloren, der ich nie etwas negatives abgewinnen konnte. Und den “Onkel” hat man gleich mit verbannt, denn es gibt ja auch noch Tanten und andere Familienmitglieder, die gern mal Reis kochen…

    Mal wieder ein Euro in die Schwachsinnskasse!

    • Das bringt mich mal wieder zu der Frage: stößt der “Uncle Ben” den PoC überhaupt sauer auf? Wurde er von PoC als rassistisch kritisiert? Oder handelt es sich um vorauseilenden Gehorsam seitens des Herstellers? Wenn PoC sich darüber mokieren, dann sollte man über eine solche Umbenennung nachdenken, ganz klar. Aber es kann andererseits nicht gut sein, wie ein Vorposter schon schrieb, dass durch solche Aktionen PoC aus der Öffentlichkeit verschwinden.

  9. Ich kann die Entscheidung absolut nachvollziehen. Und ich finde es auch gut so. Natürlich ist das seit Jahrzehnten eine Marke, die sehr positiv in meiner Wahrnehmung ist. Ich bin nicht schwarz und habe entsprechen keine Erfahrungen mit Rassismus gesammelt. Auch das Bewusstsein dafür kam erst in den letzten Jahren. Uncle Bens klang immer so positiv, auch beflügelt durch die Werbung mit dieser tollen Stimme mit amerikanischem Akzent.

    Aber die Zeiten ändern sich, und die Ähnlichkeit zur offen rassistischen Beleidigung “Uncle Tom” und dann auch noch in Kombination mit dem Gesicht ist schon schwierig. Und egal, was die Motivation jetzt sein Mag, es ist das richtige Statement zur richtigen Zeit.

    Ich selbst habe beruflich auch gerade die Möglichkeit, eine Marke endlich von Ihrem Maskottchen, das dem Sarotti-Mohr ähnelt, zu befreien. Die haben das seit über 100 Jahren und hängen total daran. Ich versuche seit 3 Jahren die Kunden zu dem Schritt zu bewegen, leider kam die Bereitschaft jetzt nur durch erstarkende Stimmen aus dem Einzelhandel. Das Verständnis dafür, warum diese Symbolik problematisch ist, fehlt leider komplett.

    Es fehlt bei vielen Kunden, bei sehr vielen Menschen außerhalb von Metropolen und wenn ich mir hier die Kommentare ansehe, spiegelt es das einfach nur wieder.

    Ich hoffe, ihr Kommentatoren seid keine Kreativschaffenden, die Entscheidungsträger beraten!

  10. Sogar ich Weißbrot war seit meiner Jugend jedesmal irritiert von der Uncle Bens TV-Werbung und ging davon aus dass nur in Deutschland dieses Südstaatenbild gezeigt wird, weil historisch gebildetere oder näher dort lebende, wissen dass die Sklaven auf den Feldern weder glücklich damit waren, noch fanden Schwarze es akzeptabel nicht mit Mister angesprochen zu werden (sondern mit Onkel oder Junge; Mister Ts Vater wählte deshalb Mister als Vorname).

    Jeder Thomas hier der kein Problem damit hat sollte mal besser denen zuhören die davon betroffen sind und so verniedlichend verharmlosende Geschichtsdarstellung unangenehm finden.

    Tatsächlich wurde Ben‘s Original von einem Deutsch-Briten gegründet. Und nicht von einem schwarzen Reisfarmer.

    • Ich bin mir sicher, dass es dieselbe Diskussion auch gegeben hätte, wenn die Marke von einem schwarzen Reisfarmer namens Ben erfunden wäre. Wir leben in 2020 und heute ist fast alles irgendwie rassistisch/diskriminierend und viele, die Dinge bemängeln sind auch keine PoC, sondern nur Leute, die sich irgendwie wichtig fühlen wollen. Mittlerweile sind wir ja sogar soweit, dass wir Wörter verbieten, bloß weil da Rassismus reingedichtet wird, siehe Masterpasswort, Blacklist, Schwarzfahren, eigentlich schonmal alle negativen Wörter, die “schwarz” beinhalten.

  11. Die Frage ist nun, ob überhaupt irgendjemand in alltäglichen Gesprächen aufhören wird “Uncle Ben’s” zu sagen. Ich stelle mir das am Telefon so vor: “Was kochst du grad?” – “Ben’s” – “Benz? Hä? Was?” – “Uncle Ben’s Reis” – “Achsooo, sag das doch gleich.”

    Richtig gute Kampagne, aber!

    • Im allgemeinen Sprachgebrauch habe ich schon immer “Ben’s Rice” oder einfach “Reis” gesagt.
      Ich sage ja auch nicht “Burger Schwäbische Maultaschen Traditionell” sondern eher “Maultaschen”…

  12. Ebenso wie Maria bin auch ich froh, dass die Diskussion konstruktiv, sachlich und fair geführt wird. Einen Satz im Kommentar von MM, welcher keine „Antwort“-Funktion hat, kann ich so nicht stehen lassen.

    Deswegen: nein, Rassismus gegen Weiße gibt es nicht.

    Das ist falsch! „Unabhängig von seiner Herkunft kann jeder Mensch von Rassismus betroffen sein“ (Quelle: Wikipedia). Dies hat uns unter anderem der Holocaust gelehrt, welcher die Folge des rasseideologischen Programms des Nationalsozialismus war.

    Die Uno definiert in ihrem 1965 verabschiedeten Internationalen Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung den Begriff der Rassendiskriminierung wie folgt:

    „In diesem Übereinkommen bezeichnet der Ausdruck “Rassendiskriminierung” jede auf der Rasse, der Hautfarbe, der Abstammung, dem nationalen Ursprung oder dem Volkstum beruhende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass dadurch ein gleichberechtigtes Anerkennen, Genießen oder Ausüben von Menschenrechten und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens vereitelt oder beeinträchtigt wird.“ Quelle: UN (PDF)
    Wenn eine schwarze Person nur auf bestimmten Sitzplätzen in Bus oder Bahn Platz nehmen darf, ist das Rassismus. Wenn ein weißer Mensch in Afrika aufgrund seiner Hautfarbe von öffentlichen Versammlungen ausgeschlossen wird, ist das Rassismus. Wenn ein Mensch jüdischen Glaubens auf Deutschlands Straßen angepöbelt wird, weil er eine Kippa trägt, ist das Rassismus. Wenn syrische Frauen afrikanische Frauen aus der Küche im Aufnahmelager aussperren oder Roma bei der Essensausgabe ignoriert werden, ist das Rassismus.

    Rassismus hat viele Gesichter. Es ist gut, dass wir auch in einem Fachblog über Design darüber sprechen, weil es nämlich uns alle betrifft.

  13. Als Kind habe ich noch Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann? … gespielt und Uncle Ben’s war ne nette Marke im Supermarkt. Ob ich damals von Sklaverei wusste? Vielleicht, aber weder das Spiel noch die Marke hätte ich damit in Verbindung gebracht oder dahinter eine rassistische Absicht vermutet. Sein einigen Jahren spielen Kinder wohl Wer fürchtet sich vorm bösen Mann? … und nun wird auch der gute Ben seiner negativen Seite bereinigt. Und das ist gut, richtig und wichtig so. Auch wenn wir Rassismus nicht immer auf den ersten Blick erkennen, ist er existent und sollte eliminiert werden. Ich bin kein Experte im Gebiet und die Beurteilung fällt auch mir dann und wann auch schwer, aber dann gilt es eben nachzufragen und kritisch zu prüfen. Lieber einen Gedanken zu viel gemacht als gar keinen! Mehr Sinn für Feingefühl, mehr Rücksicht auf Andere und ein daraus resultierendes besseres Miteinander kann doch nur im Interesse aller sein.

    In diesem Sinne: Danke dass der Beitrag hier für alle sofort zur Verfügung stand, denn eine Diskussion wie hier, die gerade zu Zeiten von #BlackLivesMatter geführt werden kann, sollte so schnell wie möglich viele erreichen.

    • Das liegt daran, dass das nichts mit der Hautfarbe zu tun hat, sondern der im westlichen Kulturkreis üblichen weiß(hell wie der Tag)=gut, schwarz=böse(weil finster wie die Nacht) Zuschreibung.

  14. Diese ganze Debatte führt doch irgendwann ins Absurde… Rassismus lässt sich doch auf dieser Ebene nicht lösen und ich bezweifle, dass es sich überhaupt völlig aus der Gesellschaft entfernen lässt.
    Wer in Onkel Ben Rassismus sieht, der kann auch im Kinderschokoladenjungen Rassismus sehen. Irgendwann darf dann überhaupt nirgends mehr irgendwer abgebildet werden, weil immer irgendwer dazu eine passende Unterstellung parat hat.
    Wichtig ist doch, dass mit welcher Einstellung man der Sache begegnet und ich denke nicht, dass ein Reishersteller mit einem Namen oder Logo Rassismus verbreiten will. Aber wie gesagt, jeder, der möchte, kann sich diesen Schuh anziehen. Dasselbe gilt übrigens auch fürs Genderthema.

    • Die Probleme lösen, und da bin ich bei Dir, kann Sprache alleine nicht. Schon gar nicht, in dem verordnet wird, wie wir zu sprechen haben. Wenn wir allerdings Rassismus und die daraus resultierende Diskriminierung überwinden wollen, muss sich der Wille dazu in allen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens ausdrücken, auch in der Sprache.

      Dabei hilft es meiner Meinung nach wenig, alles über einen Kamm zu scheren. Der Junge auf der Schokoladenpackung wird seiner weißen Hautfarbe wegen ungleich weniger Rassismus erfahren, als Kinder mit dunkler Hautfarbe. Es wird sich auch kein Mensch mit weißer Hautfarbe finden, der sich von der Abbildung auf der Verpackung diskriminert fühlt. Bei Uncle Ben’s, im übrigen auch bei den Marken Aunt Jemima und Mrs. Butterworth’s ist das eben anders. Seit Jahren werden die Hersteller, auch aus Reihen der Black Community, für ihr Marketing kritisiert. Viele Menschen sehen aufgrund der stereotypen Darstellung von Schwarzen ihre Grundwerte verletzt und äußern ihre Kritik auch in Form von Petitionen, um die Hersteller zum Umdenken zu bewegen.

      Deshalb braucht es vor allem eine differenzierte(re) Auseinandersetzung. Sensibilisierung bezüglich einer diskriminierungsfreien (visuellen) Sprache halte ich für unabdingbar.

      Das ZDF hat kürzlich in seinem YouTube-Kanal ein Video veröffentlicht, in dem es haargenau um diesen Kontext geht. Eine hochinterssante Debatte zu den Themen Diskriminierung, Rasissmus und Gender, in der ganz unterschiedliche Meinungen und Standpunkte vertreten werden und ebenfalls fair über Lösungen gestritten wird: Politisch korrekte Sprache – Muss das sein? Müssen wir rassistische Begriffe streichen? #Neger #Mohr

      • Sie sprechen auf dieser Seite von Bildung und Unwissenheit.
        Hier nennen Sie die Begriffe Neger und Mohr im selben Zusammenhang. Das führt Ihre Ganze Argumentation ad absurdum.

        Die Geschichtsvergessenheit beim Begriff Mohr hat Sie nun leider auch erreicht. Einfach alles nachplappern ohne sich mit dem Begriff auseinanderzusetzen.

        “Sie brandmarkt es in Unkenntnis seiner Geschichte als rassistisch, doch es ist allenfalls altertümlich. Der Mohr steht in Wappen, im Namen von Apotheken, Gasthäusern und Firmen für einen Heiligen, er war Gegenstand religiöser Verehrung. Mohrendarstellungen haben ihre Wurzeln im Mittelalter, als es den neuzeitlichen Kolonialismus, aus dem im 19. Jahrhundert der abscheuliche „moderne“ Rassismus entstand, noch nicht gab. Das alles ignorieren die Mohren-Verächter. Wollen sie den Mohren aus der Sprache und der Bilderwelt verbannen, nur weil er schwarz ist?”

        https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/umbenennung-neue-debatte-um-den-begriff-mohr-16872089.html?premium

      • Hier nennen Sie die Begriffe Neger und Mohr im selben Zusammenhang. Das führt Ihre Ganze Argumentation ad absurdum.

        Wenn von mir im Artikel die Begriffe Neger und Mohr verwendeten werden, wobei, um genau zu sein, im Artikelkommentar von „Mohrenbrauerei“ die Rede ist, dann deshalb, da diese Bestandteil einer in der Gesellschaft geführten Debatte über politisch korrekte Sprache sind. Weshalb der Verweis darauf meine Argumentation ad absurdum führe, erschließt sich mir nicht.

    • @ilka
      Kleiner Einwurf: die Kinderschokoladen-Thematik ist tatsächlich eine heikle (Stichwort „Weg mit Kevin“ https://www.spiegel.de/wirtschaft/kinderschokolade-wuetender-protest-gegen-das-neue-gesicht-a-389061.html ) – ich persönlich sehe da durchaus Potential, dass man bei Ferrero dauerhaft mehr für Diversität tun könnte (und nicht für eine kurze Promotion mit z.B. Fußballern). Warum muss es denn immer ein weißer Junge sein…!?!

      Aber ich gebe dir Recht, Rassismus lässt sich so nicht lösen, aber es ist ein kleiner Beitrag und als Marke positiontiert man sich deutlich anders und nicht mehr auf einer rassistischen Basis.

    • Es geht hier aber nicht um den hellhäutigen Jungen auf der Kinderschokolade, es geht auch nicht um einen dunkelhäutigen Jungen auf der Kinderschololade. In beiden Fällen wären es abgebildete Kinder / Jungen. Es geht hier um die Darstellung eines Sklaven / schwarzen Farmarbeiters in Kombination mit einem Namen und eine ganze Markenstrategie, die darüber hinwegtäuschen, welches Leben Sklaven führten. Die Werbung beschönigt das Leben von Sklaven, der Name verwendet weiterhin, den problematischen Uncle-Begriff, im Logo wurde ein Sklave / Hausangestellter dargestellt. Das ist ja auch keine ganz zufällige Kombination, sondern drückt die Geisteshaltung aus, die mit der Markenetablierung vorherrschte. Die ganze Marke basierte hier im Prinzip auf Rassismus.

      Gerade hier im einem Design-Fachblog können wir uns alle vor Augen führen, wie sich Marken wandeln, wie sich Namen ändern, wie Logos überarbeitet werden. Warum man nun ausgerechnet bei Uncle Ben’s eine Ausnahme machen sollte (beispielsweise weil hier plötzlich die Marke als Zeugnis der Geschichte verstanden wird), erschließt sich mir überhaupt nicht. Ganz anders kann man sicherlich zur Verwendung diskriminierender Begriffe stehen, die etwa in Kinderbüchern oder Filmen verwendet werden. Das ist zwar hier nur ein Randthema, aber dazu hat Walulis in dieser Woche einen Beispiel interessanten Beitrag veröffentlicht.

      • @Torsten
        Natürlich geht es hier um Ben’s und du erklärst hier sehr präzise die Problematik. Das stelle ich nicht in Frage, die bisherige Marke war ein rassistisches Schwergesicht und ich bin froh, dass der Brocken nun Geschichte wird …

        Das Thema Kinderschokolade flammte hier eben nebenbei auf. Sicherlich ein ganz anderes Thema, aber ebenso wichtig in meinen Augen, denn hiermit wird schon eine Grundhaltung von Kindern latent anerzogen – der kleine weiße Junge zuerst. Ich fände es viel besser wenn hier mehr Diversität stattfinden würde, schlichtweg um Kindern die Vielfalt der Welt ganz nebenbei mitzugeben. Dann würden sie später vielleicht sensibler auf Marken wie Uncle Ben’s reagieren und die Problematik solcher nicht beschönigen …

  15. Ok, “Uncle” verstand man also ursprünglich als niedere Anrede für schwarze Sklaven, die des “Mr” als unwürdig galten. Wenn nun ein Unternehmen diesen Begriff zu seinem markttauglichen Namen macht, ist das nicht dann eine Erhöhung dieser Anrede? Von einer ursprünglich diskriminierenden Äußerung zu einer Respekts-Anrede? Verändert sich auch hier nicht Sprache?
    Und wenn das Portrait des Schwarzen als Logo-Teil verwendet wird, soll es nicht auch Vertrauen und Zuneigung beim Betrachter auslösen?
    Viel spannender, als welche ursprünglich rassistischen Dinge in dem alten Logo zu finden sind, finde ich, wieso ein Unternehmen sich gerade damit Erfolg verspricht – und auch erhält. Immerhin hat wohl nie einer in der Marketingabteilung gesagt: “Mit dem schwarzen Sklaven in unserem Logo, der wie der Schöpfer unserer Marke wirkt, schrecken wir die xenophobe Käuferschaft ab, die nur Produkte der Weißen kaufen will und minderwertige Qualität hinter unserem ‘Uncle’ sieht.”

    Gestalterisch finde ich es allerdings gut, das Gesicht zu entfernen. Es ist qualitativ nicht das hochwertigste Foto und der Konturenausschnitt am Kopf und Hals wirkt in dieser Form auch nicht mehr zeitgemäß. Es bei “Ben’s” in Blau-Orange zu belassen, ist eine ansprechende Modernisierung, die den Wiedererkennungseffekt behält.

  16. Ich möchte an dieser Stelle zwei Fragen in die Runde stellen:
    1. Wäre der Rassismusvorwurf hinfällig, wenn es beim Namen “Uncle Ben’s Rice” geblieben wäre, aber ein Foto von einem weißen, gleichalten und ebenso sympathisch aussehenden Mann verwendet worden wäre?
    2. Würde Meister Proper statt des glatzköpfigen Weißen ab sofort einen glatzköpfigen Schwarzen abbilden, wäre das auch Rassismus?

    • Weder die Darstellung von dunkelhäutigen noch hellhäutigen Personen ist per se rassistisch. Es hilft dazu schon noch den Kontext zu berücksichtigen. Schon alleine die Kombination aus Namen und Inhalt der Packung kann vor dem Hintergrund, dass Sklaven auf US-amerikanischen Reisfarmen ausgebeutet wurden und Uncle genannt wurden schon als rassistisch betrachtet werden für eine Marke, die hauptsächlich Reis verkauft. Für eine Marke, die Fernseher herstellt wäre es wahrscheinlich etwas ganz anderes. Hinzu kommt immer die Frage, wer etwas mit welcher Intention macht. Hier nutzten weiße Unternehmer die Situation der schwarzen Landarbeiter aus, um ein gewisses Bild bei den Konsumenten zu erzeugen, das des fröhlichen Landarbeiters, der Reis verkauft ohne dabei auf die tatsächliche Problematik einzugehen. Für die weiße Oberschicht war es ja durch angenehm, dass andere für sie ausgebeutet wurden. An diesem Bild bereicherten sich letztlich die Unternehmer (in den Anfängen der Marke vielleicht sehr bewusst, in den vergangenen Jahrzehnten vielleicht eher etwas unbewusst). Letztlich handelt es sich um die Schönfärberei der Sklaverei aus finanziellen Interessen.

      Und um auf deine zweite Idee einzugehen: Ja, auch das könnte man vor dem Hintergrund der Sklaverei als rassistisch betrachten, aber auch hier müsste man den Kontext genauer betrachten: Einerseits hätten wir hier dann die höflichere Anrede (Mister statt Uncle), andererseits waren es sehr wahrscheinlich eher weibliche Bedienstete / Sklaven, die sich um die Reinigung des Haushalts kümmerten als männliche. „Aunt Proper” mit der Abbildung einer dunkelhäutigen Frau wäre sehr viel eindeutiger. Aber auch hier würden dann weitere Faktoren hinzu kommen: Wer macht etwas aus welcher Intention (also wer sind die Produzenten und aus welcher Intention verwenden sie Namen und Logo).

  17. Nun hat Mars den Namen aber nicht geändert, weil er in Deutschland rassistisch wahrgenommen wurde, sondern in den USA. Im Sinne einer globalen Marke dies dann weltweit zu übernehmen, ist doch sinnvoll. Ehrlich gesagt freue ich mich darüber, dass viele in der Darstellung keinen Rassismus erkennen, weil damit eine schwarze Figur positiv konnotiert wurde und wird. Das ist toll und das glaube ich den DruKos hier auch. Sie waren sicher nicht der Grund, wieso der Name geändert wurde. Es waren schwarze und weiße Amerikaner. Das kann man doch einfach akzeptieren. Oder darf die Marke sich erst umbenennen, wenn 1 Mio? 10 mio? 100 mio? Menschen in jedem Land der Welt es nachvollziehen (oder noch schlimmer: die rassistischen Werte teilen) können?

  18. Ich konnte jetzt nicht alle Kommentare lesen, daher hoffe ich einfach mal dass ich nicht irgendwas doppelt schreibe.

    Mal Hand aufs Herz: wurde eine repräsentative Umfrage unter der “betroffenen” Bevölkerung, sprich Afroamerikanern gemacht, ob sie den Uncle wirklich als rassistisch empfinden? Oder kann es nicht sein, dass wieder mal paternalistische Weiße sich anmaßen, genau zu wissen, was das beste für diese Menschen ist? Bin gern offen für Quellen. Interessanterweise haben sich bei der Umbenennung der Zigeunersauce von Knorr einige Vertreter der Sinti und Roma dagegen gewehrt. Wie ist es in diesem Fall?

    Die Frage, die sich halt stellt, ist doch: Wie weit soll das ganze gehen? Wie sieht es z.B. mit dem Firmennamen “MARS” aus: Ein Kriegsgott – das könnte die Grünen und Pazifisten ärgern. Noch dazu ein Symbol für Männlichkeit – ist das nicht sexistisch? Jedes Mal einer kleinen, lauten Minderheit nach dem Mund zu reden, wird auf Dauer nicht gutgehen…

    • Nachtrag: hab erst nachträglich nachgelesen, dass Mars der Name der Gründer war. Nun, insofern ein schlechtes Beispiel, aber der Gedanke ist wohl trotzdem klar.

  19. Ich habe mich immer auf die Artikel und gerade die Meinungen von Herrn Schaffrinna gefreut. Jedoch ist eine gewisse Indoktrination auch hier eingezogen. Die Herangehensweise und Qualität erinnert mich doch immerzu an die Zeit und den Stern.

    Wie wir an Probleme und Aufgabenstellungen herantreten ist für mich das Entscheidende. Das Spannende hierbei ohne vorgefertigte Meinung sich ein Bild zu machen und so neue Lösungen zu erarbeiten. Diese Spannung vermisse ich zunehmend in den genannten Medien.

    Good Luck Designtagebuch als einer unter vielen im Mainstream

    • Jedoch ist eine gewisse Indoktrination auch hier eingezogen.

      Inwiefern?

      Das Design Tagebuch war schon immer ein Fachblog, in dem Themen vorgestellt, diskutiert und eben auch eingeordnet werden. Dass dabei meine persönliche Meinung/Einschätzung zum Tragen kommt, ist seit je eines der für das dt charakteristischen Merkmale.

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