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Barmer Krankenkasse mit neuer visueller Identität

Barmer Logo, Quelle: Barmer
Barmer Logo, Quelle: Barmer

Die Barmer Krankenkasse hat ein neues Logo. Im frisch relaunchten Webauftritt unter barmer.de setzt die Krankenkasse fortan auf ein Logo in Pillenform. Doch nicht nur das Logo wurde verändert. Kommuniziert wurde die Anpassung seitens des Unternehmens bis dato nicht, weder in Form einer Pressemeldung noch über die von der Krankenkasse genutzten digitalen Kanäle.

Die Barmer (Eigenschreibweise BARMER) ist eine der größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Sie zählt zur Gruppe der Ersatzkassen und ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Ihre historischen Wurzeln reichen bis zur Gründung der Vorläuferkassen im späten 19. Jahrhundert zurück. Die ursprüngliche Barmer Ersatzkasse entstand 1912. In ihrer heutigen Form ging die BARMER 2017 aus der Fusion der Barmer GEK und der Deutschen BKK hervor und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Die Barmer hat aktuell rund 8,3 Millionen Versicherte in Deutschland.

Erstmals seit knapp zwei Jahrzehnten wurde das Logo grundlegend verändert. Die Wortmarke wurde in einer anderen Schriftart gesetzt, und die von der Barmer verwendete Corporate Farbe Grün modifiziert.

Barmer Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Barmer, Bildmontage: dt
Barmer Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Barmer, Bildmontage: dt

Seit mehreren Jahrzehnten besteht das Logo der Barmer-Krankenkasse aus einer in serifenlosen Versalien gesetzten Wortmarke. Vor rund 20 Jahren wurde der ursprünglich dunkelgrüne Farbton auf ein Gelbgrün umgestellt. Im Rahmen einer evolutionären Anpassung wurden 2017 die Lettern der Wortmarke abgerundet, und deren Zwischenraum vergrößert.

Das nun vorgenommene Redesign ist hingegen keine evolutionäre Anpassung, sondern eine grundlegende. Die Wortmarke wurde in einer anderen, ebenfalls serifenlosen Schriftart gesetzt, und der Farbton auf ein Grün mit stärkerem Anteil an Cyan umgestellt. Nicht mehr der Wortmarke, sondern die umgebende Fläche ist nun grün gefärbt. Die Fläche ist zu den Seiten gerundet und beschreibt eine Pillenform, wie sie im Kontext digitaler Medien auch bei Schaltflächen/Buttons Verbreitung findet.

Barmer Corporate Design – Visual, Quelle: Peter Schmidt Group
Barmer Corporate Design – Visual, Quelle: Peter Schmidt Group
Barmer Corporate Design – Visual, Quelle: Peter Schmidt Group
Barmer Corporate Design – Visual, Quelle: Peter Schmidt Group
Barmer Corporate Design – Visual, Quelle: Peter Schmidt Group
Barmer Corporate Design – Visual, Quelle: Peter Schmidt Group
Barmer Corporate Design – Visual, Quelle: Peter Schmidt GroupBarmer Corporate Design – Visual, Quelle: Peter Schmidt GroupBarmer Corporate Design – Visual, Quelle: Peter Schmidt GroupBarmer Corporate Design – Visual, Quelle: Peter Schmidt GroupBarmer Corporate Design – Visual, Quelle: Peter Schmidt Group

Schon seit März 2025 ist das neue Barmer-Logo in Pillenform markenrechtlich geschützt (siehe DPMA-Eintrag). Was darauf hindeutet, dass der eigentliche Designprozess (das Logo betreffend) schon seit über einem Jahr abgeschlossen ist.

Im Zuge der Umstellung erhält die Barmer nicht nur ein neues Logo, mit der „Barmer Beat“ präsentiert sich die Krankenkasse fortan zudem mit einem neuen Corporate Font (zuvor „Pulsbarmer Sans“). Und auch die Farbwelt wurde neu definiert. Die Primärfarbe Grün wird ergänzt um weitere stark gesättigte Farben wie Violett, Lime, Creme, u.a..

Zeitgleich mit der Umstellung auf die neue visuelle Identität hat Barmer unter dem Motto „Ein Job, der gut tut.“ eine Employer-Branding-Kampagne lanciert. Entsprechende Videos zeigen erstmals das neue Design.

Seit Anfang 2022 wird die Barmer Krankenkasse im Bereich der Markenkommunikation durch die Agenturen Peter Schmidt Group, Kolle Rebbe und Content Fleet unterstützt (siehe Pressemeldung). Die Peter Schmidt Group zeichnet für die Entwicklung des neuen Corporate Designs verantwortlich, einschließlich Logo, Typo, Farbkonzept, Bildsprache und weiterer Brand Assets. Leadagentur der Barmer Krankenkasse ist seit Anfang Oktober 2025 BBDO.

Der Relaunch von barmer.de wurde im Verbund zwischen dem Inhouse-UX-Team bei Barmer, IBM IX und der Peter Schmidt Group realisiert.

Mediengalerie

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 15 Kommentare

    1. Für das Corporate Design einschließlich Typo zeichnet die Peter Schmidt Group verantwortlich. Wie mir Dominik Arenz, Design Director bei der Peter Schmidt Group, auf meine Nachfrage hin mitteilt, ist Sven Fuchs der verantwortliche Schriftgestalter hinter dem neuen Corporate Font „Barmer Beat“. Fuchs hatte bereits bei der Entwicklung des Corporate Designs der Deutschen Bahn („Pulse“) mitgewirkt.

  1. Ich bin etwas hin- und hergerissen.
    Einerseits gefällt mir das neue Design wirklich gut – es wirkt modern, zeitgemäß und jugendlich. Vermutlich entspricht das auch der Richtung, in der sich die Barmer künftig präsentieren möchte.
    Andererseits wirkt es auf mich auch ein wenig „modisch“ und an manchen Stellen etwas generisch. Es erinnert mich teilweise an das Branding günstiger Mobilfunkanbieter, die ebenfalls stark auf eine junge Zielgruppe ausgerichtet sind – vielleicht kommt daher dieser Eindruck.
    Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich die Gestaltung weiterentwickelt.

    1. Stimme dir auch zu. Ich finde auch, dass viele Einzelelemente zusammengewürfelt aussehen, so nach dem Motto: lass uns mal die jüngeren ansprechen, Bau da mal etwas ein… Einerseits konservativ, andererseits hipp – das passt irgendwie nicht für mich.

      Mit gefällt das Pillenlogo eigentlich nur bei der Website, in Kombination mit dem weißen Header – als Verlängerung. Könnte man sicher auch irgendwie als Schalter nutzen.

    2. Haha ich habe auch direkt an Congstar und Co gedacht. Es sieht stellenweise etwas zu jung und hip aus. Ich finde die TK hat da als Vorreiter geschafft, jung und modern besser mit einem seriösen Look zu verbinden. Trotzdem gefällt mir die mutige Farbpalette wirklich gut. Und das einzigartige “B”, dass auch gut alleine stehen kann verdient ebenso ein Lob.

      1. Die TK hat sich für mich mit dem neuen Design eher etwas verbessert, sieht aber an vielen Stellen im Design inkonsistent aus. Vor allen im Digitalen. Da ist die AOK schon anders unterwegs und hat ein sehr gutes Design präsentiert, eher mehr „premium“-orientiert als die TK, auch wenn sie es eigentlich nicht sind. Der Ansatz hier ist interessant. Frischer, moderner, jünger….setzt sich gut von den anderen ab. Die Schrift ist toll, dafür auch von mir ein Lob. Das Logo finde ich eine gute Evolution, und hat etwas leicht „gesundheitliches/medizinisches“, auch mit dem kühleren Grün, was ja bei dem Thema passt. Und mit den Farben wird es wieder ausgeglichen und wärmer. Insgesamt sehr spannend und gefällt mir. Und wenn ich’s richtig verstehe in den Beispielen, werden die Sticker (=Mobilfunk) eher reduziert eingesetzt. Ohne die ist es sehr konsistent und frisch. Die Sticker überladen und durchbrechen etwas stark.

    3. Ich finde das auch. Die vielen positiven Aspekte überwiegen wie Farbpalette, Logo und Schrift. Das Logo ist interessant und eigenständig. Das B ist ein spannendes Detail. Insgesamt also gelungen. Das lila ist für meinen Geschmack mutig gewählt…..wegen Mobilfunk…aber auch ok.

  2. … ja, Mobilfunkanbieter der eher billigen Art kamen mir auch zuerst in den Sinn. Ich bin mir nicht sicher, ob man dadurch wirklich jüngere Bevölkerungsgruppen ansprechen kann, und angesichts der bestehenden Altersstruktur der Mitglieder ist es IMHO nur bedingt der richtige Weg …

    Gut, das alte Grün wirkte ziemlich altbacken, aber der neue Farbton gefällt mir überhaupt nicht. Die Typo mag in den Claims funktionieren, aber die Pille wirkt auf mich einfach unharmonisch.

    1. …MFA der billigen Art…das ist ziemlich böse und hat dieses Design wirklich nicht verdient. Da kenne ich ganz andere Fälle aus dem DT der letzten Monate.

  3. Für ein Unternehmen in einer eher “uncoolen” Branche ist es bestimmt notwendig, sich einen jungen und modernen Anstrich zu geben, um bei den jüngeren Generationen wahrgenommen zu werden. Ich finde das Ergebnis vor diesem Hintergrund auch recht gelungen.

    Allerdings kommt mir bei der Pillenform und dem kühleren, knalligeren Grün eher eine Online-Apotheke in den Sinn. Der bisherige Auftritt war zwar nicht spektakulär, hatte in meiner Wahrnehmung aber zusammen mit dem warmen Grün eine Ausstrahlung von Ruhe und Ausgeglichenheit – vielleicht sogar Natürlichkeit.
    Insofern hat sich meinem Gefühl nach die Aussage von “Gesundheit” zu “Krankheitsbehandlung” verschoben, was ich nicht so ganz optimal finde. (Auch wenn es natürlich der Sache besser gerecht wird.)

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