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Badenova mit neuem Markenauftritt

Badenova Logo, Quelle: Badenova
Badenova Logo, Quelle: Badenova

Der Energieversorger Badenova hat seinen Markenauftritt umfassend erneuert. Mit dem neuen Corporate Design mache das Unternehmen, wie es im Rahmen der Vorstellung heißt, die inhaltliche Transformation, weg vom klassischen Energieversorger, hin zur aktiven Gestalterin der Energie- und Wärmewende in der Region, sichtbar.

Badenova, 2001 durch die Fusion von sechs kommunalen Stadtwerken hervorgegangen, ist ein regionaler Energieversorger in Südbaden, Deutschland. Das Unternehmen versorgt Kunden zwischen Hochrhein und Nordschwarzwald mit Strom, Gas, Wärme und Wasser, mit Fokus auf erneuerbare Energien und Klimaschutz.

Neue Badenova Marke im Einsatz, Quelle: Badenova
Neue Badenova Marke im Einsatz, Quelle: Badenova

Der bisherige Markenauftritt, im Jahr 2008 eingeführt, habe den heutigen digitalen Anforderungen und dem mittlerweile veränderten Selbstverständnis des Unternehmens nicht mehr entsprochen. Auf Basis von Marktforschungsergebnissen, die, bestätigt hätten, das Badenova oftmals vor allem als konservativ und traditionell wahrgenommen werde, wurde die Außendarstellung dahingehend überarbeitet, die für die Marke zentralen Aspekte Innovation, Wandel und Zukunftsgestaltung sichtbar und erlebbar zu machen.

Auszug der Pressemeldung

„Badenova hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert – vom klassischen Versorger zur aktiven Gestalterin der Energie- und Wärmewende“, sagt Hans-Martin Hellebrand, Vorstandsvorsitzender der Badenova. „Mit dem neuen Markenauftritt machen wir diesen Anspruch sichtbar und geben Orientierung in einem sich rasant wandelnden Energiemarkt.“ Grundlage für den neuen Markenauftritt ist das Zielbild von Badenova: „Für eine lebenswerte Zukunft gestalten wir die Energie- und Wärmewende. Mit der Region, für die Region.“

Das Corporate Design umfasst sämtliche visuellen Elemente der Marke, darunter Farben, Typografie, Bildsprache, Logos, Icons, Layouts sowie digitale Anwendungen. Statt TheSans fungiert als Hausschrift nun Lab Grotesque. Ziel ist ein einheitlicher, moderner und wiedererkennbarer Markenauftritt, so das Unternehmen. Der Markenauftritt sei mit Fokus auf Einzigartigkeit, Barrierefreiheit und Digitalisierung entwickelt worden.

Badenova Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Badenova, Bildmontage: dt
Badenova Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Badenova, Bildmontage: dt

Zentrales Element innerhalb des Corporate Designs bildet der geschwungene Anfangsbuchstabe „B“. Die als „Dynamic B“ bezeichnete Bildmarke stehe für Dynamik, Bewegung und Innovationsfähigkeit und verdeutliche den eigenen Anspruch, flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren. Gleichzeitig lasse sich die Form als Anschnitt eines Rohres oder einer Leitung interpretieren und stelle damit einen klaren Bezug zu Energie- und Wärmenetzen her.

Die neue Farbwelt mit einem leuchtenden Blauton („Ocean Blue“) als Primärfarbe und einem Purpur-Rot („Berry“) als Sekundärfarbe verbinde Kontinuität mit einem klaren Aufbruch. Mit Blau, seit langem die Primärfarbe von Badenova, möchte die Marke Sicherheit, Zuverlässigkeit und Vertrauen vermitteln.

Entstanden ist der neue Markenauftritt wie auch die begleitende Launch-Kampagne in Zusammenarbeit mit der Agentur Teufels (Rottweil).

Kommentar

Das bisherige visuelle Erscheinungsbild war, so mein persönlicher Eindruck, neutral, unscheinbar, auch ein Stück weit nichtssagend und ideenlos. Der in der Schriftart TheSans ausschließlich in Minuskeln gesetzten bisherigen Wortmarke im Neunziger-Jahre-Outfit mangelt es, charakteristisch für viele in Brotschriften gesetzten Typologos, an Eigenständigkeit, Wiedererkennung und Originalität. Die Wortmarke mag gut lesbar sein, ihre identitätsstiftende Qualität ist allerdings sehr gering: die in Lettern visualisierte Nüchternheit, könnte man sagen. Verständlich, dass eine Energiemarke dieses Bild in der heutigen dynamischen, hoch-emotionalisierten (Marken)Welt allzu gerne abschütteln möchte.

Ein wenig erinnert mich das Badenova-B von der Gestalt her an jenes B-Signet, welches die Umweltbank seit 2018 verwendet. Gemein ist beiden Zeichen ihr fehlender Stamm und ihre zum durchgehenden Band geformte Struktur. Die Idee ist nicht unähnlich. Ideen, und das ist außerhalb der Kreativbranche mitunter schwer nachzuvollziehen, entstehen in der Welt des Designs zuweilen parallel, unabhängig voneinander (Canton versus Erco). Entscheidend ist, dass in der Umsetzung ein ausreichend eigenständiges Zeichen entsteht, sodass im Zusammenspiel mit allen anderen Brand Assets (Farben, Typo, Raster, Bildsprache, Icons, etc.) ein differenzierendes zudem interessantes Markenprofil entsteht. Das scheint mir im Kontext Energie geglückt zu sein, trotz des im heutigen Markenkosmos häufig verwendeten Ultramarinblau.

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Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Das B gefällt mir grafisch ganz gut, allein die Herleitung überzeugt mich nicht. Flexibilität kann ich da noch erkennen, aber ein halbes Rohrprofil? Ernsthaft?

    Meine erste Assoziation (ohne zu wissen, welche Branche) war ein Badehandtuch :)
    Auch der Name Badenova klingt erstmal nach “Bad Design” (legendärer Laden in Hamburg).

    Was schickes entwerfen, und sich dann irgendeine Ableitung im Nachhinein ausdenken, kommt gar nicht so selten vor (zumindest meine Erfahrung). Manchmal ist die Legende wirklich arg dünn, so wie hier.

    1. Ich musste bei dem B zuallererst an die Mode-Marke Breuninger denken. Die Grundidee ist schon sehr ähnlich.
      Grafisch aber sehr ansprechend und deutlich moderner als das alte Logo.
      Und als Printliebhaber störe ich mich immer stark an den modernen RGB-Blautönen, die im Druck nicht so einfach abzubilden sind.

  2. arg anverwandt mit Breuninger, arg gekünstelt definierte Farbwelt, mehr Badausstatter oder Schwimmbadbetreiber als Energieversorger und doch 100x besser als vorher

  3. Die Dynamik, die TheSans im Logo nicht liefert, gab es ja mal im Bildelement des Logos. Das hatte man in der letzten Überarbeitung gestrichen.

    1. Das ist natürlich ein wichtiger Hinweis, der nachvollziehbar und verständlich macht, weshalb die bisherige Wortmarke, wie von mir beschrieben, arg neutral und nüchtern daherkommt. Eine derart expressive Bildmarke – übrigens mit starker Anlehnung am EXPO-2000-Logo („Impuls“) – bedarf eines gewissen Gegengewichts. Daher die zurückhaltende Typo. Es war sehr halbherzig, muss man sagen, einfach die Bildmarke zu entfernen und die Wortmarke beizubehalten. Der Schritt erfolgte wohl im Zeitraum 2011–2012.

      Insofern herzlichen Dank für Deinen Kommentar Christopher!

  4. Sich so nah an Breuninger zu orientieren, zumal mit einer Niederlassung in der eigenen Stadt, wäre mir als Gestalter peinlich. Zu Recht haben meine Vorkommentatoren die Verbindung zu einem „Bad … was auch immer“ bemängelt. Alleine der bisherige Slogan war Gold wert. Ich lese Mainstream statt Innovation, was letztlich zeigt, dass Energiegeschäft auf der konservativen Seite anzusiedeln ist.

    Schade!

    https://www.e-breuninger.de/de/haeuser/freiburg/

    1. Der Slogan ist goldwert? Kann ich nicht nachvollziehen. Dieses “Tag für Tag” ist komplett austauschbar und kann von fast jedem Unternehmen verwendet werden. “Klopapier. Tag für Tag”. Hinzu kommt, dass eine zuverlässige, täglich konstante Energieversorgung kein Qualitätsmerkmal sein sollte, sondern der absolute Standard eines Energieversorgers. (Es sei denn man lebt in Berlin)

  5. Bin hier zwiegespalten. Erstmal sieht es deutlich besser aus als vorher, was ja schon mehrfach genannt wurde. Und gäbe es “Breuninger” nicht, wäre auch das B optisch echt schön. Dann hab ich mir ungeachtet der Branche überlegt, um was es sich eigentlich handeln könnte… Ohne eine konkrete Idee… Dann: Aha, ein Energieversorger! Der Name ist wirklich fürchterlich gewählt. Für Kunden und Ortsansässige sicherlich längst eingebürgert, aber für Außenstehende extrem merkwürdig. Sieht ein wenig so aus, als wäre damals nur noch die Domain badenova.de frei gewesen; und das, obwohl es um 2001 sicher noch viele gute Alternativen gab… Klingt zwar radikal und wenig wirtschaftlich, aber ich hätte tatsächlich die gesamte Marke mitsamt des Namens erneuert. Hier würde ich selbst einen längeren, dafür unmissverständlichen Namen bevorzugen, etwa “Energie Südbaden” und dazu eine ordentliche Bildmarke.

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