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Aus „Yves Saint Laurent“ wird „Saint Laurent Paris“

Fashion-Blogger wissen es schon längst. Im Juni gab Yves Saint Laurents Chefdesigner Hedi Slimane bekannt, dass das französische Modelabel zukünftig unter der Bezeichnung „Saint Laurent Paris“ auftreten wird. Darüber hinaus verordnete Slimane, der seit März 2012 den Chefposten bei YSL inne hat, der Marke ein Re-Branding. Die ersten Bilder des neuen Markenauftritts, die nun im Netz erschienen sind, sorgen für jede Menge Entrüstung innerhalb der Fashion-Szene.

Designänderungen an einer Modemarke scheinen zuweilen besonders hohe Wellen zu schlagen. Die Verantwortlichen bei Gap können davon ein Lied singen. Für die Modemarke Yves Saint Laurent bedeutet das Re-Branding samt Namensänderung eine Zäsur, in jedweder Hinsicht. Und wie das so ist. Wenn Änderungen an einer heißgeliebten Marke vorgenommen werden, ist mit Gegenwind zu rechnen. Auf der Fanpage von YSL gibt es davon reichlich.

Typographisch könnte der Wechsel kaum dramatischer ausfallen. Von einer schlanken, grazilen und mit Kapitälchen versehenen, eleganten Wortmarke hin zu einem eher schlichten Schriftzug, der in der Helvetica gesetzt ist. „Paris“ wurde wiederum in einer Serifenschriftart gesetzt nämlich in der Copperplate. Das A wurde dabei leicht modifiziert und …

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 36 Kommentare

  1. Außer dass sie etwas abgenutzt ist, kann man gegen Helvetica wohl nicht viel sagen. Auf der Verpackung macht sie sich meiner Meinung nach recht gut und ich mag die NT-Ligatur.

    Schwierig finde ich aber, Helvetica und Copperplate zu kombinieren. Beide sehen sich recht ähnlich (von der Strichstärke und den allgemeinen Proportionen her), haben aber eine sehr unterschiedliche Geometrie. Das irritiert und wirkt nicht gekonnt.

  2. Auch wenn die Individualität leidet, gefällt mir das neue Logo wirklich gut.
    Die Helvetica wirkt hier sehr edel und die NT-Ligatur rundet das ganze ab. Auch die Kombination mit der Copperplate – finde ich – passt ausgesprochen gut.
    Mir gefällt es!

  3. Sieht ein ganzes Stück langweiliger und gewöhnlicher aus. Das passt nicht zu einer Modemarke, die auf Eleganz und Einzigartigkeit beruht. Hätte man den alten Schriftzug nicht überarbeiten können? Der hat nämlich kalligraphische Qualitäten, die man durchaus zeitgemäß interpretieren hätte können. Anstatt schon wieder zur Helvetica zu greifen…

  4. Alles, was an der marke charakter und eigenständigkeit hat, wird also aufgegeben, kaum ist der gute alte Yves unter der erde. Ganz subjektiv scheint ein großteil des flairs bisher aus dem seltenen buchstaben “Y” zu kommen, der jetzt verschwindet. Auch verschwindet eine eigenständige schrift zugunsten einer 08/15-schrift wie Helvetica (die schon in zu vielen textmarken zu sehen ist). Die neue marke ist doch sehr beliebig und austauschbar.

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