Aus MAN Roland wird manroland
Bislang war die MAN Roland Druckmaschinen AG ohne eigenes Logo unterwegs. Am Rande der Drupa, der wichtigsten Messe für drucktechnische Erzeugnisse, präsentierte das an vier Standorten beheimatete Unternehmen eine neue und eigene Identität.

Die Firma tritt damit aus dem Schatten des Corporate Designs der MAN-Gruppe heraus. “We are print” ist auch weiterhin der Markenclaim aber visuell stellt sich das Unternehmen vollkommen neu auf. Petrol ist die neue Primärfarbe, die in der neu gesetzten Wortmarke als Akzent in Erscheinung tritt.

Den MAN-Bogen hat man abgelegt, auch der in Minuskeln gesetzte Firmenname lässt eine ehemalige Zugehörigkeit zur MAN-Gruppe nur noch erahnen. Hier ein Auszug aus der Pressemeldung zum neuen Logo: „Das neue Logo von manroland ist eine Wortmarke mit optischer Betonung des o. Das betonte o symbolisiert Globalität und leitet sich weiterhin von der Form eines Druckzylinders ab. Somit wird manroland auch optisch zu dem, was es ist: der Global Player in Sachen Druck.“

Der Druckmaschinenhersteller setzt fortan auf eine eigene Identität, ohne jedoch alles bisher Bekannte über Bord zu werfen. Zentrales Gestaltungselement ist der, aus dem Druckprozess entnommene vielfarbige Kontrollstreifen. Verantwortlich für die neue Markenführung ist Springer & Jacoby, Hamburg (sj.com). SpiekermannPartners haben das neue Logo entworfen.
- www.man-roland.de
- Neustart einer starken Marke | Pressemeldung
Danke Florian und Thomas für den Hinweis.






hallo erik,
> was mich an diesem logo stört. und es ist eben die abkehr von m-a-n zu manroland.
> wie hier alle nörgeln ohne eine ahnung vom hintergrund zu haben
genau das ist das problem, das die meisten hier haben. kein einziger hat die qualität des logos in frage gestellt, weder optisch noch handwerklich. der bruch befindet sich bereits im neuen namen, der nicht mehr selbsterklärend ist, wie er auszusprechen ist.
aber ich gebe die hoffnung nicht auf, dass bei künftigen umbenennungen auch mal ein entscheider hier nachliest und sich dadurch solche klöpse schon im vorfeld verhindern lassen :-)
@erik:
Wie sollten wir auch eine Ahnung von den Hintergründen haben? Ich – und wohl auch die meisten anderen Kommentatoren – wusste ja noch nicht einmal, dass Ihr Eure Hände im Spiel hattet.
Ich denke, niemand hier zieht Eure Fähigkeiten in Zweifel. Aber das hier vorliegende Ergebnis wirft halt schon ein paar Fragen auf. Eine, die sich mir stellt ist:
Warum nennt ein Unternehmen sich manroland? Das liest sich fies und spricht sich auch schlecht. Spreche ich es nach, hört man eine Mahnung. “Was hat denn der Roland angestellt?” “Er hat sich umbenannt.” “Ach so, verstehe.” Eure Gestaltungslösung unterstreicht dies noch und das hat wohl nicht nur mich gestört – s.o.
Kritik an der Sache ist doch legitim. Weniger legitim ist es allerdings, statt einer ausgewiesenen CD-Agentur eine ausgewiesene Werbeagentur die Arbeit der ersteren machen zu lassen. Das ist irgendwie fahrlässig.
> Ich – und wohl auch die meisten anderen Kommentatoren – wusste ja noch nicht einmal, dass Ihr Eure Hände im Spiel hattet.
Ich hoffe doch sehr, dass die Meisten den zugrundeliegenden Artikel, in dem klar hervorgeht wer für das neue Logo verantwortlich zeichnet, erst lesen bevor sie mit dem Kommentieren beginnen.
Ich finde den Hinweis, daß hier alle nörgeln, ohne Hintergrundwissen zu vorzubringen, etwas vorgegriffen. Das hier ist ja ein öffentlicher Blog und es werden hunderte an Arbeiten imgrunde reflexiv behandelt und kommentiert. Und das ist gut so.
Besonders für Agenturen, die hier sicherlich reinschauen – ist es wichtig uu sehen, wie denn nun ein Design wirklich ankommt und wirkt. Nun gut, es sind fertige bzw. abgesegnete Arbeiten aber dennoch. Es ist lehrreich für jeden hier. Auch für Profis. Wie S&J.
Jeder Mensch empfindet ein Logo, wie dieses hier, anders, und sieht Dinge anders. Es ist spannend für mich zu sehen, wie unterschiedlich und weitreichend diese neuen Assoziationen sind. Und wie sehr sie sich von den wahren Begebenheiten teils krass unterscheiden.
Und daraus ziehe ich mir sicherlich etwas raus.
Zudem finde ich es nicht wirklich passend, und damit meine ich Achim, den hier Kommentierenden eins über „die Rübe zu geben“ nur weil Erik Spiekermann jetzt hier schreibt und sich ein wenig „beschwert“. Es ist wirklich irrelevant wie die Hintergründe sind, denn dieses Logo ist nunmal online, es tut auch bei vielen anderen Reaktionen und Meinungen hervorrufen, nur die wird man hier nicht lesen. Aber existent sind sie sicherlich und deshalb muß man mit so einem Logo leben können. Es ist ja nicht in SpiekermannPartners Hand gelegen. Und wenn S&J (wie auch Grey) aufgrund ihrer schieren Größe immer weniger Designkompetenz nach außen bringen, dann fällt das sicherlich auch auf und die Kunden werden die nötigen Schlüsse ziehen.
Abschließend kann man sagen, daß sich Marktforschungsinsitutute sehr wohl für dieses „Geschwätz ohne Hintergrundwissen“ stark interessieren. Denn es sind ehrliche Meinungen. Unverfälscht. Denn das Problem ist: Sobald man ein Hintergrundwissen über die Entstehung erhält, verfälscht sich ursprüngliche Meinung über ein Produkt bzw. ein Logo.
> Zudem finde ich es nicht wirklich passend, und damit meine ich Achim, den hier Kommentierenden eins über „die Rübe zu geben“ nur weil Erik Spiekermann jetzt hier schreibt und sich ein wenig „beschwert“.
Einen dahin gearteten Zusammenhang zu unterstellen ist wirklich naiv. Hier kriegt keiner von mir “eins über die Rübe”, lieber Fred. Ein “munter-drauf-los-Kommentieren” ohne überhaupt den Artikel gelesen zu haben, kann wohl kaum im Sinne einer ernsthaft geführten Diskussion sein. Wenn ich dies in ganz seltenen Fällen einmal anmerke, darf man mir abnehmen, dass ich solch einen Hinweis unabhängig von Beiträgen der Gestalterprominenz einstelle.
Über den Zusammenhang von “Kommentieren und Hintergrundwissen” hatte ich bereits im Beitrag zum neuen Logo der Oesterreichischen Nationalbank meine Ansicht geäußert.
Achim, es war nicht bös gemeint, deswegen ja die Anführungszeichen. Aber gerade Du müßtest wissen, daß man, wenn „Topstiere“ des Designs, wie hier Erik Spiekermann, ihre Story zum besten geben, und sich – meiner Meinung nach – ungerechtfertigt erregen, KEINEN Kommentar mit subtil erhobenen Zeigefinger hinterherschickt, denn fast niemand hier findet das Logo schlecht, sondern hat ausdrücklich auf die Diskrepanzen hingewiesen. Wer nun bei S&J oder Spiekermann, oder wem auch immer , was verbockt hat … muß man das vorher wissen? Das Endresultat ist nunmal das, was das steht. Und das wird kritisiert.
„Ach lieber Mensch, Ihnen gefällt unser neues Logo nicht? Also, Sie sollten mal gefälligst die Hintergründe lesen, bevor Sie Ihre Meinung äußern.“
Vielleicht ist es besser in Zukunft vor jedem neuen Beitrag die ausführende Agentur um Stellungnahme zu bitten. Dann können wir uns alle eine genehmere Antwort einfallen lassen.
Kleinschreib-Seuche!
Eine recht interessanter Meinungsaustausch. Ich möchte noch den Gesichtspunkt eines “Betroffenen” anfügen:
Seit fast 20 Jahren bin ich bei diesem Unternehmen beschäftigt. Zuerst bei MAN Roland, anschließend wurde zu MAN umfirmiert und seit Mai 2008 heißt die Marke manroland.
Der Grund der Namensänderung wurde weiter oben richtig dargestellt: MAN hat die Druckmaschinensparte im Jahre 2006 ausgegliedert und zu 65% an ACP veräußert, die Nutzung des MAN-Logos war befristet, es musste ein neuer Name gefunden werden. Die drupa als die Schlüsselmesse der Branche war ein gutes Forum, einen neuen Auftritt zu lancieren, denn hier erreicht man das versammelte Fachpublikum der ganzen Welt.
MAN Roland oder MAN wird nur im deutschsprachigen Raum buchstabenweise einzeln ausgesprochen. Überall sonst auf der Welt wurde der Name schon immer “Manroland” , in der englischsprechenden Welt “Mänroländ” ausgesprochen. Der überwiegende Teil der Produktion geht in den Export, insofern war die Namensgebung konsequent. Man hat einfach manifestiert, was sowieso gängige Praxis war.
Bei den Mitarbeitern wurde die Änderung des Namens übrigens ähnlich kontrovers diskutiert wie hier im Forum, wobei hier überwiegend die Kosten der Umstellung betrachtet wurden. Schließlich war der letzte CD-Wechsel zu MAN im silbernen Design gerade mal 4 Jahre her. Der Tag der Umstellung, der 28. Mai 2008, wurde in den Werken besonders zelebriert. Jeder Mitarbeiter erhielt ein kleines Sortiment mit Werbegeschenken im neuen Design. Natürlich hat jeder die Umstellung individuell anders erlebt, vielen hat das neue Design auch auf den ersten Blick nicht zugesagt.
3 Monate nach der Umstellung sind die Anlaufschwierigkeiten aber überwunden, man kann erkennen dass sich die Mitarbeiter mit dem neuen CD identifizieren. Das neue Logo wird von den Mitarbeitern als sachlich und gelungen empfunden. Die Tatsache, daß die Assoziation mit MAN nicht mehr sofort ins Auge fällt, wird eher positiv bewertet, da sich die Mitarbeiter dem früheren Mutterkonzern in München nie richtig zugehörig fühlten. Es wurden unter der MAN-Regie viele für die Mitarbeiter unpopuläre Entscheidungen getroffen, MAN Roland war immer eines der kleinsten Rädchen im MAN-Getriebe. Der Verkauf an ACP und der Neuanfang mit neuem CD wird von den meisten Mitarbeitern eher als Chance verstanden, sich im globalen Wettbewerb neu zu positionieren. Vor diesem Hintergrund darf man die Umstellung des CD als gelungen bezeichnen.