Atalanta Bergamo präsentiert weiterentwickeltes Vereinslogo
Der italienische Fußballverein Atalanta Bergamo präsentiert sich mit veränderter visueller Identität. Das Redesign des Vereinslogos markiert die erste signifikante Änderung seit 33 Jahren. Kern der gestalterischen Überarbeitung ist die Abkehr von dem seit 1993 genutzten ovalförmigen Logo.
Atalanta Bergamo (Atalanta Bergamasca Calcio) ist ein 1907 gegründeter italienischer Fußballverein aus Bergamo (Lombardei). Zu den größten Erfolgen des Clubs zählen der Gewinn des Coppa Italia 1963 sowie der Triumph in der UEFA Europa League 2024. Seit vielen Jahren gehört der Club zu den konstantesten Mannschaften der Serie A. Der Beiname von Atalanta Bergamo ist „La Dea“, zu Deutsch „Die Göttin“. In Anlehnung daran übernahm der Club in den frühen 1960er-Jahren in seinem Vereinslogo die Darstellung einer weiblichen Figur.
In den vom Club vor wenigen Tagen veröffentlichten Statements wird betont, dass der veränderte Markenauftritt die wachsende internationale Positionierung von Atalanta unterstützen solle, ohne die Verbindung zur Stadt Bergamo und zur eigenen Geschichte aufzugeben.
Auszug der Pressemeldung
Die Weiterentwicklung der visuellen Identität ist darauf ausgelegt, Tradition, internationale Wiedererkennbarkeit und Zukunftsorientierung miteinander zu verbinden. Die Aktualisierung ist aus dem Wunsch der Vereinsführung heraus entstanden, die Marktpositionierung der Marke Atalanta zu stärken – bei gleichzeitiger Bewahrung der Werte, die den Verein seit jeher mit der Stadt Bergamo und seinen Fans verbinden. Es war ein gemeinsamer Prozess mit dem Ziel, eine zeitgemäße, reduzierte und dem Anspruch des Clubs entsprechende Identität zu schaffen.

Das vorgestellte neue Signet orientiert sich an dem in den Jahren 1980 bis 1993 verwendeten Vereinslogo. Die Darstellung wurde im Detail allerdings überarbeitet, auch die Silhouette der mythologischen Figur („La Dea“). Statt sechs sind nun fünf Haarsträhnen enthalten – laut Club eine bewusste Hommage an die fünf Vereinsgründer.
Im neuen Emblem sind weder der zuvor integrierte Schriftzug „ATALANTA“ enthalten, noch das Gründungsjahr „1907“. Ab der Saison 2026/2027 soll das neue Signet durchgängig als offizieller Absender zum Einsatz kommen.
Das vergleichsweise simple Signet sei speziell im Hinblick auf eine vielseitige digitale und mediale Anwendung entwickelt worden. Mithilfe des neuen Erscheinungsbildes soll die Verankerung in der regionalen Identität Bergamos und die Bindung zur Fangemeinschaft in einem globalisierten Marktumfeld gestärkt werden. In Umfeld von Social Media fallen die Reaktionen überwiegend positiv aus, was vergleichsweise selten vorkommt.
Verantwortlich für Konzeption und Umsetzung zeichnet das Studio Pernice Comunicazione (Bergamo), das als exklusiver Kommunikationspartner des Clubs fungiert.
Kommentar
Einige Nerazzurri werden jetzt womöglich die Haare raufen. Doch stilistisch und von der Machart her entspricht das Atalanta-Signet mehr dem Logo einer Haarkosmetikmarke, denn dem eines Fußballclubs. Bei Wella dient eine Nixe als Bezugspunkt, bei Atalanta ist es eine Göttin. Der Umstand, dass sich beide Marken in völlig unterschiedlichen Sphären bewegen, ist anhand der Logogestaltung nicht ablesbar.
Weder weist das neue Atalanta-Signet jene für Fußballclubs typische Wappen-ähnliche Gestaltung und Symbolik auf (Schildform, Panier, kleinteiliger Aufbau, Vielfarbigkeit), noch besitzt es eine ausreichend minimalistische Formensprache, die eine abstrakte Gestaltung kennzeichnet. Schwer greifbar ist das Zeichen auch der fehlenden Symmetrie wegen.
Symmetrische Muster und Figuren können oftmals besser erinnert werden als asymmetrische. Die Forschung deutet darauf hin, dass ein hohes Maß an Symmetrie zudem im Allgemeinen mit Harmonie und Attraktivität assoziiert wird; mit der Einschränkung, dass eine perfekte, mathematische Symmetrie im realen Leben oft zu einer Minderung der wahrgenommenen Attraktivität führen kann (Gesichter). Das neue „Zinnen-W“ des VfL Wolfsburg etwa kann, aufgrund des symmetrischen Aufbaus und der schlichten Formensprache, als merkfähiger angesehen werden als das asymmetrische Atalanta-Signet. An die Prägnanz der Juventus-Bildmarke reicht das zur Illustration tendierende Logo von Atalanta schon gar nicht heran.
Die Vereinsfarben Schwarz-Blau werden im italienischen Fußball traditionell vor allem mit Inter Mailand assoziiert – auch in diesem Punkt fehlt es der Marke Atalanta an ausreichender Differenzierungskraft. Als Hausschrift setzt der Club zudem auf die weit verbreitete Barlow.
Es ist natürlich herausfordernd, mit diesem visuellen Profil im internationalen Wettbewerb als eigenständige Fußballmarke wahrgenommen zu werden. Der vergleichsweise große Zuspruch der Fanbase ist in dieser Hinsicht trügerisch (Confirmation Bias). Mit Likes lässt sich die Qualität eines Designs nicht objektiv bemessen. Meines Erachtens goutieren Fans lediglich, zumal aus einer rein subjektiven Haltung heraus, dass sich das visuelle Profil des Clubs nur in geringem Maße verändert. Gerade im Hinblick auf die Wurzeln und das typographische Vermächtnis des Clubs (siehe Atalanta Story) wäre im Design so viel mehr denkbar und möglich gewesen. Eine vertane Chance.
Mediengalerie
- Atalanta Bergamo Brand Design, Quelle: Atalanta Bergamo
- Atalanta Bergamo Brand Design, Quelle: Atalanta Bergamo
- Atalanta Bergamo Brand Design, Quelle: Atalanta Bergamo
- Atalanta Bergamo Brand Design, Quelle: Atalanta Bergamo
- Atalanta Bergamo Brand Design, Quelle: Atalanta Bergamo
- Atalanta Bergamo Brand Design, Quelle: Atalanta Bergamo
- Atalanta Bergamo Brand Design, Quelle: Atalanta Bergamo
- Atalanta Bergamo Brand Design, Quelle: Atalanta Bergamo
- Atalanta Bergamo Brand Design, Quelle: Atalanta Bergamo
- Atalanta Bergamo Logo Evolution, Quelle: Atalanta Bergamo, Bildmontage: dt
- Atalanta Bergamo Logo Visual, Quelle: Atalanta Bergamo
Weiterführende Links

















Jedes Mal, wenn es um das Logo eines Sportvereins geht, muss ich an diesen Verriss denken: https://www.designtagebuch.de/die-fusball-bundesliga-logo-tabelle/
Und auch jetzt fällt mir wieder auf, dass der Kommentar zu diesem Logo nicht den im Jahr 2006 gesetzten Ansprüchen/Anforderungen gerecht wird. Wieso sollte man das Logo eines Sportvereins mit dem einer Haarpflege-Produkte-Marke verwechseln? Wieso solle eine “Sport-spezifische” Gestaltung erforderlich sein? Die Wiedererkennbarkeit ergibt sich bereits aus dem Verwendungszusammenhang. Das Logo von Wella wird nicht auf einem Trikot auf der rechten Brust als Wappen verwendet werden und das Logo von Atalanta wird man (wahrscheinlich) nicht im Drogeriemarkt im Shampoo-Regal sehen.
Der betreffende Beitrag ist 20 Jahre alt, in Worte zwanzig*. Der Beitrag taugt nicht als Referenzpunkt oder Bezugspunkt, lediglich als Beleg dafür, wie lange es das dt schon gibt. Seit 2006 haben sich die Anforderungen an ein Logo, hat sich überdies die Designprofession als solche, grundlegend verändert, nebenbei gesagt auch meine Ansprüche beim Verfassen von Beiträgen. Wenn Du tatsächlich bei jedem Redesign eines Sportvereinlogos, lieber Zypri, diesen Beitrag gedanklich aus dem Archiv kramen musst, werde ich ihn beizeiten löschen. Ganz ehrlich.
Im Artikelkommentar steht an keiner Stelle, es bestehe die Gefahr, man könne beide Logos verwechseln. Verwechslungsgefahr ist gar nicht der Punkt – natürlich besteht keine! Sinn und Bedeutung ergeben sich, wie Du richtig anmerkst, aus dem jeweiligen Kontext und der Anwendung heraus.
Eine sport-spezifische Form ist in diesem Fall nicht zwingend erforderlich. Stimmt. Auch in dieser Hinsicht interpretierst Du meine Kritik falsch. Fehlende Sportspezifik ist es nicht, die ich bemängele, sondern die geringe Eigenständigkeit der Gestaltung, auch fehlende Prägnanz. Kern meiner Kritik ist, und zu meiner Verwunderung gehst Du auf diesen Punkt mit keiner Silbe ein, die meiner Meinung nach fehlende Berücksichtigung des „typographischen Vermächtnisses“. Auf der einstigen Typo mit Artdeco-Anleihen hätte man wunderbar aufsetzen können.
*
„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.“
(Francis Picabia)
Wenn man sich bei Kritik so dunnhäutig zeigen muss, dann scheint ja etwas dran zu sein. Wie alt der ursprüngliche Beitrag ist, ist auch völlig unerheblich. Wenn du Kritik nicht aushalten kannst, lieber Achim, dann lösche sie. Das sagt aber mehr über dich, lieber Achim, aus, als über mich.
Der Wert deiner Kommentar-Sektion geht aus meiner Sicht allerdings gegen null, wenn du das nicht aushalten kannst. Das, was du vor 20 Jahren geäußert hast, musst du dir auch jetzt vorhalten lassen, ja. So funktioniert das mit Meinungen. – Ich bin gespannt, ob dieser Beitrag eine Freischaltung schafft; ich glaube nicht daran.
Nun ist es auch so, dass in dem Artikel steht:
Erkläre mir bitte wie ich das sonst verstehen soll, denn als “Verwechslungsgefahr”? Wenn keine besteht ist der Satz bestenfalls überflüssig im Artikel. Offenkundig war es aber ein Anliegen darauf hinzuweisen und die Parallele zu ziehen.
Dieser Satz, und damit komme ich Deiner Bitte bzw. Aufforderung um Erklärung nach, lieber Zypri, formuliert ein ästhetisches Werturteil. Es wird auf die Ähnlichkeit der Formgebung und die Wirkung der Zeichen eingegangen. Formgebung und Wirkung sind in beiden Fällen nämlich ähnlich. Im Satz wird eine Genre- oder Stilanalogie hergestellt. Es ist dies ein Argument aus der Semiotik/Markentheorie (Kategorienzugehörigkeit von Zeichen), und keine Behauptung, dass Konsumenten Atalanta mit einer konkreten Kosmetikmarke verwechseln könnten. Nicht meine Aussage ist falsch, sondern das, was Du in diese hineininterpretierst.
Würden zwei Fußballclubs, gar in der gleichen Liga, von der Formgebung her sehr ähnliche Zeichen verwenden, könnte eine Verwechslungsgefahr angenommen und attestiert werden. Doch wie ich bereits im vorhergehenden Kommentar schrieb, kann in diesem Fall nicht von einer Verwechslungsgefahr die Rede sein, schließlich bewegen sich beiden Marken in unterschiedlichen Sphären und Branchen.
Mir Dünnhäutigkeit zu unterstellen, ist eine recht schwache Form der Gegenrede / des Widerspruchs. Statt Argumente mit Gegenargumenten zu begegnen, wirst Du persönlich (Ad Hominem). Für die Diskussion sind derlei Ausflüchte keine Bereicherung. Da Dein Kommentar mit der Netiquette konform geht, gibt es jedoch keinen Anlass, diesen nicht freizuschalten.
Ich schätze Deine Kommentare und Wortbeiträge, die Du in der Vergangenheit im dt verfasst hast. Die Diskussion zum eigentlichen Thema bringt es freilich nicht voran, wenn Du mir weiterhin Dinge unterstellst und Aussagen in den Mund legst, die ich nicht getätigt habe.
Eine interessante Parallele aus der Premier League:
https://superstore.afcb.co.uk/afc-bournemouth/AWAY25MNSHIRT
Das Auswärtstrikot des FC Bournemouth ist in den gleichen Farben gehalten, das Wappen zeigt ein ähnliches Motiv. Dieses ist durch die vielen Details weniger prägnant, doch finde ich es stilistisch bemerkenswert: Durch die gradlinige Ausarbeitung betont es stärker die Dynamik des Spiels. Die Bewegung, die im Atalanta-Logo durch das Haar visualisiert wird, wirkt im Vergleich dazu noch organischer.