Aperol Rebranding: neues Design für Flasche und Markenlogo
Die zur italienischen Campari-Gruppe gehörende Likörmarke Aperol hat ein Rebranding vollzogen. Erstmals seit langer Zeit wurde auch das Design und die Form der Flasche selbst modifiziert.
Aperol ist ein italienischer Bitter-Aperitif mit bittersüßem Geschmack aus Bitterorange, Rhabarber und Kräutern (11% Vol.), der vor allem als Aperol Spritz beliebt ist. Die Marke wurde 1919 in Padua von den Brüdern Luigi und Silvio Barbieri erfunden, die das Familienunternehmen ihres Vaters übernahmen. Heute gehört Aperol zur Campari-Gruppe.
Nun wurde der Markenauftritt von Aperol umfassend modifiziert. Markenlogo, Etiketten und auch das Design der Flasche wurden weiter entwickelt und neu interpretiert. Die neue Flaschenform verbinde Moderne mit Tradition und sei entwickelt worden, „um Aperols Präsenz in Bars, auf Terrassen und in den Regalen des Einzelhandels weiter zu stärken“. Das Rebranding diene dazu, so Andrea Neri, Managing Director House of Aperitifs, „das Aperol-Erlebnis zu bereichern und die Position der Marke im Zentrum der modernen Aperitivo-Kultur zu bestätigen.“

Bei grundsätzlich ähnlicher Silhouette erfährt die Flasche einige signifikante Veränderungen. Flaschenhals und der obere Teil des Flaschenkörpers sind nun gewellt. Das gewellte Glas rücke den für die Marke Aperol charakteristischen Orange-Farbton in den Mittelpunkt. Die verfeinerte Silhouette orientiere sich „an der Eleganz der italienischen Architektur und wurde so gestaltet, dass sie sich in den Händen der Konsument:innen besonders anfühlt“, so der offizielle Pressetext.
Das Frontetikett ist etwas kleiner gehalten, um so die bekannte orangene Farbe des Aperitifs für sich sprechen zu lassen. Ein weiterhin auf der Rückseite befindliches Etikett mit einer Aperol-Spritz-Anleitung ist fortan transparent.
Das nunmehr auf der Vorderseite der Flasche geprägte Monogramm der Brüder Barbieri soll die langjährige Tradition der Marke dokumentieren. „Das Symbol ist ein dezentes Zeichen für Herkunft und Handwerkskunst und verweist auf über ein Jahrhundert italienischer Tradition.“
Auch am Markenlogo selbst wurde Hand angelegt. Im Vergleich zum Flaschendesign ist die Überarbeitung des Aperol-Schriftzugs jedoch dezenter Natur.
Aperol-Flaschen im neuen Design sollen ab März 2026 sowohl in der Gastronomie als auch im Einzelhandel verfügbar sein, teilt Campari mit.
Kommentar
Ob Skicross-Goldmedaillengewinnerin Daniela Maier zu ihrer Feier „einige Aperol … Liter“ frei Haus geliefert bekommen hat, ist nicht überliefert. Einige Kartons hätte das Unternehmen Campari für diese überaus werbewirksame Gratis-Promotion springen lassen können, oder einen Werbevertrag. Auch sonst war der Durst auf „so’n kühlen Aperoli“, O-Ton Rodel-Olympiasiegerin Julia Taubitz, offenbar groß im Team Deutschland, wie die deutsche Olympiamannschaft seit 2017 im Mediensprech heißt. Läuft für die Marke Aperol.
Die haarsträubenden handwerklichen Mängel des Monogramms schlagen freilich auf den Magen. Bittersüß, durch und durch.
Mediengalerie
- Aperol Flasche (700 ml) – vorher und nachher, Bildquelle: Campari Group, Bildmontage: dt
- Aperol Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Campari Group, Bildmontage: dt
- Aperol Logo, Quelle: Campari Group
- Aperol New Brand Design Visual, Quelle: Campari Group
- Aperol präsentiert neues Flaschendesign, Quelle: Campari Group
- Aperol Seal/Monogram Siegel/Monogramm, Quelle: Campari Group
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Worin bestehen denn die “haarsträubenden handwerklichen Mängel des Monogramms”? OK, immer wenn es um Wappen geht, geht es ja immer hoch her zwischen der “Wappen-sind-auch-bloß-Logos”-Fraktion und dem “Wappen-sind-Wappen-und-Logos-sind-Logos”-Lager. Und dem Fußball standen die Fratelli-Brüder bekanntlich auch nahe.
In der vergrößerten Ansicht ist sehr leicht zu erkennen, dass Vektorenpfade nicht geschlossen sind, etwa in den umlaufenden Lettern A und N, auch in dem Monogramm selbst. Zudem sind die Überlappungen im Monogramm höchst eigenwillig. Die Grafik wirkt unfertig und hätte so nicht veröffentlicht werden dürfen.
Dazu kommt, dass die Pfade vom A überall nicht geschlossen ist, außer die beiden A’s in “Fondata”. Ergibt keinen Sinn.
Ich verstehe das Gesamtkonzept hinter dem neuen Design nicht. Die Wortmarke hat man eindeutig versucht zu modernisieren, okay – nur schade, dass der R-Schweif das O nicht deutlicher »trägt«. Aber die restliche Gestaltung wirkt auf mich jetzt eher wie der Versuch mehr Retro-Touch zu integrieren. Und irgendwie entsteht dadurch eine seltsame Disharmonie wie ich finde. Die Wortmarke hängt auf dem blauen Etikett-Fond jetzt auch etwas zu weit oben. Leider wenig überzeugend.
Der Schriftzug hat mir vorher besser gefallen, der war im Detail eigenständiger und charmanter, das hätte man beibehalten sollen und verfeinern. Flasche+Etikett gefallen mir eindeutig jetzt besser. Das Monogramm ist echt wild. Also ich hätte ja fast geglaubt die offenen Buchstaben sollen so sein, und fände das sogar schick. Es ist allerdings nicht bei allen gleich – siehe A. Die schlecht ausgewogenen Abstände zwischen den Buchstaben finde ich da schlimmer.
Kleines Detail: Das ® (Registered Trademark) Symbol ist vom P abgeleitet, nicht vom R. Gibt es zur Gestaltung dieses Symbols irgendwelche Vorgaben?
Registered Trademark? Wie ist das zu verstehen, das Symbol sei vom P abgeleitet? Selbstverständlich steht das „R“ für „Registered“.
Und nein, es gibt keine strikten gesetzlichen Formvorschriften hinsichtlich der exakten typografischen Gestaltung des ®-Symbols. Gleiches gilt für das TM-Zeichen. Entscheidend ist, dass das jeweilige Symbol nur dann seine rechtliche Hinweisfunktion erfüllen kann, sofern es von Durchschnittsverbrauchern als Registrierungszeichen identifizierbar ist. Voraussetzung hierfür wiederum ist eine gewisse Mindestgröße und eine einfache Schriftart.
Ich mutmaße mal:
Die Gestaltung des hier verwendeten Registered Trademark Symbols basiere auf dem “P” des Aperol Schriftzuges.
AnDesign hat in diesem Zuge vermutlich hinterfragen wollen, ob es rechtliche Vorgaben zur Schriftart des (R) gebe, da es sonst häufig weitaus “generischer” aussieht oder bei Logos häufig aus einer klassischen Satzschrift entnommen wird.
Mir geht es um die Formgebung des kleinen „R“ im ® Zeichen. Diese sieht ähnlich aus, wie der Buchstabe “P” aus dem Logo, nicht wie der Buchstabe “R” aus dem Logo. Es wurde lediglich ein Abstrich hinzugefügt und ein schmalerer Schnitt der Schriftart genommen.
Interessanterweise wirkt das neue Design auf mich schwerer. Statt leichter Aperitivo eher klebriger Likör.
Gleichzeitig moderner und altbackener, traditioneller, aber auch verstaubter. Weniger Etikett = mehr Transparenz = mehr Leichtigkeit.. das wird aber wie Eingangs erwähnt wieder ausgehebelt, durch den Verzicht auf Weiß und Grün, durch das statischere und schwerere Logo.
Insgesamt okay.. kein schlechtes Design, aber ich hab das Gefühl da wär noch etwas mehr drin gewesen. Sowohl im Signet, als auch im Logo, als auch im Etikett an sich.
Beim neuen Design sehe ich zwar eine Veränderung, aber ehrlich gesagt keine wirkliche Verbesserung. Der alte Grünton war sicherlich diskutabel, doch das jetzige Ocker- bzw. Gold wirkt auf mich eher schwer und ein wenig altbacken. Genau darin liegt ja die Gefahr beim Retrostil: Wenn er nicht sehr fein austariert ist, kippt er schnell ins negative…
Der Erfolg des Aperol Spritz wird dadurch meiner Meinung nach ohnehin kaum beeinflusst. Das Getränk ist längst ein kulturelles Ritual geworden, bestellt wird der Drink, nicht die Flasche. Insofern spielt das Flaschendesign nur eine Nebenrolle.
Gerade deshalb sehe ich solche Redesigns immer auch mit einem betriebswirtschaftlichen Blick: Wenn eine Marke ohnehin wächst, besteht leicht die Gefahr, dass der Erfolg später dem neuen Design zugeschrieben wird. Tatsächlich dürfte der Boom des Aperol Spritz eher mit Lifestyle, Gastronomie und Social Media zu tun haben als mit einer überarbeiteten Flasche.
Ein großes Unternehmen wie die Campari Group kann sich solche Maßnahmen natürlich leisten. Aber der kleine BWLer in mir fragt sich trotzdem, ob das Budget nicht an anderer Stelle wirkungsvoller eingesetzt gewesen wäre.