29 Kommentare zu “Alles anders auf Stuttgart.de

  1. Ich finde den Ansatz der Seite sehr interessant! Barrierefreiheit und Minimalismus zur besseren Übersicht ist ja eigentlich eine lobenswerte Richtung.
    Doch leider erinnert die Ausführung an Bürokratie und Formalismus statt Lebensfreude und Indentifizierung mit Stuttgart.
    Man kann ja barrierefrei sein ohne den normalen Nutzer gleich so zu langweilen. Die Farben sind sehr faarblos und trist und große Teaserbilder sind mittlerweile sehr verbreitet und haben sich als richtig erwiesen.
    Schade, aber ein anschauliches Beispiel, wie Barrierefreiheit nicht funktioniert.

  2. Die Seite macht auf mich den Eindruck, daß sie aus dem Standard-Template eines Open-Source-CMS entstanden ist.

    Ich vermisse einfachste Usability-Grundlagen wie z.B. daß man möglichst auf einen Blick erkennen können sollte, was ein Textlink ist. Hier wird das Ganze zum Ratespiel “Finde den Link”. Das trägt zur Verwirrung des Seitenbesuchers nur noch mehr bei.

    Auch das angesprochene Fehlen der Emotionen durch Bilder fehlt mir. Klar, ist ein Hausbauantrag eine staubtrockene Sache aber zumindest im Internet wirkt es vertrauenserweckend, wenn man auf der Informationsseite dazu eine “glückliche junge Familie im neugebauten Haus” zu sehen bekommt.

    Alles in allem ist die Seite weder ein besonderer Hingucker noch eine Seite, die man sich bookmarken müßte. Hilfreich ist sie – aber auch nur, wenn man erfahrener Internet-Nutzer ist. Ob sich zum Beispiel Sehbehinderte darauf zurechtfinden, darf angezweifelt werden.

  3. Soviel zum Thema “Barrierefreiheit”: das Auf- und Zuklappen der Navigationsbäume funktioniert nicht, sobald man Cookies deaktiviert. Der Besucher wird nicht einmal darauf hingewiesen. Spricht nicht gerade für die Qualitätskontrolle…

  4. Naja, wer hat den heutzutage noch Cookies deaktiviert? Wenigstens funktionierts auch ohne Javascript einwandfrei, auch wenns dann bei jedem Klick kurz laden muss.

  5. Barrierearm ist ja ok, aber wo ist bei diesem Design der Anreiz vorhanden, mehr sehen oder lesen zu wollen? Er ist schlicht und ergreifend nicht vorhanden, weil die Seite meiner Meinung nach langweilig wirkt und damit mal wieder das Argument überhaupt für barrierearme Webseiten liefert – Langeweile und das Fehlen jeglicher Raffinesse bezüglich des Designs. Die technische Umsetzung ist zugegebenermaßen wirklich gut.

  6. Ich frage mich woher der Irrglaube kommt, dass eine barrierefreie Seite schlicht und langweilig aussehen muss.

    Es können alle Farben der Welt eingesetzt werden, es muss nur ein ausreichender Kontrast zwischen Vordergrundfarbe / Hintergrundfarbe vorhanden sein.

    Auch sind Teaserbilder ohne weitere erlaubt, es empfiehlt sich nur bei diese auf ein “alt”-Tag zu verzichten.

  7. Weiowei .. ich hab mich jetzt ne Zeit lang durch die Seiten geklickt, kam dann zu einer Seite und wollte von dort aus wieder auf die Startseite, habe mich gewundert warum ich den Schriftzug und das Pferd nicht anklicken kann bis ich festgestellt habe das IST die Startseite ..

    Die Seite ist nicht nur barrierfrei sondern auch designfrei.

  8. Schade, eine verpasste Chance.
    Das Konzept ignoriert auch völlig, dass es unterschiedliche Nutzertypen gibt: Navigationsnutzer und Contentnutzer, Navigationsignoranten und Contentignoranten …

    Immer wieder hübsch – auch nach vielen Jahren – ist: http://www.amsterdam.nl/

  9. Behördenwebseiten sind generell in Mehrheit meist langweilig gestaltet und werden sehr oft mit dem Schlagwort “barrierefrei” der Öffentlichkeit vorgestellt. Das ist völlig kontraproduktiv und eine blosse Pflichterfüllung, nicht mehr und nicht weniger. Diese Vorgangsweise oder dieses Qualitätsbewusstsein schadet ungemein.

    Es sollte meiner Meinung nach im öffentlichen Bereich, wo Steuergelder eingesetzt werden, nicht mehr mit “Barrierefreiheit” als alleinstehendes Argument in der PR verwendet werdet, eher selbstverständlich mit einem beiläufigen Hinweis, aber nicht mehr als Hauptargument in der Promotion.

    Stuttgart.de ist mit Checklistencharakter umgesetzt und lieblos gestaltet worden. Völlig unnötig! Das Design an sich ist genauso wichtig für die Barrierefreiheit, nämlich im holistischen und kontextbezogenen Verständnis. Richtig verstanden, bringt es selbst der Werbe- und Designbranche Erkenntnisse, die ihr Gestaltungsspektrum enorm erweitern kann.

    Es liegt unter anderem auch darin, dass eben das Wort “barrierefrei” im ersten Eindruck als komplex und schwierig wahrgenommen wird (leider hat sich der Begriff schon eingebürgert im deutschen Sprachraum – im englischen sagt man “accessible” – also zugänglich). Es schreckt eher ab, als dass man hier einen kreativen Spielraum empfindet. Durch diese Tatsache setzen sich viele nicht näher damit auseinander.

    Durch diesen Umstand soll sich ein Entscheidungsträger, Designer oder Entwickler nicht beirren lassen. Wer glaubt, dass Barrierefreiheit nur mit Menschen mit Behinderung als User betrifft, der läuft schon in Gefahr, es “Barrierefreiheit” völlig mißzuverstehen. Barrierefreiheit als Grund für Schwächen im Design ist nichts als eine Ausrede für fehlende Kompetenz und Verständnis. Barrierefreiheit und gutes Design ist längst kein Widerspruch mehr!

    Und die Designschulen mögen endlich beginnen, darüber umfassend zu vermitteln!

  10. Allein der Verlauf oben im Header lässt mich sofort schreiend davonlaufen. Das ist doch kein Design. Ich mag aber die Zielgruppengerechte Navigation. Leider wurde die Seite nicht pink, als ich “Frauen” anklickte :D

  11. Die Navigation ist aus meiner Sicht vorallem aus einem Grund problematisch: Es gibt keine Möglichkeit, von einem Artikel direkt zum Nachbarartikel zu gelangen. Das funktioniert nur durch Rückkehr zum Seitenbaum und Wiederfinden der Position in der mitunter sehr langen Liste. Sehr mühsam.

    Abgesehen von den Zielgruppen-Übersichten erinnert der Auftritt eher an ein Intranet. Da würde der reduzierte Look und die technische, aber flexibel skalierbare Navigation gut hinpassen.

    Übrigens: Braunschweig hat am Anfang der Woche ebenfalls relauncht (http://www.braunschweig.de).

    Im Gegensatz zur Stuttgarter Lösung ist die Navigation dort eher klassisch gelöst (Rubriken oben, Themen links, alternative Zugänge rechts, Stöber-Teaser im Content), was ich für ein städtisches Angebot dieser Größenordnung für angemessener halte.

  12. Ich würde gerne die Begriffe »Barrierefreiheit« und »Benutzerfreundlichkeit« etwas ausweiten. JS hat Recht. So, wie der Ausdruck heute verwendet wird, ist es eigentlich eher ein Armutszeugnis, ihn als Hauptargument für ein Design zu verwenden. Barrierelosigkeit, oder zumindest -armut, sollte als selbstverständlich angesehen werden – insbesondere bei einem Redesign »from scratch« (Ich weiß nicht, inwieweit das hier zutrifft).

    Aber ist es nicht auch nutzerfeindlich, wenn man nur trockenes Armeefutter bietet, anstatt dem Besucher Anreize zum bereits erwähnten Stöbern zu servieren?

    Barrieren à la Kontrastlosigkeit sind Widerstände. Screendesign, das Spaß macht und etwas bietet, ist Potenzialdifferenz. Wenn beide Faktoren stimmen fließt der Strom. Barrierefrei bedeutet deshalb nicht die Abstinenz von Eye-Candy; im Gegenteil.

    Natürlich gibt es Websites, die dem Nutzer ausschließlich dazu dienen, eine gewisse Information zu bekommen. Für solche Sites wäre das Stuttgarter Design genau richtig. Aber viele Besucher gehen (höchstwahrscheinlich) ohne genaues Ziel auf die Startseite. Puh, da sieht man ein paar viel zu kleine Bildchen und eine mühsam zu scannende Navigation, die sich auch noch aus scheinbar zwanghaft verheirateten Begriffen zusammensetzt. Auf den Unterseiten wird es auch nicht besser …

    Die Bilder auf die gesamte Content-Breite zu vergrößern wäre da schon ein guter Schritt, zumal die Bilddateien ohnehin schon in voller Größe geladen sind, wodurch das Argument mit der Geschwindigkeit auch vernichtet wäre.

    Abgesehen von all’ diesen Punkten halte ich das Design für handwerklich gelungen. Einzig das Logo oben rechts kommt mir etwas körnig vor.

  13. @Patrick: [Naja, wer hat den heutzutage noch Cookies deaktiviert?] Ich zum Beispiel. ;-) Das Problem sehe ich ja auch weniger darin, dass die Navigation ohne Cookies nicht funktioniert, sondern dass sie *kommentarlos* und ohne weiteren Hinweis nicht funktioniert. Das hätte man m.E. eleganter lösen können.

  14. Hm, bei mir funktioniert gar nichts –„Menu NI nicht gefunden!“, „Menu HF nicht gefunden!
    Mehr zum Thema kontextmenu_3 kontextmenu_9 kontextmenu_dept“

    naja nicht so prickelnd

  15. Design:
    Es wurde ja schon einiges angemerkt zum “Nicht-Design” der neuen stuttgart.de. Viele Kleinstädte bekommen da schönere Sachen hin, siehe beispielsweise http://www.internetdorf.de. Bei dem Budget der Landeshauptstadt hätte man sicherlich “aufregenderes” erwarten dürfen.

    Was noch nicht erwähnt wurde: Wenn ich mein Browserfenster auf 1024 x 768 einstell, bekomm ich einen sogar recht langen horizontalen Scrollbalken. Ich denke, 1024 sollte als Minimalmaß doch immer noch berücksichtigt werden, oder wie seht Ihr das?

    Code:
    Ich weiß zwar, dass es hier beim dt eher um das Design geht und weniger um “wohlgeformten” Code, aber ich hab mir den Code mal angeschaut (reine Neugierde) und seh da Unmengen an CSS-Angaben und noch viel längere JS-Anweisungen. Hätte man das nicht auch in externe Dateien schreiben können?

  16. Einfach unschön die neue Seite. Headlines sehen aus wie in strong-tags gepackter Fließtext. Keine klaren Achsen in der Seite. Und alles in allem wirkt es sehr kalt und leer. Ich finde gar nichts schönes was ich erwähnen könnte. Vielleicht die Umsetzung aber OK, das ist nicht das was der User sieht. Mir stellt sich immer die Frage, wer solche Sachen “ALS OK” abwinkt und es somit zur Umsetzung kommt. Das muss einem doch selber auffallen, dass dies nicht wirklich ansprechend aussieht.

  17. Quote: “Und wenn man schon löblicherweise Nutzer direkt ansprechen möchte, dann sollte man auch Ihre Sprache sprechen. Glaubt denn jemand Kinder oder Migranten fühlen sich mit: “Stuttgart für… Zielgruppe wählen” angesprochen?”

    Ich glaube, dass die Seite für jemanden, der etwas ganz konkretes sucht, durchaus nach kurzer Orientierung bedienbar und übersichtlich ist. Sie ist eben nicht schön, sondern informativ.

    Das “Dropdown-Konzept” der Zielgruppenansprache ist schön gedacht, nur inkonsequent umgesetzt. Verschiedene Eingangsportale, die wirklich zielgruppengerecht sind (Gäste und Besucher -> emotional, “Stuttgart entdecken”; Kinder -> “verspielt” FÜR Kinder), wären konsequenter gewesen und hätten für mich einige der hier schon genannten Negativpunkte wieder ausgeglichen.

    Nicht zuletzt fehlen einfach auch ein paar knackiger Überschriften und persönliche Ansprachen, anstatt einfach nur “Kinder” oder “Migranten”.

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