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„360° Brand Experience“ – Die neue Hausschrift von Volkswagen

Volkswagen führt derzeit eine neue Hausschrift ein. Gleichwohl ein evolutionärer Schritt, wird der Umstellungsprozess aufgrund der Vielzahl an analogen und digitalen Anwendungen viele Monate in Anspruch nehmen. Der Aufwand lohnt, davon sind die Markenverantwortlichen bei Volkswagen jedenfalls überzeugt, sorgt das neue Schriftenkonzept doch für eine „360° Brand Experience“, wie es in der gestern veröffentlichten Pressemeldung im besten Marketing-Sprech heißt. Im Design Tagebuch wird die neue Schrift mit exklusivem Bildmaterial vorgestellt.

Erstmals wird die Marke Volkswagen damit eine Schrift nutzen, die sowohl in der Kommunikation wie auch im Umfeld der Fahrzeuge zum Einsatz kommt. Vor dem Hintergrund globalen und digitalen Fortschritts stehe Volkswagen vor immer neuen Herausforderungen. „Mit der verstärkt digitalen Gestaltung des Cockpits werden markenprägende Elemente wie Schrift zunehmend im Fahrzeug integriert. Durch die Umstellung auf die neuen Markenschriften begegnet Volkswagen diesen Veränderungen“, so das Unternehmen. Ab sofort ersetzen Volkswagen Head und Volkswagen Text die bisherigen Markenschriften VW Headline OT und VW Utopia. „Eine konsistente Markenführung über alle Touchpoints der Welt hinweg ist unser zentrales Ziel, um die Marke Volkswagen weiter zu verankern”, erklärt Xavier Chardon, Leiter Marketing, Marke Volkswagen Pkw.

Die neue Markenschrift entstand in Zusammenarbeit mit der Berliner Markenagentur MetaDesign, die seit 1997 die Marke Volkswagen betreut.

Eine der ersten digit…

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 42 Kommentare

  1. Die Argumentation ist gut, die Anwendungsbereiche ambitioniert. Eine Schrift für alles wagt nicht mal Apple.

    Ich sehe die Meta in einer blockigen Variante. Raubeinig und modisch. Viele Möglichkeiten aus der Schriftgestaltung kombiniert. Und irgendwie Tahoma.

    Passt zum Volkswagen-Design besser als die gut aussehende Futura.

    1. Was heißt denn „nicht mal Apple”? Es brauchte neun Versionsnummern, eh man sich dazu durchringen konnte, das iOS mit einem eigenen Corporate Font auszustatten, der San Francisco Text. Apple als Maßstab in Sachen Typographie auszurufen … das war einmal! Die Harmonisierung von iOS und Mac OS hat gerade erst begonnen. Im Produktdesign ist Apple führend, die Werbung ist nach wie vor stilprägend, in Sachen Interface-Design reitet Apple allerdings die Welle, die andere losgetreten haben. Ohne Google und Microsoft hätte das Mac’sche Adressbuch wohl heute noch einen Ledereinband (Neue App-Symbole in Mac OS X Yosemite).

      1. Die „San Francisco“ erinnert doch recht stark an Googles „Roboto“ oder dem „DIN“/„Helvetica“ Hybriden „Akkurat“ und ist bisher nur im iOS für die Apple Watch zu sehen; ob diese zukünftig nun auch in anderen Bereichen eingesetzt wird, werden wir sehen.

        Ob die neue VW Schrift nun die Marke Volkswagen stärken wird oder doch beliebig macht, wird nur die Prüfung durch die Zeit zeigen. Ich bin aber nicht der Meinung, das VW hier unbedingt neue Wege gehen muss. Gerade Volkswagen hat durch eine Kontinuität in der visuellen Sprache Zeichen gesetzt; Beispielhaft ist da nur Daimler mit der „Corporate“. Auch das sich entwickelnde Produktdesign ist kein Argument, das hat sich über die Zeit hinweg immer verändert. Nur die Schrift hat irgendwann die Rundungen verloren, was ein evolutionär wichtiger und richtiger Schritt war.

        Aber die Futura hat der Marke etwas gegeben, das die neue nicht vermag, da deren Figuren teils zu beliebig, teils wie „schon mal gesehen“ wirken. Sicher, Toyota ist weicher. Sicher Ford ist breiter, aber das wird kein Kunde erkennen können. Das grafische Konzept muss hier sehr viel leisten. Aber ich glaube, das hier die Futura noch viel potential birgt, auch wenn die Schrift fast 90 Jahre alt ist.

  2. Erster Gedanke: “Häh? Hat da jemand Marke und Schrift verwechselt? Das ist doch Fords Antenna!? Auf den ersten, unbedarften Blick jedenfalls.”
    Nach unten gescrollt, um genau dies kommentieren zu wollen, fielen mir die vier Buchstaben in den bisherigen Kommentaren schon ins Auge: F-O-R-D. Ich bin also nicht alleine…

    Sicher: da hat jemand ganze Arbeit geleistet, das Gesamtbild ist rund und stimmig. Überzeugend, klar, ruhig und dynamisch-technikaffin zugleich. Nur… für wen? Doch nicht für VW?! Ford hat die Antenna längst etabliert. Toyota hat insofern genügend Abstand zur Antenna, dass mir eine übergroße Ähnlichkeit bis dato nicht ins Auge sprang. Aber VW manövriert sich hiermit in die Beliebigkeit.

    Das mag man bewerten, wie man möchte, doch für mich paßt das durchaus zu VW. Mir suggerierte die Marke mit ihren Produkten ohnehin seit je her designerische Langeweile, Übervorsichtigkeit, Beliebigkeit, Lieblosigkeit, Industrialität. Aus dieser Sicht wäre diese neue Hausschrift für Vauweh durchaus äußerst gelungen. Aber ob sie sich damit einen Gefallen tun? Bei VW zumindest feelt man nun endgültig keinen Difference mehr. ;)

  3. Es tut mir leid, aber ich finde es nicht gelungen. Es ist schlichtweg langweilig und es fehlt eine Strenge in der optischen Erscheinung. Manchmal erinnert mich die Schriftart an Facebook. Schade eigentlich. Aber vielleicht ist die Schrift eine Vorbote aller Dinge bei VW?

  4. Ich hätte es besser gefunden, wenn Sie zur originalen Futura zurückgewechselt hätten.
    Das hätte was und wäre einzigartig. Das Futuramäßige ist für mich schon sowieso immer typisch VW gewesen. Die neue Schrift ist O.K. Nichts besonderes. Sie funktioniert gut. Aber sie fällt nicht mehr auf.

  5. Die Futura war Volkswagen. Eine sehr zeitlose Schrift. Die neue Schrift ist das nicht, Sie steht für den aktuellen Zeitgeist von Facebook & Co. Dass einige hier die neue Schrift sogleich bejubeln ist ein weiteres Anzeichen für Ihre sehr starke Orientierung am aktuellen Zeitgeist.

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