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Was verdient man als Designer?

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Gehalt Designer

… mit dieser Frage hat sich nicht nur im Februar 2010 der BDG beschäftigt und eine Blitzumfrage durchgeführt, deren Ergebnis man mit „sexy und arm“ zusammenfassen kann, sondern aktuell auch Prof. Robert Paulmann vom corporate identity institut. Wie steht es um das Gehalt von Jungdesignern?

In einem PDF, das auf der Site des Instituts zum Download bereit steht, werden die Chancen und Möglichkeiten der Absolventen von Gestaltungshochschulen in Deutschland beschrieben. 70 Agenturen haben sich im Rahmen einer Kurzumfrage die Mühe gemacht und die Fragen, auch hinsichtlich des Gehalts eines Designers bzw. eines Design-Praktikanten, beantwortet. Hier ein Kurzresume: Das höchste Anfangsgehalt bekommt man mit 2.500 € brutto in Freiburg und Stuttgart. Am wenigsten verdient man mit 1.850 € in Bremen.

36 Kommentare

  1. Markus,
    zur Idee der “falschen” Kunden:
    Du bist schon recht nahe dran.

    Falsche Kunden sind die, die nicht agenturfähig sind.

    “Nicht agenturfähig” heißt:

    Dieser Kundenkreis hat wenig Ahnung, was dein Gewerk Design überhaupt ausmacht. Sie denken, es ist doch so ähnlich wie beim Automechaniker, welcher fertige Dinge prüft, repariert und austauscht. Diese Kundschaft hat ergo keine Ahnung, welche Einzelanfertigungs-Leistung bei Design dahintersteckt. Sie schätzen z. B. prozessualen Aufwand und den nötigen Kommunikationsaufwand nicht und wollen schwupps Ergebnisse wie Bonbons ausgeschüttet und mindestens zur Großauswahl. Sie sind eigentlich keine Auftraggeber, sie sind bei dir Konsumenten und verhalten sich wie Konsumenten. Und dann können sie sich trotzdem nicht entscheiden. Sie machen dich wahnsinnig.

    Falsche Kunden, das sind alle Otto Normalverbrauchers und Lieschen Müllers, die irgendwann einen Verein oder eine kleine Ich-AG-Bude gründeten (besonders schlimm für Designer: ehemalige Ingenieure, gefolgt von ehemaligen Pressereferentinnnen) und mit ihrem geringen aber technophilen oder Presseblabla-Wissen über Design halt mal ein Logo oder einen Flyer geschraubt kriegen wollen. Falsche Kunden, das sind Kleinunternehmer, die ähnlich ticken wie das angestellte Lieschen Müller und dieser Otto.

    90% von denen muss man als Designer heutzutage alle ziehen lassen. Meiden! Denn sie haben von drei möglichen Nachteilen alle drei Nachteile, 3/3:

    1.
    Sie sind hoch aufwändig in der Beratung.

    2.
    Werfen ständig bewusst oder unbewusst Steine in den Prozess deiner Arbeit, obwohl du gründlich beraten hast. Und du fängst wieder von vorne an, sie korrumpieren also deine Fachlichkeit, untergraben dein Selbstvertrauen – und:

    3.
    Werfen unterm Strich keinen Gewinn ab, sondern du fährst mit ihnen wegen des erhöhten Zeitaufwands und der geringen Bereitschaft, den nötigen Preis zu zahlen, nur Verluste ein.

    Das klingt alles ein wenig hart und unfreundlich, doch wer ehrlich ist als Designer und sich nicht in die Tasche lügt, weiß, dass es genau die sind, die immer Schwierigkeiten machen und eben gleichzeitig, weil sie so sind wie sie sind, deinen Stundensatz aushöhlen. Wenn sie überhaupt am Anfang bereit waren, ihn zumindest theoretisch zu zahlen. Meist drücken sie ihn eh vor Beginn der Arbeiten schon auf dem Vertragspapier auf weit unter 78,00 EUR, und er ist nochmals betriebswirtschaftlich unsichtbar gedrückt, weil der garantiert zunehmende Aufwand im Lauf des Prozesses in keiner Relation mehr zum ursprünglich vereinbarten Stundensatz steht.

    Die Lösung:
    Einen anderen Kundenkreis suchen. Ist leichter gesagt als getan.

    Denn wer als Designbüro mit 2-3 oder 2-5 Mann zu klein ist, um die Dinge von größeren Auftraggebern zu stemmen, wird diese Auftraggeber auch einfach nicht kriegen. Er kann noch so kreativ oder gut sein (Irrglaube an das eigene Genie): hilft nicht.

    Also vergrößern, viel Gedöns machen, viel Angestellte um sich scharen. Das Risiko zu scheitern: Wer das alles auf Bankkrediten aufbaut (wenn er überhaupt für Designgründung welche bekommt …) , kann in einer einzigen Flautephase sein ganzes Geschäft verlieren. Ich kenne eine Menge Agenturen, die in richtig guten Jahren grade mal so schwarze Zahlen schreiben und jetzt zittern. Vermutlich ist auch deren Kundschaft einen Tick zu klein, einen Tick zu agenturunfähig und man hat dort ebenfalls unterm Strich mittleren bis hohen Aufwand pro Kunde.

    Die richtig großen und agenturfähigen Kunden, die besser passen könnten und von richtigen Profis (und nicht von semi-agenturunfähigen selbsternannten Marketingleitern, die meist aus Journaille oder PR kommen … ) auf Kundenseite gesteuert werden, vermehren sich aber nicht so einfach wie Stecklinge. Die Zahl bleibt recht konstant und ist längst von wenigen Agenturen betreut. Wer da reinkommen will, muss entweder viel Vitamin B haben, mit dem Jugendwahn des Genius “genialer Junghamster” protzen oder Mafioso-Qualitäten haben :-). Oder mit Niedrigpreisen arbeiten. Oder gar mit Mords-Pressegedöns verschenken, wie es neulich eine Wuppertaler Agentur versuchte.

    Was erneut die Preisdiskussion anheizt und die nach-unten-Spirale verstärkt.

    Jede Honorar-Diskussion in der Designerschaft sollte diese – zugegebenermaßen zugespitzte Analyse 1.-3. – bedenken.

    Auch die Freelancer, die für Agenturen arbeiten sind bei 1.-3. betroffen.
    Denn sie haben, wenn sie zu niedrig bezahlt werden, mit ziemlicher Sicherheit als Kunde Agenturen, welche wiederum aus obigen Gründen kaum lukrative Kunden haben.

    Und jetzt kommt der absolute unsympathische Hammer: Die wenigen Designagenturen, die nach dieser Regel 1.-3. in der Blüte stehen müssten von ihrer nobleren, lukrativeren Kundschaft her, bezahlen dem Freelancer oder ihrem Angestellten auch nicht immer das, was ihnen zustehen müsste. Denn auch die noble Auftraggeberschaft hat die Preisschraube schon seit längerem entdeckt. Oder der Geschäftsführer der Agentur will halt seine 20.000,00 EUR im Monat für sich, weswegen soll er sich sonst schinden, er ist Cheffe.

    Es kann also die AGD ständig wiederholen, 78,00 EUR in der Stunde sinds, es wird trotzdem bei den wenigsten verwirklicht werden können.

  2. Kunden, die erhöhten Aufwand verursachen oder so wenig wie möglich bezahlen wollen, sind keine spezielle Herausforderung für Designer, sondern in jedem Geschäft anzutreffen. Man kann leider nicht nur angenehme stressfreie Kunden haben. Zumindest kenne ich niemanden, der es sich erlauben kann komplett auf sie zu verzichten, weil ständig genügend andere Kunden nur darauf warten bedient zu werden.
    Wo es viele Anbieter am Markt gibt, kann eben immer was am Preis gemacht werden.

  3. Für die Erhaltung (nicht “den Erhalt”) der KSK:

    https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_06/_10/Petition_43188.html

    “Die Künstlersozialkasse (KSK) ist in ihrer Existenz gefährdet, da immer weniger Unternehmen und Einrichtungen ihrer Abgabeverpflichtung nachkommen.”

    Achim, bitte entfernen, wenn es dir nicht Recht ist.
    Eigentlich bin ich der Meinung, das man sogar einen extra Artikel aus diesem Thema machen, bzw. diese Petition forcieren istgleich bekannter machen könnte. Wäre schön.

    @ Wolfgang

    Natürlich gibt es das bei Architektur und anderen Gewerken auch. Da gebe ich dir Recht.

    Ich bitte zu bedenken, dass im Unterschied zu anderen Gewerks-Anbietern der Grafiker da Recht gerne dem Trugschluss aufsitzt, er müsse dann einfach nur noch besser, kreativer und selbstbewusster werden, dann würde das schon werden und der nicht-agenturfähige Kunde würde dann schon einsehen. Es wird nicht. Und er wird nicht. Und seine Verbände sitzen gerne dem Zirkelschluss auf, die Grafiker müssten nur schön brav die 78,00 EUR verlangen und schwupps hätte die Branche kein Problem mehr.
    Das war und ist mein Anliegen.

    Vor derlei Monokausalität und Mythen, Fehlannahmen (“Man müssen solche Kunden nur noch besser beraten”), die im Grafikergewerbe überproportional beliebt sind, möchte ich halt warnen. Man muss diese mythenversehene Branche umfänglich besser verstehen lernen, wenn man wissen will, warum Einiges betriebswirtschaftlich verdammt schief läuft.

    Es ist besser, man geht als Grafiker da illusionsloser ran: Was die Verdienstmöglichkeiten betrifft und was die doch sehr raren und volatilen Bereitschaften der Auftraggeberschaft betrifft, Designprozesse so zu wertschätzen, wie es theoretisch und praktisch sollte für wirklich brauchbare Ergebnisse.

  4. Vroni, da ich die KSK insgesamt wie auch die betreffende Petition unterstützenswert finde (bin selbst KSK-Mitglied), sehe ich keinen Grund, den Link zu entfernen.

    Um derlei Themen zu teilen und um sie aus den Untiefen dieses Blogs an die Oberfläche zu befördern, wäre natürlich ein Twitter-Account Deinerseits schick. Einen solchen gibt es offenbar (noch) nicht?

  5. Die Erkenntnis, dass die Branche nicht 80% Kreativität und 20% Umsetzung ist, sondern 70% solides Handwerk und Verlässlichkeit, 10% Kreativität und 20% Kommunikation ist, und die allermeisten Kunden auch genau das wollen und keinen kreativen Selbstverwirklicher, hilft auch. Da sind dann auch vernünftige Stundensätze durchsetzbar, da der Kunde für etwas bezahlt was er auch braucht … das gilt nicht nur für die 3/3-Kunden.
    Das Problem ist, dass viele Akteure der Branche mit einem kreativen Weltverbesserertrieb an die Sache ran gehen, merken dass es dafür gar keinen Markt gibt, und dann ist der Markt schuld daran dass er nicht so ist wie sie ihn sich vorgestellt haben.

  6. Achim,
    stimmt, hab leider keinen Twitter-Account.*
    Vielleicht erbarmt sich ja jemand anders, diese Petition zu teilen.
    .
    .
    .
    *[Man kommt so schon nicht rum.]

    @Tom,
    ganz so einfach ist es nicht.
    Auch und gerade der handwerklich Solide schlägt sich zu lange und resourcenlähmend mit den 3/3ern herum. Dazu muss man kein weltverbessernder Kreativspinner sein.

  7. Wenn ich zu Beginn meines Studiums 1998 gewusst hätte, wie wenig man als Designer verdient – bei den ganzen (unbezahlten) Überstunden, dem Zeitdruck und der Geringschätzung der Arbeit – hätte ich niemals Design studiert.

    Und jetzt etwas Konstruktives:
    Nach 10 Jahren als Art Director studiere ich ab dem nächsten Jahr Informatik. Zum Einen aus Interesse und zum anderen, weil ich sehr gerne eines Tages einmal meinen Mann und potenzielle Kinder ernähren und ggf. auch gerne einmal Eigentum aufbauen möchte.

  8. @ Vroni
    Zu Kommentar # 21, den “nicht agenturfähigen Kunden”:

    Zitat:
    >> Und jetzt kommt der absolute unsympathische Hammer: Die wenigen Designagenturen, die nach dieser Regel 1.-3. in der Blüte stehen müssten von ihrer nobleren, lukrativeren Kundschaft her, bezahlen dem Freelancer oder ihrem Angestellten auch nicht immer das, was ihnen zustehen müsste […]

    Ja, die Vergütungen der Freelancer werden selbst bei den großen namhaften Designagenturen in den letzten Jahren spürbar dünner …

    Dafür aber hat man dort entdeckt, dass man die Freelancer mit sogenannten “Rahmenverträgen” sehr hübsch knebeln kann:
    sämtliche mir bekannten größeren Designagenturen in Hamburg verlangen von den Freelancern inzwischen ein “Total Buy Out” zum geringstmöglichen Preis.
    In einem, z.B. den Illustratoren (und völlig unsinnigerweise auch deren Repräsentanten!) vorgelegten “Rahmenvertrag” einer großen Designagentur werden hier folgende Klauseln zur “Rechteeinräumung” zur Unterschrift vorgelegt:

    “Der Illustrator räumt [der Agentur] hiermit unwiderruflich sämtliche urheberrechtlichen Nutzungsrechte, verwandte Schutzrechte nach dem Urheberrechtsgesetz, Leistungsschutzrechte, Geschmacksmusterschutzrechte, Kennzeichenrechte, Persönlichkeitsrechte, und/oder sonstige Rechte (einschließlich der Rechte zur Anmeldung und Registrierung der vorstehenden Rechte) an den Werken ein […]
    Die Rechteeinräumung erfolgt ausschließlich sowie zeitlich und räumlich unbeschränkt. Sie umfasst insbesondere das Vervielfältigungsrecht, das Verbreitungsrecht, das Ausstellungsrecht, das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung und die Merchandisingrechte, d.h. das Recht zur kommerziellen Auswertung der Illustrationen.”

    Doch damit nicht genug, man verlangt natürlich auch “ferner das Recht zur Bearbeitung und Änderung (!) sowie das Recht zur Weiterübertragung und/oder Unterlizensierung an Dritte”.

    Falls –was sehrsehr selten ist– ein Illustrator noch Originale auf Leinwand oder Papier erstellt:
    “Die Rechteübertragung umfasst insbesondere auch die Eigentumsrechte an den Illustrationen.”

    Wer sich nun fragt, was der Freelancer hierfür in Rechnung stellen kann:
    “Die Einräumung/Übertragung von Rechten nach dieser Vereinbarung ist mit dem Honorar für die Erstellung der Illustration abgegolten” – also dem einfachen Werkhonorar.

    Dem geneigten Leser wird nicht entgangen sein, dass dieser Rahmenvertrag sich im Wortlaut an den “Rahmenverträgen” für freie Mitarbeiter der großen Verlagshäuser orientiert, deren “Total Buy Out”-Klauseln vor rund zwei Jahren allesamt von Gerichten einkassiert wurden und deren Benutzung zum Teil unter massive Strafandrohung gestellt wurde.

    Um den Bogen jetzt wieder zum Thema “agenturfähigen Kunden” zu schlagen:
    die mir gegenüber von einer Geschäftsführerin einer Designagentur geäußerte Begründung lautet schlicht:
    dem mittlerweile schnellen Wechsel der Produktmanager auf Auftraggeberseite sei’s geschuldet, dass man diese nicht über die “Feinheiten” des UrhG informieren könne — diese wollten, nein, könnten ganz einfach nicht mehr überblicken, welcher Urheber wann welches Werk zu welchen Konditionen geliefert habe und wem man nun bei einer erneuten oder veränderten Nutzung eines Werks welche Honorare schulde.

    Damit streichen die großen Designagenturen die großen Auftraggeber jetzt (in vorauseilendem Gehorsam) selbst von der Liste der “agenturfähigen Kunden”

  9. Hallo Vroni,

    da bin ich ja überrascht und erfreut, dass mein kleiner Blogbeitrag eine so umfassende Antwort von Dir erzeugt hat. Der Antwort (vor allem dem ersten Teil) stimme ich in allen Punkten zu, möchte aber folgendes hinterfragen:
    “Die Lösung:
    Einen anderen Kundenkreis suchen. Ist leichter gesagt als getan.”
    Warum ist das leichter gesagt, als getan? Ein kleines Rechenexempel:
    Wenn Du 23 Leute auf Ihren Geburtstag ansprichst, ist die Wahrscheinlichkeit, das zwei Personen am gleichen Tag Geburtstag haben, bei 50 %. (Geburtstagsparadoxon)
    Das soll nicht heißen, dass ich jetzt auf Geburtstage abziele. Ich meine vielmehr, dass es unter 23 Personen noch viele andere großartige Gemeinsamkeiten gibt.
    Übertrage das jetzt auf Deine (potentiellen) Kunden. Wie viele Kunden spricht man denn als Designer (oder sonstiger “Dienstleister”) denn regelmäßig – persönlich und ehrlich aktiv – an? Meiner Erfahrung nach beschäftigen sich die wenigsten damit und sind lieber den Tag mit “Facharbeit” beschäftigt. Kunden ansprechen ist nämlich mit einer sehr hohen persönlichen Überwindung verbunden. Es reicht nun mal leider erfahrungsgemäß nicht, Werbebrief oder Mailing oder XING-Visitenkartenparty zu besuchen … (Das Telefon kann zu einem sehr guten Freund werden :-) )
    Ich bin fest davon überzeugt, dass es jeder, der sich traut, Menschen anzusprechen und das SelbstWERTgefühl in sich und die Leistung besitzt, die richtigen Kunden finden kann. Es ist nämlich nichts weiter als eine Annahme, dass große Firmen immer nur große (was ist eigentlich groß?) Agenturen oder Dienstleister “buchen”? Ich kann aus dem Kopf schier unzählige Beispiele aufzählen, wo auch TOP-DAX-Unternehmen mit Ein-Mann-Dienstleistern große Projekte realisieren. Nur Mut. Es ist genau so leicht (bzw. so schwer) einem “Bäcker um die Ecke” ein Designprojekt zu verkaufen, wie einem Marketingleiter eines Multi-Millionen-Euro-Unternehmens. :-)

  10. Herzlichen Dank für alle super Kommentare unter diesem Beitragt! Sehr informativ und spannend. Habe viel dazu gelernt!

  11. @ Markus
    Das ist alles richtig, mit dem Mut und dem Aufwand.

    Das Manpower-Totschlagsargument darf man jedoch nicht vernachlässigen. Große Firmen-Kunden und Top-Dax-Unternehmen sind da sehr unmutig. Mut gehört dann nämlich auf auf der Seiten des Kunden dazu, nach innen/oben zu verkaufen, dass ein 3-Mannstudio statt der gewohnten 50-Leut-Mannschaft jetzt die ganzen Kundenzeitschriften macht :-)

    [Dass es geht, ist nicht die Frage. Ich weiß, wie große Werbeagenturen nach außen mit angeblich Mords-Manpower rumtun - in Wirklichkeit klöppeln das dann 3 Manschkerln zusammen ... :-P ]

    Immer die Ihre.

  12. @ –F.
    Danke für die interessante und niederschmetternde Einsicht in Hamburger Buy-Out-Verhältnisse für Freie. In München (Verlagsstadt) vermutlich auch nicht anders.

    (Ich bin keine Freie mit Illustrationen, kann daher nicht 100%ig mitreden. Journalisten kämpfen ja schon länger mit dem Total-Buy-Out)

  13. @Vroni (# 34)

    Ohne noch sehr viel weiter auf dieses “Offtopic”-Thema eingehen zu wollen — sämtliche mir bekannten professionellen Illustratoren, denen dieser “Rahmenvertrag” zugesandt wurde, hatten abgelehnt, diesen –oder auch die vermutlich ähnlichlautenden “Rahmenverträge” der anderen Designagenturen– zu unterzeichnen.
    Der Vertrag wurde übrigens auch Designern zugeschickt, in einem Fall sogar einer freien Art Directorin, die sich 5 Jahre zuvor (!) aus der Branche zurückgezogen hatte.

    Und –wie schon erwähnt– selbst Repräsentanten sollen hier ihre Rechte abtreten, obgleich durch ihre Arbeit keine Rechte entstehen und sie an den Werken der von ihnen vermittelten Urhebern keine Rechte innehaben und / oder erwerben.

    Das wirft ein hübsches Schlaglicht auf das offenbar völlig fehlende Rechtsverständnis der Agenturleitung(en), die diese Verträge aufgesetzt haben, weil ihren Auftraggebern die derzeit gültige Rechtslage ja angeblich nicht schlüssig zu erklären ist …

    Doch selbst wenn sich Urheber finden, die diese Verträge unterschreiben und später selbst NICHT klagen, um die Agentur nicht als Auftraggeber zu verlieren — ein kleiner Trost bleibt:
    die Ansprüche auf eine nach § 32 UrhG “angemessene Vergütung” verjähren für die Urheber zwar nach einer Frist von nur 3 Jahren, aber im Falle des Todes eines Urhebers verbleiben den Erben 30 Jahre (!), um Nachforderungen stellen zu können.

    Und es ist keine leere Drohung: ein großes Verlagshaus verliert derzeit Prozess um Prozess gegen die Erben eines vor einiger Zeit verstorbenen Kinderbuch-Illustrators, der vor zwei Jahrzehnten für eine verhältnismäßig geringe Pauschale Ausmalbücher illustriert hat, die sich noch heute gut verkaufen.
    Das von der Verteidigung des Verlags vorgebrachte Argument, der Illustrator selbst habe ja nichts dagegen gehabt, er habe ja nicht geklagt, wurde von den Gerichten für unerheblich erklärt, die Ansprüche bestehen nach wie vor.

    MEINE Erben sind schon seit langem gebrieft, was sie im Falle meines Ablebens mit den Verwertern meiner Werke, deren Verjährungsfrist für mich leider schon vorbei ist, zu tun haben.

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