Design Tagebuch

Unschönes Europa

Europa Internetauftritt

Das offizielle Webportal der Europäischen Union wurde Ende September erneuert. Drei, vier Klicks reichen bereits, um zu sehen, dass es noch ein weiter Weg ist, hin zu einem konsistenten und vor allem übersichtlichen Auftritt.

“Nach dem Relaunch ist vor dem Relaunch”, eine Redewendung, die in diesem Fall kein Ausdruck von Dynamik ist, sondern die Defizite in der Nutzerführung und im Design beschreibt, für die man offenbar Ernst & Young, DG Communication konsultiert hatte. Vor allem die Aufbereitung der Pressemeldungen (siehe Grafik) ist wirklich gruselig. Eine Sprachverwirrung babylonischen Ausmaßes. Jegliche Lust, sich über europäische Themen zu informieren, stirbt nach kurzer Zeit den Desorientierungstod. Traurig bis tragisch dieser Relaunch.

abgelegt in Netzbewegung, erstellt von Achim Schaffrinna am 11.10.2009 | 09:48
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23 Kommentare zu 'Unschönes Europa'

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  1. silverdream
    am 11. Oktober 2009 um 12:08 Uhr

    erstaunlich wie geschmacklos diese seite gestaltet wurde. höchst unprofessionell. die komplexität und anforderungen haben das projektteam sichtbar überfordert.

    - schlechte usability , readability – ein blauer wahnsinn.
    - schlechtes logo, und kein durchgängiger stil (schatten oben schatten unten)
    - alte dosenbilder (aus einem visuellen endzeitlager ausgegraben)
    - die rähmchen einfach gruselig
    -
    -
    -

    gesamtwertung: einfach jenseits

  2. am 11. Oktober 2009 um 12:31 Uhr

    Puh, wirklich kein Genuss und vielleicht auch symptomatisch für die komplette EU aus Sicht seiner Bürger: Wenig transparent, wenig einheitlich, verwirrend und viel Eigenbrödlerei.

  3. am 11. Oktober 2009 um 13:07 Uhr

    OMG > Fail!
    Das geht ja mal gar nicht. Hab mich schon über den Teaaser des Artikels gewundert was das sein soll und musste leicht lachen als ich auf den Link klickte. Hm das ist mal weit am Ziel vorbei, hoffen wir das dies nicht das Ziel war!

  4. Fry
    am 11. Oktober 2009 um 13:09 Uhr

    Immerhin ist mir gleich aufgefallen, das ich die Icons schon mal irgendwo gesehen hab…
    http://www.istockphoto.com/file_search.php?action=file&lightboxID=1619920

  5. am 11. Oktober 2009 um 13:27 Uhr

    Ich kann euch allen nur zustimmen! Ich habe mich nicht lange mit der Seite beschäftigt, aber dennoch ist mir beim Logo aufgefallen ( weil es extrem schlecht dargestellt ist). Es ist eine GIF Grafik mit Transparenz, wenn man aber das Logo mit Hilfe des Firebugs verschiebt, erkennt man ein weiteres Logo, das im Hintergrund der Headergrafik liegt.

    Alleine dies hätte man besser lösen konnen!

  6. anonym
    am 11. Oktober 2009 um 13:30 Uhr

    Passt doch wunderbar zur EU; besser sind die nicht. Die Website ist schrecklich, nicht nur altmodisch und hässlig, auch unübersichtlich und ohne jeden Geschmack. Allein das Logo ist total versaut; dann wechseln die Grafiken (und ich möchte hier nicht das Wort Design anbringen) zig mal, es kommt immer mehr und mehr unstrukturierter Inhalt, da machts keinen Spaß länger als wenige Sekunden zu verweilen

  7. Peter Köller
    am 11. Oktober 2009 um 15:16 Uhr

    Habt ihr schon mal die Typo so umgestellt, dass sie gelb auch schwarzen Hintergrund ist (siehe rechts): Ein »Augenschmaus«!

  8. jan
    am 11. Oktober 2009 um 18:46 Uhr

    Wäre wohl eher ein Fall für die Spooky Website, n Wunder das du es nicht da rein gepackt hast!

  9. am 11. Oktober 2009 um 23:42 Uhr

    Erschreckend wie Ernst & Young mit “Quality in everything we do” auf ihrer Seite wirbt. Erschreckend wie die großen Agenturen immer mehr zum offensichtlich schlechten Beitrag für gutes Webdesign beitragen. Warum man sich keine professionelle Hilfe ranholt und die unwissenden als die Könner sich darbieten. Zumindes weiß ich jetzt, dass ich unter allen Umständen mit denen nichts zu tun haben will.

    Optik, Usabilty und das gesamte Layout so schlecht als wenn das ein Anfänger gemacht hätte. Setzen: 6.

  10. am 12. Oktober 2009 um 08:29 Uhr

    Ach kommt! Wenigstens ist die Eingangsseite valid :) Die Zuordnung in “Netzbewegung” ist wirklich zu allgemein, so “speziel” wie sich dieser Relaunch anfühlt. Das Gute an solchen schlechten Seiten? Man sieht auch immer wieder wie man es nicht machen soll. In diesem Sinne allen einen guten Wochenstart. :)

    M

  11. am 12. Oktober 2009 um 11:32 Uhr

    Ich verstehe nicht so recht das Ziel der Seite. Wenn man die Bürger von einem einigen Europa (was ja an und für sich keine schlechte Sache ist) überzeugen will, so ist man hier gründlich am Ziel vorbeigeschrammt. Um dieses Ziel inhaltlich und visuell zu kommunizieren muss man die Menschen mit Emotionen abholen und wie das geht brauche ich ja hier nicht erklären, genau so wenig wie ich den emotionalen Gehalt der jetzigen Seiten schildern muss. So wie es jetzt ist werden maximal ein paar Insider, Europaabgeordnete oder extrem in der Materie verhaftete die Seite genauer erkunden. Kein Wunder das Waldy sich nicht länger mit der Seite beschäftigt hat.
    Wenn es eine Seite für einen mittelschändischen Handwerkerbetrieb wäre so könnte man sagen “geht besser aber naja…” aber für eine Organisation wie die EU mit 27 Mitgliedsstaaten über 400 Mio Bürgern und einem enormen weltpolitischen und wirtschatlichen Gewicht. ist das fürwahr peinlich.
    Mich würde interessieren wer die Seite gemacht hat. Es war die Mühe nicht wert.

  12. Markus
    am 12. Oktober 2009 um 11:46 Uhr

    Mir stellt sich die Frage, ob sich hier jemand schon einmal die Seite vor dem Relaunch angesehen hat. Im Vergleich dazu ist die neue schon einmal ein deutlicher Fortschritt. Wer sich zudem einmal mit dem Entscheidungsfindungsprozess vor der Änderung durch den Lissaboner Vertrag befasst hat, weiß, wie schwierig und langwierig dieser in der Europäischen Knochenmühle sein kann. Man darf hier nicht vergessen, dass also fast jede Entscheidung ein Ergebnis endloser Debatten und langer Entscheidungswege ist. Hinzu kommt das “Problem”, in 23 Sprachen vernünftig und gleichwertig zu kommunizieren. Das ist ja eh schon Gegenstand unendlicher Debatten, da die einen das europäische Babylon bemängeln und andere dagegen halten, dass mit 23 Sprachen auch die kleineren Länder gewürdigt werden, die ansonsten noch mehr an dem ohnehin geringen Einfluss verlieren. Zudem ist die Kommunikation in 23 Sprachen ein deutliches Tribut an die vielfältige europäische Kultur, die nunmal einfach nicht simpel linear und unidirektional verlaufen ist.

    Die Kritik hinsichtlich der Option, gelbe Schrift auf schwarzen Hintergrund zu setzen, ist meiner Ansicht nach unbegründet: Wir wissen doch alle, dass dies der Kontrast ist, der vom Auge bestmöglich erfasst werden kann. Das ist zwar nicht schön, aber genau wie die Lösung in grün und rot (Farbenblindheit) eine äußerste Vereinfachung für Leute mit eingeschränkten Sehfähigkeiten.

    Man darf auch nicht vergessen, welch riesige Informationsmenge hier in einen neuen Auftritt zu portieren war.

    Für berechtigt halte ich zumindest die Kritik mit dem transparenten gif-Logo. Das kann man professioneller und auch einfacher lösen – definitiv. Zudem ist der Header wirklich nicht der schönste und der begrenzende Rahmen auch nicht gerade Status Quo.

    Aber wie gesagt: Aus meiner Sicht ein deutlicher Schritt nach vorne.

  13. Markus
    am 12. Oktober 2009 um 11:52 Uhr

    P.S.: Wenn wir hier mit Emotionen anfangen, dann natürlich aus unserer Sicht von deutschen Designern. Das ist eine exklusive Sichtweise, die man auch mit vielen weiteren Bevölkerungsgruppen von 26 anderen Ländern abstimmen muss. Und dann kommt halt ein solcher Kompromissentschluss raus. Das ist das große Manko der Politik, hat aber auch seine Vorteile.

    Es handelt sich hierbei im Übrigen um ein Portal, das das Thema Europa einfangen und auf die anderen Institutionen weiterleiten soll. Die Mühe ist immer berechtigt.

  14. am 12. Oktober 2009 um 12:08 Uhr

    Wirkt einfach nur abschreckend! Ein guter Grund der EU nicht beizutreten (bin Schweizer). Die gleiche Geschichte wie mit dem Euro, Durchschnittlichkeit auf tiefstem Niveau …

  15. am 12. Oktober 2009 um 15:05 Uhr

    Der blaue Wahnsinn.

    Mein Auge springt von Link zu Link ohne irgend einen Inhalt zu verfolgen.
    Gesuchter Inhalt ist nur mühseelig zu erlangen.
    Fazit: Machs noch einmal.

  16. am 12. Oktober 2009 um 23:37 Uhr

    Demokratie hat im Design eben nichts zu suchen. Da haben wir es wieder. Schön wie sich alte Weisheiten doch immer wieder selbst bestätigen.

  17. am 12. Oktober 2009 um 23:48 Uhr

    @ Markus.

    Du hast natürlich recht. Solche Projekte lohnen sich in der Tat immer. Was ich geäußert habe bezog sich ja auch ausschließlich auf gestalterische Fragen (wie das meiste auf diesem Blog). Inhaltlich wollte ich gar keine Wertung abgeben. Im Gegenteil.

    Das ganze habe ich natürlich überspitzt formuliert, denn du wirst auch zugeben müssen, dass schön anders aussieht. Unser Job ist es eben Inhalte auch visuell zu kommunizieren. Und gerade bei einem solchen Portal ist es schade, wenn hier Potenzial verschenkt wird.

  18. Windows
    am 13. Oktober 2009 um 11:15 Uhr

    Die Benuterführung oder neudeutsch “Usability” ist vorsichtig ausgedrückt fragwürdig. Um nicht zu sagen nicht wirklich vorhanden. Das hätte man deutlich besser machen könnnen. Hoffen wir das es nur die BETA ist…

  19. am 14. Oktober 2009 um 17:00 Uhr

    Du lieber Gott, schlechter gehts wohl wirklich nimmer. Wenn das das Aushängeschild Europas ist kann ich mich nur Geier Sturzflug anschließen: Besuchen Sie Europa (Solange Es Noch Steht);-)

  20. am 15. Oktober 2009 um 17:37 Uhr

    Durchgefallen.
    Tja, ich hätte es mir ja gerne angesehen, wenn ich auf der Startseite geblickt hätte, auf was ich klicken muß…

  21. am 19. Oktober 2009 um 11:56 Uhr

    Danke für Ihre Kommentare und Ihre Interesse in Europa.eu.
    Bevor unseren Webauftritt neu gestaltet wurde, haben wir eine Befragung ausgeführt, um festzustellen wer genau unser Publikum ist. Der neue “Look” soll ihre Bedürfnisse anpassen. Der Entwurf und die Ergonimik der neuen Webseite wurde zweimal von einem Brauchbarkeitslaboratorium geprüft (Testnutzer waren eine repräsentative Gruppe von Unternehmen, Anwälte, Beamter, Lehrer, Studenten, Bibliothekare usw.). Erst danach haben wir uns für einen endgültigen Entwurf und Inhaltsstruktur entschieden. Auerdem haben wir Rat von Webexperten gesucht, um dafür zu sorgen, dass die Webseite den letzten Standard für zugänglichen Webentwurf entspricht.

    Es ist uns bewusst, dass die Veränderungen nicht für die ganze EUROPA Webseite gelten. Da sie aber 6 Millionen Seiten hat, mussten wir irgendwo anfangen. Sie können versichert sein, dass wir darauf weiter arbeiten, EUROPA leichter zu bedienen zu machen. Vorschläge um die Webseite zu verbessern, können Sie immer gerne machen bei: http://europa.eu/geninfo/mailbox/form_en.htm

    Europa Web Team

  22. am 05. Juni 2010 um 08:56 Uhr

    [...] die zeigt, dass die EU-Themen auch formschön verpackt sein können. Europa muss nicht immer unschön [...]

  23. am 05. Juni 2010 um 15:36 Uhr

    [...] die zeigt, dass die EU-Themen auch formschön verpackt sein können. Europa muss nicht immer unschön sein. [...]


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