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Stadtportale: Die schönste Stadt Deutschlands – Teil 3

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12. Leipzig

Leipzig.de | Und schon folgt das zweite Portal einer sächsischen Großstadt. Im Vergleich zu Dresden ist die Orientierung auf Leipzig.de einfacher, da mit „Bürger“, „Wirtschaft“ und „Tourismus“ lediglich drei Hauptbereiche definiert sind. Das erleichtert natürlich den Einstieg.

In der folgenden Besprechung wird sich zeigen, dass das größte Aufholpotenzial im Bereich der Programmierung zu finden ist, denn von der Gestaltung und Nutzerführung her, und auch in Bezug auf das Informationsangebot, zeigt Leipzig.de durchaus viel Positives.

Stadtportal Leipzig / Leipzig.de

Design / 18 Punkte

Eine typische Schwäche bei Stadtportalen ist die zu lang geratene rechte Spalte, so auch hier. Das sieht nicht schön aus. Etwas weniger Redundanz und mehr kontextuellem Bezug zum Inhalt wäre hilfreich. Das Template-Konstrukt ist variabel und erlaubt bis zu 5 Spalten. Anders als im Auftritt der örtlichen Marketing-Gesellschaft, sorgt der weiße Hintergrund dafür, dass jegliche Textinformation gut erfasst werden kann. Graue Linien (vertikal und horizontal) strukturieren den Inhalt. Etwas langweilig ist das „Einheitsmotiv“ im Header. Insgesamt eine eher zweckdienliche Gestaltung, die noch verbessert werden könnte, sofern die weniger gut gelösten Dinge in Bezug auf die Nutzerführung korrigiert würden.

Nutzerführung / 15 Punkte

Der ausgewählte Bereich, zum Beispiel „Bürger“ wird in der Navigationsleiste vergleichsweise schwach hervorgehoben. Die Darstellung in der kaskadierenden linken Menüleiste ist da schon besser. Der Brotkrumenpfad verschafft letztlich Gewissheit über die Position im Auftritt. Rollover fehlen leider an den meisten Stellen und auch die Darstellung der Links lässt zu Wünschen übrig. Da die Linkfarbe einheitlich schwarz ist, erkennt man nicht sofort, ob es sich um ein sensitives Element oder um einen reinen Text handelt. Unschön ist zudem, dass man den externen Links nicht ansieht, dass es sich um solche handelt. Seiten, auf denen sowohl externe wie auch interne Verweise gelistet werden, führen zu Problemen. Der Besucher weiß nie, was nach einem Klick passiert. Unterschiedlich gestaltete Grafiken, die den jeweiligen Textlinks vorgestellt sind, würden dies verbessern.

Programmierung / 8 Punkte (HTML 5, CSS 1, SEO 1)

Von Heiko Stiegert | Auf den ersten Blick des Leipziger Städteportals könnte man meinen, nicht schlecht gemacht. Leider revidiert man diesen ersten Eindruck sofort beim Blick auf den Quellcode. Auch diese Website erhält seine Layout-Struktur auf Basis mehrerer ineinander verschachtelter Tabellen, welche obendrein noch mittels transparenter Spacer-Gifs in ein Korsett gezwungen werden. Die Website hat noch einige weitere negative Überraschungen parat. So hat man bei der Umsetzung des Layouts eine Breite von 1008 Pixeln gewählt, was dazu führt, dass bei einem Viewport mit einer 1024er-Auflösung, ein horizontaler Scrollbalken erscheint. Auch die Verwendung von über einem Dutzend Überschriften der obersten Kategorie wirft Fragen auf. Da es inhaltlich wie strukturell nur eine Überschrift mit der höchsten Wertigkeit geben sollte, gehört dieser Aspekt ebenso überarbeitet, wie die Webseitentitel. Denn auch in diesem Stadtportal werden Inhalte wie „Bürgerämter“ über dem Browsertitel abgebildet. Besser wäre es, die betreffende Stadt dem Inhalt voran zustellen („Leipzig – Bürgerämter“). Das macht es nicht nur für den Betrachter sondern auch für Suchmaschinen “verständlicher”. Ungeschickt ist zudem die Tatsache, dass großformatige Fotos einfach verkleinert als Vorschau abgebildet werden. Die KB-Größe erreicht so oftmals und unnötigerweise über 1 MB.

Information / 15 Punkte

Das Amtsblatt der Stadt Leipzig, das 14-täglich erscheint (auch als Online-Ausgabe), informiert den Besucher umfassend über die Ereignisse in der Stadt. Im Portal selbst finden sich Meldungen vorwiegend in Textform; Schwerpunkt sind Themen aus der Wirtschaft. Die Unterkunftsuche ist etwas in die Jahre gekommen. Weder die Optik noch der Umstand, dass jede Information in einem neuen Fenster geöffnet wird, verbreiten Lust auf einen Besuch. Ein eigener Veranstaltungskalender fehlt. Interessierte besuchen zu diesem Zweck das Angebot der Leipzig Marketing GmbH. Infos über die Attraktionen der Stadt sind zwar auf den eigenen Seiten vorhanden, reichen jedoch ebenfalls nicht über die „Pflicht“ hinaus. In Sachen eGovernment ist Leipzig.de noch in den Kinderstuben. Zwar lässt sich im Ratsinformationsdienst jede Sitzung verfolgen, aber eine Übersicht aller Online-Dienste sucht man als Bürger vergeblich. Übrigens erfährt man beim Blick in den Ratsinformationsdienst auch, dass ein Antrag gestellt wurde, die „Überprüfung der Barrierefreiheit“ des Stadtportals zu beauftragen. Anlass hierfür sind, wie es heißt, die Proteste rund um den LVB-Auftritt. Man bleibt in Leipzig also am Ball. PDF-Formulare gibt es reichlich, aber man sollte vielleicht nicht nur auf die Barrierefreiheit schauen, sondern auch auf den Ausbau des digitalen Angebotes setzen.

Gesamtpunktzahl 56

11. Hannover

Hannover.de | eGovernment schreibt man in Hannover groß. Im städtischen Portal nehmen die Online-Bürgerdienste einen großen Bereich ein. In Sachen Branding verpasst Hannover.de jedoch den Anschluss.

Hannover.de ist das Portal ohne Kopf. Der Header-Bereich, insbesondere die Frage nach dem Absender, ist unausgegoren. Domain und Stadt- bzw. Regionslogo sind allesamt deplaziert. Auch die Darstellung und Positionierung der meist winzigen Bilder wirkt wenig zeitgemäß. Nicht das umfangreiche Informationsangebot ist die Achillesferse von Hannover.de, sondern die Art und Weise der Aufbereitung.

Stadtportal Hannover / Hannover.de

Design / 13 Punkte

Hellgraue, abgerundete Balken bestimmen die Optik, die etwas trist wirkt. Der Einsatz von blassen Pastelltönen verstärkt eher diesen Eindruck. Größere Schnitzer finden sich im Auftritt zwar nicht, dafür findet das Auge aber auch nichts, das einen als Besucher begeistert. Sachlich, ordentlich, aber auch etwas dröge ist das Design. Der Aufbau ist variabel und erlaubt auch den Verzicht auf eine rechte Spalte. Schriftgrößen sind gut gewählt. Die vertikale Meta-Navigationsleiste dürfte ruhig etwas dezenter sein, denn sie erweckt den Eindruck, als befände sich hier die Hauptnavigation. Die meisten Punktabzüge aber gibt es für den einfallslosen Header und für die unstimmige Kennzeichnung im Bereich der linken Navigation, die im folgenden besprochen wird.

Nutzerführung / 13 Punkt

Der links angeschlagenen Navigationsleiste lässt sich leider nicht ablesen, wo man sich im Auftritt befindet. Die Hinterlegung aller Menüpunkte macht die Standortbestimmung zum Suchspiel (siehe Screenshot). Da auch der Brotkrumenpfad unvollständig abgebildet wird, fällt es schwer, sich zurechtzufinden. Überschriften und Teaser-Bilder sind grundsätzlich verlinkt. Das ist gut. Ein rotes und ein blaues Quadrat kennzeichnen jeweils Inhalte, die spezifisch Hannover oder Region-Hannover sind. Das scheint eine typisch politisch getriebene Geschichte zu sein. Es sollte selbstverständlich sein, dass eine Großstadt auch Informationen zum Umland und der Region auf seinem Webportal bereit hält. Die Unterscheidung, vor allem deren Darstellung, ist nicht selbsterklärend. Was nicht sein darf, ist die Verlinkung externer Angebot mit dem Begriff „mehr“. „Mehr“ ist als Begriff funktional mit der Anzeige einer Unterseite verknüpft. Externe Verweise sollten wünschenswerterweise anders bezeichnet oder gekennzeichnet werden.

Programmierung / 7 Punkte (HTML 5, CSS 1, SEO 1)

Von Heiko Stiegert | Das Stadtportal der Landeshauptstadt Niedersachsens ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die (Weiter-)Entwicklung von Webstandards noch längst nicht überall angekommen ist, denn sie enthält eine Unmenge fachlicher Fehler. Erstes sichtbares Manko ist der horizontale Scrollbalken, welcher bei einer 1024er-Auflösung auf der im rechten Bereich der Webseite befindlichen Werbung basiert. Beim Blick in den Quellcode wird man zudem von Layout-Tabellen und Inline-Styles begrüßt, die dazu führen, dass dieses Portal für mögliche Layout-Veränderungen durch ein Facelifting vollkommen ungeeignet ist. Bei einer strikten Trennung von Content(struktur) und Layout, wäre ein solches Vorhaben wesentlich weniger zeit- und kostenaufwändig. Alles in allem ist bei der Strukturierung der Inhalte der Aspekt der Semantik mehr als stiefmütterlich behandelt worden. Die fehlerhafte Verwendung von HTML-Elementen gipfelt darin, dass bspw. die Startseite über nahezu ein Dutzend Überschriften der ersten und somit obersten Kategorie, aber über keine der zweiten, dritten oder vierten Kategorie verfügt. Ein für Menschen mit körperlichen Einschränkungen wichtiger Aspekt ist neben der korrekten Strukturierung von Inhalten ebenso die alternative Beschreibung von Bildinhalten. Ein Vorgehen, welches auf Hannover.de leider nur in Teilen Anwendung findet.

Information / 21 Punkte

In Bezug auf regionale Veranstaltungen ist Hannover.de wohl die erste Anlaufstelle. Auch die Meldungen rund um Stadt und Region sind tagesaktuell und umfangreich. Je Hauptnavigationspunkt werden jeweils bis zu 10 Meldungen und Termine zu Veranstaltungen ausgegeben. Die Hotelbuchungsplattform ist eleganter als ihr Name. Touristische Highlights der Stadt werden im Rahmen des Üblichen vorgestellt. Dazu zählt leider auch, dass immer noch mit Bildmaterial vergleichsweise sparsam umgegangen wird. Gerade auf Tourismus-Unterseiten würden sich Bildergalerien doch sehr gut machen. Zu den zahlreichen Themenportalen (links unten aufgelistet) zählt unter anderem auch das eGovernment-Angebot, in dem sich schon viele Anträge online erledigen lassen. Wers mag, stöbert im Ratssitzungsmanagement oder findet im Bürgerberatungssystem Antworten zu unzähligen Themen. In einem 7-minütigen „Hannover-Trailer“ werden die „Trümpfe des Wirtschaftsstandortes Hannover“ aufgezeigt. Immerhin einer der wenigen städtischen Imagefilme in diesem Vergleich.

Gesamtpunktzahl 54

Zwischenfazit

Dresden.de erweist sich als bestbewertetes Portal in diesem Fünfer-Vergleich. Aber nicht nur in Sachsen, vor allem auch in Franken schlummert noch viel Potenzial in den städtischen Webpräsenzen. Eine ansprechende Gestaltung ist kein Garant für intuitives und einfaches Navigieren, das veranschaulichen die in diesem Artikel aufgeführten Stadtportale recht gut. Design ist mehr als das Aussehen einer Oberfläche. Ganz konkrete Anforderungen sind damit verbunden. Es muss nicht nur die Marke transportieren, sondern auch dafür sorgen, dass Informationen leicht zugänglich sind. Die Komplexität der Portale stellt mit ihrer Site-Struktur die Verantwortlichen immer wieder auf neue Herausforderungen. Nicht immer werden sie gemeistert.

Punkte

Stadtportal Design Nutzerführung Programmierung Information Gesamt
Gelsenkirchen 08 12 08 12 40
Augsburg 13 11 10 08 42
Münster 11 12 18 08 49
Wiesbaden 25 24 22 23 94
Karlsruhe 02 04 08 13 27
Mannheim 25 23 19 22 89
Bonn 19 23 17 24 83
Bielefeld 13 12 14 17 56
Wuppertal 22 20 15 22 79
Bochum 05 03 08 09 25
Duisburg 17 18 18 13 66
Nürnberg 16 12 08 08 44
Dresden 18 14 21 19 72
Leipzig 18 15 08 15 56
Hannover 13 13 07 21 54

In wenigen Tagen folgt Teil 4. Dann werden die Webauftritte der Städte Bremen, Essen, Düsseldorf, Dortmund und Stuttgart unter die Lupe genommen.

Update 29.10.2010:

27 Kommentare

  1. Bei Nürnberg ist dir ein kleiner Fehler unterlaufen. Dort steht unter dem Beitrag eine Punktzahl von 83? Wenn man die einzelnen Punkte aber zusammenrechnet kommt man auf 44, was übrigens in der Tabelle auch richtig aufgelistet ist.

  2. @sinnedretlow, ich gebe dir Recht, aber die ist immer noch besser als die von Karlsruhe, ich versinke im Boden, meine schöne Heimatstadt mit der miesesten Website. Achim suche doch bitte eine raus die noch unterirdischer ist als die meiner Heimatstadt.

  3. Äh, beim Nürnberger Artikel steht beim Punkt Nutzerführung “Nuerburg.de” – das ist eine andere Stadt ;)

    Grüße aus Nürnbergs schöner Nachbarstadt (die sich meiner Meinung nach leider auch nicht mit ihrem Internetauftritt brüsten kann…)

    Lucky ;)

    *********************
    dt-Anmerkung
    ist gefixt. Danke.
    *********************

  4. Im Fall von Hannover bliebe anzumerken, dass Design auf den hinteren Seiten immer wieder Abweichungen aufweist. Z. B.: auf den Seiten des Stadtentwicklungsprojektes City 2020 wechselt es plötzlich vom allgemein vorherrschenden Blaugrau zu einem penetranten Rosa.

    Inhaltlich führt das schon angesprochene Nebeneinander von Stadt und Region (Landkreis) zu Brüchen. Beispielsweise im Presse-Bereich: Während die Region zunächst ihre Pressestelle und ihre Pressemitteilungen im vorgegebenen Design einstellt, verlinkt die Stadt auf einen externen, komplett anders aussehenden Presseserver, der sich sogar auf einer ganz neuen Webadresse befindet. Hier befindet sich neben den Pressemitteilungen auch eine Terminübersicht der Stadt, während die Region ihre in der Presse-Navigationsseite ganz unten verlinkt hat (und zwar lediglich als PDF). Für einen Journalisten ist dieses Durcheinander nicht wirklich benutzerfreundlich.

    Apropos Presseserver: zu den kleinen Merkwürdigkeiten gehört auch, dass die Internetpräsenz des Kommunalen Kinos eine Unterseite eben jenes Servers ist. Was soll das denn?

    Des langen Eintrages kurzer Sinn: Steigt man hinab in die Untiefen von Hannover.de enthüllen sich mehr Irrungen und Wirrungen als es zunächst den Anschein hat.

    BTW: Sorry dass die Links so merkwürdig angegeben sind, sowohl HTML als auch die ausgeschriebenen URLs hat das System als Spam abgelehnt – warum eigentlich?

    ********************
    dt-Anmerkung
    Ich war so frei und habe die Links bei den zugehörigen Begriffen hinterlegt. Zu Deiner Frage: Eigentlich klappt die Hinterlegung ganz gut. Die URL benötigt halt die komplette Adresse inkl. „http://www.“ Vielleicht probierst Du es beim nächsten Kommentar einfach noch einmal. Danke.
    ********************

  5. Die Nummerierung der Städte ist verwirrend. Es ist unklar ob die Nummerierung lediglich der Reihenfolge der Bewertung dient (was wohl so ist), oder ob es eine wertende Platzierung (vgl. BuLi-Tabelle) sein soll.

    Nach Punkten (Gesamtnote) ist Dresden momentan 5., ist jedoch nummeriert als 13. Wer sich nur kurz mit dem Rating auseinandersetzt, könnte meinen, Dresden ist insgesamt Platz 13.

    Würde das noch einmal überarbeiten/überdenken.

  6. Danke Daniel.
    Die Serie behandelt die Portale der 25 größten Städte. Sie beginnt dabei, ähnlich einem Countdown, mit Gelsenkirchen(25), der Stadt mit den geringsten Einwohnern, und endet mit der größten Stadt Berlin(01). Diese Zahlen sind reine Ordnungszahlen, die dabei helfen, innerhalb der Serie den Überblick zu behalten.

    Entscheidend für das Ranking ist allein die Spalte „Gesamtnote“. Da die Serie noch im Gange ist, macht es keinen Sinn, die Tabelle mit Platzierungszahlen auszustatten, da sich die Reihenfolge noch ändert.

  7. @FS: grundsätzlich hat der Wechsel des Farbschemas zumindest einen tieferen Sinn, nämlich die Themenportale zu City2020, Herrenhäuser Gärten, Stadtbücherei, Feuerwehr etc. vom Hauptportal abzugrenzen. Über die Farben im einzelnen kann man sicher streiten. ;-)

    Der Ansatz dahinter ist ja sehr löblich: statt tausender unüberschaubarer Web-Auftritte für diese und jene kommunale Einrichtung oder dieses und jenes Projekt ein zentrales Informationsportal mit einheitlichem Corporate Design. Aber das führt automatisch zu zwei Fragen:

    1. Warum ist es so inkonsequent umgesetzt? Der Zoo als Regionsbetrieb hat beispielsweise (zum Glück für ihn!) eine eigene Website mit eigenem CD.

    2. Und vor allem: warum macht man sich diese Chance mit solch einem Gruseldesign zunichte?

    Diese Merkwürdigkeiten mit dem Presseserver sind wohl eher der Software-Infrastruktur geschuldet. Beim Sitzungsmanagement der Stadt wird das besonders deutlich: auch hier geht’s auf eine eigene Webadresse, hinter der sich augenscheinlich ein Domino-Server verbirgt. Hat also mit dem Rest des Web-Auftritts schon rein technisch gar nix zu tun. Das kenne ich aber zu genüge aus der Privatwirtschaft: Kleinstaaterei und Revierdenken par excellence. Die wenigsten Unternehmen (und Behören schon gar nicht) haben den Mut, ihre technische Infrastruktur einer einheitlichen Corporate Identity unterzuordnen. Meistens werden die verschiedensten Inselsysteme einzelner Abteilungen irgendwie zusammengefrickelt. Das fängt schon fast überall damit an, dass der eigentliche Webauftritt fremdgehostet wird, die weiterführenden Informationen dann aber auf den verschiedensten hausinternen Servern hinter einer Firewall liegen. Dann am besten noch mindestens drei verschiedene Webserver (IIS, Apache, Domino) in zehn verschiedenen Versionen, und das Chaos ist perfekt.

    Zurück zu Hannover.de: man könnte fast schon philosophisch urteilen, dass der Web-Auftritt ein Sinnbild der Stadt ist. Gepunktet wird mit dem Inhalt, aber warum muss man ihn so blass und halbgar präsentieren?

  8. Zu dresden.de:
    Kann ich nicht nachvollziehen, dass angemängelt wird, bei subsites würde nur “dresden.de” im header stehen. Erstens wird er dadurch kleiner (mehr Platz für Infos) und zweitens ist doch noch durch die quasie unübersehbare “Wortmarke” genau zu sehen, wo man ist. ;D Brotkrumen gibts auch.

    Die volle Hauptnavi links ist bei der Informationsfülle durchaus legitim und doch eindeutig logisch gelöst. Weiss echt nicht, warum da gemeckert wird. Hat die selben Eigenschaften wie Wiesbaden, nur ohne Hover-bunt (was ja gelobt wird …).

    Dresden abgeänderte Tourismusseite wird auch von einem anderen Herausgeber (nicht die Stadt) gehostet und Dresdens sehr hoher Tourismus (pro Kopf glaubsch höher als München) erfordert auch eine angepasstere Nutzerführung (deswegen andere Navis etc). Ein Touri interessiert sich einen Scheiss bzgl der Stadtpolitik und Stadtverwaltung. ;)

    Ebenso sind die links nicht unterstrichen. Wären sie das, würde die Seite hoffnungslos durcheinander wirken. Kleine icons (in Pfeilform sogar noch) davor sind doch eine durchaus super Lösung. Weiterhin der Veranstaltungskalender: Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der Sächsischen die Pornolesung heute zu finden ist. =) Man kann sichs sogar anstricherln, wie ein Einkaufskorb bei online shops (wie bei Wiesbaden). Auch ist man doch an erster Stelle im Kästchen “Wohin heute?” auf der Startseite zum Veranstaltungskalender verlinkt. Was ist daran schlecht? Eine “Etage” drüber sind numal logisch erst die Betten und da drüber schnelle links, die nicht in die Hauptnavi passen würden.

    Und weiter: Weissraum gibts doch genug auf den Unterseiten?? Da ist Mannheim deutlich wirrer gestaltet, dazu noch im echt langweiligen Populär-Blog-Aufbau … Kann nicht verstehen, warum die Buntheit dort so viele Punkte bekommt (auch Wiesbaden), Dresdens elegante Schlichtheit dagegen relativ wenig Punkte generiert, obwohl man das dezente lobt. So versteh ich auch nicht, warum Wiesbaden mit vielen Punkterllinien und einer Tapete puntktet, Dresden mit einem sparsamen Einsatz an Trennern und Hintergrundgrafiken dagegen nicht. Dresden ist nunmal ein anderes Kaliber als Wiesbaden, da kommen mehr Informationen nunmal vor. Bei Mannheim (auch Wiesbaden) erscheint übrigens über dem Suchenfeld auch keine Hand …

    Ahja, eh ichs vergess: Im Betrachtung von touch interfaces ist es doch eigentlich von Vorteil, vor links Pfeile zu haben und keine hover Effekte. ;) Ausserdem hat dresden.de keine Videos, dafür ist die Dresden Marketing GmbH zuständig (die Tourismusherausgeber
    ;) ) und da gibt es Videos! Uuuund die Volltextsuche funktioniert ohne Probleme!

    Dresden hat als Abschluss – im Vergleich zu Wiesbaden – die geilere Webcam. *g http://panorama.dresden.de/

    Also da finde ich die Bewertung echt unglücklich!

  9. Doch noch was vergessen zu sagen: Was news und Videos angeht liegt sicher nicht die Aufgabe bei dresden.de, da Topaktualität darzustellen. Das übernehmen dann nun wirklich die Medien der Stadt (niicht Verwechseln mit Veranstaltungskalender) wie die SZ oder dnn.de Die Serverlast muss ja für die Touristen frei gehalten werden. ^^

  10. Noch eine kleine Ergänzung zu hannover.de. Ein sehr wichtiges Instrument auf einer so umfangreichen Seite ist leider völlig unbrauchbar. Die Suche auf der Webseite fördert die tollsten Dinge zu Tage nur leider nie das was wirklich gesucht wird.
    Eine Suche nach dem Stadtteil Linden bringt zum Beispiel mehrere Treffer die “Stadtbezirk 10: Linden, Limmer” heißen, aber auf unterschiedliche Seiten verweisen. Auf der zweiten Trefferseite dann ganz viele Links zu Pressemitteilungen der Feuerwehr (zum Teil aus 2007).
    Mein Fazit: Auf hannover.de ist bestimmt jede Information enthalten die der Bürger haben möchte, aber es ist einfacher und schneller sich durch die Ämter zu telefonieren und dort die Infos zu erfragen.

  11. Schade, dass nur 25 und nicht die 30 größten Städte bewertet werden, sonst wäre meine Stadt Braunschweig auch mit dabei. Da würde mich die Bewertung schon sehr interessieren!

    Aber trotzdem vielen Dank für diese Serie! Sie ist superinteressant.

  12. Sehr spannende Serie! Freue mich schon auf die beiden nächsten Folgen. Danke Dafür.

    Auch nach drei Folgen und 15 Städten herrscht bei mir immer noch Fassungslosigkeit über Karlsruhe.de. Das ist nicht nur ein Bewerber für den Spooky-Award, das ist die Mutter aller Spookys.

  13. Ist doch völlig klar. Seit mehr als 12 Jahren (Stichwort EXPO) wurde hier kaum etwas verändert. Die teure Investition in ein Content-Management-System musste sich natürlich rentieren. Die Lernkurve verlief leider sehr flach. Redaktionelle Inhalte werden nach Gutdünken hin und her verschoben. Google-Suchanfragen produzieren in der Regel einen 404 Error. Die interne Suchfunktion ist (wie von Achim angemerkt) kaum brauchbar. Wer hier mehr als eine einfache Linkliste erwartet, wird enttäuscht. eGovernment? HannoverMap? Touristische Highlights? OK! Barrierefreiheit? Interaktivität? Fehlanzeige!

  14. Zu den Vorzügen der “kopflosen” Internetpräsenz von Hannover zählt übrigens auch die – hier nicht untersuchte – Mehrsprachigkeit. Darunter natürlich auch die neuen Landessprachen aus Süd- und Osteuropa. Schönen Gruß nach Köln und Berlin ;)

    Im Werbetext des Herstellers ließt es sich dann so.

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